wirklich erfahren

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Lily234
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Tue Sep 15, 2020 9:10 am

Ist noch irgendwo ein Glauben an „Trennung“ vorhanden? Schau da mal genau nach...
Ja, da ist noch ein Glauben vorhanden.

Im Moment kommt öfter mal Trauer und Wut hoch. Die genauen Gründe kann ich noch nicht genau erkennen. Es scheint etwas aus der Vergangenheit zu sein..

Zusätzlich kommt Ärger auf, darüber, dass diese Gedanken und Empfindungen nicht einfach akzeptiert werden und stattdessen auf ein jemand (ich) bezogen werden. Dann wird geschaut, wer und wo ist das ‚ich’?. Es ist nicht auffindbar, dann ein sich-ärgern-über das ‚nicht weiterkommen’ . Gedanken über ‚es wurden so viele Dinge schon gesehen und jetzt wieder ein Zurückfallen’ Enttäuschung macht sich breit.
Die Wut und die Trauer auf der einen Seite und das nicht- weiterkommen auf der anderen.
Es scheint also noch Trennung vorhanden zu sein.

Du hattest ja geschrieben, dass in diesem Prozess evtl. vieles hochkommen wird. Es ist ja auch eigentlich ok.. aber diese körperlichen Empfindungen wie ‚Druckgefühl im Brustbereich‘ usw werden noch sehr persönlich empfunden.



Zu der Übung:

Das Geschehen ohne Ton ist friedlich, ruhig. Ein Beobachten von Bewegungen und Farben.

Mit Ton ist es völlig anders.
Als wenn der Kommentator, das Spiel mit seinen Worten lenken könnte.

Weniger ein Beobachten sondern ein Mitfiebern, ein Ziel muss erreicht werden.
Viele Gedanke tauchen auf: Nur das eine Team soll gewinnen. Der Spieler hat nicht fair gespielt usw.
Spannung, Unruhe, Stress wird wahrgenommen.

Gedanken/ Worte scheinen das Geschehen nicht nur zu beeinflussen sondern auch zu verfälschen.
Sie erzählen also nicht die Wahrheit.
Wenn alle Gedankeninhalte nur Geschichte sind, dann bleibt nur das Wahrnehmen, Beobachten, Ruhe, Stille.


Wünsche Dir einen sonnigen Tag,

Liebe Grüße,
Lily

barb
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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Tue Sep 15, 2020 12:04 pm

Ist noch irgendwo ein Glauben an „Trennung“ vorhanden? Schau da mal genau nach...
Ja, da ist noch ein Glauben vorhanden.
Wie manifestiert sich dieser Glaube? Wie zeigt sich "Trennung"?
Im Moment kommt öfter mal Trauer und Wut hoch. Die genauen Gründe kann ich noch nicht genau erkennen. Es scheint etwas aus der Vergangenheit zu sein
Ist es denn wichtig die Gründe zu kennen? Wozu? Was willst du damit machen wenn du einen Grund findest? Woher willst du dann überhaupt wissen ob das den Tatsachen entspricht, dass das und das der Grund ist?

Versuche immer wieder die körperlichen Empfindungen zu den Emotionen zu beobachten, ganz neugierig, wie ein Wissenschaftler mit ein bisschen Abstand...
Zusätzlich kommt Ärger auf, darüber, dass diese Gedanken und Empfindungen nicht einfach akzeptiert werden und stattdessen auf ein jemand (ich) bezogen werden. Dann wird geschaut, wer und wo ist das ‚ich’?. Es ist nicht auffindbar, dann ein sich-ärgern-über das ‚nicht weiterkommen’ . Gedanken über ‚es wurden so viele Dinge schon gesehen und jetzt wieder ein Zurückfallen’ Enttäuschung macht sich breit.
Ist das nicht ein wunderbares Beispiel, dass es keine Kontrolle gibt? Wenn es ein „Ich“ geben würde, dass die Fäden in der Hand hätte, dann würde es das doch sicher nicht zulassen, oder? Würde es nicht etwas machen, damit man sich immer gut fühlt?

Diese Achterbahnfahrt ist ganz normal und kann noch ne Weile andauern... Versuch dich zu entspannen so gut du kannst, lehn dich zurück und genieße die Show... :)
Die Wut und die Trauer auf der einen Seite und das nicht- weiterkommen auf der anderen.
Es scheint also noch Trennung vorhanden zu sein.
Was davon ist "Trennung"?
Wohin willst du „weiterkommen“?
Was musst du wissen oder tun um zu sein?

Wenn alle Gedankeninhalte nur Geschichte sind, dann bleibt nur das Wahrnehmen, Beobachten, Ruhe, Stille
Ist das wirklich wahr?
Wie fühlt es sich an mit diesen Gedanken, dass immer nur Stille und Ruhe sein sollte?
Wie wäre es wenn diesen Gedanken nicht geglaubt werden würde?


Nehmen wir mal das Meer als Metapher her: Ist das Meer nur das Meer, wenn es ruhig und still ist?
Oder Wasser: Wann ist Wasser nass? Braucht es dazu irgendwelche bestimmten Voraussetzungen, damit Wasser nass ist?
Ist das Meer nicht immer das Meer? Ob Regen, Sturm, Sonnenschein, hohe Wellen, keine Wellen, Tag, Nacht.... usw.....
Ist Wasser nicht immer nass? Ob kalt, warm, schlammig, ruhig, prasselnd... Nass ist nass... :)

Und wie ist es mit wahrnehmen/Sein?
Welche Voraussetzungen braucht es?
Wohin musst du gehen um zu sein?


Hier jetzt von da wo du gerade sitzt, steh auf und gehe in Richtung Sein (tu es wirklich, nicht nur gedanklich)!



Wie weit musstest du gehen?

Take it easy, mach dir keinen Druck es geht wirklich nur um Nichts... :))

Dir auch ganz viel Sonnenschein... <3
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Thu Sep 17, 2020 11:04 am

Wie manifestiert sich dieser Glaube? Wie zeigt sich "Trennung"?
Es sind anscheinend noch einige Glaubenssätze am Werk..
Es gab bisher die Überzeugung, dass
Trauer, Wut und Ablehnung in die Trennung führen und somit nicht Teil des Ganzen sein können.
Die Erwartung, dass immer Frieden sein müsste, um sich mit dem Leben verbunden zu fühlen. Beim Schreiben fällt auf, wie unrealistisch das ist. Fast schon wieder amüsant..
Es wird jetzt gesehen, dass diese (wie ich gelernt habe, negativen) Stimmungen und Gefühle zum Leben gehören. Sie sind auch durchaus sinnvoll.
Im Moment kommt öfter mal Trauer und Wut hoch. Die genauen Gründe kann ich noch nicht genau erkennen. Es scheint etwas aus der Vergangenheit zu sein

Ist es denn wichtig die Gründe zu kennen? Wozu? Was willst du damit machen wenn du einen Grund findest? Woher willst du dann überhaupt wissen ob das den Tatsachen entspricht, dass das und das der Grund ist?
Interessant, dass ‚ich’ meint, für alles eine Erklärung haben zu müssen..
Wenn Trauer und Wut da sind, dann ist das so, unabhängig von den Gründen.
Gründe und Erklärungen wären wieder Gedankengeschichten.
Aber was ist dann mit der Verantwortung,
wenn wirklich alles da sein darf?
Die existiert dann nicht, oder?
Gedanken über verantwortungsloses Handeln, Gewalt, Politik, Kriege usw.

Versuche immer wieder die körperlichen Empfindungen zu den Emotionen zu beobachten mit ein bisschen Abstand..
Das gelingt mir noch nicht so gut.. ich übe weiterhin :)
Ich merke erst im nachhinein (also mit zeitlichem Abstand) wie sehr den Gedankengeschichten noch geglaubt wird.
A propos Abstand, mir ist aufgefallen, dass ich ‚mich‘ nun häufiger beobachte, was ich sage und tue in Interaktion mit anderen. Manchmal ist dann Verwunderung da über Dinge, die ich sage. Da muss ich dann schon mal schmunzeln, so nach dem Motto: Kam das gerade aus meinem Mund? :)

Ist das nicht ein wunderbares Beispiel, dass es keine Kontrolle gibt? Wenn es ein „Ich“ geben würde, dass die Fäden in der Hand hätte, dann würde es das doch sicher nicht zulassen, oder? Würde es nicht etwas machen, damit man sich immer gut fühlt?
Ja stimmt, wenn ‚ich‘ es kontrollieren könnte, dann würde ich ‚mir‘ nur schöne und konstruktive Gedanken machen.
Die Wut und die Trauer auf der einen Seite und das nicht- weiterkommen auf der anderen.
Es scheint also noch Trennung vorhanden zu sein.
Was davon ist "Trennung"?
Wohin willst du „weiterkommen“?
Was musst du wissen oder tun um zu sein?
Das ‚ich‘, das was will, erzeugt die Trennung. Das ‚weiterkommen‘ ist wieder eine Gedankengeschichte.
Um zu sein, braucht es nichts.
Wenn alle Gedankeninhalte nur Geschichte sind, dann bleibt nur das Wahrnehmen, Beobachten, Ruhe, Stille
Ist das wirklich wahr?
Wie fühlt es sich an mit diesen Gedanken, dass immer nur Stille und Ruhe sein sollte?
Wie wäre es wenn diesen Gedanken nicht geglaubt werden würde?
Nein, mit Ruhe und Stille war gemeint, dass, wie beim Fussballspiel ohne Ton, dann nur ein friedliches, stilles Beobachten bleibt. Ein Wahrnehmen aller Dinge, sowohl Sonne, Sturm und Regen, um bei dem Beispiel ‚Meer‘ zu bleiben.
Und wie ist es mit wahrnehmen/Sein?
Welche Voraussetzungen braucht es?
Wohin musst du gehen um zu sein?
Sein ist immer da. Man kann nicht weniger oder mehr ‚sein‘. Man muss also nirgendwohin, um zu sein.

Liebe Grüße,
Lily

barb
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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Thu Sep 17, 2020 12:32 pm

Ich komme heute leider nicht dazu zu antworten, melde mich morgen wieder... :)
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Thu Sep 17, 2020 1:08 pm

alles klar ;)

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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Fri Sep 18, 2020 11:03 am

Es sind anscheinend noch einige Glaubenssätze am Werk..
So what? Ist da die Erwartung, dass alle Glaubenssätze auf einmal mit einem Riesen-Champagnerkorkenknall abhauen? Und danach nur noch Regenbogenland da ist? ;)

Natürlich werden da immer wieder welche hochkommen (bewusst werden) aber sobald der hartnäckigste – nämlich dass es eine getrennte Steuerinstanz namens „Ich“ gibt – durchschaut ist, verlieren die mehr und mehr ihren Grip.
Es gab bisher die Überzeugung, dass
Trauer, Wut und Ablehnung in die Trennung führen und somit nicht Teil des Ganzen sein können.
Wie könnte das Ganze „ganz“ sein, wenn irgendwas davon getrennt wäre?
Die Erwartung, dass immer Frieden sein müsste, um sich mit dem Leben verbunden zu fühlen. Beim Schreiben fällt auf, wie unrealistisch das ist. Fast schon wieder amüsant..
Es wird jetzt gesehen, dass diese (wie ich gelernt habe, negativen) Stimmungen und Gefühle zum Leben gehören. Sie sind auch durchaus sinnvoll.
Wunderbar :)
Interessant, dass ‚ich’ meint, für alles eine Erklärung haben zu müssen..
Wieso braucht es dazu ein „ich“ das irgendetwas meint? Ist es nicht stimmiger zu sagen, dass da einfach die Tendenz vorhanden ist für alles eine Erklärung haben zu wollen?
Aber was ist dann mit der Verantwortung,
wenn wirklich alles da sein darf?
Die existiert dann nicht, oder?
Gedanken über verantwortungsloses Handeln, Gewalt, Politik, Kriege usw.
Sag du es mir... :) Wie ist das so, wie kann das sein?
Das gelingt mir noch nicht so gut.. ich übe weiterhin :)
Ich merke erst im nachhinein (also mit zeitlichem Abstand) wie sehr den Gedankengeschichten noch geglaubt wird.
Das ist wirklich sehr gut dass du es bemerkst, und wenn du weiterhin beobachtest, wird das immer schneller gehen... :)
A propos Abstand, mir ist aufgefallen, dass ich ‚mich‘ nun häufiger beobachte, was ich sage und tue in Interaktion mit anderen. Manchmal ist dann Verwunderung da über Dinge, die ich sage. Da muss ich dann schon mal schmunzeln, so nach dem Motto: Kam das gerade aus meinem Mund? :)
Hihi :))
Das ‚ich‘, das was will, erzeugt die Trennung.
Also wollen = ich? Und durch das Wollen eines Ichs ist da Trennung? Schau noch mal genau nach ob das wirklich wahr ist!
Was von der Trennung ist direkt erfahrbar? Sieh hin – hör zu – spür nach! Ist da irgendwo eine Grenze zu finden?
Sein ist immer da. Man kann nicht weniger oder mehr ‚sein‘. Man muss also nirgendwohin, um zu sein.
Ist „Sein“ zu wenig?


:)
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Sun Sep 20, 2020 9:56 am

Ist da die Erwartung, dass alle Glaubenssätze auf einmal mit einem Riesen-Champagnerkorkenknall abhauen? Und danach nur noch Regenbogenland da ist? ;)
Eher unwahrscheinlich :)
Es gab bisher die Überzeugung, dass
Trauer, Wut und Ablehnung in die Trennung führen und somit nicht Teil des Ganzen sein können.
Wie könnte das Ganze „ganz“ sein, wenn irgendwas davon getrennt wäre?
Es gibt keine Trennung. Auch diese Überzeugung ist letzendlich ein Gedanke, mehr nicht. Er gehört zum Ganzen wie alles andere auch, das im hier und jetzt erscheint.

Interessant, dass ‚ich’ meint, für alles eine Erklärung haben zu müssen..
Wieso braucht es dazu ein „ich“ das irgendetwas meint? Ist es nicht stimmiger zu sagen, dass da einfach die Tendenz vorhanden ist für alles eine Erklärung haben zu wollen?
Die Frage stellt sich wieder, wer will die Erklärung? Es braucht kein ‚ich‘ dazu. Auch das ist wieder etwas Angelerntes, (vorallem negative) Stimmungen analysieren und erklären zu wollen/ müssen.
Auch das ist einfach da und gehört zum Spiel/ Leben/ Sein.
Aber was ist dann mit der Verantwortung,
wenn wirklich alles da sein darf?
Die existiert dann nicht, oder?
Gedanken über verantwortungsloses Handeln, Gewalt, Politik, Kriege usw.
Sag du es mir... :) Wie ist das so, wie kann das sein?
Die Gedanken können wir uns nicht aussuchen. Das Handeln resultiert aus den Gedanken heraus, manchmal aber auch nicht.
Die erste Frage, die auftaucht: Wer ist verantwortlich? Da es ja niemanden gibt, kann man niemanden verantwortlich machen. Es gibt also keine handelnde Person, die für die Folgen ‚seiner‘ Handlungen einstehen könnte.
Es gibt keine Verantwortung :)
Erstaunen über all die Handlungen, die täglich ablaufen. Wie durch ein Wunder funktionieren die Dinge tagtäglich irgendwie..

Das ‚ich‘, das was will, erzeugt die Trennung.
Also wollen = ich? Und durch das Wollen eines Ichs ist da Trennung? Schau noch mal genau nach ob das wirklich wahr ist!
Was von der Trennung ist direkt erfahrbar? Sieh hin – hör zu – spür nach! Ist da irgendwo eine Grenze zu finden?
Trennung existiert nur in Gedanken, die vorgaukeln, dass es ein ‚ich‘ , eine Person gibt, die weiterkommen will.
In Wirklichkeit gibt es keine Person und kein Weiterkommen. Es kann nicht anders wahrgenommen werden ausser als Gedanke. Genauer gesagt, als ein Gedankeninhalt.

Sein ist immer da. Man kann nicht weniger oder mehr
‚sein‘. Man muss also nirgendwohin, um zu sein.
Ist „Sein“ zu wenig?
Viel gegrübelt über diese Frage, dann gefühlt :) Nein, es ist alles immer da im Sein.

Liebe Grüße,

Lily

barb
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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Sun Sep 20, 2020 11:09 am

Eher unwahrscheinlich :)
Haha, ja ganz bestimmt ziemlich unwahrscheinlich :)
ABER: Die Frage ist, ob vielleicht irgendwo so eine oder eine ähnliche Erwartung schlummert.. Schau da mal nach, es sind nämlich hauptsächlich die Erwartungen die ein Hindernis bilden.

Die Erwartung dass irgendetwas anders sein sollte/könnte als es ist, obwohl immer nur das sein kann was jetzt gerade da ist (inklusive aller Gedanken, Gefühle, Glaubenssätze, Identifikationen und auch Erwartungen... ;)) Es geht nur ums SEHEN, darum zu sehen was alles da ist, nichts davon muss verschwinden. Wenn du eine Fata Morgana in der Wüste als solche identifizierst, verschwindet sie deshalb ja nicht. Sie schaut noch ganz real aus, du weißt einfach nur, dass es nur eine Luftspiegelung ist...
Die Frage stellt sich wieder, wer will die Erklärung? Es braucht kein ‚ich‘ dazu. Auch das ist wieder etwas Angelerntes, (vorallem negative) Stimmungen analysieren und erklären zu wollen/ müssen.
Auch das ist einfach da und gehört zum Spiel/ Leben/ Sein.
Ja genau, es ist ja auch nichts verkehrt daran... :) Durch das "richtige, unpersönliche" Analysieren könnten auch einige gute Einsichten kommen. Das Werkzeug der Vernunft ist ja ein ganz wunderbares... :)
Die Gedanken können wir uns nicht aussuchen. Das Handeln resultiert aus den Gedanken heraus, manchmal aber auch nicht.
Die erste Frage, die auftaucht: Wer ist verantwortlich? Da es ja niemanden gibt, kann man niemanden verantwortlich machen. Es gibt also keine handelnde Person, die für die Folgen ‚seiner‘ Handlungen einstehen könnte.
Es gibt keine Verantwortung :)
Erstaunen über all die Handlungen, die täglich ablaufen. Wie durch ein Wunder funktionieren die Dinge tagtäglich irgendwie..
:))
Ja, so wie es die Natur schon seit immer macht, try and fail – Versuch macht kluch... (oder auch nicht...;) )
Trennung existiert nur in Gedanken, die vorgaukeln, dass es ein ‚ich‘ , eine Person gibt, die weiterkommen will.
In Wirklichkeit gibt es keine Person und kein Weiterkommen. Es kann nicht anders wahrgenommen werden ausser als Gedanke. Genauer gesagt, als ein Gedankeninhalt.

Sein ist immer da. Man kann nicht weniger oder mehr ‚sein‘. Man muss also nirgendwohin, um zu sein.
Ist „Sein“ zu wenig?
Viel gegrübelt über diese Frage, dann gefühlt :) Nein, es ist alles immer da im Sein.
Wunderbar :)

Es wäre eine gute Idee eine Gelegenheit zu finden, in der Natur oder in einem Park mit einigen Bäumen spazieren zu gehen.


Sobald du dort bist, setze dich oder stehe einfach für eine Weile still und bemerke, was passiert: Vogelgezwitscher, Wind, vielleicht Sonne, Bäume, Gras, vielleicht Wasser, alle Erlebnisse die in diesem Moment geschehen. Tiere, Geräusche, Insekten. Alles ist gleichzeitig lebendig und erfahrbar. Und bemerke auch Gefühle und Gedanken, die geschehen.

Suche nun nach einer Grenze oder Trennung in der Erfahrung, hinter der sich "Du" befindest und hinter der sich "alles andere" befindet.

Ist es möglich, eine solche Grenze zu finden?


Dann frage dich:

Woher kommt all das Steuern in der Natur?
Woher weiß der Vogel, das er jetzt weg fliegen muss?
Woher weiß der Baum, das die Blätter fallen müssen, dass er jetzt ruhen muss?
Wer bewegt das Gras?


Schau dir das alles mit den Augen eines Kindes an!

Du kannst dich auch in ein Café setzen und dort das Treiben beobachten, oder du schaust einfach aus dem Fenster, auf den Verkehr oder so... Was auch immer für dich möglich ist..

Sei ganz im Moment, wenn du bemerkst, dass du in Gedanken bist, dann freue dich, dass du es gemerkt hast und komme wieder zum Beobachten zurück.

Dann schau: Ist da ein Beobachter? Oder ist da einfach “beobachten”? Fehlt hier irgendetwas? Ist hier irgendetwas unvollständig? Könnte jemals etwas unvollständig sein? Könnte irgendein Moment jemals anders sein als er gerade ist? Sollte irgendetwas geschehen/könnte irgendwas gefunden werden, damit dieser Moment "vollständiger" wäre?

Genussvolles Schauen... :)
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Tue Sep 22, 2020 12:22 pm

Liebe Barb,

ich werde dir morgen antworten :)

Wünsche Dir einen wunderschönen Tag,

liebe Grüße!

Lily

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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Tue Sep 22, 2020 12:53 pm

Hi!

Lass dir gerne ein paar Tage Zeit, es ist doch total spannend zu beobachten wie alles von alleine geschieht, oder?

Alles Liebe und dir auch einen wunderschönen Tag <3
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Wed Sep 23, 2020 1:19 pm

ABER: Die Frage ist, ob vielleicht irgendwo so eine oder eine ähnliche Erwartung schlummert.. Schau da mal nach, es sind nämlich hauptsächlich die Erwartungen die ein Hindernis bilden.
Bis vor ein paar Tagen waren da noch folgende Erwartungen:
das Erleben/ Fühlen soll anders ( intensiver) sein als es ist
weniger von Gedanken leiten lassen
Weniger Identifikation mit Gedanken haben

Seit gestern werden die Erwartungen distanzierter gesehen. Sie sind dann einfach da wie alles andere auch (Gefühle, Glaubenssätze usw). Mit dem Unterschied, dass ich mich nicht mehr reinziehen lasse in Geschichten und Dramen. Wenn die Dinge anders laufen als erwartet, dann wird das nicht mehr persönlich genommen.

Liebe Barb, da ist eine Frage, die immer wieder auftaucht: Wenn die Illusion durchschaut wird, werden dann unangenehme körperliche Empfindungen ( zB Verspannung, Bauchschmerzen) ‚nur‘ wahrgenommen? Also fällt die Bewertung, dann weg oder wird sie einfach gesehen, dass sie auftaucht ( die Bewertung)?

Oder ist das wieder eine Erwartung, die in den hinteren Ecken irgendwo noch bei mir schlummert ;)

Beim Spaziergang im Park wird gesehen, dass alles gleichzeitig erfahren wird, das Hören des Vogelgezwitschers, das Sehen der Farben, das Fühlen des Windes im Gesicht, inklusive Gedanken, Gefühle.
Suche nun nach einer Grenze oder Trennung in der Erfahrung, hinter der sich "Du" befindest und hinter der sich "alles andere" befindet.
Ist es möglich, eine solche Grenze zu finden?
Nein, es ist alles gleichzeitig hier.
Woher kommt all das Steuern in der Natur?
Woher weiß der Vogel, das er jetzt weg fliegen muss?
Woher weiß der Baum, das die Blätter fallen müssen, dass er jetzt ruhen muss?
Wer bewegt das Gras?
Ich habe lange darüber nachgedacht.
Keine Antworten gefunden..
Es bleibt ein Staunen über all diese wunderschönen Dinge in der Natur. Auch das Wahrnehmen, es ist einfach immer da. Unglaublich! Ein Gefühl von Dankbarkeit kommt auf, das alles erleben zu dürfen.
Es fehlt nichts. Es kann nur so sein wie es jetzt gerade ist. Der Moment ist so wie er jetzt ist, bereits vollkommen.

Ich werde deinen Rat befolgen und mir paar Tage Zeit lassen mit dem Beobachten :) Es ist wirklich spannend..

Einen sonnigen Tag!

Liebe Grüße,
Lily

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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Wed Sep 23, 2020 1:54 pm

Bis vor ein paar Tagen waren da noch folgende Erwartungen:
das Erleben/ Fühlen soll anders ( intensiver) sein als es ist
weniger von Gedanken leiten lassen
Weniger Identifikation mit Gedanken haben
Das ist einfach eine Übungssache, immer wieder nachschauen. Sobald der Mechanismus mal erkannt ist, beginnt er sich eventuell langsam aufzulösen - jedoch hinschauen muss man trotzdem weiterhin... :)
Seit gestern werden die Erwartungen distanzierter gesehen. Sie sind dann einfach da wie alles andere auch (Gefühle, Glaubenssätze usw). Mit dem Unterschied, dass ich mich nicht mehr reinziehen lasse in Geschichten und Dramen. Wenn die Dinge anders laufen als erwartet, dann wird das nicht mehr persönlich genommen.
Sehr schön :)
Liebe Barb, da ist eine Frage, die immer wieder auftaucht: Wenn die Illusion durchschaut wird, werden dann unangenehme körperliche Empfindungen ( zB Verspannung, Bauchschmerzen) ‚nur‘ wahrgenommen? Also fällt die Bewertung, dann weg oder wird sie einfach gesehen, dass sie auftaucht ( die Bewertung)?

Oder ist das wieder eine Erwartung, die in den hinteren Ecken irgendwo noch bei mir schlummert ;)
Hihi, ja ganz genau! Wieder eine Erwartung, aber ist gar nicht mehr so in der hinteren Ecke, denn jetzt ist sie zum Vorschein gekommen... ;) Wenn wir wieder das Beispiel von der Fata Morgana nehmen: Verändert die irgendwie ihr Aussehen, ihre Erscheinung, sobald erkannt wird dass sie nicht real ist? Oder schaut sie gleich aus, mit dem einzigen Unterschied dass du nun weißt, dass es eine Illusion ist?

Verspannungen erscheinen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder was auch immer erscheinen, Bewertungen erscheinen oder nicht... Es ist ja jetzt auch kein "Ich" da, das irgendwas macht, es geschieht ja jetzt auch alles von alleine... Wie könnte dann - nachdem auch dieses getrennte "Ich" als Erscheinung erkannt wurde - irgendwas anders sein? Außer dass die Perspektive mit der geschaut wird sich ein wenig verändert...
Es bleibt ein Staunen über all diese wunderschönen Dinge in der Natur. Auch das Wahrnehmen, es ist einfach immer da. Unglaublich! Ein Gefühl von Dankbarkeit kommt auf, das alles erleben zu dürfen.
Es fehlt nichts. Es kann nur so sein wie es jetzt gerade ist. Der Moment ist so wie er jetzt ist, bereits vollkommen.
Wunderschön <3
Ich werde deinen Rat befolgen und mir paar Tage Zeit lassen mit dem Beobachten :) Es ist wirklich spannend...
Sehr gerne! Lass mal ein bisschen sacken und melde dich einfach wenn dir danach ist, vielleicht taucht bei dir noch irgendwas auf was du näher anschauen möchtest. Und wenn nicht, dann habe ich noch ein paar Fragen für dich... :)

Alles Liebe und genieße das Staunen <3
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Mon Sep 28, 2020 7:37 am

Liebe Barb,

Ich hoffe, es geht Dir bestens!
Ich berichte mal von den letzten Tagen.

Es läuft alles wie gewohnt, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Dinge nicht mehr so persönlich genommen werden. Auch ist da ein Grundverständnis dafür, dass alles sein darf.
Freude, Liebe, Traurigkeit genauso wie Stress und Ärger. Es findet sich niemand, dem das alles passiert.
Als wenn sich eine neue Perspektive eingestellt hätte. Das Leben geschieht einfach. Ich habe keinen Einfluss auf das, was passiert.
Manchmal muss ich schmunzeln, wenn ich über die Planung (beruflich als auch privat) für das nächste Jahr nachdenke.
Da ist das schöne Gefühl: das wird sich so ergeben wie es sein soll :)
Das bedeutet nicht, dass ich jetzt nur noch auf der Couch rumhänge und nichts mehr mache, denn auch das geht nicht, sondern, es wird alles entspannter gesehen.

Es wird auch zunehmend öfter gesehen, dass bestimmte Konditionierungen da sind, die wahrscheinlich aus der Vergangenheit kommen also die nichts mit dem hier und jetzt zu tun haben. Das fällt mir vorallem im Umgang mit den Kindern auf, zB wenn ich scharf reagiere auf Dinge, die garnicht so schlimm sind, so als wenn ich der Person Lily zuschauen würde.
Ich werde weiter beobachten.. es ist super interessant!

Vielen lieben Dank Barb!

Lily

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Re: wirklich erfahren

Postby barb » Mon Sep 28, 2020 11:19 am

Hi liebe Lily!

Vielen Dank der Nachfrage, es ist alles ganz wunderbar hier :)

Das was sich bei dir tut hört sich ganz großartig an, es ist immer so eine Freude wenn sehen geschieht... <3

Möchtest du gerne noch einfach so ein wenig weiter beobachten, oder willst du da die eine oder andere Frage mit dazunehmen um zu schauen ob noch irgendwas angeschaut werden will?

Es ist halt so, dass es niemals ein endgültiges "Aus-Fertig-das wars jetzt" geben wird. Es gibt kein endgültiges Ankommen... es ist immer alles am fließen, leben = fließen...

:))
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Re: wirklich erfahren

Postby Lily234 » Mon Sep 28, 2020 5:49 pm

Liebe Barb,

ich würde gerne noch ein wenig weiter beobachten :)


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