Der Weg ohne Weg

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Joram
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Re: Der Weg ohne Weg

Postby Joram » Mon Jun 04, 2018 7:42 pm

Hast du weitere Fragen?

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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

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Samourie
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Re: Der Weg ohne Weg

Postby Samourie » Mon Jun 04, 2018 8:36 pm

Danke. Im Moment keine Fragen. What a day...

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Joram
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Re: Der Weg ohne Weg

Postby Joram » Mon Jun 04, 2018 9:24 pm

Super. Ich habe keine weiteren Fragen mehr. :-)

Hast du noch offene Fragen?

Wenn du keine Fragen hast kannst du noch unsere obligatorischen Abschlussfragen beantworten,
sie sind gut um nochmal zu sehn wo man steht.
Sollten die Antworten von drei Guides „bestätigt“ werden, so kann ich Dich zu unseren Facebook-Gruppen einladen.

Hier die Fragen:

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?


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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

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Samourie
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Re: Der Weg ohne Weg

Postby Samourie » Tue Jun 05, 2018 11:38 am

Lieber Joram!

Danke für deine Unterstützung und deine Guidance. (Sehe gerade dass da „dance“ drinsteckt. Tanzen lernen mit jemand der es schon kann ist wirklich leichter:-)
Gestern ging ich schon kurz vor zehn ins Bett und erwachte heute morgen schweißgebadet, gelöst und befreit. Wieder ist es so, das es sich so natürlich anfühlt, ganz unspektakulär, einfach Sein, sein mit dem was ist. Meine Wahrnehmung ist viel unmittelbarer...

Also, wenn bei mir oder bei dir keine Fragen mehr auftauchen beantworte ich die, die du mir geschickt hast.

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Samourie
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Re: Der Weg ohne Weg

Postby Samourie » Tue Jun 05, 2018 9:19 pm

Danke für die Fragen. Sie waren hilfreich.

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

Nein

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

Bei der Frage kommt mir gerade die Aussage von Michael Gazzaniga, einem Neurowissenschaftler in den Sinn: "Das "Ich" ist ein Märchen, das das Gehirn sich selbst erzählt. Das Gehirn ist eine organische Maschine, die eben so funktioniert wie sie biologisch geschaffen ist. Ein Organ wie jedes andere auch, nur produziert es keine Hormone, Blutzellen oder Antikörper, sondern (das ist jetzt wohl stark vereinfacht) Gedanken. Gedanken die einfach auftauchen, genau so wie neue Blutzellen einfach auftauchen. Niemand sucht sich seine Gedanken aus. Wenn da der Gedanke kommt: "Ja, aber ich kann doch meine Meinung ändern!", ist es so, dass auch der Gedanke über den Gedanken einfach ins Bewusstsein kam, auch diesen habe ich mir nicht ausgesucht. Ob dieser kommt, oder eben nicht, kann ich nicht beeinflussen. Das Gehirn hat die Fähigkeit Realität - mitsamt evidentem Realitätsgefühl - zu "emulieren", nachzuahmen. Virtuelle Realität. Eine zeitlang sagte ich als Kind: "Steffi will eine Banane!". Als ich begann "Ich" zu sagen und somit in der Welt der Polarität angkommen war, entwickelte mein System die Fähigkeit mit all dem Unvorhersehbaren, Ängstigenden, Überfordernden, Freudvollen...umzugehen und es einzuordnen. Durch die Identifikation mit dem Hilfskonstrukt und dem Ausbilden eines als konstant und konsistent erlebten "Ich's" baut sich die Illusion auf. Das floss jetzt einfach so heraus. Staunendes wahrnehmen.


3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

Seit ich 2013 in einer Meditation plötzlich in das Namen-, Zeit- und Raumlose fiel und ein halbes Jahr später auf der Wiese liegend eine tiefe Einheitserfahrung hatte war ich durchdrungen von der Gewissheit, dass es kein eigenständiges, separiertes Ich oder mich oder Selbst gibt. In den Jahren darauf, die von Schicksalschlägen, Ent-täuschungen, Krankheiten geprägt waren, half es mir die Illusion durchschaut zu haben, aber es zog noch sehr an mir. Das Bleiben bei dem, was gerade ist, dem Zulassen von allem was sich zeigt stand eine zappelnde, schreiende Ich-Struktur gegenüber. So kümmerte ich mich um diese Ich-Struktur, holte mir Unterstützung, machte eine Ausbildung in Integrativer Körperarbeit, besuchte Meditationskurse und die Spannung ließ nach. Nun war ich wohl bereit für den nächsten Schritt. Mein Dialog mit Joram fand an einem Tag statt und er löste zielsicher die letzten Fesseln.
Es fühlt sich an, wie der allernatürlichste Zustand. Das Erleben unmittelbar. Sein. Ein-verstanden-sein.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

Dieses Gedicht von Laotse: Tao Te King, das Joram mir schickte brachte den Durchbruch:

Der Sinn, der sich aussprechen läßt,
ist nicht der ewige Sinn.
Der Name, der sich nennen läßt,
ist nicht der ewige Name.
»Nichtsein« nenne ich den Anfang von Himmel und Erde,
»Sein« nenne ich die Mutter der Einzelwesen.
Darum führt die Richtung auf das Nichtsein
zum Schauen des wunderbaren Wesens,
die Richtung auf das Sein
zum Schauen der räumlichen Begrenztheiten.
Beides ist eins dem Ursprung nach
und nur verschieden durch den Namen.
In seiner Einheit heißt es das Geheimnis.
Des Geheimnisses noch tieferes Geheimnis
ist das Tor, durch das alle Wunder hervortreten.
Dieser Absatz halfen mir alle weitern Fragen aufzulösen:
»Nichtsein« nenne ich den Anfang von Himmel und Erde,
»Sein« nenne ich die Mutter der Einzelwesen.
Darum führt die Richtung auf das Nichtsein
zum Schauen des wunderbaren Wesens,
die Richtung auf das Sein
zum Schauen der räumlichen Begrenztheiten.
Plötzlich konnte ich klar sehen.

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.


Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle sind ebenfalls eine Illusion. Sie entstehen aus der Ich-Illusion und funktionieren, indem das Märchen hier auch einfach so gut und spannend ist. Alles nur Konstrukte, die bei näherem Hinschauen zusammenfallen. Wenn ich meine Entscheidungen untersuche, dann ist da niemand. Manchmal kommen mir die Tränen, weil ich Zugang habe zu einer grundlegenden Unschuld. Kann man von Verantwortung sprechen, wenn man das komplexe Gebilde der Ich-Illusion anschaut? Da kommt bei mir ein NEIN. In Verbindung mit dem SEIN, der Wahrnehmung dessen was ist ergeben sich Handlungen, irgendwie organisch. Sehend, dass die Blumenerde trocken ist hole ich Wasser. Wahrnehmend, dass meine Tochter gestresst ist sitze ich lauschend bei ihr. Jetzt gerade die Unruhe erlebend, weil da die Sehnsucht nach Ruhe und Schlaf ist werde ich mein Schreiben jetzt beenden.


6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Da ist Stille, Friede und Dankbarkeit.

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Joram
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Re: Der Weg ohne Weg

Postby Joram » Wed Jun 06, 2018 7:27 am

Glückwünsche :-)

Die anderen Guides haben nichts mehr hinzugefügt,
so kann ich nur sagen, herzlich Willkommen :-)

Auf Facebook gibt es noch einige Gruppen die für Interessant sein können,
ich schreibe dir eine private Nachricht und erkläre dort wie es weiter gehen kann, wenn du möchtest.

Liebe Grüße

Joram
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?


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