Das wahre Sein erfahren

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Mattias
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Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Thu Jan 02, 2020 12:02 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Da das Ich bis vor ein paar Monaten sehr viel Leid verursachte, kann ich gut ohne es leben.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ich suche seit ein paar Monaten nach Hinweisen zum Erwachen. Ich habe verstanden, dass das Ich nicht die Gedanken sind. Ich verstehe auch, dass die Wahrheit nicht vom Verstand kontrolliert werden kann, jedoch möchte ich es auch erfahren und die Konditionierung ablegen.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Ich bin 34 alt. Mit 20 war ich sehr unzufrieden mit meinem Leben. Hatte leichtes Übergewicht und kämpfte mit Schüchternheit und Ängstlichkeit. War sonst immer sehr sportlich. Wollte dann mein Leben ändern und mit fasten abnehmen. 1 Monat lang habe ich nichts gegessen. Dann bekam ich
wegen der radikalen Diät hohes Fieber (42°) und wurde eines Nachts bewusstlos. Zu diesem Zeitpunkt war ich der Überzeugung dass ich sterbe und begann zu hyperventilieren und bekam Todesangst. Ich habe aber überlebt. Nach einer weiteren Diät ein paar Wochen später bekam ich plötzlich jeden Abend Panikattacken. Ein halbes Jahr habe ich damit gekämpft und stark gelitten, ohne jemandem davon zu erzählen. Aber langsam habe ich es mit Akzeptanz in den Griff bekommen. Ich habe dann meine Schüchternheit überwunden und mit 21 meine Freundin kennengelernt. Ab da verschwanden die Panikattacken komplett. Danach folgten 12 Jahre mehr oder weiger glücklicher Beziehung. Aber zwischendurch mit 2-3 schweren Krisen. Ich dachte immer sie wäre der Grund wieso die Panikattacken verschwanden. Also traute ich mich nie Schluss zu machen obwohl ich es bereits einmal wollte. Mit 33 (Januar 2019) war ich erneut unzufrieden, hatte wieder stark zugenommen. Bei der Arbeit hatte ich grossen Druck und auch die Freundin wollte eine Familie gründen. Ich war mir nicht sicher aber ich wollte ihr einen Heiratsantrag machen. Ich wollte zunächst mal wieder abnehmen und habe eine Diät angefangen. Nicht fasten, sondern diesmal eine Saftkur. Ich wusste dass ich keine radikalen Diäten machen darf und dachte mir so eine Saftkur würde nicht schaden. Nach genau 5 Tagen Diät überkam mich wieder diese Aura einer Panikattacke. Zwar hatte ich keine richtige Panikattacke, aber immer mehr allgemeine Angstzustände. Mir ging es zusehends schlechter und schlechter. Ab da habe ich angefangen mich über die Psyche zu informieren. Eines Abends hatte ich eine besondere Erfahrung. Auf dem Sofa als ich wieder dachte dass eine Panikattacke kommt war ich so verzweifelt dass ich mich stellen wollte. Ich legte mich ins Bett und entschied mich zum ersten mal die Panikattacke kommen zu lassen. Ich habe die Augen zu gemacht und liess alles zu. Hatte den Kampf aufgegeben. Grosse Angst kam in mir hoch. Ich sah die Panikattacke als einen schwarzen Fleck vor mir, der immer näher und näher kam. Ich hatte grosse Angst und flehte innerlich um Gnade. Habe jedoch alles zugelassen. Als dieser schwarze Fleck fast bei mir war, ging er wie durch mich hindurch und ich merkte plötzlich dass da gar nichts ist. Nichts passierte. Ich lebte noch. Ich fing an zu lachen. Empfand Erleichterung. Mir wurde bewusst dass da gar nichts ist. Trotzdem hatte ich in den folgenden Tagen immer noch diese Angst dass mich das mein ganzes Leben verfolgen könnte. In dieser ganzen Negativität und Leid habe ich meiner Freundin einen Antrag gemacht. Ich fühlte mich aber sehr schlecht dabei. Hatte Albträume und erstmals Depressionen, fühlte mich bodenlos und als ob alles zusammenbrechen würde. Nach 2 Tagen hat sie mich zu Rede gestellt weil sie gemerkt hat dass da etwas nicht stimmt. Ich gestand ein dass ich nicht so weit war und diesen Antrag eigentlich gar nicht wollte. Aber von da an ging es mir komischerweise plötzlich von Tag zu Tag besser. Dadurch fing ich an an der Beziehung zu zweifeln. Ich fing an viel über Spiritualität zu lesen. Eckhart Tolle, Pema Chödrön, Jiddu Krishnamurti usw. Ich fing an auf meine Intuition zu hören. Ich habe viel über das Bewusstsein und über die Gedanken gelernt und konnte es verinnerlichen und verstehen. Habe dann den Job gekündigt. Obwohl ich mir wegen meiner Freundin nicht sicher bin habe ich vor kurzem Schluss gemacht weil ich sonst für immer an ihr zweifeln hätte. Ich muss es einfach ausprobieren ohne sie zu leben. Alleine klar zu kommen. Ausserdem brauche ich nichts und niemanden um zu leben. Habe vieles aufgeräumt. Mir ist nichts mehr wichtig. Ich will nichts, ich brauche nichts, ich will nichts werden und ich habe nicht mehr viel. Ich habe keine Erwartungen mehr ans Leben. Bin zur Ruhe gekommen. Dennoch habe ich das Gefühl etwas nicht abgeschlossen zu haben. Ich weiss dass ich nicht meine Gedanken bin, aber ich habe es noch nicht erfahren können. Ich habe zwar immer wieder Momente der Erkenntnis aber es besteht ein Bedürfnis nach vollständigem Erwachen. Momentan lebe ich in so einer Leere. Weder positiv noch negativ. Ohne Dualität. Ich bin viel in der Natur, lese viel. Aber ich finde nicht die Motivation an dieser Gesellschaft teilzunehmen. Sprich einer geregelten Arbeit zu nachzugehen oder mich selbstständig zu machen was ich früher mal wollte. Oder ein geordnetes Leben zu leben so wie es die Gesellschaft vorgibt usw. Ich hadere sehr mit der Gesellschaft und Menschen machen mir nach wie vor teilweise Angst. Ich versuche viel zu vergeben und das Gute im Menschen zu sehen aber insbesondere wenn mich jemand Fremdes kritisiert empfinde ich Angst nicht genug zu sein für diese Welt. Ich denke dann jedes mal, ach das ist nur dein Ego welches verletzt ist. Ja ich verstehe dass es das Ego ist aber ich möchte es fühlen bzw. erfahren. Ich ertappe mich immer wieder dabei wie ich mit etwas hadere. Dann werde ich mir dieser Gedanken zwar bewusst aber ich erwische mich immer wieder dabei wie ich mich durch Gedanken ablenken lasse. Auch werde ich durch diese Gesellschaft immer wieder in die Unbewusstheit zurückgezogen und komme irgendwie nicht zum Ende. Ich lerne zwar jeden Tag etwas dazu aber ich komme der Wahrheit nur in kleinen Schritten näher. Was nicht schlecht ist, aber ich möchte nichts unversucht lassen vollständig zu sehen was wahr ist.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?

Nichts. Ich nehme es so wie es kommt.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Glueckseligkeit » Thu Jan 16, 2020 11:57 am

Hallo Mattias,

entschuldige bitte die späte Reaktion...
Kurz was Technisches: Wenn Du einen Text zitieren möchtest, markiere ihn und klick auf das Feld "Quote" oberhalb des Schreibfeldes.

Du hast sehr ausführlich über den Hintergrund Deiner Suche geschrieben. Du schreibst:
Ausserdem brauche ich nichts und niemanden um zu leben. Habe vieles aufgeräumt. Mir ist nichts mehr wichtig. Ich will nichts, ich brauche nichts, ich will nichts werden und ich habe nicht mehr viel. Ich habe keine Erwartungen mehr ans Leben. Bin zur Ruhe gekommen. Dennoch habe ich das Gefühl etwas nicht abgeschlossen zu haben. Ich weiss dass ich nicht meine Gedanken bin, aber ich habe es noch nicht erfahren können.

Welche Gefühle erzeugt das in Dir, wenn Du sowas schreibst und denkst?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Thu Jan 16, 2020 3:57 pm

Hallo Glückseligkeit :-)

Es erzeugt eine Sehnsucht nach einer inneren Entfesselung. So könnte man es am besten mit Worten beschreiben. Das Ich identifiziert sich schon seit einigen Monaten nicht mehr mit Gedanken die da hin und wieder auftauchen. Jedoch sucht es immer wieder nach "dem Anderen" welches doch irgendwo da draussen oder drinnen, wie auch immer, sein muss. Was ist es? Und das Ich will dieses Leid welches es letztes Jahr wieder erfahren hat auf keinen Fall wieder erleben. Es hat Angst, dass dieses Leid, dieser Dämon der so brutal und grauenvoll war (damals war es grauenvoll, aus heutiger Sicht ein Segen, ein Privileg), irgendwann im Leben wieder auftaucht und sagt, hallo da bin ich wieder. Ich weiss zwar wenn ich den Körper physisch nicht nochmal so überfordere und mich halbwegs gesund ernähre ist die Wahrscheinlichkeit sehr klein dass das erneut passiert. Ich werde mich dem zwar wieder stellen falls es wieder kommt aber ein Mensch ist doch nicht auf dieser Welt um dermassen grauenvoll zu leiden, oder gehört das einfach dazu? Wahrscheinlich schon. Sonst wäre es ja anders gewesen. Es ist eine Sehnsucht nach der Wahrheit die all diese Zweifel und Angst auflöst. Wenn ich ehrlich bin ist es die Sehnsucht nach einem Aha Moment, welcher mich zufrieden durchs Leben weitergehen lässt. Eigentlich bin ich schon Zufrieden, aber es ist noch ein Gefühl des Mangels da. Ein spiritueller Mangel. Ich habe dem Tod in die Augen geschaut und weiss, dass mir dieses Leid nichts anhaben kann und auch das es wieder vergehen würde falls es nochmals auftaucht. Aber trotzdem ist noch eine Restangst da. Ich brauche eine Befreiung, damit ich mich ins Jetzt stürzen kann. Aber ich weiss auch nicht womit ich weitermachen soll (Jobmässig usw.). Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Das Leben wird früher oder später etwas für mich vorsehen. Da mache ich mir keine Sorgen. Ich bin mir bewusst, dass alles was ich geschrieben habe und was ich folgend schreiben werde nichts als Gedanken sind. Intellektuell weiss ich und glaube auch fest daran dass eben dieses Ich ein fiktives gedankliches Konstrukt ist. Aber ich möchte erfahren wie sich die Wahrheit anfühlt. Oder besser gesagt, das Ich möchte es erfahren. Oder möchte es doch nicht das Ich erfahren sondern "das Andere"?

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Thu Jan 16, 2020 6:03 pm

Hallo Glückseligkeit

Mir ist noch etwas zu deiner Frage eingefallen:
Ich bin bereit alles was ich hatte oder noch habe aufzugeben weil all die Sachen die mir diese oberflächliche (Gedanken)-Welt gezeigt hat nicht die Antworten lieferte nach denen ich suchte. Im Gegenteil, sie verursachte sehr grosses Leid. Das meinte ich mit "Ich brauche und will nichts mehr etc." Ich glaube einfach an nichts mehr was mir diese Gesellschaft permanent weiss machen will. Das was die meisten Menschen antreibt, interessieren mich allesamt nicht mehr. Super Job, Super Gehalt, Familie gründen, Haus kaufen, Teures Auto kaufen, Kinder kriegen, konsumieren, in den Urlaub fahren, und wieder von vorne. Das Hamsterrad dreht sich immer weiter. Ich fühle mich so gwtrennt von diesen Konzepten. Ich erwarte nichts von anderen Menschen, aber in meinem Umfeld gibt es Menschen die Erwartungen an mich haben oder hatten. Von diesen habe ich mich mittlerweile distanziert. Und wenn ich selber schon keine Erwartungen an Andere habe, warum sollte ich dann deren Erwartungen erfüllen? Erwartungen die mir nichts bedeuten? Da muss es doch mehr geben als diese gesellschaftlichen Normen und Konzepte? Ich habe da keine Lust mehr drauf.
Das Problem ist nur ich muss mich in diese Welt wieder eingliedern um an Geld zu kommen, damit ich etwas zu Essen habe usw. denn komplett aussteigen und als Selbstversorger leben wäre jetzt ein wenig zu voreilig. Das Ganze erzeugt ein Gefühl des Verlorenseins und des Nichtwissens was denn nun meine Berufung ist. Etwas was mir Freude bereitet und dieser Welt hilft. Wo ist mein Platz in dieser Welt? Nichts was mir diese genormte Gesellschaft bietet bereitet mir Freude weil das Meiste auf gedanklichen Konzepten beruht und somit nicht real ist. Ich will nicht sagen dass alles und jeder einfach nur scheisse sind. Aber wenn man die Menschheitsgeschichte als Gesamtheit betrachtet, dann hat sie in den vergangenen Jahrhunderten extrem viel Leid verursacht, oder irre mich? Wie kann es sein dass wie es Eckhart Tolle so oft sagt, die Menschheit es geschafft hat in den letzten ca. 100 Jahren, ca 100 Mio. Menschen zu töten? Ich identifiziere mich nicht mit dieser Welt und das erzeugt auch ein Gefühl der Getrenntheit. Natürlich ist nicht alles so negativ. Ich versuche das Gute sehen, aber ehrlich gesagt ich finde in dieser Gesellschaft nicht viel Gutes. Ich frage mich wie kann ich in dieser Gesellschaft leben die so voller Grauen ist? Ich fühle mich verloren in dieser Welt.

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Thu Jan 16, 2020 6:19 pm

Übrigens danke dass du dir die Zeit nimmst. Das ist etwas Positives ;-)

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Thu Jan 16, 2020 6:31 pm

Hallo nochmal

Jetzt hatte ich eine Einsicht und habe mich selber gefragt: Das was du bisher in deinem Leben direkt mit eigenen Augen gesehen hast. War das wirklich alles so negativ? Und ich kam zur Einsicht: Nein, das was ich mit eigenen Augen gesehen habe war meistens sehr positiv. Allein diese gesellschaftlichen Konzepte machen mir ein wenig zu schaffen.

So, jetzt hast du ein wenig Stoff zum "Denken" :-)

Einen lieben Gruss und bis bald.

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Glueckseligkeit » Sun Jan 19, 2020 5:28 pm

Super Job, Super Gehalt, Familie gründen, Haus kaufen, Teures Auto kaufen, Kinder kriegen, konsumieren, in den Urlaub fahren, und wieder von vorne. Das Hamsterrad dreht sich immer weiter. Ich fühle mich so gwtrennt von diesen Konzepten.

Du fühlst Dich so getrennt von diesen Konzepten? Tatsächlich? Wer oder was glaubt zunächst an diese Konzepte um sich dann getrennt von ihnen zu fühlen? Wenn Dir die Konzepte wirklich egal wären, würdest Du sie dann überhaupt ansprechen? Wären sie für Dich dann nicht wie eine Ameise im Urwald von Vancouver Island? Bedeutungslos? Wo passiert be- und verurteilen von Konzepten? Was nimmt tatsächlich die Welt wahr? Was sehen und hören tatsächlich die Sinne?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Sun Jan 19, 2020 6:28 pm

Wenn Dir die Konzepte wirklich egal wären, würdest Du sie dann überhaupt ansprechen?
Wahrscheinlich nicht. Ich habe irgendwie Angst diese Dinge nicht erreichen oder Ihnen nicht gerecht werden zu können. Aber ich weiss gar nicht ob ich mir diese Dinge überhaupt wünsche... Also wieso spreche ich sie überhaupt an? Keine Ahnung.
Wer oder was glaubt zunächst an diese Konzepte um sich dann getrennt von ihnen zu fühlen.
Das Ich, welches von einem Organ (vom Gehirn), welches nicht Ich bin, kreiert und über die Jahre konditioniert wurde. Es meint dieses oder jenes zu müssen oder nicht zu müssen und identifiziert sich mit diesen unechten, fiktiven Beurteilungen und Geschichten. Und auch diese Meinung ist wieder nur eine Geschichte.
Wo passiert be- und verurteilen von Konzepten? Was nimmt tatsächlich die Welt wahr? Was sehen und hören tatsächlich die Sinne?
Es passiert mit Gedanken die kommen und gehen. Und Gedanken sind ja nicht das "Echte". Das Echte ist das was man in diesem Augenblick mit den Sinnen wahrnimmt.

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Glueckseligkeit » Sun Jan 19, 2020 7:25 pm

Ich habe irgendwie Angst diese Dinge nicht erreichen oder Ihnen nicht gerecht werden zu können.

OK, wenn das Ich nur was Antrainiertes ist, ist das Streben dieses Ichs ja eigentlich egal oder? Dann darf dieser Mechanismus ja Angst haben. Was bist Du in diesem Szenario?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Sun Jan 19, 2020 8:03 pm

Was bist Du in diesem Szenario?
Zu sagen Ich wäre der, der die Sinne wahrninmt, wäre ja auch wieder ein Gedanke. Also können die Gedanken nicht das Ich sein da sie ja kommen und gehen. Ich ist ein Wort. Und dieses Wort wurde ebenfalls irgendwann mal durch Gedanken kreiert. Es ist nur ein Wort.

Zu fragen: Ja aber wenn ich nicht die Gedanken sein kann wer oder was bin ich dann?... macht dann keinen Sinn, denn man wird nichts "in sich" finden ausser Gedanken die ja nur Fiktion sind. Und wenn es der nicht Verstand erklären kann dann bleibt auch nichts übrig. Also gibt es kein Ich.

Ich habe die Augen geschlossen und nach dem Ich gesucht und ich habe lange gesucht und nichts gesehen ausser Dunkelheit. Klar, denn wie soll man etwas mit geschlossenen Augen finden? Gedanken kommen zwar, aber das ist auch nicht etwas was man "in sich" finden kann denn es sind ja Gedanken und nicht etwas, dass man wirklich sehen oder ertasten kann. Also nicht echt. Somit gibt es kein Ich.

Aber wenn ich mit offenen Augen nach dem Ich suche, dann ist da ein physischer Körper der evtl. das Ich sein könnte? Denn ich sehe ihn. Ich sehe die Hände (meine Hände oder einfach nur Hände?), die Beine usw. Wenn ich in den Spiegel sehe dann sehe ich "mich"? Oder sehe ich einfach nur ein menschliches Geschöpf?

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Glueckseligkeit » Sun Jan 19, 2020 9:14 pm

Aber wenn ich mit offenen Augen nach dem Ich suche, dann ist da ein physischer Körper der evtl. das Ich sein könnte? Denn ich sehe ihn.

Etwas zu sehen macht es zum "Ich"?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Sun Jan 19, 2020 9:59 pm

Nein aber irgendetwas sucht nach Antworten. Was ist das wo ich im Spiegel sehe dann? Was ist das was man mit Worten als Hände oder Beine etc. bezeichnet dann wenn es nicht "mein" Körper ist?

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Sun Jan 19, 2020 11:33 pm

Es fühlt sich so an: Da ist der Körper und da drüben ist die Welt.

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Glueckseligkeit » Mon Jan 20, 2020 7:34 am

Was ist das was man mit Worten als Hände oder Beine etc. bezeichnet dann wenn es nicht "mein" Körper ist?

Mein Körper ist wie wenn ich sage "mein Rucksack". Es bedeutet nicht, dass "ich" der Körper oder der Rucksack BIN.

Um was geht es Dir tatsächlich? Erwartungen und Ansprüche, die in Deinen Gedanken auftauchen und die es zu erfüllen gilt? Unzufriedenheit wegen Erwartungshaltungen in Deinem Kopf, die Dir ein Weltbild vorgeben, das vielleicht gar nicht wahr ist?

Was wärst Du ohne all diese Erwartungen, Ansrüche und die Vorstellungen darüber, was "Erleuchtung" (u. ä.) ist? Antworte nicht gleich was Dir so in den Kopf kommt. Gehe tiefer auf die Frage ein.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Das wahre Sein erfahren

Postby Mattias » Mon Jan 20, 2020 1:46 pm

Um was geht es Dir tatsächlich? Erwartungen und Ansprüche, die in Deinen Gedanken auftauchen und die es zu erfüllen gilt? Unzufriedenheit wegen Erwartungshaltungen in Deinem Kopf, die Dir ein Weltbild vorgeben, das vielleicht gar nicht wahr ist?
Ehrlich gesagt weiss "Ich" gar nicht was "Ich" will. Und es besteht ein Druck etwas wollen zu müssen. Eine Berufung zu haben. Etwas aus dem Leben zu machen. Einen Job zu finden, der mir Spass macht, der aber auch der Menschheit weiterhilft. Manchmal habe ich auch das Gefühl dass ich ständig vor dem was mir das Leben gibt flüchte, bin aber nicht in der Lage das Gute in diesen Dingen zu sehen, sondern sehe nur Materialismus, Kapitalismus oder gesellschaftliche Konzepte dahinter die eh alle unsere schöne Erde schädigen. Aber ich verstehe, dass das was ich dabei denke, nicht der Wahrheit entspricht denn alles was ich denke ist frei erfunden. Es geht mir darum, nicht mehr besessen zu sein von diesem Verstand der alles zu wissen glaubt aber sehr oft nichts von den Zusammenhängen versteht. Ich werde mir diesen Gedanken immer erst bewusst, nachdem ich die Angst, Wut, Groll usw. bereits in den Körper reingefressen habe anstatt sie zu fühlen und da sein zu lassen.

Was wärst Du ohne all diese Erwartungen, Ansrüche und die Vorstellungen darüber, was "Erleuchtung" (u. ä.) ist?
Frei von allen Konzepten. Übrig bliebe dann nur die reine Präsenz. Das ist zumindest das woran ich intellektuell glaube und auch schon einmal erfahren habe. Da war ich verbunden mit allem was um mich passierte. Alles war so präsentt. Aber dann kommen wieder die Gedanken und alles ist wieder wie es war. Oberflächlich.


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