Glück

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jailwhy
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Re: Glück

Postby jailwhy » Sat Dec 22, 2018 10:14 pm

behandeln zurückhält. Und da hatte ich dann letztens einen Grund gefunden und das war sehr hilfreich und auf eine Art befreiend.
Meine Frage ist: Wenn doch die Gedanken über "ich hab den Umgang verdient" auf einer Illusion basieren (Ich), warum ist es dann neben dem Durchschauen der Illusion offensichtlich trotzdem wichtig, diesen Gedanken mit anderen Gedanken zu klären.

Wenn ich dann nachgucke, kann ich trotzdem kein Ich finden. Aber da hätte ich gerne noch eine Einordnung von dir.
1) Gibt es irgendwo in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "Mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Um diese Frage zu beantworten lohnt es sich, systematisch zu untersuchen, was man denn für das Ich hält. Bei mir waren es unter anderem die Gedanken. Bei denen lässt sich bei genauem Hinschauen erkennen, dass die genauso in der Wahrnehmung auftauchen wie alle anderen Wahrnehmungen auch. Auch der Atem oder die Empfindungen im Kopf habe ich für das Ich gehalten. Und auch hier ist kein Unterschied hinsichtlich des Wahrnehmung-Seins zu finden.
Ganz grundsätzlich ist bei genauer Untersuchung ist nichts zu finden, was auf das Wahrgenommene schaut. Alles was da zu finden ist, ist aus Wahrnehmung. Da ist nichts wahrzunehmen, was da außerhalb von der Wahrnehmung seperat von einem Ich existiert.
Es gab auch nie ein Eigenständiges ich. Da ist keine Erinnerung an einen Moment im Leben, wo da irgendetwas anderes zu finden war außer Gedanken und Sinneswahrnehmungen.

___
Soweit erstmal, morgen gehts weiter

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Re: Glück

Postby barb » Sat Dec 22, 2018 11:18 pm

Irgendetwas ist da beim ersten Absatz, wo du eine Einordnung möchtest, verlorengegangen... :)
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Re: Glück

Postby barb » Sat Dec 22, 2018 11:25 pm

Sind Gedanken außerhalb von Wahrnehmung, etwas Getrenntes? Werden die nicht auch wahrgenommen?
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Re: Glück

Postby jailwhy » Sun Dec 23, 2018 12:16 pm

Hast du noch irgendwelche Fragen? Möchtest du noch irgendetwas anschauen?
Ich finde das noch irritierend das psychologische Aspekte, obwohl sie quasi nur in der Denkensebene stattfinden, so eine riesige Auswirkung haben. Obwohl ich weiß dass das auf einer Illusion basiert. Zum beispiel war/ist bei mir Thema: ich bin schuld wenn jemand mich schlecht behandelt. Eine große Hilfe war zu erkennen, was mich von der Wut auf die Leute die mich schlecht

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Re: Glück

Postby barb » Sun Dec 23, 2018 12:53 pm

Ich finde das noch irritierend das psychologische Aspekte, obwohl sie quasi nur in der Denkensebene stattfinden, so eine riesige Auswirkung haben. Obwohl ich weiß dass das auf einer Illusion basiert. Zum beispiel war/ist bei mir Thema: ich bin schuld wenn jemand mich schlecht behandelt. Eine große Hilfe war zu erkennen, was mich von der Wut auf die Leute die mich schlecht behandeln zurückhält. Und da hatte ich dann letztens einen Grund gefunden und das war sehr hilfreich und auf eine Art befreiend. 
Meine Frage ist: Wenn doch die Gedanken über "ich hab den Umgang verdient" auf einer Illusion basieren (Ich), warum ist es dann neben dem Durchschauen der Illusion offensichtlich trotzdem wichtig, diesen Gedanken mit anderen Gedanken zu klären.
Diese psychologischen Muster sind auf jeden Fall nicht zu unterschätzen, oder einfach so unter den Tisch zu kehren. Über Situationen zu reflektieren ist oft eine große Hilfe. Manchmal sind es ja wirklich die eigenen Verhaltensweisen (die natürlich auch das sind, was erscheint), die dazu führen, dass „ andere“ unfreundlich oder so sind. Oft sind sie("die anderen") nur der Spiegel, oft wieder nicht.. Und wenn man das nüchtern betrachtet ist es bestimmt hilfreich. Wenn du dich erinnern kannst an die Übung mit der vorgestellten Orange, da hast du gesehen, welche körperlichen Auswirkungen Gedanken haben können.
Diese Dinge lösen sich nicht über Nacht auf, wenn man gesehen hat, dass das „Ich“ nur eine Einbildung ist. Wie gesagt, das ist erst der erste Schritt, aber dadurch wird dann einiges einfacher.. Auch derlei Untersuchungen..
Wenn gesehen wurde, dass alles, aber auch wirklich alles so geschieht, wie es eben geschieht, dass es keine Schuld und kein „Richtig oder Falsch“ gibt sondern nur das was erscheint, dann ist es auch leichter eigene Verhaltensweisen zu untersuchen, ob die dienlich sind oder nicht.
Und wenn der Verstand einmal seine Position als fantastisches Werkzeug eingenommen hat, das er ja ist, ist er eine absolut große Hilfe um nicht dienliche Gedanken aufzuspüren, zu untersuchen und aufzugeben.
Sobald klar ist, dass die Ich-Illusion durchschaut wurde, kann ich dir gerne ein wunderbares Werkzeug empfehlen um in diese Richtung weiter zu schauen :)

Und die Frage die ich dann noch gestellt habe war bezogen auf deinen letzten Satz:
Da ist keine Erinnerung an einen Moment im Leben, wo da irgendetwas anderes zu finden war außer Gedanken und Sinneswahrnehmungen.
Sind Gedanken außerhalb von Wahrnehmung, etwas Getrenntes? Oder werden die nicht auch einfach wahrgenommen?

Davor hast du sehr klar geschrieben, und da wollte ich nur noch mal nachhaken...
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Re: Glück

Postby jailwhy » Sun Dec 23, 2018 2:34 pm

Sind Gedanken außerhalb von Wahrnehmung, etwas Getrenntes? Oder werden die nicht auch einfach wahrgenommen?
Nein, die sind nichts getrenntes, sondern werden "einfach so" wahrgenommen.

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Re: Glück

Postby barb » Sun Dec 23, 2018 4:22 pm

Nein, die sind nichts getrenntes, sondern werden "einfach so" wahrgenommen
Genau.. :)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Tue Dec 25, 2018 12:22 am

2) Erkläre detailliert, was die Ich-Illusion ist. Wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion ist der oft wiederkehrende Gedanke der besagt, dass das Sein in einem von der Außenwelt getrennten Kern wohnen würde.
Die Aspekte die im Sinne einer Illusion für etwas von der Außenwelt getrenntes gehalten werden, sind für mich in erster Linie immer wieder Gedanken und Entscheidungen. In dem Zusammenhang kommt es mir so vor, dass in z.B. Gedanken und Entscheidungen das Selbst zu finden wäre.
Dadurch, dass Denken und Körperaktionen einfach so geschehen, kommt es mir so vor, als würden diese beiden Vorgänge im Moment getrennt von allem anderen was da ist erscheinen. Als würden sie etwas von der Welt getrenntes repräsentieren oder es verkörpern.

Die Illusion wird dadurch wirkmächtig, dass Gedanken benennen oder einordnen. Gedanken ordnen dieses vermeintliche Selbst den Vorgängen wie z.B. Gedanken und Körperaktionen zu. Das heißt, dass die Illusion erst durch einen Vorgang im Denken ihre Form annimmt. Da muss sich im Denken ein Konzept befinden, was dann auf die Wirklichkeit angewendet wird.

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Re: Glück

Postby barb » Tue Dec 25, 2018 12:04 pm

Die Ich-Illusion ist der oft wiederkehrende Gedanke der besagt, dass das Sein in einem von der Außenwelt getrennten Kern wohnen würde.

Taucht der Gedanke wirklich oft auf? Oder ist es eher so eine unterschwellige nicht überprüfte Annahme?

Die Aspekte die im Sinne einer Illusion für etwas von der Außenwelt getrenntes gehalten werden, sind für mich in erster Linie immer wieder Gedanken und Entscheidungen. In dem Zusammenhang kommt es mir so vor, dass in z.B. Gedanken und Entscheidungen das Selbst zu finden wäre.
Dadurch, dass Denken und Körperaktionen einfach so geschehen, kommt es mir so vor, als würden diese beiden Vorgänge im Moment getrennt von allem anderen was da ist erscheinen. Als würden sie etwas von der Welt getrenntes repräsentieren oder es verkörpern.
Wie und wann zeigt sich dieses „kommt es mir so vor“? Und was und wo ist dieses "mir"?

:)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Wed Dec 26, 2018 5:29 pm

Taucht der Gedanke wirklich oft auf? Oder ist es eher so eine unterschwellige nicht überprüfte Annahme?
Mit stetig wiederaufkehrende Gedanken wollte ich das Wort Annahme auf das was es (vielleicht) ist reduzieren: Gedanken. Nur wirklich aufkehrende Gedanken sind es nicht. Tja was ist es denn nun? Was ist denn eine Annahme? Vielleicht ist ja die Ich-Illusion eher so eine Wahrnehmungsbrille die die Realität verschleiert. (Und gleichzeitig ist ja die Brille in dem Moment wo sie da ist auch Teil der Realität)
Wie und wann zeigt sich dieses „kommt es mir so vor“?
Das zeigt sich, wenn ich in den Gedanken forsche, ob da ein Ich zu finden ist. Es zeigt sich in Form von Annahme/Gedanke.
Da ist kein mir, die Dinge erscheinen im einen Moment so und im anderen so.
3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Bitte berichte aus den letzten Tagen.
Anders ist auf jeden Fall, dass sich Gedanken über "ich bin nur in bestimmten Momenten mit der Welt verbunden" nicht lange halten können. Es ist leichter immer wieder mich von der Annahme zu befreien, dass da ein Ich ist. Dieses Erkennen gibt es immerwieder im Tag. Mal ist es tiefer, mal weniger tief.
Es erscheint jetzt auch immer wieder als klar, dass der Moment nicht anders sein könnte als er ist, das bringt einen Frieden mit sich.
Vorher waren da scheinbar noch so Gedanken, dass ICH nach dem Erwachen der Star der Show bin und irgendwelche Lorbeeren kriege. Das bringt mich jetzt ab und zu zum schmunzeln. Wen interessiert das schon ;)

Vor dem Dialog waren da noch eher "ernstzunehmende Gedanken, dass ich wenn ich zum Beispiel in den Armen einer Geliebten bin wirklich angekommen bin.
Gedanken des Selbstzweifels haben allerdings an Klarheit zugenommen, und sind noch weniger im Hintergrund.
Und zwischendrin auch Resignation, bewirkt durch die übergebliebenen Erwartungen. Denn Gedankenkinos kommen ja immer wieder und wieder.
4) Was hat den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Zu Akzeptieren, dass Wahrnehmen nicht erklärbar ist. Dass der Grund warum da (spezifische) Wahrnehmung ist, nicht zu finden ist. Dazu gehörte auch die Erkenntnis, dass keine "ernstzunehmenden" Erklärungen mehr auftauchen, die die Existenz eines Ichs begründen könnten.
_
Ich habe mir nochmal unsere Behandlung des Themas Gedanken angeguckt. Und trotzdem habe ich manchmal noch hartnäckige Gedanken die sagen, dass sei das Ich was da die Gedanken spricht. Das ist am schwierigsten, wenn ich den Gedanken so folge und sie mitspreche. Dann scheint es so, als ob da ein Denker wäre. Könnten wir das nochmal beleuchten?

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Re: Glück

Postby barb » Thu Dec 27, 2018 12:24 pm

Was ist denn eine Annahme? Vielleicht ist ja die Ich-Illusion eher so eine Wahrnehmungsbrille die die Realität verschleiert. (Und gleichzeitig ist ja die Brille in dem Moment wo sie da ist auch Teil der Realität)
Ja, ich glaub ich weiß schon was du meinst.. Es ist einfach so eine tiefsitzende, festklebende Konditionierung über etliche Jahre eingehämmert, dass da gar keine bewussten Gedanken mehr dazu da sein müssen. Einfach ein Muster, ein Programm... Und ja du hast das gut erkannt, dass in dem Moment wo das da ist, das ja auch Realität ist. Und trotzdem – wie wie du auch schon so oft gesehen hast – ist das auch einfach nur Erfahrung/Erscheinung.
Vor allem, wenn du diese Wahrnehmungsbrille sehen kannst, kannst du sie ja nicht sein, oder?
dass sich Gedanken über "ich bin nur in bestimmten Momenten mit der Welt verbunden" nicht lange halten können
Kann es überhaupt Verbundenheit geben? Müssten da nicht mindestens 2 Erscheinungen da sein, die sich verbinden können? „Ich“ und „Welt“? Gibt es das?
Und zwischendrin auch Resignation, bewirkt durch die übergebliebenen Erwartungen. Denn Gedankenkinos kommen ja immer wieder und wieder.
Resignation ist super :) Ist das nicht eher die Erkenntnis, das Abfinden damit, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden können? Und wenn du dir „Resignation“ näher anschaust, wie ist sie beschaffen? Aus was besteht sie in direkter Erfahrung? Welche Erwartungen sind noch da?

Gedanken können sehr hartnäckig sein, das ist einfach ein Gewohnheitsmuster. So wie du sagst, die kommen immer und immer wieder, weil einfach das, mit dem wir uns beschäftigen bzw. beschäftigt haben, ständig reflektiert wird. Ein Kriegsberichterstatter träumt vermutlich nicht oft von rosa Einhörnern :)

Diese Gedankenketten verschwinden nicht mit dem Durchschauen der Ich-Illusion, so wie sich deine Verdauung, dein Herzschlag oder dein Atemmuster nicht ändert.. Die Gedanken werden dann nur nicht mehr so persönlich genommen wenn gesehen wird, dass die Person, das Ich, nur ein Konzept ist. Und dadurch kann es sein, dass sie immer leiser und weniger werden. Allerdings ist es auch nicht verkehrt konkret damit zu arbeiten, da gibt es etliche Methoden. Und man muss schon weiter den Fokus halten und die Gedanken hinterfragen, so lange, bis es nicht mehr nötig ist..

Schon mal probiert mit dem Kauderwelsch wenn unliebsame Gedanken da sind? Wirkt oft Wunder :) Man kann es auch versuchen es als amüsante Unterhaltung anzusehen, wenn man beobachtet, was da oft so an Gedankenquark auftaucht :)

Ich habe mir nochmal unsere Behandlung des Themas Gedanken angeguckt. Und trotzdem habe ich manchmal noch hartnäckige Gedanken die sagen, dass sei das Ich was da die Gedanken spricht. Das ist am schwierigsten, wenn ich den Gedanken so folge und sie mitspreche. Dann scheint es so, als ob da ein Denker wäre. Könnten wir das nochmal beleuchten?
Wenn du den Gedanken so folgst, ohne dass du jetzt mitsprichst, hören die sich dann nicht auch so an ("innerlich"), als wäre es deine Stimme? (Außer in gedachten Dialogen)
Das „Ich“ ist das dann „dein Mund, deine Stimme, deine körperlichen Bewegungen beim Sprechen oder ganz subtile beim Denken (Mimik, Anspannungen der ganz feinen Augenmuskeln, Ohrmuskeln, Kiefer)?
Was bedeutet es für dich, dieses scheinbare Vorhandensein eines Denkers? Produziert der die Gedanken, oder kontrolliert er sie? Oder ist da einfach ein Selbst-Gefühl, ein Gefühl des lebendig seins? Willst du das weghaben?

Kannst du eine Ort finden, von wo aus die Gedanken auftauchen?

Der Verdauungsapparat verdaut – bist du der Verdauer?
Die Lunge wird beatmet – bist du der Atmer?
Das Herz schlägt – bist du der Schläger?
Das Gehirn denkt – bist du der Denker?
Denke an eine bestimmte Farbe. Weißt du schon bevor der Gedanke auftaucht, welche es ist?
Wenn du wieder das Gefühl hast, da sei ein Denker, bzw. dass du der Denker bist, dann frage dich: Wer oder was sieht das? Von wo aus wird das gesehen?


:)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Fri Dec 28, 2018 12:45 pm

Vor allem, wenn du diese Wahrnehmungsbrille sehen kannst, kannst du sie ja nicht sein, oder?
Das stimmt, die Brille kann ich schonmal nicht sein. Ich kann ja auch nicht der Gedankentext sein. Der ist ja beliebig/austauschbar und außerem genauso wahrnehmbar wie das Radio oder so. Höchtens könnte ich ja der sein, der diese Gedanken produziert. Wenn ich da nachschaue, dann ist da ja wieder niemand zu finden. Mein Verstand gibt sich mit dieser Erkenntnis nur meist nicht zu frieden. Meinst du da gibt es noch was zu forschen oder muss der Verstand da ratlos bleiben?
Kann es überhaupt Verbundenheit geben? Müssten da nicht mindestens 2 Erscheinungen da sein, die sich verbinden können? „Ich“ und „Welt“? Gibt es das?
Stimmt, das hatte ich nicht deutlich genug beschrieben. Auf Basis der von dir erwähnten Feststellungen ist das.
Resignation ist super :)
Habe gemerkt dass ich das Wort falsch benutzt habe. Ich meinte eher Enttäuschung...
Und wenn du dir „Resignation“ näher anschaust, wie ist sie beschaffen? Aus was besteht sie in direkter Erfahrung? Welche Erwartungen sind noch da?
Erwartung ist auch noch dass sich das klare Sehen gleich sehr oft vorhanden ist. Aber das brauch natürlich Zeit...
Schon mal probiert mit dem Kauderwelsch wenn unliebsame Gedanken da sind? Wirkt oft Wunder :) Man kann es auch versuchen es als amüsante Unterhaltung anzusehen, wenn man beobachtet, was da oft so an Gedankenquark auftaucht :)
Mh ja schon ein bisschen, erlaubt auf jeden Fall eine auszeit!

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Re: Glück

Postby barb » Fri Dec 28, 2018 3:48 pm

Komm heute leider nicht mehr zum antworten.. Melde mich morgen wieder :)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Sat Dec 29, 2018 1:21 am

Wenn du den Gedanken so folgst, ohne dass du jetzt mitsprichst, hören die sich dann nicht auch so an ("innerlich"), als wäre es deine Stimme? (Außer in gedachten Dialogen)
Wenn du den Gedanken so folgst, ohne dass du jetzt mitsprichst, hören die sich dann nicht auch so an ("innerlich"), als wäre es deine Stimme? (Außer in gedachten Dialogen)
Das „Ich“ ist das dann „dein Mund, deine Stimme, deine körperlichen Bewegungen beim Sprechen oder ganz subtile beim Denken (Mimik, Anspannungen der ganz feinen Augenmuskeln, Ohrmuskeln, Kiefer)?
Ja stimmt, wenn ich nur auf die Gedanken achte hören die sich so an wie meine Stimme. Und die subtilen Kurort Bewegungen in Mimik usw. tragen dazu bei dass die Gedanken irgendwie realer und authentischer wirken. Ich meine sie wirken dann nicht wie irgendein Radio, sondern als Teil von "mir" weil der Körper als größeres Gefüge Teil von ihnen ist. Mh, und bin ich jetzt in dem zu finden worin sich die Gedanken ausdrücken? - Wenn ich den Verstand beiseite lege und nur nachspühre ist das wieder alles nur Wahrnehmung. Immer noch wieder Gedanken die sich an diesen Entscheidungen aufhängen aber, aber die Untersuchung war hilfreich.
Kannst du eine Ort finden, von wo aus die Gedanken auftauchen?
Nein. Ich kriege sie erst mit wenn sie da sind. Und das ist ja bei Entscheidungen genau so! Das ist wirklich verrückt. Wie soll der Verstand da draus schlau werden!
Was bedeutet es für dich, dieses scheinbare Vorhandensein eines Denkers? Produziert der die Gedanken, oder kontrolliert er sie? Oder ist da einfach ein Selbst-Gefühl, ein Gefühl des lebendig seins? Willst du das weghaben?
Das löst Frustration und das Gefühl von festgefahren sein aus. Wenn ich nach gucken will ob da ein Ich ist und nur in die direkte Erfahrung schaue ist es aber übrigens viel einfacher und schnell erkennbar, dass da nichts erkennbar ist.
Da ist eher der Gedanke dass da ein Denker ist, der die Gedanken produziert. Und ja, da sind gedanken die das weghaben wollen.
Kannst du eine Ort finden, von wo aus die Gedanken auftauchen?
Nein, eindeutig nicht.
Der Verdauungsapparat verdaut – bist du der Verdauer?
Die Lunge wird beatmet – bist du der Atmer?
Das Herz schlägt – bist du der Schläger?
Das Gehirn denkt – bist du der Denker?
Ich bin nicht der Verdauer oder der Schläger. Atem und Denken ist schon schwieriger. Atem nehme ich ja schon als Aktion war. Nur wenn ich mich mal zum Atmen entscheide bin ich ja nicht die Entscheidung, die taucht ja einfach auf. Und wenn der Atem nachts sein Ding macht, bin ich sowieso nicht der Atmer.
Hm wenn da niemand zu finden ist der denkt und ich die Gedanken einfach nur höre bin ich auf jeden Fall nicht die Gedanken. Und da ist kein Denker wahrnehmbar. Soweit erstmal.
Denke an eine bestimmte Farbe. Weißt du schon bevor der Gedanke auftaucht, welche es ist?
Nein!
Wenn du wieder das Gefühl hast, da sei ein Denker, bzw. dass du der Denker bist, dann frage dich: Wer oder was sieht das? Von wo aus wird das gesehen?
Das sieht niemand, das ist einfach wahrnehmbar. Von nirgendwo ist das sichtbar.

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Re: Glück

Postby barb » Sat Dec 29, 2018 1:01 pm

Mein Verstand gibt sich mit dieser Erkenntnis nur meist nicht zu frieden. Meinst du da gibt es noch was zu forschen oder muss der Verstand da ratlos bleiben?
Ist nicht „Unzufriedenheit“ ein anderer Name für den Verstand? :) Der Verstand wird es nie verstehen, das muss er auch nicht. Es ist nur so, dass Erkenntnis, die verstandesmäßig geschieht nichts bringt auf Dauer (in Bezug auf unsere Untersuchung). Nur Erfahrung, wirkliches, direktes Erleben führt zum und durchs torlose Tor. Und nur durch wiederholtes, direktes, ernsthaftes Schauen kann der Verstand mal einsehen, dass das nicht seine Baustelle ist :)

Wie gesagt: Raus aus dem Denken, rein in die Erfahrung! Glaub den Gedanken kein Wort! Betrachte sie so, wie du einen nächtlichen Traum betrachtest; den nimmst du auch nicht ernst, oder? Glaubst du unter Tag spielt sich im Gehirn auf der Gedankenebene (Wörter und Bilder) viel was anderes ab als in der Nacht? Wenn du im Traum ein Selbstbild hast, bist du dann dieser Agierende im Traum? Oder wird das einfach nur wahrgenommen? Wenn im „Wachbewusstsein“ Gedanken, Tagträume (nichts anderes sind ja die Gedankenkarusselle an eine bessere Zukunft) ein Selbstbild auftaucht, dass dann, wenn das und das erreicht, erkannt oder was auch immer wurde, für immer glücklich sein wird, bist du dann dieses Bild von dir selbst? Oder wird das wahrgenommen?
Auf Basis der von dir erwähnten Feststellungen ist das.
Feststellungen helfen einen feuchten Kehricht :) Wie ist deine Erfahrung dazu?
Resignation ist super :)
Habe gemerkt dass ich das Wort falsch benutzt habe. Ich meinte eher Enttäuschung...
Noch besser :)) Ent-täuschung = das Ende der Täuschung!
Erwartung ist auch noch dass sich das klare Sehen gleich sehr oft vorhanden ist. Aber das brauch natürlich Zeit...
Ja natürlich, immer wieder hinschauen.. Nimm da die unliebsamen Gefühle als Wegweiser. Jedesmal wenn Unzufriedenheit, Resignation, Enttäuschung usw. auftaucht, hinterfrage, schau nach.. Wo kommt das her, wem gehört das usw...
Mh, und bin ich jetzt in dem zu finden worin sich die Gedanken ausdrücken? - Wenn ich den Verstand beiseite lege und nur nachspühre ist das wieder alles nur Wahrnehmung.
Wie kann das was sucht, je gefunden werden? Dann müsste ja noch eine Instanz da sein, die den Suchenden wahrnimmt, oder? Glaubst du dass „Du“ auffindbar bist? Was würde das dann wahrnehmen? Wenn da immer und immer wieder nur gesehen wird, dass da nur Wahrnehmung ist, was bist „Du“ dann? Und kann Wahrnehmung selbst wahrgenommen werden, oder nur als Erfahrung?
Nein. Ich kriege sie erst mit wenn sie da sind. Und das ist ja bei Entscheidungen genau so! Das ist wirklich verrückt. Wie soll der Verstand da draus schlau werden!
Niemals! Soll er das denn? Und wenn ja, wen kümmert das?
Das löst Frustration und das Gefühl von festgefahren sein aus. Wenn ich nach gucken will ob da ein Ich ist und nur in die direkte Erfahrung schaue ist es aber übrigens viel einfacher und schnell erkennbar, dass da nichts erkennbar ist.
Da ist eher der Gedanke dass da ein Denker ist, der die Gedanken produziert. Und ja, da sind gedanken die das weghaben wollen.
Es ist nicht nur viel einfacher, dieses direkte Nachschauen, es ist das einzig wichtige, alles andere ist Mindfuck!
Das sieht niemand, das ist einfach wahrnehmbar. Von nirgendwo ist das sichtbar
Absolut mysteriös nicht wahr? :))


Ich hab hier noch eine tolle Übung für dich:

Stell dich vor einen größeren Spiegel.

1. Schließe zuerst die Augen und fühle die Empfindungen, die als "Körper" bezeichnet werden.
2. Dann öffne die Augen und schaue in den Spiegel, während du immer noch auf die Empfindungen achtest.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen und dem Bild im Spiegel? Oder nur Gedanken (und/oder mentale Bilder) die das vorschlagen?

3. Während du immer noch auf die Empfindungen achtest, bewege eine Hand und beobachte die Bewegungen im Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen der gefühlten Empfindung ( als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der Bewegung im Spiegel?

4. Nun mach die gleiche Bewegung mit der Hand, aber diesmal schaue direkt auf die Hand, nicht in den Spiegel.


Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen (als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der "Bewegung"? Oder nur Gedanken deuten darauf hin?

5. Nun achte nur auf das Bild im Spiegel.

Sagt das Bild für sich allein aus, dass es "Du" oder "dein Körper" ist?

Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein "Körper" ist?

Oder gibt es nur Farben und Formen?

6. Wo der Spiegel endet, können einige Teile des Körpers (wahrscheinlich Beine oder Füße) nicht gesehen werden.

Nur durch das Bild im Spiegel, gibt es irgendein "Wissen" , dass es Beine/Füße geben muss oder nur Gedanken und mentale Bilder, die das vorschlagen?


7. Nun dreh dich weg vom Spiegel und schau nach vorn (schau nicht direkt auf Körperteile).

Gibt es irgendwo einen "Körper" wenn alle Gedanken und Bilder ignoriert werden oder gibt es nur Empfindungen?


8. Beginne langsam zu gehen
.
Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?

Gibt es überhaupt eine Erfahrung des "Gehens" ? Oder nur GEDANKEN über "Gehen"?

Kann sowas wie "Körper" gefunden werden oder nur Gedanken über einen "Körper"?

Kann so etwas wie "Gehen" gefunden werden?

9. Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert , (wie durch den Raum gehen) , ODER gibt es nur ein Bild, das mit "Raum" beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?

Bin schon neugierig wie es dir damit geht :)
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