Was macht das für einen Unterschied?

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Jadzia
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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Thu May 17, 2018 6:29 am

Sehr schön, man merkt du schaust ganz genau hin.
Alles zur Rückseite sind nichts als Gedanken, die eine Lücke füllen.
Und ja, Apfel kann nicht erfahren werden und eigentlich sieht man nur Farben.

Lass uns noch mal einen weiteren Blick auf Label/Etiketten werfen:
Wir nutzen Etikette für Aspekte in der direkten Erfahrung. Die ‚Dinge‘ auf die sie sich beziehen sind real, aber die Label selber beziehen sich auf eine Sammlung von Sachen und nicht auf eine echte Entität, richtig?

Das Wort ‚Universität‘, worauf bezieht sich das Etikett? Gibt es im echten Leben eine ‚Universität‘? Es gibt Gebäude, Studenten, Bücher, Auditorien, Professoren, ist irgendetwas oder irgendjemand davon ‚Universität‘? Oder ist das nur ein Wort das wir für Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Jetzt schau dir mal das Wort ‘mich’ an. Worauf bezieht sich dieses Label? Gibt es sowas wie das ‚mich‘ im echten Leben? Da gibt es Gedanken, Gefühle, körperliche Wahrnehmungen, Gehörte Geräusche, Gesehenes – ist irgendwas davon ein ‚mich‘? Oder ist das nur ein Wort das wir für Kommunikation benutzen um uns miteinander zu verständigen?

Es scheint sehr einfach und nützlich zu sein Etiketten für eine Sammlung von Dingen zu benutzen, aber ist es immer so harmlos?

Hier ist eine Übung, die dir helfen kann das rauszufinden – sie dauert 10 Minuten und du brauchst Papier und Schreibzeug.

Schreibe die ersten fünf Minuten alles auf was du erlebst und zwar mit ‚Ich‘:
Ich sitze hier.
Ich sehe aus dem Fenster.
Ich höre ein Auto.

Reines Beschreiben, bleib dabei und achte gleichzeitig auf körperliche Wahrnehmungen.

Die nächsten fünf Minuten mach das Gleiche nur ohne das Wort ‘Ich’ zu benutzen:
Sitze hier.
Sehe aus dem Fenster.
Höre Auto.

Und wieder achte auf den Körper.

Danach vergleiche beide Male:
1. Fühlt sich das eine wahrer und als das andere und wenn ja, welches?
2. Ohne Etiketten, was ist hier?
3. Beeinflussen Etiketten die Erfahrung oder beschreiben sie sie nur?
4. Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
5. Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 10:22 am

Hallo Jadzia,
Die auf „Ich“ bezogenen Äußerungen fühlen sich aktiver und spannender an, irgendwie aufregender und aktiver, vermutlich, weil ich mich zu dieser Tätigkeit aufgefordert oder angeregt fühle.
Die Äußerungen ohne „Ich“ fühlen sich steriler an und nicht so spannend. Allerdings auch allgemeingültig und damit eher wie eine Feststellung.
Wenn ich das so beurteilen soll, finde ich die Äußerungen ohne „Ich“ wahrer , weil ich fühle, dass es eher eine Feststellung ist, als eine Aufforderung…

Wie meinst Du bei 2. „hier“?
Was jetzt gerade da ist oder „Was bedeutet das Wort hier für Dich“? Oder bei der Übung?

Etiketten beeinflussen die Erfahrung entscheidend! Weil sie aus den Erinnerungen kreiert werden, die ja bereits gewertet und z.B. als positiv oder negativ im Gedächtnis abgelegt wurden. Aber sie beschreiben natürlich auch; nur meine ich, dass sie eigentlich nie neutral beschreiben.

Bis Bald Dr.M.

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 10:26 am

"Hier" ist ohne Gedankeninhalt nur eine Buchstabenkombination ohne geografische oder wie auch anders geartete Information. So wie Liebe, Gerechtigkeit, Haus, Baum oder eben Universität. In Einzelteilen könnte Hier vielleicht empfunden werden, aber als Oberbegriff macht das natürlich nur Sinn, wenn man die Einzelteile verbindet...Vielleicht...

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Thu May 17, 2018 11:22 am

Die auf „Ich“ bezogenen Äußerungen fühlen sich aktiver und spannender an, irgendwie aufregender und aktiver, vermutlich, weil ich mich zu dieser Tätigkeit aufgefordert oder angeregt fühle.
Wenn wir genauer gucken ist Ich ist eine Kombination aus drei Buchstaben, die in erstaunlich vielen anderen Wörtern auch vorkommt.
Macht die drei Buchstaben in dem Wort fröhlich ein aktiver und spannenderes ‚Gefühl‘?
Können drei Buchstaben eine Aussage aktiver und spannender machen?
Können Buchstaben überhaupt was machen?
Was stellt den Ich-Bezug her?

„…fühlen sich aktiver und spannender an, irgendwie aufregender und aktiver…“
Handelt es sich hier überhaupt um ein Gefühl?
Ist hinter dem Satz ein Gefühl/etwas Erfahrbares oder ist da ein Gedanke der „…fühlen sich aktiver und spannender an, irgendwie aufregender und aktiver…“ als Inhalt hat?
Was ist überhaupt ein Gefühl in DE?

Wie meinst Du bei 2. „hier“?
Was jetzt gerade da ist
Genau das. Ohne Etiketten was ist dann vorhanden, DE?
Etiketten beeinflussen die Erfahrung entscheidend! Weil sie aus den Erinnerungen kreiert werden, die ja bereits gewertet und z.B. als positiv oder negativ im Gedächtnis abgelegt wurden. Aber sie beschreiben natürlich auch; nur meine ich, dass sie eigentlich nie neutral beschreiben.
Immer wenn du dabei bist eine Definition zu verfassen hast du das direkte Schauen verlassen und bist in einer Gedankengeschichte gelandet.
Beeinflussen Etiketten die Erfahrung überhaupt?
Kann ein Etikett aktiv etwas tuen oder ist es, siehe oben, nur ein Wort, dem ein Gedanke eine ‚Bedeutung zuordnet‘ ?
Kannst du ein Etikett in DE finden – irgendwo?


Wie gehts dir hiermit:
Afugrnud enier Stidue an der elingshccen Uävirestint Cmabrdige ist es eagl, in wlehcer Riehnefgoe die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen. Das eniizg Wcihitge ist, dsas der estre und der lzette Bsthucabe am rcihhgiten Paltz snid. Den Rset knan man dnan onhe Polbrmee lseen. Das ghet dseahlb, weil das mnehhcschile Greihn nhcit jdeen Bschutbean ezleinn liset, srodnen das Wrot als Gnaezs.“
Wie wichtig ist ein Wort?
Wer oder was 'gibt' einem Wort die Wichtigkeit?


Bitte beantworte alle Fragen individuell.

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 12:10 pm

Hallo Jadzia,

Buchstaben können eine Aussage nur über den Umweg des Denkens aktiver und spannender machen.

Wenn ich die Buchstaben zu Aussagen verknüpfe, können diese Sachverhalte im Gehirn Erinnerungen hervorrufen, die positiv oder negativ belegt sind und dann entsprechende Gefühle hervorrufen. Mir ist vorher gar nicht aufgefallen, dass in „fröhlich“ „ich“ steckte. Neurolinguistisch und unbewusst kann es sein, dass etwas ausgelöst wird. In „misslich“ steckt auch „ich“ allerdings wird dieses Wort von mir aufgrund meiner Konditionierung als unangenehm empfunden. Man kann Menschen ja auch beibringen das Wort „Hass“ als befreiend zu empfinden…

Aber unter der Voraussetzung der DE sind Buchstaben natürlich wie der Apfel: Dinge zum ansehen, die keine ihnen innewohnende Aussage haben. Als ich die „Ich“ Sachen aufgeschrieben habe, habe ich natürlich auch dabei gedacht, und das hat die entsprechenden Gefühle hervorgerufen. Wenn ich blablabla aufschreibe, passiert innerlich bei mir nichts.

Der Ich-Bezug wird dadurch hergestellt, dass dieses Wort eine Signalwirkung auf mich hat. Wenn ich in Äußerungen „ich“ verwende denkt mein Gehirn, es hätte was mit dem Körper zu tun, der diese Äußerung kreiert (denkt, aufschreibt etc.).

Ein Gefühl ist für mich eine körperliche Empfindung (wie kribbeln, Schmerz usw.), welche automatisch mit Denkinhalten verknüpft wird so, dass der eigentliche körperliche Reiz mit Erinnerungen zusammen, zum denkenden Abwägen führt. Ein Gefühl im DE, glaube ich, gibt es nicht. Ein Gefühl entsteht aus o.g. Verknüpfung. Sonst ist das nur ein Reiz (der dann noch interpretiert wird).

Wenn man reine Erfahrung übt, kann es kein Etikett, Gefühl, oder irgendein Hauptwort geben.

„Hier“ und „Jetzt“ kann man nicht erfahren. Man bastelt sich das zu einer Definition mittels Gedankeninhalten zusammen.

ch fnd dsn Stz ntrssnt, wl ds sgr hn vkl ght!

Ich glaube, dass ein gesprochenes Wort „wahrer“ ist, weil es mit Körpersprache unterlegt wird. Da kann man mehr interpretieren. Allerdings ist das gesprochene Wort in der DE nur ein Geräusch-Reiz wie der Vogel im o.g. Beispiel. Und das geschriebene, ein Netzhaut-Reiz wie der Apfel. Es sagt nichts von sich aus aus. Deshalb sage ich mal, es ist eigentlich unwichtig. Angesichts unserer Korrespondenz ist ein Wort aber ziemlich wichtig, weil es mich ja auch zum Erfahren der DE führt…

Vielen Dank

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 12:35 pm

Ich weiß schon seit langem, dass die abstrakten Begriffe wie: Liebe, Glück, Wahrheit etc. niemals konkret oder "wahr" sein können. Weil sie komplett von individuellen Denkinhalten, Konditionierung und vielen weiteren Faktoren abhängen.

Dass dies aber auch auf so vermeintliche Fakten wie Apfel, ich, sitzen oder Fakten zutrifft. Erkenne ich erst jetzt ganz klar. Da ist ungeheuerlich wenig Substanz in allem was ich erlebe (!). Das was tatsächlich von den Sinnesorganen aufgenommen wird ist ja wohl so wenig im Vorhinein definiert, dass einem richtig mulmig wird.

Vielen Dank dafür (Was immer das auch ist). DrM

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Thu May 17, 2018 12:59 pm

Würdest du bitte die blauen Fragen einzeln, eine nach dem anderen beantworten? Das erleichtert mir das Lesen und sortieren ungemein.
Mach das bitte jetzt
und
Hier geht es nur um direkte Erfahrung nicht um ÜBER etwas nachdenken. Nur das, alles andere ist recht interessant interessiert uns hier aber nicht.
Die Faustregel ist, alles was nicht in DE zu finden ist, ist ein Gedanke.

Kurz noch zum Nachdenken:
Wo in DE findest du das Gehirn?
Wo Konditionierungen, kannst du irgendwo eine Verknüpfung finden?
Schau mal kurz nach!

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 1:35 pm

Macht die drei Buchstaben in dem Wort fröhlich ein aktiver und spannenderes ‚Gefühl‘?

Nein, macht es nicht. Dort sind es nur Buchstaben ohne, dass ich gesondert über diese drei nachdenke. Ich bemerke den Zusammenhang dieser drei beim Lesen nicht.

Können drei Buchstaben eine Aussage aktiver und spannender machen?

Nein, kein Buchstabe kann das aus sich heraus.

Können Buchstaben überhaupt was machen?

Nein, Buchstaben können nichts aus sich heraus machen. Im DE sind sie lediglich Seh-wahrnehmungen ohne Inhalt.

Was stellt den Ich-Bezug her?

Das Etikettieren und nachdenken.

Handelt es sich hier überhaupt um ein Gefühl?

Ja, es handelt sich um ein Gefühl. Ein Gefühl ist allerdings nicht direkt wahrnehmbar. (Oder es sind Weiterführungen von Gefühlen. Finden jedenfalls bei DE nicht statt.

Ist hinter dem Satz ein Gefühl/etwas Erfahrbares oder ist da ein Gedanke der „…fühlen sich aktiver und spannender an, irgendwie aufregender und aktiver…“ als Inhalt hat?

Ein Gedanke der all diese Formulierungen erzeugt, aber nichts wird DE…

Was ist überhaupt ein Gefühl in DE?

Ein Gefühl kann nicht erfahren werden es wird aus Reizen interpretiert.

Beeinflussen Etiketten die Erfahrung überhaupt?

Nur wenn man sie lässt. Ignoriert man Gedanken, haben sie keinen Einfluss auf die Wahrnehmung. Normalerweise werden Erfahrungen automatisch etikettiert und dann hat man mehr oder weniger eine Meinung.

Kann ein Etikett aktiv etwas tun oder ist es, siehe oben, nur ein Wort, dem ein Gedanke eine ‚Bedeutung zuordnet‘ ?

Ein Etikett ist nicht aktiv, es wird vom Denken automatisch draufgeklebt. Wenn ich „Etikett“ direkt Erfahren möchte geht das nicht. Weil es kein Gedanken-Ding, sondern Gedanken-Inhalt ist. Es ist kein Wort sondern eine Meinung.

Kannst du ein Etikett in DE finden – irgendwo?

Nirgendwo.

Wie wichtig ist ein Wort?

Als Sehendes-zur-Kenntnis-nehmen unwichtig, erst in der Interpretation etc. wird es „wichtig“.

Wer oder was 'gibt' einem Wort die Wichtigkeit?

Die Interpretation. Das Etikett. Die Erinnerung in Bezug auf diese Buchstabenfolge. Chinesische Zeichen sind sonst für mich das gleiche wie heruntergefallene Weidenblätter oder das Muster eines Maschendrahtzaunes.

Wo in DE findest du das Gehirn?

Nirgendwo, wie das mit den Zehen.

Wo Konditionierungen, kannst du irgendwo eine Verknüpfung finden?

Nein, isolierte Gedanken folgen einander und wurden schon vorher an den nachfolgenden angepasst (vermutlich). Direkt erfahren kann ich nur, dass Gedanken nacheinander da sind - wie Luftblasen im Wasser.

Vielen Dank, DrM

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Thu May 17, 2018 2:20 pm

Lieber DrM - wunderbar, vielen Dank!
Es gibt auch noch eine Zitierfunktion. ;-)
Können Buchstaben überhaupt was machen?
Nein, Buchstaben können nichts aus sich heraus machen. Im DE sind sie lediglich Seh-wahrnehmungen ohne Inhalt.
Buchstaben = Farbe, genau. Der Rest = Gedanke
Was stellt den Ich-Bezug her?
Das Etikettieren und nachdenken.
Was ist Etikettieren in DE? Ein Gedanke.
Was ist Nachdenken in DE? Gibt’s das?
Oder sind da Gedanken, wie „so wird es genannt“ und „Dieser Gedanke folgt auf den und klar, das ist Nachdenken“?
„…fühlen sich aktiver und spannender an, irgendwie aufregender und aktiver…“
Handelt es sich hier überhaupt um ein Gefühl?

Ja, es handelt sich um ein Gefühl. Ein Gefühl ist allerdings nicht direkt wahrnehmbar. (Oder es sind Weiterführungen von Gefühlen. Finden jedenfalls bei DE nicht statt.
Sehr schön, ein Gefühl ist in DE nicht wahrnehmbar. Gefühl = körperliche Wahrnehmung + Gedanke (Etikett)
Oft wird das label „fühlen“ benutzt ohne dass eine körperliche Wahrnehmung vorhanden ist. Es ist interessant, nicht jedes Label passt.
Beeinflussen Etiketten die Erfahrung überhaupt?
Nur wenn man sie lässt. Ignoriert man Gedanken, haben sie keinen Einfluss auf die Wahrnehmung. Normalerweise werden Erfahrungen automatisch etikettiert und dann hat man mehr oder weniger eine Meinung.
Könnte das ein Gedanke sein – „Etiketten beeinflussen die Erfahrung“?
Ein Etikett ist nicht aktiv, es wird vom Denken automatisch draufgeklebt. Wenn ich „Etikett“ direkt Erfahren möchte geht das nicht. Weil es kein Gedanken-Ding, sondern Gedanken-Inhalt ist. Es ist kein Wort sondern eine Meinung.
Sehr schön. Gedanken labeln automatisch – eine einzige Etikettiermaschine…..
Nur so zum Spaß:
Was ist Meinung in DE?
Wie wichtig ist ein Wort?
Als Sehendes-zur-Kenntnis-nehmen unwichtig, erst in der Interpretation etc. wird es „wichtig“.
Was gibt Auskunft dass etwas wichtig ist? Ein Gedanke oder?
Wo Konditionierungen, kannst du irgendwo eine Verknüpfung finden?
Nein, isolierte Gedanken folgen einander und wurden schon vorher an den nachfolgenden angepasst (vermutlich). Direkt erfahren kann ich nur, dass Gedanken nacheinander da sind - wie Luftblasen im Wasser.
Sehr schön beobachtet.
Kann ein Gedanke an den nachfolgenden angepasst werden? Das würde bedeuten, dass ein Gedanke von dem anderen weiß – ist das so?

Höchste Zeit mal die Gedanken zu beobachten:
Bitte beobachte auf eine freundliche Art und Weise deine Gedanken. Lass sie einfach laufen, schau zu, wie sie kommen und gehen ohne zu Werten oder zu Gewichten. Nur zu schaun und nicht in die Geschichten hineinziehen lassen. Du kannst das machen in dem du dich entspannt hinsetzt oder während einfacher Tätigkeiten, wie zB Abwaschen.

Bitte beantworte jede Frage einzeln.

Woher kommen Gedanken und wohin gehen sie?
Kennst du deinen nächsten Gedanken?
Kann ein Gedanke weggeschoben oder nicht gedacht werden?
Sind Gedanken in Kontakt mit den anderen Sinneserfahrungen – so wie sehen oder hören – oder sind sie komplett voneinander getrennt?

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Thu May 17, 2018 2:30 pm

Dass dies aber auch auf so vermeintliche Fakten wie Apfel, ich, sitzen oder Fakten zutrifft. Erkenne ich erst jetzt ganz klar. Da ist ungeheuerlich wenig Substanz in allem was ich erlebe (!). Das was tatsächlich von den Sinnesorganen aufgenommen wird ist ja wohl so wenig im Vorhinein definiert, dass einem richtig mulmig wird.
Erleben ist einfach Erleben und weshalb braucht es Substanz....
Das mit dem mulmig geht weg, es ist am Anfang nicht einfach zu erkennen, wieviel nur Interpretation, Vorgekautes ist.

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 2:54 pm

Hallo Jadzia
Kann ein Gedanke an den nachfolgenden angepasst werden? Das würde bedeuten, dass ein Gedanke von dem anderen weiß – ist das so?
Anscheinend - das kann ich niemals erfahren. Es erscheint mir nur so, dass ein Gedanke einfach da ist, sich aufdrängt. Und der nachfolgende gedanke bezug nimmt auf den vorhergehenden. Weil die jeweiligen Gedankeninhalte als Kausalkette erscheinen. In der DE erfahre ich nur, dass ein Gedanke da ist, aber nicht welchen Inhalt er hat (das ist echt bemerkenswert)!
Woher kommen Gedanken und wohin gehen sie?
Das ist Unbeantwortbar für mich: Es ist einfach einer da - und wieder weg. Wenn ich ihn beobachte ist das auch nur ein Gedanke.

Code: Select all

[quote]Kennst du deinen nächsten Gedanken?[/quote]
Nein nur manchmal ist da ein Gedanke, danach einer der sich auf den vorhergehenden bezieht. Falls ich den Eindruck hätte, ich wüsste, was für einer jetzt kommt, ist das auch einer aus der Vergangenheit. ABER ich habe mit alldem nichts zu tun, außer, dass sie irgendwie da sind, also beobachtet werden. Doch das Beobachten ist ja auch nur ein Gedanke - oder?
Kann ein Gedanke weggeschoben oder nicht gedacht werden?


Ich weiß nicht wie, aber ein Gedanke kann den anderen ersetzen/wegschieben, es scheint so als hätte ich darauf Einfluss, aber der Gedanke: "Jetzt denke ich an etwas anderes" wird auch nicht willentlich erzeugt, sondern taucht einfach auf!
Wenn ich der Meinung wäre, einen Gedanken nicht zu denken habe ich ihn ja bereits gedacht => paradox. Denk mal nicht an einen rosa Elefanten...
Sind Gedanken in Kontakt mit den anderen Sinneserfahrungen – so wie sehen oder hören – oder sind sie komplett voneinander getrennt?
Gedankeninhalte sind anderer Natur als die Sinneserfahrungen. Gedanken selbst sind Erfahrungen. Die Verbindung zwischen Gedanken und anderen Sinneserfahrungen sind mir unbegreiflich. Ich kann nicht erfahren ob sie in Kontakt sind. Es scheint zwar so, aber Hören und Sehen sind auch nicht in Kontakt miteinander. Aber wenn ich was sehe denke ich was dazu, also muss es eine Verbindung geben. Jedoch wenn ich was sehe höre ich nicht automatisch was dazu passt. Gedanken scheinen andere Sinneserfahrungen als die anderen fünf zu sein...

Vielen Dank dafür Jadzia.

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Thu May 17, 2018 3:20 pm

Wenn ich Fragen über Gedanken beantworten soll, müsste ich ausnahmsweise mal darüber nachdenken: Gedanken über Gedanken besagen, dass sie irgendwo von jemandem vorgelesen werden und ich sie mit einem inneren Ohr irgendwie hören...dabei könnte ich nicht einmal sagen, dass es in meinem Kopf stattfindet, geschweige denn im Gehirn, das ich ja auch nicht lokalisieren kann!
Bis dann DrM

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Thu May 17, 2018 4:29 pm

In der DE erfahre ich nur, dass ein Gedanke da ist, aber nicht welchen Inhalt er hat (das ist echt bemerkenswert)!
Das ist der springende Punkt.
In DE wird ein Gedanke beobachtet – das ist real.
Der Gedankeninhalt ist in DE nicht vorhanden, dh. ein Gedanke ‚weist‘ auf den anderen.
All die Gedankeninhalte ‚erschaffen‘ die Geschichten. Die Ich-Geschichte und all die anderen. Nichts davon ist in DE zu finden.
Kann ein Gedanke an den nachfolgenden angepasst werden? Das würde bedeuten, dass ein Gedanke von dem anderen weiß – ist das so?
Anscheinend - das kann ich niemals erfahren. Es erscheint mir nur so, dass ein Gedanke einfach da ist, sich aufdrängt. Und der nachfolgende gedanke bezug nimmt auf den vorhergehenden. Weil die jeweiligen Gedankeninhalte als Kausalkette erscheinen.
Erscheint? Kann es sein dass da ein Gedankeninhalt ist „dieser Gedanke baut auf diesem Gedanken auf, es existiert eine Kausalität“?
Woher kommen Gedanken und wohin gehen sie?
Das ist Unbeantwortbar für mich: Es ist einfach einer da - und wieder weg. Wenn ich ihn beobachte ist das auch nur ein Gedanke.
Inhalt: „Ich beobachte einen Gedanken.“
Wir können nicht wissen (Wissen = in DE mit Sinnen erfahrbar) woher Gedanken kommen und wohin sie gehen.
Doch das Beobachten ist ja auch nur ein Gedanke - oder?
Ein Gedanke der auf etwas in DE hinweist. Siehe oben. Gedanken können wahrgenommen werden.
Wenn ich der Meinung wäre, einen Gedanken nicht zu denken habe ich ihn ja bereits gedacht => paradox. Denk mal nicht an einen rosa Elefanten...
Exakt. Aber hier geht es nicht um Meinungen = Denken sonder beobachten.
Gedankeninhalte sind anderer Natur als die Sinneserfahrungen. Gedanken selbst sind Erfahrungen. Die Verbindung zwischen Gedanken und anderen Sinneserfahrungen sind mir unbegreiflich. Ich kann nicht erfahren ob sie in Kontakt sind. Es scheint zwar so, aber Hören und Sehen sind auch nicht in Kontakt miteinander. Aber wenn ich was sehe denke ich was dazu, also muss es eine Verbindung geben. Jedoch wenn ich was sehe höre ich nicht automatisch was dazu passt. Gedanken scheinen andere Sinneserfahrungen als die anderen fünf zu sein...
Halt es so schlicht und einfach, wie es geht. Alles andere driftet in Gedankenstories ab.
Kann ein Gedanke was tun? Das müsste er wenn er in Kontakt mit etwas anderem sein sollte.
Wenn ich Fragen über Gedanken beantworten soll, müsste ich ausnahmsweise mal darüber nachdenken: Gedanken über Gedanken besagen, dass sie irgendwo von jemandem vorgelesen werden und ich sie mit einem inneren Ohr irgendwie hören...dabei könnte ich nicht einmal sagen, dass es in meinem Kopf stattfindet, geschweige denn im Gehirn, das ich ja auch nicht lokalisieren kann!
Bist du der Denker?
Du weißt nicht woher sie kommen, du kennst nicht deinen nächsten Gedanken, kannst keinen wegschieben…….

Schau mal ob es vielleicht eine gute Idee für dich ist, weniger schnell zu antworten.
Ich geb dir jetzt auch erst mal keine neuen Fragen bis morgen.
Beobachte, die Gedanken immer wieder mit den bisherigen Fragen im Hinterkopf. Schau mal für ein paar Minuten und später noch einmal paar Minuten, schlaf ne Nacht drüber und schau noch mal.

Alles Liebe,
Jadzia

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby DrMureau » Fri May 18, 2018 9:56 am

Hallo Jadzia,

Du hast Recht ich habe keine Kontrolle und keinen Anteil an den Gedanken, außer, dass sie in diesem Körper erscheinen, aber vielleicht auch woanders. Ich kann das nicht beobachten, auch nicht wo sie auftauchen. Auch die Inhalte kann ich nicht wirklich direkt Erfahren.

Ich bin nicht der Denker und nicht der Beobachter (und das ist seltsam). Denn wenn ich beobachten will, "setze" ich mich hinter mich und hinter mich und so fort. Das sind aber alles nur Gedankeninhalte und es kommt nie zu einer echten Beobachtung als direktes Erfahren...

Vielen Dank,
DrM

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Re: Was macht das für einen Unterschied?

Postby Jadzia » Fri May 18, 2018 1:04 pm

Sehr schön und es ist auch gut, dass du selber schaust. Glaub mir kein Wort, guck immer! ;-)

Bisher hast du festgestellt: ‚Ich‘ ist weder Denker noch Beobachter. Gut. Dann mal weiter:

Wenn du genau beobachtest, kann es sein das die ‚Ich, mein, mich‘-Gedanken auf nichts verweisen, was in DE zu finden ist, sondern nur auf andere Gedanken?

Schau supergenau: Kannst du ein ‚Ich‘ in den ‚Ich, mein, mich‘-Gedanken oder Gefühlen finden oder nur eine Art von ‚Ich‘ Bewusstsein?

Kannst du das Selbst, dieses separate extra ‘Ich’, irgend woanders als in Gedanken finden?

Wenn es geht, lass dir viel Zeit für die Fragen. Kehr immer wieder zu ihnen zurück und schreibe wenn du Antworten gefunden hast unter Benutzung des direkten Schauns.

Alles Liebe,
Jadzia


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