Der Nebel lichtet sich

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Ricarda
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Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Wed Feb 13, 2019 9:09 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Diese Aussage, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt, fasziniert mich und ist natürlich das Wichtigste, was es für mich im Leben zu erkennen gibt. Ich bin mir sicher, dass es so ist, kann es mir gut vorstellen, aber es ist noch keine Erkenntnis, ich kann es noch nicht erleben.


Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ich war in einer "Bewusstheitsgruppe", in der die Bewusstheitsübung, die Christian Mayer lehrt, praktiziert wird. Der Übungsleiter dort machte uns auf liberation unleached aufmerksam. Ich habe mich nun ein bisschen auf der Seite umgesehen und würde mich freuen, wenn ich einen guide bekäme, der mir hilft, richtig zu sehen, zu spüren, zu erkennen.


Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Vor fast 40 Jahren begann ich, Yoga zu praktizieren, zu meditieren. Vor einigen Jahren bin ich dann zur ZEN-Meditation gekommen, und letztes Jahr war ich in einem Seminar mit Christian Mayer, von dem ich hörte, dass es noch in diesem Leben möglich ist, seine wahre Natur zu erkennen, und das möchte ich versuchen.


Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Was ich auf eurer Seite gelesen habe, macht so viel Sinn - alles wird "rund". Aber es mit dem Intellekt und mit dem Herzen zu verstehen ist das eine - es wirklich zu erkennen, zu erleben wäre mein Wunsch. Ich glaube, ihr guides habt die richtigen Methoden, stellt die nötigen Aufgaben und Fragen, damit ich mir nicht nur vorstellen kann, dass alles eins ist und ich nicht mein Ego bin, sondern es auch wirklich erfahre.


Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Barb
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Thu Feb 14, 2019 11:55 am

Hallo :)

Wenn du möchtest, werde ich dich gerne ein Stück des Weges begleiten

Zu Beginn ein paar Erklärungen:

Dies ist kein "normaler Dialog". Im Wesentlichen geht es darum, dass ich dir Fragen stelle und Aufgaben gebe und du sie aus deiner direkten Erfahrung heraus beantwortest. Schau jeweils, was du mit deinen fünf Sinnen dazu findest und welche Gedanken du beobachten kannst. Schau dabei immer ganz frisch und berufe dich nicht auf Gelesenes oder Erfahrungen, die du irgendwann gemacht hast. Es ist wichtig, dass du versuchst hierbei in deinem eigenen Interesse zu 100% ehrlich zu sein...
Für die Dauer dieser Untersuchung lass bitte alle Bücher, Videos, Satsangs, andere Threads in diesem Forum oder was auch immer zu dem Thema links liegen, das könnte das direkte Schauen und die Wahrnehmung beeinflussen. Wenn du eine Meditationspraxis hast, kannst du die gerne weiter beibehalten, es ist aber nicht erforderlich....

Damit dein Prozess hier im Fluss bleibt, wäre es gut, wenn du möglichst jeden Tag zumindest jeden zweiten Tag antworten könntest. Wenn es mal nicht passen sollte oder du mehr Zeit zum Indichgehen brauchst, sag einfach Bescheid.



Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte unter diesem Link durch viewtopic.php?f=18&t=6280


Und damit das Lesen einfacher wird, benutze bitte die Zitierfunktion. Wie diese funktioniert findest du hier: viewtopic.php?f=18&t=6275

Für diese Untersuchung ist es wichtig, möglichst frisch und unvoreingenommen auf das, was im Augenblick erlebt wird, zu schauen.

Hier soll es einzig und allein um die Frage gehen, ob das "Ich" real ist oder nicht.
Deine Aufgabe in diesem Prozess ist unter anderem, dich nicht in Gedanken zu verlieren, sondern immer auf das direkte Erleben des Augenblicks zu schauen.
Nachdenken, um Antworten zu finden, ist am Ende nichts weiter als eine Ablenkung von der direkten Erfahrung :)


Wenn diese Punkte grundsätzlich in Ordnung sind für dich dann lass uns mal deine Erwartungen anschauen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Ich glaube, ihr guides habt die richtigen Methoden, stellt die nötigen Aufgaben und Fragen, damit ich mir nicht nur vorstellen kann, dass alles eins ist und ich nicht mein Ego bin, sondern es auch wirklich erfahre.
Sind da 2 “ichs”? Das “Ego” und dasjenige das das “Ego” bemerkt?

Freue mich schon auf deine Antworten :)
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Thu Feb 14, 2019 7:56 pm

Hallo Barb,

schön dass du mich begleiten wirst - noch gibt es das "du" und das "mich" ;-)
Ich glaube, ihr guides habt die richtigen Methoden, stellt die nötigen Aufgaben und Fragen, damit ich mir nicht nur vorstellen kann, dass alles eins ist und ich nicht mein Ego bin, sondern es auch wirklich erfahre.

Sind da 2 “ichs”? Das “Ego” und dasjenige das das “Ego” bemerkt?
Nein, das war nicht optimal ausgedrückt, im Moment fühlt es sich an, als gäbe es 1 Ich/Ego, eigenständig und getrennt von allem anderen.
Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Ich meine, dieser Augenblick, in dem die Wahrheit erkannt wird, wird großartig sein - große Freude, die Einheit klar zu sehen.

Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Nun, mein ganzes Erleben wird sich verändern, ich werde nicht mehr das Gefühl haben, ein getrenntes Wesen zu sein, meine persönliche Geschichte zu sein.
Gleich bleiben wird mein Leben, ich werde weiterhin gerne zur Arbeit gehen, meinen Hobbies nachgehen, Freunde treffen, Spaß haben - allerdings mit einer veränderten Sicht, ich werde das Leben sein, nicht jemand, der ein Leben lebt. Ich werde die Erfahrung sein, nicht jemand, der Erfahrungen macht. Darauf freue ich mich :-)

Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?
Ich erhoffe mir, die Wahrheit zu sehen, und nicht weiter in einer illusionären Welt zu leben.

Freue mich auf den weiteren Weg mit dir :-)

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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Fri Feb 15, 2019 12:53 pm

Wir arbeiten hier nur mit der direkten Erfahrung – mit den Sinneswahrnehmungen. Das was jetzt gerade wirklich zu SEHEN, zu HÖREN, zu SPÜREN (Körperempfindungen), zu RIECHEN und zu SCHMECKEN ist. 

Dann gibt es noch Gedanken. Da gibt es zwei Arten davon:

1. Gedanken zeigen auf das was gerade wahrgenommen werden kann. Z. B. Einen Baum sehen (wobei "SEHEN" die Erfahrung ist, Baum ist schon ein Konzept/Gedankeninhalt..)

2. Gedanken erzählen eine Geschichte (Gedankeninhalt) (wie der Baum heißt, wer ihn gepflanzt hat, die Erinnerung, wie er im Frühling schön geblüht hat.... usw...) 

Es ist gut sich etwas Zeit zu nehmen, um zu schauen, was direktes Erleben ganz konkret ist – das erleichtert alle anderen Schritte. 
Ganz klar, wenn ich dich frage, wie das Wetter bei dir ist kannst du es mal kurz googeln, darüber nachdenken, in deinen Erinnerungen schauen, was der Wetterbericht gesagt hat, jemanden anrufen – oder du stehst einfach auf und schaust aus dem Fenster. Ganz sicher kannst du dir nur sein, wenn du selber geguckt hast. Richtig?

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, und wahrnehmen des Denkens?
Nein, das war nicht optimal ausgedrückt, im Moment fühlt es sich an, als gäbe es 1 Ich/Ego, eigenständig und getrennt von allem anderen.
Wenn du die Gedanken dazu ignorierst, wie fühlt sich dieses „getrennt von allem anderen“ an? Wo im Körper kannst du das spüren?
ich werde das Leben sein, nicht jemand, der ein Leben lebt.

Ist „dein“ Leben ein abgebrochenes Stück vom Ganzen?


Deine Erwartungen sind nicht zu übertrieben, manche können gleich mit dem Durchschauen der Illusion auftreten, manche später, andere nie. Es ist für jeden anders, es geht auch nicht um ewige Freude und Glückseligkeit, auch das sind Zustände, und wir wollen hier keine Zustände generieren.
Es geht nur um einen kleinen Perspektivenwechsel. Um die Erfahrung, dass dieses neutrale wertfreie Sehen schon immer da ist und sieht was gerade ist.

Für die Dauer unserer Untersuchung packe bitte alle Erwartungen in eine Kiste und grabe sie tief ein, denn Erwartungen können das klare Sehen behindern...

Ich freue mich auch ein Stück mit dir zu gehen... :)
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Fri Feb 15, 2019 9:05 pm

Hallo Barb,

ich habe durch deine Fragestellung etwas herausgefunden:
Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, und wahrnehmen des Denkens?
Wenn ich die Augen schließe und nur rieche, ist da nur der Geruch - bis ein Gedanke dazu kommt. Sehr schnell kommt ein analysierender Gedanke "was ist das für ein Geruch?" Bis der erste Gedanke kommt, kann ich den Geruch gar nicht verorten, ich diesem Moment spüre ich auch nicht die Nase, die riecht, sondern nehme nur den Geruch wahr.
Ähnlich ist es mit dem Fühlen. Wenn ich mit geschlossenen Augen meine Hand streichle, ist da nur die Sinneswahrnehmung auf der Haut, und bis der erste Gedanke kommt, ist mir gar nicht bewusst, dass die Hand ist, die zu meinem Körper gehört, die das fühlt.
Auch beim Sehen ist es so: wenn ich etwas anschaue ohne einen analysierenden Gedanken, dann ist da nur dieser Gegenstand oder die Fläche. Wenn die Gedanken dazu kommen, entsteht eine Beziehung zwischen dem Wahrgenommenen und dem, was ich als "ich" kenne.
Die Gedanken kommen ja unweigerlich und werden wahrgenommen. Was nimmt denn diese Gedanken wahr? Ist das nur ein weiterer Gedanke, der den ersten wahrnimmt?
Also ich finde keine andere Möglichkeit des Wahrnehmens als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, und wahrnehmen des Denkens.
Nein, das war nicht optimal ausgedrückt, im Moment fühlt es sich an, als gäbe es 1 Ich/Ego, eigenständig und getrennt von allem anderen.

Wenn du die Gedanken dazu ignorierst, wie fühlt sich dieses „getrennt von allem anderen“ an? Wo im Körper kannst du das spüren?
Wenn ich in der Meditation ruhig werde und die Gedanken für eine Weile aufhören, dann kann ich keine Begrenzung spüren, dann stellt sich auch nicht die Frage von innen oder außen - von irgendeiner Trennung oder sonst etwas ...
Dieses "getrennt von allem anderen", also dass ich mich als Person wahrnehme, ist ja nur im Alltag der Fall, ausgelöst durch meine gelernte Sichtweise, durch Gedankenmuster.

ich werde das Leben sein, nicht jemand, der ein Leben lebt.


Ist „dein“ Leben ein abgebrochenes Stück vom Ganzen?
Naja, als abgebrochenes Stück erlebe ich es nicht, aber verflochten mit anderen Leben, wie ein Faden in einem unendlich großen Gewebe ;-). Gibt es die Trennung der Fäden in diesem Gewebe? Oder gaukeln die Gedanken mir das nur vor?

Ich freue mich auf deine Rückmeldung, gute Nacht

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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Sat Feb 16, 2019 11:53 am

Wow, da hast du schon einiges gesehen!
Also ich finde keine andere Möglichkeit des Wahrnehmens als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, und wahrnehmen des Denkens.
Was nimmt denn diese Gedanken wahr? Ist das nur ein weiterer Gedanke, der den ersten wahrnimmt?
Lass uns mal die Natur der Gedanken ein wenig näher untersuchen.

Begib dich dazu in eine angenehme Position, schließe die Augen, atme sanft und langsam, entspanne den Körper und dann beginne die Gedanken zu beobachten.

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, für lange Zeit NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?


Bitte beantworte jede Frage einzeln.
Wenn ich in der Meditation ruhig werde und die Gedanken für eine Weile aufhören, dann kann ich keine Begrenzung spüren, dann stellt sich auch nicht die Frage von innen oder außen - von irgendeiner Trennung oder sonst etwas …
Ist das wahr? Ist da wirklich – wenn Gedanken da sind – eine Trennung zu spüren? Oder ist das vielleicht auch einfach nur ein Gedanke?
Dieses "getrennt von allem anderen", also dass ich mich als Person wahrnehme, ist ja nur im Alltag der Fall, ausgelöst durch meine gelernte Sichtweise, durch Gedankenmuster.
Was wäre, wenn diese Selbstgefühl einfach nur eine Orientierungshilfe wäre (die übrigens auch nach dem torlosen Tor nicht verschwindet), und nur Gedanken sagen, dass das bedeutet „getrennt von allem anderen“?
Naja, als abgebrochenes Stück erlebe ich es nicht, aber verflochten mit anderen Leben, wie ein Faden in einem unendlich großen Gewebe ;-). Gibt es die Trennung der Fäden in diesem Gewebe? Oder gaukeln die Gedanken mir das nur vor?
Lass uns das herausfinden!

:))
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Sat Feb 16, 2019 7:26 pm

Hallo Barb,

ganz schön viele Aufgaben für heute :-)
Lass uns mal die Natur der Gedanken ein wenig näher untersuchen.

Begib dich dazu in eine angenehme Position, schließe die Augen, atme sanft und langsam, entspanne den Körper und dann beginne die Gedanken zu beobachten.

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
[/quote]
Ein Gedanke erscheint "aus dem nichts" und ist auch sofort wieder weg. Augenblicklich erscheint sofort ein neuer Gedanke, der verschwindet sowie er aufgetaucht ist.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein, das kann ich nicht vorhersagen :-). Ich kann auch sein Erscheinen nicht verhindern, da er nicht von mir geplant wird. Ich weiß also vorher nicht, welcher Gedanke kommen wird. Ich kann ihn auch nicht ungeschehen machen. Ich habe keinen Einfluss auf die Gedanken.
3. Kannst du die Entscheidung treffen, für lange Zeit NICHT zu denken?
Nein, das kann ich nicht. Das funktioniert für einige Augenblicke, dann ist wieder ein Gedanke da.
4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Wenn ich das möchte, kann ich in Gedanken z. B. schöne Bilder entstehen lassen, an eine Blumenwiese denken, eine schöne Geschichte etc.. Das funktioniert eine Zeit lang, dann kommt wieder ein unkontrollierter Gedanke, wie aus dem Nichts.
5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Wenn ich ganz unvoreingenommen an diese Fragestellung gehen, weiss ich vorher nicht welche Zahl erscheinen wird.
Wenn ich nicht so spontan und unvoreingenommen an diese Frage gehe, kann auch ein Gedanke kommen, der mir sagt: nimm doch die ...x, das ist z. B. dein Alter oder dein Geburtsjahr.
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Bei einem Ich-Gedanken kann ich keinen anderen Ursprung erkennen, er erscheint wie alle anderen aus dem Nichts.
7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Nein, ich finde niemanden, der denkt. Die Gedanken kommen und gehen.
Ich dachte zu Anfang, da gäbe es eine Ausnahme, wenn ich über ein bestimmtes Thema nachdenken möchte. Aber selbst in diesem Fall kann ich zwar ein Thema vorgeben, also in eine bestimmte Richtung denken, aber was genau für Gedanken dazu kommen, kann ich nicht beeinflussen und nicht kontrollieren.
Wenn ich in der Meditation ruhig werde und die Gedanken für eine Weile aufhören, dann kann ich keine Begrenzung spüren, dann stellt sich auch nicht die Frage von innen oder außen - von irgendeiner Trennung oder sonst etwas …

Ist das wahr? Ist da wirklich – wenn Gedanken da sind – eine Trennung zu spüren? Oder ist das vielleicht auch einfach nur ein Gedanke?
Ein Ich-Gedanke suggeriert mir: hier bin ich, und die Person, die mir gegenüber steht, ist getrennt von mir. Und die Trennung ist umso mehr spürbar, je größer die Ablehnung der gegenüberstehenden Person ist.
Die Ablehnung dieser Person wird natürlich auch nur von Gedanken verursacht. Diese Person wird also durch meine Gedanken negativ beurteilt, daraus schließen die Gedanken, dass diese Person nichts mit "mir" zu tun haben kann und es entsteht eine -gedankliche- Trennung.
Wie sehr diese Trennung "spürbar" ist, muss ich noch genauer erforschen. Ich schreibe dir morgen nochmal zu diesem Punkt.
Dieses "getrennt von allem anderen", also dass ich mich als Person wahrnehme, ist ja nur im Alltag der Fall, ausgelöst durch meine gelernte Sichtweise, durch Gedankenmuster.

Was wäre, wenn diese Selbstgefühl einfach nur eine Orientierungshilfe wäre (die übrigens auch nach dem torlosen Tor nicht verschwindet), und nur Gedanken sagen, dass das bedeutet „getrennt von allem anderen“?
Das wäre wunderbar, dann müsste ich nur noch meine Gedanken beeinflussen können, oder meinen Gedanken keinen Glauben mehr schenken :-). Nur - wie geht das?

Vielen Dank, Barb. Gute Nacht.

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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Sun Feb 17, 2019 12:22 pm

Ein Gedanke erscheint "aus dem nichts" und ist auch sofort wieder weg. Augenblicklich erscheint sofort ein neuer Gedanke, der verschwindet sowie er aufgetaucht ist.
Wunderbar gesehen... :)

Ich kann auch sein Erscheinen nicht verhindern, da er nicht von mir geplant wird.

Wie geschieht „Gedanke planen“?
Ich weiß also vorher nicht, welcher Gedanke kommen wird. Ich kann ihn auch nicht ungeschehen machen. Ich habe keinen Einfluss auf die Gedanken.
Sehr schön geschaut...
Wenn ich das möchte, kann ich in Gedanken z. B. schöne Bilder entstehen lassen, an eine Blumenwiese denken, eine schöne Geschichte etc.. Das funktioniert eine Zeit lang, dann kommt wieder ein unkontrollierter Gedanke, wie aus dem Nichts.
Woher kommt diese Intention, dieses „möchten“, schöne Gedanken zu denken? Ist das nicht auch ein Gedanke der einfach auftaucht?
Wenn ich ganz unvoreingenommen an diese Fragestellung gehen, weiss ich vorher nicht welche Zahl erscheinen wird. 
Wenn ich nicht so spontan und unvoreingenommen an diese Frage gehe, kann auch ein Gedanke kommen, der mir sagt: nimm doch die ...x, das ist z. B. dein Alter oder dein Geburtsjahr.
Wie entsteht die Entscheidung unvoreingenommen/nicht unvoreingenommen heranzugehen? Woher kommt der Gedanke: nimm doch die....x...?
Bei einem Ich-Gedanken kann ich keinen anderen Ursprung erkennen, er erscheint wie alle anderen aus dem Nichts.
Genau :)
Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Nein, ich finde niemanden, der denkt. Die Gedanken kommen und gehen. 
Ich dachte zu Anfang, da gäbe es eine Ausnahme, wenn ich über ein bestimmtes Thema nachdenken möchte.
Aber selbst in diesem Fall kann ich zwar ein Thema vorgeben, also in eine bestimmte Richtung denken, aber was genau für Gedanken dazu kommen, kann ich nicht beeinflussen und nicht kontrollieren.
Und woher kommt der Gedanke an „ein bestimmtes Thema“?

Ein Ich-Gedanke suggeriert mir: hier bin ich, und die Person, die mir gegenüber steht, ist getrennt von mir. Und die Trennung ist umso mehr spürbar, je größer die Ablehnung der gegenüberstehenden Person ist.
Die Ablehnung dieser Person wird natürlich auch nur von Gedanken verursacht. Diese Person wird also durch meine Gedanken negativ beurteilt, daraus schließen die Gedanken, dass diese Person nichts mit "mir" zu tun haben kann und es entsteht eine -gedankliche- Trennung.
Wie sehr diese Trennung "spürbar" ist, muss ich noch genauer erforschen. Ich schreibe dir morgen nochmal zu diesem Punkt.
Stellen wir vielleicht „andere Personen“ ein wenig hinten an, und beschäftigen uns später damit, einverstanden?

Zum Thema „Trennung“ gibt es ein schönes Experiment:

Es fühlt sich so an, als ob "jemand" erleben würde. Aber ist es auch so? Atme ein paar mal ruhig und sanft ein und aus, entspanne den ganzen Körper und dann lege die Finger auf die Tastatur (falls du keine Tastatur benutzt, den Tisch) und schließe die Augen.

Was ist zu fühlen?
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Ist eine Grenze fühlbar zwischen den Tasten/Tisch und den Fingern?
Kann ein auftauchender Gedanke eine Trennung/Grenze erschaffen?
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?

Was wäre, wenn diese Selbstgefühl einfach nur eine Orientierungshilfe wäre (die übrigens auch nach dem torlosen Tor nicht verschwindet), und nur Gedanken sagen, dass das bedeutet „getrennt von allem anderen“?
Das wäre wunderbar, dann müsste ich nur noch meine Gedanken beeinflussen können, oder meinen Gedanken keinen Glauben mehr schenken :-). Nur - wie geht das?
Das mit dem Beeinflussen klappt ja nicht so prickelnd wie du bei den obrigen Übungen schon gesehen hast..:) Und das mit dem keinen Glauben schenken, da sind wir dran...

Wir untersuchen hier den Wahrheitsgehalt der Gedanken, und ob das „Ich“ mehr ist als ein Gedanken.. :)
Vielen Dank, Barb
Sehr gerne, ist mir ein großes Vergnügen :)

(PS: Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich ohne Grußformel schreibe, aber ich empfinde die Konversation so als fließender....:))
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Sun Feb 17, 2019 10:50 pm

Ich kann auch sein Erscheinen nicht verhindern, da er nicht von mir geplant wird.

Wie geschieht „Gedanke planen“?
Das ist nicht möglich, ich habe keinen Einfluss auf die Gedanken. Kann sie nicht planen und auch nicht ihr Erscheinen verhindern.
Wenn ich das möchte, kann ich in Gedanken z. B. schöne Bilder entstehen lassen, an eine Blumenwiese denken, eine schöne Geschichte etc.. Das funktioniert eine Zeit lang, dann kommt wieder ein unkontrollierter Gedanke, wie aus dem Nichts.

Woher kommt diese Intention, dieses „möchten“, schöne Gedanken zu denken? Ist das nicht auch ein Gedanke der einfach auftaucht?
Ja, das stimmt :-) Das ist auch nur ein Gedanke.
Wenn ich ganz unvoreingenommen an diese Fragestellung gehen, weiss ich vorher nicht welche Zahl erscheinen wird.
Wenn ich nicht so spontan und unvoreingenommen an diese Frage gehe, kann auch ein Gedanke kommen, der mir sagt: nimm doch die ...x, das ist z. B. dein Alter oder dein Geburtsjahr.

Wie entsteht die Entscheidung unvoreingenommen/nicht unvoreingenommen heranzugehen? Woher kommt der Gedanke: nimm doch die....x...?
Ja, das sind alles Gedanken.
Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?

Nein, ich finde niemanden, der denkt. Die Gedanken kommen und gehen.
Ich dachte zu Anfang, da gäbe es eine Ausnahme, wenn ich über ein bestimmtes Thema nachdenken möchte.
Aber selbst in diesem Fall kann ich zwar ein Thema vorgeben, also in eine bestimmte Richtung denken, aber was genau für Gedanken dazu kommen, kann ich nicht beeinflussen und nicht kontrollieren.

Und woher kommt der Gedanke an „ein bestimmtes Thema“?
Er erscheint einfach.

Es fühlt sich so an, als ob "jemand" erleben würde. Aber ist es auch so? Atme ein paar mal ruhig und sanft ein und aus, entspanne den ganzen Körper und dann lege die Finger auf die Tastatur (falls du keine Tastatur benutzt, den Tisch) und schließe die Augen.

Was ist zu fühlen?
Da ist nur die Empfindung, das Fühlen.
Haben die Empfindungen ursprünglich einen Namen?
nein, sie sind nur.
Wo kommt der Name für die Empfindungen her und wann kommt er dazu?
Die Gedanken benennen das Gefühlte.
Ist eine Grenze fühlbar zwischen den Tasten/Tisch und den Fingern?
Nein
Kann ein auftauchender Gedanke eine Trennung/Grenze erschaffen?
Ein Gedanke könnte auftauchen: "aber da ist doch dein Finger, der die Taste berührt, da m u s s eine Trennung sein. Der Gedanke kann die Trennung jedoch nicht erschaffen.
Gibt es wen, der fühlt, und das Gefühlte oder ist da einfach fühlen?
Da gibt es nur das Fühlen.
Stellen wir vielleicht „andere Personen“ ein wenig hinten an, und beschäftigen uns später damit, einverstanden?
Ja, selbstverständlich

Und ohne Grußformel passt gut für mich :-)

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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Mon Feb 18, 2019 12:52 pm

Ganz wunderbar geschaut! :)
Ein Gedanke könnte auftauchen: "aber da ist doch dein Finger, der die Taste berührt, da m u s s eine Trennung sein. Der Gedanke kann die Trennung jedoch nicht erschaffen.
Lass dich da noch mal mit deinem ganzen Wesen auf diese Übung ein, lass den Gedanken aufsteigen (oder lies es einfach da ab): „aber da ist doch dein Finger, der die Taste berührt, da m u s s eine Trennung sein“, und dann geh ganz ins Fühlen.

Spür einfach nur die reine Empfindung... Und dann frage dich wirklich ganz andächtig, ernsthaft, neugierig: Ist es wahr was der Gedanke sagt? Beantworte aus dem reinen Spüren heraus...

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Alles, was gesehen, gehört, berührt, gerochen und geschmeckt werden kann, ist das Wirkliche, das was ist.
Gedankeninhalte können nicht wirklich erlebt werden, nur in der Fantasie. Die meiste Zeit bewegen wir uns in dieser Traumwelt und nehmen gar nicht an dem Leben teil, durch das der Körper geht.

Probiere es mal aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduziere dabei die Wirklichkeit auf die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind.

Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt (nicht nur heute, wo du das liest, sondern auch weiterhin...). Benenne jede Erfahrung einfach als SEHEN-HÖREN-SPÜREN-RIECHEN-SCHMECKEN-DENKEN (nur das Wahrnehmen, dass Gedanken da sind)

Das könnte so aussehen:

Eine Tasse wahrnehmen = sehen
Der Geruch von Kaffee = riechen
Die Wärme der Tasse = spüren
Das Klirren des Löffels in der Tasse beim Umrühren = hören
Gedanke jetzt gleich einen Schluck zu nehmen = denken
Einen Baum im Blickfeld = sehen
Den Wind im Gesicht = spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = schmecken .
Ein vorbeifahrendes Auto = hören.
Gedanke an die Arbeit = denken . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).

Es gibt zwei Arten von Gedanken:

1- Der Gedanke weist auf etwas was in diesem Moment via Sinne wahrnehmbar ist – der Gedanke ‚labelt‘.
2- Der Gedanke weist auf einen anderen Gedanken, das ist Gedankeninhalt und die Geschichte, die erzählt wird.

Erzähl mal, wie das ging und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele.

Bin schon gespannt, wie es dir damit geht.....:)
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Mon Feb 18, 2019 7:03 pm

Ein Gedanke könnte auftauchen: "aber da ist doch dein Finger, der die Taste berührt, da m u s s eine Trennung sein. Der Gedanke kann die Trennung jedoch nicht erschaffen.

Lass dich da noch mal mit deinem ganzen Wesen auf diese Übung ein, lass den Gedanken aufsteigen (oder lies es einfach da ab): „aber da ist doch dein Finger, der die Taste berührt, da m u s s eine Trennung sein“, und dann geh ganz ins Fühlen.

Spür einfach nur die reine Empfindung... Und dann frage dich wirklich ganz andächtig, ernsthaft, neugierig: Ist es wahr was der Gedanke sagt? Beantworte aus dem reinen Spüren heraus...
Nein, dieser Gedanke hat natürlich keinen wahren Inhalt, ich habe nur wahrgenommen, dass er da war und auch als etwas, das das reine Fühlen versucht, zu verunsichern (was natürlich auch wieder ein Gedanke war ;-)).


Es ist interessant, ich hatte diese Übung, die du heute vorgeschlagen hast, schon den ganzen Vormittag gemacht, und lese nun mittags deine Anregung dazu :-).
Durch dieses Spüren der Sinneswahrnehmungen ohne sie gedanklich zu kommentieren, fühlt sich alles weiter und irgendwie "freier" an.
Ich schaue mir z. B. einen Baum an und "sehe" nur. Ohne die Gedanken, die sonst da sind (wie schön dieser Baum ist, wie schön er erst sein wird, wenn er anfängt zu sprießen etc). Vögel fliegen - und sie fliegen einfach, nichts weiter. Da sind Menschen, und nehme sie nur wahr in diesem "lebendigen Bild mit Tönen" (ohne mich, wie sonst evtl., zu fragen, ob ich diese Menschen kenne, wo sie wohl hinlaufen etc.) Ich höre die Vögel draußen, manchmal ein Auto und es sind einfach nur Geräusche :-)
Und da ist die Berührung mit dem Stuhl, auf dem mein Körper sitzt und es ist nur das Fühlen, das nichts mit einem "ich " zu tun hat.
Wenn ich eine Zeit lang in dieser besonderen Aufmerksamkeit für das Sehen, das Hören, das Fühlen, das Riechen, das Schmecken bin, komme ich in einen sehr ruhigen Zustand. Ab und zu kommt ein Gedanke (und erinnert mich z. B. an meine To-Do's), aber es sind einfach nur vorüberziehende Gedanken.
Ich werde dran bleiben :-)

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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Tue Feb 19, 2019 11:58 am

Nein, dieser Gedanke hat natürlich keinen wahren Inhalt, ich habe nur wahrgenommen, dass er da war und auch als etwas, das das reine Fühlen versucht, zu verunsichern
Kann ein Gedanke etwas tun? So wie versuchen zu verunsichern?

Wenn ich eine Zeit lang in dieser besonderen Aufmerksamkeit für das Sehen, das Hören, das Fühlen, das Riechen, das Schmecken bin, komme ich in einen sehr ruhigen Zustand. Ab und zu kommt ein Gedanke (und erinnert mich z. B. an meine To-Do's), aber es sind einfach nur vorüberziehende Gedanken.
Wunderbar :) Übe das einfach weiter, wann immer es dir einkommt, mit oder ohne Benennen der Sinneswahrnehmungen. Das ist einfach nur eine gute Hilfestellung, wenn die Interpretationen wieder in den Vordergrund rücken, und um immer wieder die direkte Erfahrung wahrzunehmen...

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Achte bitte auf alle Reaktionen, Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken, wenn du die folgenden Sätze liest:

Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben. Auch jetzt in diesem Moment nicht. Es gibt niemanden, der richtig sehen, spüren, niemanden der es jetzt mit dem Intellekt und mit dem Herzen versteht – und es jemals wirklich erkennen, erleben kann. Keine Ricarda, die ein Ego ist und Einssein erfahren könnte. Kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.

Schreibe alles Reaktionen gleich auf.

:)
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Wed Feb 20, 2019 8:56 am

Nein, dieser Gedanke hat natürlich keinen wahren Inhalt, ich habe nur wahrgenommen, dass er da war und auch als etwas, das das reine Fühlen versucht, zu verunsichern

Kann ein Gedanke etwas tun? So wie versuchen zu verunsichern?
Gedanken haben ja Wirkungen, sie ziehen andere Gedanken nach sich. Ein zweifelnder Gedanke wie dieser kann eigentlich nur ein Gedankengebilde in Unsicherheit bringen ;-)
Achte bitte auf alle Reaktionen, Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken, wenn du die folgenden Sätze liest:

Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben. Auch jetzt in diesem Moment nicht. Es gibt niemanden, der richtig sehen, spüren, niemanden der es jetzt mit dem Intellekt und mit dem Herzen versteht – und es jemals wirklich erkennen, erleben kann. Keine Ricarda, die ein Ego ist und Einssein erfahren könnte. Kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.

Schreibe alles Reaktionen gleich auf.
In diesen paar Sätzen ist alles enthalten, was es zu wissen gibt. Es geht nur darum, loszulassen. Ich (Ricarda) kann und muss nichts dazu tun, das Leben fließt, das Sein ist sowieso immer. Wenn ich nur im Spüren und Sehen und hören bin, ist da so eine Leichtigkeit, Weite, Zufriedenheit. Ich spüre, dass es so ist, dass das die Wahrheit ist, und Ricarda könnte eigentlich loslassen. Das berührt mich sehr. Meine Körperreaktion geht von Herzklopfen bis zu Tränen weil ich so gerührt bin von dieser Wahrheit.

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Barb
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Barb » Wed Feb 20, 2019 12:48 pm

Gedanken haben ja Wirkungen, sie ziehen andere Gedanken nach sich.
Schau nochmal nach, stimmt das wirklich? Manchmal scheint es vielleicht so, aber ist das nicht auch nur ein Gedanke der das sagt?
In diesen paar Sätzen ist alles enthalten, was es zu wissen gibt. Es geht nur darum, loszulassen.
Wer sollte was loslassen?
Ich (Ricarda) kann und muss nichts dazu tun, das Leben fließt, das Sein ist sowieso immer.
Was ist Ricarda?
Wenn ich nur im Spüren und Sehen und hören bin, ist da so eine Leichtigkeit, Weite, Zufriedenheit.

Nimm mal dieses Spüren oder Sehen oder Hören wahr, und dann schau ganz genau: Ist da wirklich ein „ich“, eine Ricarda, die „im“ Spüren, Sehen oder Hören ist? Ist da eine Trennung? Oder ist da einfach nur Spüren-Sehen-Hören?
Ich spüre, dass es so ist, dass das die Wahrheit ist, und Ricarda könnte eigentlich loslassen.

Ist Ricarda mehr als eine Ansammlung von Gedanken? Eine Geschichte? Kann ein Gedanke etwas tun, wie loslassen? Könnte „Ricarda“ denn loslassen? Und was sollte losgelassen werden?
Das berührt mich sehr. Meine Körperreaktion geht von Herzklopfen bis zu Tränen weil ich so gerührt bin von dieser Wahrheit.
Ist da jemand der gerührt ist, oder ist da einfach nur Rührung, Herzklopfen, Tränen?

:)
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Ricarda
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Re: Der Nebel lichtet sich

Postby Ricarda » Wed Feb 20, 2019 11:45 pm

Gedanken haben ja Wirkungen, sie ziehen andere Gedanken nach sich.

Schau nochmal nach, stimmt das wirklich? Manchmal scheint es vielleicht so, aber ist das nicht auch nur ein Gedanke der das sagt?
Ja natürlich, es ist auch ein Gedanke, der das sagt.

In diesen paar Sätzen ist alles enthalten, was es zu wissen gibt. Es geht nur darum, loszulassen.

Wer sollte was loslassen?
Dieses Gedankenkonstrukt, das denkt es existiere, gibt es ja nicht.
Wenn ich im Fühlen bin, kann ich dieses Konstrukt auch nicht wahrnehmen.
Nur wenn ich - wie jetzt gerade, beim reflektieren und nachdenken bin, dann lassen die Gedanken wieder diese "Ich-Rolle" entstehen. Es geht darum, diese "Geschichte" der Ricarda und die Vorstellung, etwas tun zu müssen, etwas zu bewirken, aufzugeben.

Ich (Ricarda) kann und muss nichts dazu tun, das Leben fließt, das Sein ist sowieso immer.

Was ist Ricarda?
Ein Gedankenkonstrukt
Wenn ich nur im Spüren und Sehen und hören bin, ist da so eine Leichtigkeit, Weite, Zufriedenheit.


Nimm mal dieses Spüren oder Sehen oder Hören wahr, und dann schau ganz genau: Ist da wirklich ein „ich“, eine Ricarda, die „im“ Spüren, Sehen oder Hören ist? Ist da eine Trennung? Oder ist da einfach nur Spüren-Sehen-Hören?
Du hast Recht, da gibt es keine Trennung, da ist nur das Fühlen-Sehen-Hören, niemand der das tut.
Erst wenn Gedanken kommen, die alten Denkmuster, dann fühle ich mich als Ricarda, die verschiedene Aufgaben hat und Dinge erledigt.
Ich spüre, dass es so ist, dass das die Wahrheit ist, und Ricarda könnte eigentlich loslassen.

Ist Ricarda mehr als eine Ansammlung von Gedanken? Eine Geschichte? Kann ein Gedanke etwas tun, wie loslassen? Könnte „Ricarda“ denn loslassen? Und was sollte losgelassen werden?
Ich als Person bin eine Ansammlung von Gedanken, eine Vorstellung.
Ich werde ja das Denken nicht aufhören können, aber ich möchte diesen Gedanken, dass es getrennt existierende Wesen gibt, nicht weiter glauben.

Das berührt mich sehr. Meine Körperreaktion geht von Herzklopfen bis zu Tränen weil ich so gerührt bin von dieser Wahrheit.

Ist da jemand der gerührt ist, oder ist da einfach nur Rührung, Herzklopfen, Tränen?
Da sind nur diese Empfindungen, niemand zu dem sie gehören oder der sie fühlt. Herzklopfen ist. Rührung ist.


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