Es ist an der Zeit...

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Barb
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Re: Es ist an der Zeit...

Postby Barb » Sun Jan 13, 2019 1:17 pm

Gut geschaut bei der Fruchtübung! Ich komme leider heute nicht mehr dazu genau auf deine Antworten einzugehen... Ich melde mich dann morgen wieder.. Versuch du inzwischen die Fruchtübung auf andere Dinge und Gegebenheiten umzulegen und immer wieder zu schauen, was ist jetzt real, und was ist nur Geschichte/Gedankeninhalt..

:)
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netineti46
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Re: Es ist an der Zeit...

Postby netineti46 » Sun Jan 13, 2019 1:26 pm

Danke..bin gespannt auf Deine Antworten....ich üb mal :-)! Schönen Wochenendausklang!

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Barb
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Re: Es ist an der Zeit...

Postby Barb » Mon Jan 14, 2019 12:11 pm

Das Wahrgenommene (Verschwommene)ist irgendwie körperlich zu fühlen. Als Druck im Kopf.
Und dieser Druck erschwert das Aufsteigen von Gedanken. Diese sind dann nicht so klar erkennbar. Die Wahrnehmung davon, scheint etwas anderes zu sein (das ist aber jetzt eher ein Gedanke).
Also Druck im Kopf ist fühlbar, das ist die direkte Erfahrung, und der Rest ist Interpretation. Hast du das so gemeint?
Die Wahrnehmung kann nicht lokalisiert werden.
Genau.. Und das wird auch nie möglich sein, denn dann müsste ja noch eine Wahrnehmung da sein, die die Wahrnehmung wahrnimmt :) Kannst du das sehen?
Es ist eine Bewertung. Also so gesehen auch ein Gedanke. Manche Gedanken erhalten eine höhere Bewertung, scheinen wichtiger als andere. Als würde eine Instanz über den Gedanken stehen. Sie unterscheidet zwischen Blabla-Gedanken und solche die sich auf meine jeweilige Lebenssituation beziehen. Und daher stärker wahrgenommen werden.
Ja so ist es. Identifizierung mit der „persönlichen“ Geschichte verleiht manchen Gedanken eine gewisse Wichtigkeit und Glaubwürdigkeit. Wenn du im Kongo aufgewachsen wärst, wären dann die selben Gedanken da die, die jetzt da sind?
Hmm…könnte eine Geschichte sein. Ist aber gut getarnt . Ich kann niemanden sehen. Nur das Konzept eines Zentrums. Dieses Zentrum scheint aber irgendwie für irgendjemand doch wichtig zu sein.
Könnte die Interpretation „wichtig sein“ vielleicht einfach so da sein, ohne dass es für „jemanden“ wäre?
Hmm…ja das könnte sein. „Irgendjemand“ ist ein Konzept. Nach dem Motto:“es muss was da sein, wo käme das alles sonst her?“
Wie kommst du zu dieser Schlussfolgerung?
Nein, ich kann kein Gehirn finden. Ebenso wenig wie Nieren, es sei denn, sie schmerzen.
Wenn die Nieren schmerzen, sagt der Schmerz dann etwas über „Nieren“ oder ist da einfach nur ein stechen, ziehen, Druck oder ähnliches was als Schmerz interpretiert wird und die Lokalisation des Schmerzes der auf das angelernte Wissen "Nieren" hinweist ?
Es ist angelerntes Wissen. Aber ich kann eben den Druck in diesem Bereich spüren. Und wenn viele Gedanke da sind, wir dieser Druck körperlich spürbar. Im Kopf. Also die direkte Erfahrung lässt mich kein Gehirn finden. Nur Auswirkungen von Aktivitäten (Vieldenkerei.) Diese ist als direkte Erfahrung fühlbar=> merke gerade, dass dieser Zusammenhang aber auch nur eine gedankliche Annahme ist….
Beobachte mal wenn wieder Gedanken da sind deine Gesichtsmuskeln. Die feinen Augenmuskeln um die Augen herum, die Augenbrauen, die Ohren, die Kiefermuskeln, die Stirn... Du wirst bemerken, dass durch Gedanken, speziell diejenigen die sehr ernst genommen werden, die Gesichtsmuskulatur mehr oder weniger stark involviert und angespannt ist. Erzähle mir wie es dir damit geht..
Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Es ist, als würde es „Überall“ stattfinden.
Ja genau.. Wenn du dich darauf komplett einlässt, wie fühlt sich das an?
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Es wurde irgendwann gesagt: Was so aussieht (also die Farbe) nennt man orange. Eine Erinnerung.
Ganz genau :)
Woher kommen alle anderen Gedanken, die heutzutage bei dir auftauchen?
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen?
Da ist nur Sehen.
Während des Sehens ist da nur Sehen. Sehen geschieht für sich selbst. Es ist passiv….wird nicht gemacht. Geschieht einfach.
:)
Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Die Erfahrung geschieht. Gedanken kommen erst nachher und „legen“ sich über die Erfahrung. Machen eine "geformte" Erinnerung daraus.
Wie schon erwähnt, ganz wunderbar geschaut bei dieser Übung..
Wie ist es dir seit gestern ergangen das auf den Alltag umzulegen?


Und gleich heiter weiter:


Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf.

Setze Dich für ein paar Minuten mit geschlossenen Augen hin und stelle fest, was der Verstand tut. Achte nicht so sehr auf den Inhalt, sondern beobachte, wie der Etikettier-Mechanismus funktioniert. Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl taucht auf, und Gedanken etikettieren es. Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.
Dann öffne die Augen und sieh dich langsam um. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest. Gedanken sind einfach das – Etiketten, die auf Dinge, Empfindungen oder Ideen verweisen.

Fahre fort, den Verstand als Etikettiermaschine zu betrachten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen. Erkenne, wie alles automatisch abläuft, und berichte mir, wie es dir damit ergangen ist :)
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netineti46
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Re: Es ist an der Zeit...

Postby netineti46 » Mon Jan 14, 2019 5:49 pm

Genau.. Und das wird auch nie möglich sein, denn dann müsste ja noch eine Wahrnehmung da sein, die die Wahrnehmung wahrnimmt :) Kannst du das sehen?
Ja, die Wahrnehmung ist irgendwie eindimensional…damit meine ich…sie ist nicht höher oder tiefer, oder verschachtelt...sie ist einfach nur….nur die Weite scheint flexibel zu sein.
Wenn du im Kongo aufgewachsen wärst, wären dann dieselben Gedanken da die, die jetzt da sind?
:-) Wohl kaum. Unterschiedliche Lebenssituationen lassen unterschiedliche Gedanken entstehen.
Nach dem Motto:“es muss was da sein, wo käme das alles sonst her?“
Wie kommst du zu dieser Schlussfolgerung?
Gedanken, die der Logik folgen: Logik bedeutet Ursache und Wirkung. Was ist, entsteht und was entsteht hat einen Ursprung. Da ist ja auch die Geschichte vom „ICH“. Die Gedanken entstehen…Der Ursprung der Gedanken bin scheinbar „ICH“. Ebenso mit Gefühlen. Wenngleich nicht greifbar, ist die Geschichte vom „ICH“ eine Geschichte der Logik.=> Aber Logik ist eine Funktion des Denkens.....?Logisch wäre nun zu behaupten, dann wird das ICH gedacht :-).
Wenn die Nieren schmerzen, sagt der Schmerz dann etwas über „Nieren“ oder ist da einfach nur ein stechen, ziehen, Druck oder ähnliches was als Schmerz interpretiert wird und die Lokalisation des Schmerzes der auf das angelernte Wissen "Nieren" hinweist ?
Nein, dem Schmerz wird nur eine Örtlichkeit zugewiesen. Und die Gedanken bewerten anhand einer Erinnerung (angelerntes Wissen) die Herkunft.
Beobachte mal wenn wieder Gedanken da sind deine Gesichtsmuskeln. Die feinen Augenmuskeln um die Augen herum, die Augenbrauen, die Ohren, die Kiefermuskeln, die Stirn... Du wirst bemerken, dass durch Gedanken, speziell diejenigen die sehr ernst genommen werden, die Gesichtsmuskulatur mehr oder weniger stark involviert und angespannt ist. Erzähle mir wie es dir damit geht..
Nun, bei ernsteren oder nicht so angenehmen Gedanken sind Spannungen im Stirn-Augenberiech zu spüren. Entspannung entsteht bei mir angenehmeren Gedanken. (Das heißt, die Gedanken werden bewertet und eingeteilt. In angenehmere und unangenehmere. Daraus entstehen unterschiedliche entsprechende Gefühle). Unangenehmere Gedanken(oder Folgen daraus) lassen stärkere Spannung im Stirn und Augenbereich spürbar werden. Werden angenehmere Folgen(Gefühle) aus Gedanken erlebt, entspannt sich dieser Bereich etwas.
Ja genau.. Wenn du dich darauf komplett einlässt, wie fühlt sich das an?
Das geht heute schwieriger… es ziehen vielerlei Gedanken durch, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen (meine Aufmerksamkeit?)….da ist es schwer mich ganz auf „sehen“, etc. einzulassen. Innere Ablenkung findet statt.
Ganz genau :)
Woher kommen alle anderen Gedanken, die heutzutage bei dir auftauchen?
Es sind Gedanken die sich aus Erinnerungen formen….also die Erinnerungen werden zusammengesetzt, es entstehen Fantasiegedanken…an eine mögliche Zukunft. Oder als Bewertungen des gerade Erlebten anhand Vergleiche mit Erinnerungen…oder Fantasiegedanken die sich aus Erinnerungen (also selbst, erlebtes, erzähltes, gelesenes…etc.)bilden. Es kann nichts „neues“ gedacht werden. Also alle Gedanke sind aus bereits bekanntem gemacht. Neues, für den Verstand unbekanntes kann nicht gedacht werden. Es exisiert schlicht nicht. Kann auch nicht fantasiert werden. Ist nicht möglich.
Wie ist es dir seit gestern ergangen das auf den Alltag umzulegen?
Erfordert viel Achtsamkeit….kann Herausfordernd sein, das zu integrieren ...mehr dazu später :-)

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Barb
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Re: Es ist an der Zeit...

Postby Barb » Tue Jan 15, 2019 1:16 pm

Ja, die Wahrnehmung ist irgendwie eindimensional…damit meine ich…sie ist nicht höher oder tiefer, oder verschachtelt...sie ist einfach nur….nur die Weite scheint flexibel zu sein.
Was ist „die Weite“ von der du schreibst? Kannst du die sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?
Gedanken, die der Logik folgen: Logik bedeutet Ursache und Wirkung. Was ist, entsteht und was entsteht hat einen Ursprung.
Sicher? Ist nicht jede Ursache bereits Wirkung? Wie weit kannst du zurückgehen mit dem Suchen der Ursache?
Da ist ja auch die Geschichte vom „ICH“. Die Gedanken entstehen…Der Ursprung der Gedanken bin scheinbar „ICH“.
Genau, das ist eine Geschichte die dir dein Leben lang erzählt wurde, und da sie jeder glaubt, verstärkt das ihre Wirkung noch. Kannst du dich noch erinnern, als du noch an den Weihnachtsmann oder das Christkind geglaubt hast? War das nicht absolut sicher, dass es das gibt, ohne Frage?
Kleiner Realitätscheck:
Ganz simpel: Tisch, Universität, Weihnachtsmann.
Was davon kann man unmittelbar in der direkten Erfahrung wahrnehmen,
was davon nur in Teilen und
was davon garnicht?
Wozu gehört das “Ich”?
Ebenso mit Gefühlen. Wenngleich nicht greifbar, ist die Geschichte vom „ICH“ eine Geschichte der Logik.=> Aber Logik ist eine Funktion des Denkens.....?.
Ist nicht "Logik" auch nur ein Gedanke, ein Konzept?
Logisch wäre nun zu behaupten, dann wird das ICH gedacht :-)
Ja, nur leider kannst du dir den Weg nicht rausdenken, sondern es geht nur über direkte Erfahrung. Und es hilft nichts zu sehen, dass das „Ich“ nur ein Gedanke ist, solange der Glaube noch da ist, dass Gedanken wahr sind ... :)
Daraus entstehen unterschiedliche entsprechende Gefühle). Unangenehmere Gedanken(oder Folgen daraus) lassen stärkere Spannung im Stirn und Augenbereich spürbar werden. Werden angenehmere Folgen(Gefühle) aus Gedanken erlebt, entspannt sich dieser Bereich etwas.
Könnte es sein, dass aufgrund dieser Spannungen, dieses Drucks im Kopfbereich, der Eindruck entsteht, dass da das „Ich“ ist? So als würdest "du" aus zwei Löchern wie aus einem Zelt nach „draussen“ schauen?
Da diese Empfindungen wahrgenommen werden, kannst du das dann sein? Schau mal nach, von wo aus wird das bemerkt? Wohnt Wahrnehmung/Präsenz an einem bestimmten Ort?
Das geht heute schwieriger… es ziehen vielerlei Gedanken durch, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen (meine Aufmerksamkeit?)….da ist es schwer mich ganz auf „sehen“, etc. einzulassen. Innere Ablenkung findet statt.
Take it easy :) Immer so anstrengungslos und entspannt schauen wie es geht...
Was sieht das alles? Die „innere Ablenkung“ und so? Und ja - gute Frage: „meine Aufmerksamkeit“? Was macht sie zu „deiner“ Aufmerksamkeit?
Es sind Gedanken die sich aus Erinnerungen formen….also die Erinnerungen werden zusammengesetzt, es entstehen Fantasiegedanken…an eine mögliche Zukunft. Oder als Bewertungen des gerade Erlebten anhand Vergleiche mit Erinnerungen…oder Fantasiegedanken die sich aus Erinnerungen (also selbst, erlebtes, erzähltes, gelesenes…etc.)bilden. Es kann nichts „neues“ gedacht werden. Also alle Gedanke sind aus bereits bekanntem gemacht. Neues, für den Verstand unbekanntes kann nicht gedacht werden. Es exisiert schlicht nicht. Kann auch nicht fantasiert werden. Ist nicht möglich.
Woher kommen die Gedanken und Konzepte die mit Erleuchtung, spiritueller Befreiung, dass alles besser ist, wenn man mal erkannt hat wer man ist etc...?

Erfordert viel Achtsamkeit….kann Herausfordernd sein, das zu integrieren ...mehr dazu später
Wie gesagt, ganz entspannt dazugehen, wie es geht.. Immer so nebenbei, wie es in den Sinn kommt, spielerisch, neugierig.. Wie ein Forscher......

:)
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Re: Es ist an der Zeit...

Postby netineti46 » Tue Jan 15, 2019 8:35 pm

Was ist „die Weite“ von der du schreibst? Kannst du die sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?
Nein, kann ich nicht direkt erfahren. Es ist mehr der Punkt, wieviel Raum „meine Aufmerksamkeit“ der Wahrnehmung lässt. Besser gesagt, wie viele Gedanken sich grade über die reine Wahrnehmung legen. Die Weite ist also sozusagen das Sichtfenster….
Sicher? Ist nicht jede Ursache bereits Wirkung? Wie weit kannst du zurückgehen mit dem Suchen der Ursache?
Auf die Gedanken bezogen, ja, da kann ich keine Ursache ausfindige machen. Eine Ursache ist hier ein gedankliches Konzept. „Ich“ kann meine Gedanken nicht direkt zu einer Quelle zurückverfolgen. Scheinbare Ursachen für diverse Gedanke bestehen wieder aus Gedanke, etc….
Ganz simpel: Tisch, Universität, Weihnachtsmann.
Was davon kann man unmittelbar in der direkten Erfahrung wahrnehmen,
was davon nur in Teilen und
was davon garnicht?
Wozu gehört das “Ich”?
Tisch: direkt erfahrbar (sehen, spüren, ev. Riechen)
Universität: nur in Teilen direkt erfahrbar (sehen, fühlen,…)
Weihnachtsmann: nicht erfahrbar
Das ICH ist nicht direkt erfahrbar. In keiner Weise.
Ist nicht "Logik" auch nur ein Gedanke, ein Konzept?
Oh ja, Logik ist ein Gedankliches Konzept. Ein Konzept, das Gedankenketten entstehen lässt. In unserem Alltag ein sehr stark vertretenes Konzept, weil dieses Konzept für unser Alltagsfunktionieren sehr wichtig ist. Wir daher in manchen Bereichen gerne überbewertet. Logik für sich genommen ist nichts, nur eine Funktionsweise für verschachtelte Gedanken.
Ja, nur leider kannst du dir den Weg nicht rausdenken, sondern es geht nur über direkte Erfahrung. Und es hilft nichts zu sehen, dass das „Ich“ nur ein Gedanke ist, solange der Glaube noch da ist, dass Gedanken wahr sind ... :)
Ja, ich weiss, rausdenken hab ich schon öfter probiert :-). Ich merke, dass der Glaube an Gedanken von Ihrer Stärke (oder sagen wir Gedankenlärm) abhängt=> also die Wirkung, die Gedanke hinterlassen. Also je lärmender die Gedanken, umso eher ziehen sie „mich“ mit sich. D.h. umso eher rufen Sie nachfolgende Gedanke auf…die dann „Mein“ Tun beeinflussen. Das ist der Glaube. Und er ist unterschiedlich stark. Sie haben aber auch dann nichts mit der direkten Erfahrung zu tun. Gedanken eben.
Könnte es sein, dass aufgrund dieser Spannungen, dieses Drucks im Kopfbereich, der Eindruck entsteht, dass da das „Ich“ ist? So als würdest "du" aus zwei Löchern wie aus einem Zelt nach „draussen“ schauen?
Da diese Empfindungen wahrgenommen werden, kannst du das dann sein? Schau mal nach, von wo aus wird das bemerkt? Wohnt Wahrnehmung/Präsenz an einem bestimmten Ort?
Also, es ist kein richtiges ICH Gefühl da…es ist eher so: dass sich das Spüren des Druckes verstärkt: UND das wiederum löst Analysegedanken aus….und diese sind stark. Ich sage zwar ICH, das lässt sich aber weder lokalisieren, noch beschreiben. E sind mehr Gedankenaktivitäten, die sich über die direkte Erfahrung (das spüren des Druckes) legen.
Was sieht das alles? Die „innere Ablenkung“ und so? Und ja - gute Frage: „meine Aufmerksamkeit“? Was macht sie zu „deiner“ Aufmerksamkeit?
Weil da noch immer irgendwie die Annahme da ist, es gibt ein Zentrum der Wahrnehmung….ICH genannt. Andererseits ist bei genauer Betrachtung da nichts auffindbar. Daher die Frage. Ich habe festgestellt, dass manches Vertraut erscheint (die Ansicht meines Körpers, Gedankenmuster die sich wiederholen, Objekte in meiner Umgebung). Und dieses Vertraut sein löst ein Gefühl (bzw. Gedanke, Gefühle auslösen – zumindest scheinbar)von Sicherheit und Identität aus. Dieses Vertautsein würde sich als ICH bezeichnen. Auf einer Reise in ein unbekanntes Land, „fühlt sich das „ICH“ daher auch ganz anders an. Freier, luftiger. Die Wahrnehmung dessen, was gerade ist, hat eine höheren Stellenwert für mich...
Woher kommen die Gedanken und Konzepte die mit Erleuchtung, spiritueller Befreiung, dass alles besser ist, wenn man mal erkannt hat wer man ist etc...?
Erinnerungen an Erzählungen, Berichte. das Beobachte spiritueller Lehrer. Sie gaukeln einem als Zukunftsvorstellungen vor, ebenso über den Dingen zustehen, in Frieden zu baden…Erinnerungen (nicht mal eigene) und daraus gemachte Vorstellungen.
Fahre fort, den Verstand als Etikettiermaschine zu betrachten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichte zu erzählen. Erkenne, wie alles automatisch abläuft, und berichte mir, wie es dir damit ergangen ist :)
Teilweise läuft die Etikettierung sehr schnell ab. Das Rot an der Ampel….Form, Örtlichkeit, Farbe…sehr schnell und ohne bewusstes Nachdenken ist die weitere Bedeutung dieses Bildes klar. Es liegen auch sofort die gedanklichen Informationen bereit „was zu tun“ ist. Ads Hören, wenn jemand spricht. Kaum merklich, wie es nur >Töne sind, die sehr schnell in verständliche Worte anhand Erinnerungen zugewiesen werden. Fast nicht bemerkbar. Oder das sehen von Obst auf dem Tisch nach dem Auge öffnen: Form Farbe, Frucht…was damit gemacht werden kann. Es ist nicht nur die Klassifizierung, sondern die Gedanken gehen blitzschnell weiter. Es liegen alle Informationen bereit (Erinnerungen), was damit wie gemacht werden kann. Ein weiterer Gedanke (wobei zwischen Gedanke und tun genaugenommen keine Verbindung erkennbar ist…sie wird gedacht/interpretiert) genügt, und die Frucht wird richtig geschält, zubereitet, verzehrt.
Also die Gedanken kategorisieren nicht nur, sondern stellen anhand von Erinnerungen notwendige Informationen für weitere Interaktionen bereit. Die Frage ist nun, wird eine weitere Interaktion durch Gedanke ausgelöst, oder erscheint das nur so. Wird ev. In der geformten Erinnerung, Das Tun mit dem Gedanken verbunden? Quasi der Gedanke als Ursache als „Befehlshaber“ dargestellt?

Und noch ein Gedanke: Meine Antworten sind zu lange, ich schreibe zu viel ;-)


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