Zu viele Gedanken

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Respirata
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Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Wed Aug 19, 2020 2:13 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Es könnte bedeuten, dass ich meine Gedanken nicht so persönlich nehmen muss. Es könnte auch bedeuten, dass ich nicht angreifbar bin und mich auch nicht verteidigen muss.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Eine Freundin hat mich hierher empfohlen.
Mir gefällt, dass es nicht um ein Glaubensbekenntnis geht und dass es Erfahrung beinhaltet und nicht eine weitere Art sein Gehirn mit analysierender mentaler Gymnastik zu füllen.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Ich habe schon eine lange Reise hinter mir und so viele Dinge fühlen sich fanastisch an. Es bleibt, dass mich Gedanken quälen und ich mich oft fühle als ob ich in einem Gefängnis stecke.
Ich habe mich u.A. tiefer und länger beschäftigt mit EFT (Meridian Klopftechnik mit einem emotionalen Anteil) und der Bodo Deletz Akademie. Letzteres ist für mich immernoch sehr hilfreich und begleitet meinen Alltag.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Ich erwarte eine andere Perspektive und darus neue Erkenntnisse.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
7

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seeadler
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Re: Zu viele Gedanken

Postby seeadler » Wed Aug 19, 2020 9:55 pm

Hi!

gerne begleite ich dich dabei, das Konzept des getrennten Selbst zu erforschen. Meine Aufgabe ist es, anhand von Übungen und Fragen darauf hinzuweisen und du musst eigentlich nichts anderes tun, als mit den fünf Sinnen "nachzuschauen".

Denn, wie du schon richtig bemerkt hast, geht es hier nicht darum, über etwas nachzudenken, sondern um Erfahrung, die direkte Erfahrung ("DE").
Dieses schlichte Schauen mit den 5 Sinnen merkt auch, dass es hier kein abgetrenntes "Ich" gibt - es gibt nur das, was gerade da ist, was in diesem Moment erfahren wird. Nur - der Verstand kommt herein und macht es kompliziert und sagt, dass es schwierig und unerreichbar ist. Meine Aufgabe ist es zu versuchen darauf hinzuweisen, dass dieses grundlegende Bewusstsein / Sehen immer da ist und war.

Schau also ganz frisch wie ein Kind...... und schreib mir frei von der Leber weg ;-)
Es ist wichtig, dass du versuchst hierbei in deinem eigenen Interesse zu 100% ehrlich zu sein...

Für die Dauer dieser Untersuchung lass bitte alle Bücher, Videos, Satsangs, andere Threads in diesem Forum oder was auch immer zu dem Thema beiseite, das könnte das direkte Schauen und die Wahrnehmung beeinflussen.

Damit dein Prozess hier im Fluss bleibt, wäre es gut, wenn du möglichst jeden Tag - zumindest aber jeden zweiten Tag antworten könntest. Wenn es mal nicht passen sollte oder du mehr Zeit brauchst, sag einfach Bescheid.

Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte unter diesem Link durch viewtopic.php?f=18&t=6280

Und damit das Lesen einfacher wird, benutze bitte die Zitierfunktion. Wie diese funktioniert findest du hier: viewtopic.php?f=18&t=6275

Wenn das alles grundsätzlich in Ordnung ist für dich, dann lass uns noch einmal deine Erwartungen anschauen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Schau/Spür da bitte nochmal nach! Bestimmt sind Erwartungen da... dürfen sie auch - aber es wichtig, sie zu erkennen, da sie der direkten Erfahrung sehr im Weg sind.

Ich freue mich auf deine Antworten :-)

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Thu Aug 20, 2020 5:34 pm

Hallo seeadler!
Schön, dass du mich begleitest :)
Es ist ganz interessant, dass ich als meine Freundin mir von dieser „Methode“ erzählte, es ganz leicht war, mich hineinspüren zu lassen.
Seitdem ich es „ernst meine“ ist es erstmal schwieriger. :D :D :D
Also
Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?
Ich glaube es wird sich ganz natürlich anfühlen, wenn ich die Ich-Illusion durchschaut habe. Ruhiger vielleicht, klarer. Aber es wird nicht ZischBummPeng machen. Es ist wahrscheinlich wirklich ein wenig, wie durch eine Tür zu gehen. Ein neuer Raum tut sich auf, der aber schon immer da war und einfach nur wahrgenommen wird.
Verändern wird sich vielleicht erstmal nicht viel. Sicherlich wird mich das durch meinen Alltag begleiten und die „Erkenntnis“ wird zu einer veränderten Wahrnehmung führen. Jedenfalls manchmal.
Ich erhoffe mir (haha, jetzt kommt’s), dass ich meine Gedanken langsam aber sicher anders wahrnehmen kann. Sie werden mich nicht verlassen. Die Gedanken gibt es ja eigentlich genau so wenig wie mich, daher können sie auch nicht gehen. Ich wünsche mir, dass die Wahrnehmung des Gedankenkarusells sich verändert. Weniger wichtig wird, weniger präsent ist.
Dass mein Gewahrsam klarer wird. Das ist jetzt natürlich nicht wirklich sinnvoll ausgedrückt, weil wenn ich nicht existiere, was ist dann mit „meinem“ Gewahrsam. Naja, ich werde es erleben. Oder… es wird erlebt werden.

Vielen Dank, dass Du das mit mir durchgehst! <3

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Re: Zu viele Gedanken

Postby seeadler » Thu Aug 20, 2020 10:41 pm

Hallo seeadler!
Schön, dass du mich begleitest :)
Freue mich auch :)
Es ist ganz interessant, dass ich als meine Freundin mir von dieser „Methode“ erzählte, es ganz leicht war, mich hineinspüren zu lassen.
Seitdem ich es „ernst meine“ ist es erstmal schwieriger. :D :D :D
......das ist doch wunderbar wenn du über dein "Ernst-meinen" auch lachen kannst! ;-)
Kein Druck.... einfach Offenheit, und eine spielerische Freude am Entdecken, Erforschen. Wenn mal keine Antwort kommt, dann ist das auch genau richtig.

Du hast ja nochmal gründlich nachgeschaut und einige Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche gesehen:
Ich erwarte eine andere Perspektive und darus neue Erkenntnisse.
Sicherlich wird mich das durch meinen Alltag begleiten und die „Erkenntnis“ wird zu einer veränderten Wahrnehmung führen.
Ich wünsche mir, dass die Wahrnehmung des Gedankenkarusells sich verändert.
Dass mein Gewahrsam klarer wird.
Die Perspektive und die Wahrnehmung können sich verändern - müssen aber nicht.
Wie gesagt, jegliches Hoffen auf ein besseres Morgen ist uns hier hinderlich, daher bitte ich dich, jetzt mal alle Erwartungen in eine Kiste zu packen und diese irgendwo im Meer zu versenken!
.............................


Die Gedanken gibt es ja eigentlich genau so wenig wie mich, daher können sie auch nicht gehen.
Wie genau meinst du das?
Kannst du Gedanken wahrnehmen oder nicht? Gibt es Gedanken oder nicht?
Was ist mit dem Gedanken-Inhalt - also was sie "erzählen"? Kannst du davon etwas wahrnehmen?

Wir arbeiten hier ja mit Direct Pointing, wie du vielleicht schon gelesen hast; und da ist es gut sich etwas Zeit zu nehmen, um zu schauen, was direktes Erleben ganz konkret ist – das erleichtert alle anderen Schritte.

Ganz klar, wenn ich dich frage, wie das Wetter bei dir ist kannst du es mal kurz googeln, darüber nachdenken, in deinen Erinnerungen schauen, was der Wetterbericht gesagt hat, jemanden anrufen – oder du stehst einfach auf und schaust aus dem Fenster. Ganz sicher kannst du dir nur sein, wenn du selber geguckt hast. Richtig?

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Kannst du außer dem Genannten noch was finden? Wenn ja, was?

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Fri Aug 21, 2020 9:09 pm

Die Perspektive und die Wahrnehmung können sich verändern - müssen aber nicht.
Wie gesagt, jegliches Hoffen auf ein besseres Morgen ist uns hier hinderlich, daher bitte ich dich, jetzt mal alle Erwartungen in eine Kiste zu packen und diese irgendwo im Meer zu versenken!
.............................
Okay, mach ich :)
Die Gedanken gibt es ja eigentlich genau so wenig wie mich, daher können sie auch nicht gehen.

Wie genau meinst du das?
Kannst du Gedanken wahrnehmen oder nicht? Gibt es Gedanken oder nicht?
Was ist mit dem Gedanken-Inhalt - also was sie "erzählen"? Kannst du davon etwas wahrnehmen?
Ich kann Gedanken wahrnehmen. Sie sind sehr flüchtig. Wiederholen sich ständig.
Hm. Wenn ich genauer schaue kann ich nicht genau sagen, ob sie existieren. Es ist unklar.
Was genau der Inhalt ist, kann ich nicht so einfach sagen. Es ist sehr viel, sehr flüchtig. Ich kann mich nur erinnern, was ich sonst für Gedanken habe, wenn ich nicht "aufpasse". Seltsam.

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Fri Aug 21, 2020 9:12 pm

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Kannst du außer dem Genannten noch was finden? Wenn ja, was?
Da sein. Präsent sein. Besser kann ich es nicht ausdrücken.

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Re: Zu viele Gedanken

Postby seeadler » Fri Aug 21, 2020 11:44 pm

Ich kann Gedanken wahrnehmen. Sie sind sehr flüchtig. Wiederholen sich ständig.
Ja genau, schön gesehen
Hm. Wenn ich genauer schaue kann ich nicht genau sagen, ob sie existieren. Es ist unklar.
Aber du nimmst sie ja wahr..... auch wenn sie teilweise sehr flüchtig und unklar sind.... einfach dass da sowas erscheint, was wir "Gedanken" nennen, kannst du das sehen?? Ich will dich nicht überzeugen ;-)
Wenn ja, so wären sie Teil unserer direkten Erfahrung.
Was genau der Inhalt ist, kann ich nicht so einfach sagen. Es ist sehr viel, sehr flüchtig. Ich kann mich nur erinnern, was ich sonst für Gedanken habe, wenn ich nicht "aufpasse". Seltsam.
Auch gut gesehen :) Der Inhalt von Gedanken ist oft schwierig in Worte zu fassen - und kann sich ebenso rasch verflüchtigen....
Der "Inhalt" eines Gedankens könnte z.B. die "Die leckere Melone von vorhin" sein. ;-)
Dieser Gedanke an sich wird wahrgenommen. - Aber die Melone? Mittels der 5 Sinne, der direkten Erfahrung?
Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Kannst du außer dem Genannten noch was finden? Wenn ja, was?
Da sein. Präsent sein. Besser kann ich es nicht ausdrücken.
....gegenwärtig.........lebendig... ;-)


Alles, was gesehen, gehört, berührt, gerochen und geschmeckt werden kann, ist das Wirkliche, das was ist.
Gedankeninhalte können nicht wirklich erlebt werden, nur in der Fantasie. Die meiste Zeit bewegen wir uns in diesem Märchenland und nehmen gar nicht an dem Leben teil, durch das der Körper geht.

Probiere es mal aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduziere dabei die Wirklichkeit auf die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind.

Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne jede Erfahrung einfach als sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken.

Mache das, während du dir verschiedener Dinge bewusst wirst:

Einen Baum sehen, einfach = Sehen
Der Geruch von Kaffee= Riechen.
Den Wind im Gesicht = Spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = Schmecken .
Ein Auto vorbeifahren hören = Hören.
Gedanke an die Arbeit = Denken . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).
Gedanke an die Ichlosigkeit = Denken
Verspannung im Nacken = Spüren
usw...


Geh es einfach spielerisch an, es muss auch nicht jede Erfahrung benannt werden, einfach so wie es in den Sinn kommt – es sind sowieso immer mehrere am Laufen. Da wo die Aufmerksamkeit hängen bleibt, das dann labeln (wenn du alleine bist, am besten laut...)
Erzähle, wie es dir ergangen ist und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele.

Viel Spaß damit :)

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Sat Aug 22, 2020 11:56 pm

Aber du nimmst sie ja wahr..... auch wenn sie teilweise sehr flüchtig und unklar sind.... einfach dass da sowas erscheint, was wir "Gedanken" nennen, kannst du das sehen?? Ich will dich nicht überzeugen ;-)
Wenn ja, so wären sie Teil unserer direkten Erfahrung.
Ja, klar kann ich wahrnehmen, dass da Gedanken sind.
Probiere es mal aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduziere dabei die Wirklichkeit auf die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind.

Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganzen Tag verteilt. Benenne jede Erfahrung einfach als sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken.

Mache das, während du dir verschiedener Dinge bewusst wirst:

Einen Baum sehen, einfach = Sehen
Der Geruch von Kaffee= Riechen.
Den Wind im Gesicht = Spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = Schmecken .
Ein Auto vorbeifahren hören = Hören.
Gedanke an die Arbeit = Denken . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).
Gedanke an die Ichlosigkeit = Denken
Verspannung im Nacken = Spüren
usw...

Geh es einfach spielerisch an, es muss auch nicht jede Erfahrung benannt werden, einfach so wie es in den Sinn kommt – es sind sowieso immer mehrere am Laufen. Da wo die Aufmerksamkeit hängen bleibt, das dann labeln (wenn du alleine bist, am besten laut...)
Erzähle, wie es dir ergangen ist und was dir aufgefallen ist – sei so gut und gib mir ein paar Beispiele
Sehen ist recht vielfältig. Da fällt mir auch die Präsenz nicht schwer. Farben und Formen fangen mich oft ein.
Riechen und Schmecken fällt mir schwer, außer wenn es etwas Ungewöhnliches ist. Mundgeruch oder Fischgeruch.
Also es fällt mir schwer mich in den Momenten, in denen ich schmecke und rieche daran zu erinnern das zu benennen.
Spüren ist auch vielfältig. Mein Körper, wo er aufliegt, die Berührung von Dingen mit Struktur z.B.
Hören auch. Autos, die an der Straße vorbei fahren. Der Nachbarshund. Musik.
Denken war interessant, weil ich oft in Denkschleifen reinkam und mich dann daran erinnerte, es zu benennen und die Schleifen hörten sofort auf. Danach hatte ich oft ein Gefühl von Trauer und es fühlte sich insgesamt seltsam an. Leer. Unnatürlich fast.
Was ist denn mit Gefühlen?

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Re: Zu viele Gedanken

Postby seeadler » Sun Aug 23, 2020 9:34 am

Ja, klar kann ich wahrnehmen, dass da Gedanken sind.
Aber was ist mit dem Inhalt, mit dem, was in den Gedanken auftaucht?? Kann die Melone von gestern jetzt hier geschmeckt/gerochen werden? Kann der Gedanke an Wasser den Durst löschen?
Kann das, was IN den Gedanken erscheint, wirklich gespürt, geschmeckt, gehört etc. werden?
Wir werden das aber noch genauer anschauen.

Sehen ist recht vielfältig. Da fällt mir auch die Präsenz nicht schwer. Farben und Formen fangen mich oft ein.
Riechen und Schmecken fällt mir schwer, außer wenn es etwas Ungewöhnliches ist. Mundgeruch oder Fischgeruch.
Also es fällt mir schwer mich in den Momenten, in denen ich schmecke und rieche daran zu erinnern das zu benennen.
Spüren ist auch vielfältig. Mein Körper, wo er aufliegt, die Berührung von Dingen mit Struktur z.B.
Hören auch. Autos, die an der Straße vorbei fahren. Der Nachbarshund. Musik.
Schön beobachtet, danke für deinen Bericht! Es ist sooo vielfältig, ja! Und vieles wird gleichzeitig erfahren, da ist es gar nicht möglich, andauernd zu benennen.
Wichtig ist, der jeweiligen Erfahrung nur die einfachste Benennung zu geben: "Autogeräusch"? = HöREN... "Jucken am Kopf"? = SPüREN.... "Dies oder das sollte anders sein!"....= DENKEN.
Lass dieses Innehalten und Benennen auch mal von selber kommen, und gerne noch in den kommenden Tagen :)
Denken war interessant, weil ich oft in Denkschleifen reinkam und mich dann daran erinnerte, es zu benennen und die Schleifen hörten sofort auf. Danach hatte ich oft ein Gefühl von Trauer und es fühlte sich insgesamt seltsam an. Leer. Unnatürlich fast.
Wunderbar. Lass die Leere da sein...........und warte auf den nächsten Gedanken ;-) Gefühl von Trauer: Was ist da wirklich zu spüren? Wo im Körper? Wenn sie wieder erscheinen, lass die Empfindungen da sein, heiße sie Willkommen. Schau, ob sie "statisch" sind.......
Und wenn mal eine Uebung oder Beobachtung "nicht so klappt" ist es auch ok, es sind ja sehr subtile Dinge.

------------------------------------------------------------
Mit der nächsten Uebung bleiben wir jetzt bei der Wahrnehmung des Gedanken-Flusses ("DENKEN"). Betrachte ihn bzw. den "Verstand" einfach als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne An/Aus Knopf. Gedanken sind einfach das – Etiketten. Ihr Zweck ist zu benennen, was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichten zu erzählen.

Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.

Achte nicht so sehr auf den Inhalt der Gedanken, sondern beobachte, wie der Etikettiermechanismus funktioniert. Dann schließe die Augen wieder.

Ein Klang wird gehört, und Gedanken beschreiben, was passiert ist. Ein kribbelndes Gefühl
taucht auf, und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.

Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert. (Ganz spannend ist das bei Texten, Prospekten, Werbeplakaten, Ortsschildern – einfach überall wo geschriebene Worte stehen... schau dir an, wie da das Lesen automatisch geschieht :))

Erzähl mir bitte, wie es dir damit gegangen ist.

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Sun Aug 23, 2020 11:21 pm

Ich hab das heute gemacht und es hat nicht so richtig geklappt.
Sicherlich kenne ich das Etikettierphänomen aus der Meditation bzw. aus dem Herauskommen aus der Meditation.
Lass mich das heute nochmal machen. Ich hoffe, dass es dann klarer wird.
Den Rest beantworte ich auch noch am Nachmittag. Bis nachher! <3

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Mon Aug 24, 2020 6:13 pm

Ja, klar kann ich wahrnehmen, dass da Gedanken sind.

Aber was ist mit dem Inhalt, mit dem, was in den Gedanken auftaucht?? Kann die Melone von gestern jetzt hier geschmeckt/gerochen werden? Kann der Gedanke an Wasser den Durst löschen?
Kann das, was IN den Gedanken erscheint, wirklich gespürt, geschmeckt, gehört etc. werden?
Wir werden das aber noch genauer anschauen.
Das ist eine gute Frage. Manchmal ist es tatsächlich so, dass mich z.B. der Gedanke an Essen sättigt. Das hat natürlich Grenzen.
Außerdem können mich Gedanken so stark in vergangene Szenen zurück bringen, dass mein Körper sehr stark reagiert, als würde es gerade jetzt passieren.
WIRKLICH spüre, schmecke, höre etc. ich es natürlich nicht.
Setze dich ein paar Minuten mit geschlossen Augen hin, entspanne wieder und dann öffne die Augen:

Sieh dich langsam im Zimmer um.
Nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt, Geschichten zu erzählen und Dinge zu benennen. Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren, eine Geschichte über die Dinge erzählen, und darüber, wie sie dorthin gekommen sind, ohne dass du irgendeine Kontrolle darüber hättest.
Ich denke die große Krux ist ja, dass eigentlich fast nie etwas unetikettiert erlebt wird. Also bei mir wenigstens :D
Die Momente, in denen genuin erlebt wird, sind rar gesäht. Manchmal bin ich im Fluss (z.B. kreative Prozesse) und ich weiß tatsächlich nicht, ob ich in diesen Momenten denke. Wahrscheinlich schon. Aber es ist eher auf den Moment bezogen. (Kommt hier jetzt noch diese Farbe hin oder nicht?)
Und sowas wie echtes erschrecken oder überrascht sein. Da kommen dann die Gedanken hinterher.

Ich habe keine Kontrolle über meine Gedanken. Sie kommen und gehen (meistens lange nicht) ohne meinen Einfluss. Und ja, das ist auch in Meditationen so und auch nach Meditationen.
Vielleicht habe ich zuviel von der Übung erwartet, es ist eigentlich wie immer. Mein Verstand bastelt an Gedanken. Immer.
Und mich bringt das oft zur Verzweiflung (Denken).

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Re: Zu viele Gedanken

Postby seeadler » Mon Aug 24, 2020 9:46 pm

Es bleibt, dass mich Gedanken quälen
Außerdem können mich Gedanken so stark in vergangene Szenen zurück bringen, dass mein Körper sehr stark reagiert, als würde es gerade jetzt passieren.
Was ist die direkte Erfahrung? Kann ein Gedanke dich in eine vergangene Szene bringen??
Kann ein Gedanke IRGENDETWAS TUN?? Ja oder Nein??
Ich habe keine Kontrolle über meine Gedanken. Sie kommen und gehen (meistens lange nicht) ohne meinen Einfluss.
Ja genau... das zu sehen ist sehr wichtig!!
Wenn das nächste Mal so ein Gedanke mit "Körperreaktion" auftaucht, probier mal zu benennen ("Denken passiert.."), lass ihn verblassen und spüre nach, was wirklich da ist, was sich im Körper zeigt.
Vielleicht habe ich zuviel von der Übung erwartet, es ist eigentlich wie immer.
Hattest du nicht alle Erwartungen versenkt? ;-)
Ich denke die große Krux ist ja, dass eigentlich fast nie etwas unetikettiert erlebt wird.
Sollte sich das ändern?? Die Gedanken etikettieren einfach, und bei vielen Dingen hat das ja einen sehr praktischen Nutzen. Es geht jetzt darum, diesen Mechanismus als solchen genau zu sehen, und dadurch die Etiketten, also die Gedanken, von dem zu trennen was ist wirklich jetzt und hier ist.


Schauen wir uns die Natur der Gedanken noch einmal näher an!

Nimm dir für diese übung wieder ein bisschen Zeit, entspanne und dann beobachte:

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?


Freue mich auf deine Antworten!

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Tue Aug 25, 2020 11:49 pm

Was ist die direkte Erfahrung? Kann ein Gedanke dich in eine vergangene Szene bringen??
Kann ein Gedanke IRGENDETWAS TUN?? Ja oder Nein??
Real kann ein Gedanke nichts TUN.
Ich denke die große Krux ist ja, dass eigentlich fast nie etwas unetikettiert erlebt wird.
Sollte sich das ändern?? Die Gedanken etikettieren einfach, und bei vielen Dingen hat das ja einen sehr praktischen Nutzen. Es geht jetzt darum, diesen Mechanismus als solchen genau zu sehen, und dadurch die Etiketten, also die Gedanken, von dem zu trennen was ist wirklich jetzt und hier ist.
Nein, dass muss sich nicht ändern. Ich wollte damit nur mitteilen, dass Gedanken einfach Teil der Erfahrung sind.

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Keine Ahnung :D Entzieht sich meiner Wahrnehmung.
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein, nein, nein.
3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?
nein.
4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Nein.
5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Das ist eine schwere Frage. Ja, ich weiß es. Und ich weiß es nicht. Je nach dem, welchen Zeitpunkt ich betrachte. Und auch, wenn ich in Betracht ziehe, dass ich meine bevorzugten Zahlen in diesen Situationen kenne. Es ist eigentlich immer eine 7. Nicht meine Lieblingszahl aber die kommt immer :D
Wenn jetzt eine Zahl zwischen 10 und 100 gefragt wäre, weiß ich es nicht.
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Ich ist immer ein Gedanke. Und daher kommt er auch von der gleichen (unbekannten) Stelle.
7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Ich finde niemanden. Es bleibt mysteriös, wo die Gedanken her kommen.

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Re: Zu viele Gedanken

Postby seeadler » Wed Aug 26, 2020 2:29 pm

..wenn ich in Betracht ziehe, dass ich meine bevorzugten Zahlen kenne in diesen Situationen. Es ist eigentlich immer eine 7.
Deine bevorzugte Zahl? Schau mal hin! Ist die 7 nicht auch einfach nur ein Gedanke, der meinetwegen öfter auftaucht? MACHT das irgendjemand??

Ansonsten: Schön beobachtet! Von meiner Seite keine Fragen zur Übung.

Wie läuft es mit dem Bemerken und Benennen der Gedankenschleifen?
Wenn du siehst, daß "ich"/"mir" auch nur ein Gedanke ist - WEM erscheinen dann die Gedanken? WER ist betroffen??

------------------------
Mit der folgenden Übung schauen wir mal, was die Gedanken alles so in die rohe Erfahrung hinein interpretieren:

Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:

Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?

Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?

Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?

Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?

Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Woher kennst du den Namen der Farbe?

Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.

Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen? Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung? Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?


Viel Spass beim Untersuchen :)

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Re: Zu viele Gedanken

Postby Respirata » Thu Aug 27, 2020 9:46 pm

Hello, I'm back :)
Ich hab grad so den Spaß am Untersuchen verloren und ärgere mich, dass ich das alles zwar intellektuell erfassen kann, ich kann es sogar für Millisekunden empfinden aber es entzieht sich immer wieder.
Ja, alles Gedanken. Ich weiß.
..wenn ich in Betracht ziehe, dass ich meine bevorzugten Zahlen kenne in diesen Situationen. Es ist eigentlich immer eine 7.
Deine bevorzugte Zahl? Schau mal hin! Ist die 7 nicht auch einfach nur ein Gedanke, der meinetwegen öfter auftaucht? MACHT das irgendjemand??
Klar. 7 ist auch nur ein Gedanke. Ich prügel mich mit den ganzen VORSTELLUNGEN herum, wie das Gehirn und das Bewusstsein funktioniert und kann es nicht sein lassen.
Macht das jemand... tja. Wenn ICH nur ein Gedanke ist, dann macht das niemand, den ich kenne.

Wie läuft es mit dem Bemerken und Benennen der Gedankenschleifen?
Wenn du siehst, daß "ich"/"mir" auch nur ein Gedanke ist - WEM erscheinen dann die Gedanken? WER ist betroffen??
Nicht gut. Wenn ich Schleifen habe, benenne ich sie. Und es verändert sich kaum. Es geht dann eher in die Emotionen. Es schmerzt. Alles hinterfragen wer das ist, der das denkt hilft nicht, um dahinter zu kommen. ICH lasse es einfach nicht los. Die Gedanken sind da. ICH kann sie nicht kontrollieren. Nicht verändern. Mein Ich macht mir das Leben zur Hölle, indem es so tut als ob das alles MEINS wäre und ICH da irgendwas machen könnte.
Das ist alles vergangen und darum auch nicht real. Nur hier und jetzt ist real. Und hier und jetzt nehme ich die nicht reale Vergangenheit und halte sie fest.

Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:

Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Es ist definitiv eher drinnen als draußen. Naja... also eigentlich weder noch.
Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?
Es gibt keine Grenze. Es gibt auch keinen Punkt, den ich ausmachen kann, von dem aus gesehen wird. Eventuell eine Art Wolke, aus der die Wahrnehmung heraus entsteht aber ich bin mir nicht sicher, ob das eine Interpretation ist, die aus dem Bedürfnis nach Orientierung entsteht?
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Ohne die Benennung des Gesehenen ist es uninterpretiert und damit ist es wie in der nächsten Frage angedeutet eigentlich nur Farbe. Eigentlich nur Unterschiede. Und selbst die sind ja auch interpretiert.
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
Das Gesehene hat durch die erlernte Interpretation des Gesehenen einen Namen.
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen? Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung? Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Also ICH ist ein Gedanke. Die Interpretation ist ein Gedanke. Irgendetwas nimmt wahr. Es fühlt sich an, als wäre da etwas, dass eine Erfahrung macht. Das DENKE ICH nicht. Da ist etwas. Ist aber nicht wertend. Nimmt nur wahr.


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