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Ende des Weges...

Posted: Wed Jun 03, 2020 6:04 pm
by Dadideldum
Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Mein Geist produziert andauernd irgendwelche Dramen, die dann nicht eintreffen. Ich gebe dem Außen viel zu oft Macht über mich. Ich hoffe, wenn das Zentrum, das Ich, als Illusion erkannt wird, alles etwas leichter wird.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ein Bekannter hat mir davon erzählt und es hat mich angesprochen. Es klang so ähnlich wie das, das ich woanders gelesen hatte z.B. bei Byron Katie oder Brandon Bayes oder auch Eckhart Tolle. Wo die Rede von der stillen Präsenz in uns allen ist.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
In einer persönlichen Krise vor Jahren fand ich heraus, dass das "Problem" bzw. alle "Probleme" ihre Ursache in mir bzw. in meinem falschen Denken haben. Ich beschäftigte mich in der Folge mit vielen Themen wie Selbstreflexion, inneres Kind, Meditation, EMDR, Somatic Experience usw..

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum? Dass ich rausfinde was das Ich ist bzw. was die Ich-Illusion ist.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Re: Ende des Weges...

Posted: Fri Jun 05, 2020 8:30 am
by Morgensterne
Hallo Dadideldum,

ich heisse Sanna und werde Dich auf deinem Weg begleiten, das Ich als Illusion zu erkennen. Tatsächlich resultieren die meisten Problemen aus den Gedanken, wie Du richtig erkannt hast.

Es gibt einen Weg in die Direkte Erfahrung zu gelangen und die Gedanken beiseite zu lassen.
Dafür werde ich Dir Übungen geben, die Du machen kannst um zu erkennen, was Wirklich ist, in diesem Moment erfahrbar ohne Gedanken die etwas dazuinterpretieren. Wir konzentrieren uns dabei ganz auf unsere Sinne, wie Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen.

Gut wäre es, wenn Du für die Zeit die wir hier miteinander arbeiten alle Bücher und Meditationen weglassen könntest, sodaß Du Dich nur mit den Übungen beschäftigen kannst und andere Konzepte wegfallen dürfen.
Ein täglicher Austausch wäre gut, wenn Du mehr Zeit brauchst für die Übungen dann ist das natürlich auch in Ordnung, vielleicht gibst Du mir aber Bescheid, wenn Du mal länger nicht antworten kannst.

Falls Du die einleitenden Worte noch nicht
viewtopic.php?f=18&t=6275gelesen hast - hier ein Link dazu:

Wie man die Kopierfunktion anwendet ist hier erklärt:

viewtopic.php?f=18&t=6275

Bevor wir mit den Übungen beginnen, beantworte bitte noch diese Fragen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Soll ich Dich weiterhin mit Dadideldum ansprechen oder möchtest Du mit einem anderen Namen hier kommunizieren?

Ich freue mich auf Deine Antwort,

liebe Grüsse
Sanna

Re: Ende des Weges...

Posted: Fri Jun 05, 2020 10:47 am
by Dadideldum
Hi Sanna,

das ging ja flot. Danke für deine Begleitung. Du kannst mich Sven nennen.
Es gibt einen Weg in die Direkte Erfahrung zu gelangen und die Gedanken beiseite zu lassen.
Dafür werde ich Dir Übungen geben, die Du machen kannst um zu erkennen, was Wirklich ist, in diesem Moment erfahrbar ohne Gedanken die etwas dazuinterpretieren. Wir konzentrieren uns dabei ganz auf unsere Sinne, wie Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen.
Alles klar.
Gut wäre es, wenn Du für die Zeit die wir hier miteinander arbeiten alle Bücher und Meditationen weglassen könntest, sodaß Du Dich nur mit den Übungen beschäftigen kannst und andere Konzepte wegfallen dürfen.
Ein täglicher Austausch wäre gut, wenn Du mehr Zeit brauchst für die Übungen dann ist das natürlich auch in Ordnung, vielleicht gibst Du mir aber Bescheid, wenn Du mal länger nicht antworten kannst.
Wird gemacht.
Falls Du die einleitenden Worte noch nicht
viewtopic.php?f=18&t=6275gelesen hast - hier ein Link dazu:
Ist zwar derselbe Link wie unten, aber die einleitenden Worte habe ich gelesen. ;-)
Wie man die Kopierfunktion anwendet ist hier erklärt:

viewtopic.php?f=18&t=6275
Auch das funktioniert. :-)
Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Keine Ahnung. Wie ein Aha-Erlebnis vielleicht.
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Weiß nicht. Vielleicht kehrt mehr Gelassenheit ein in mein Leben.
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?
Weniger inneren Stress.

Re: Ende des Weges...

Posted: Sat Jun 06, 2020 12:17 pm
by Morgensterne
Hallo Sven,

danke für Deine Antwort. Schön, daß ich Dich mit Deinem Namen ansprechen darf.
Wie ein Aha-Erlebnis vielleicht, mehr Gelassenheit im Leben, weniger Stress

Du erwartest tatsächlich nicht allzu viel, das ist gut so auch wenn ich sagen muss, daß jeder wohl irgend etwas erwartet wenn er sich hier anmeldet. Erwartungen sind oft sogar der Antrieb - sonst würde man nichts unternehmen.
Überhöhte Erwartungen jedoch können im Wege stehen wenn es darum geht sich auf etwas Neues einzulassen.

Heute wollen wir uns ganz den Sinnen widmen daher nun eine Übung dazu - wichtig wäre dabei, das Auftauchen von Gedanken zwar wahrzunehmen aber auf ihren Inhalt nicht weiter einzugehen.

Beobachte bitte heute das was du tust und breche alles auf direkte Erfahrung (DE) runter und bezeichne es mit Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, Gedanken.

Das könnte so aussehen:

Eine Tasse wahrnehmen = sehen
Der Geruch von Kaffee = riechen
Die Wärme der Tasse = spüren
Das Klirren des Löffels in der Tasse beim Umrühren = hören
Gedanke jetzt gleich einen Schluck zu nehmen = denken
Einen Baum im Blickfeld = sehen
Den Wind im Gesicht = spüren .
Die Zahnpasta auf der Zahnbürste = schmecken .
Ein vorbeifahrendes Auto = hören.
Gedanke an die Arbeit = denken . (Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein).

Mach diese Übungen immer wenn sie dir einfällt über den Tag verteilt, das geht auch sehr gut bei Routinetätigkeiten wo keine besondere Konzentration erforderlich ist.

Beschreibe danach bitte, was Du erlebt hast, was aufgefallen ist, was anders war als sonst im Erleben, vielleicht gibst Du mir ein paar Beispiele dazu.

Bin gespannt!

Re: Ende des Weges...

Posted: Sun Jun 07, 2020 12:22 pm
by Dadideldum
Sodele...
Mach diese Übungen immer wenn sie dir einfällt über den Tag verteilt, das geht auch sehr gut bei Routinetätigkeiten wo keine besondere Konzentration erforderlich ist.
Ich fang mal damit an, was mir so aufgefallen ist, weil das hier ganz gut passt wegen Routinetätigkeiten. Ich dachte bisher was aus dem Keller zu holen wäre eine Routinetätigkeit. Musste ein paar Mal wieder erfolglos aus dem Keller zurückkehren, weil ich vor lauter wahrnehmen nicht mehr wusste was ich im Keller wollte. Dabei war es egal auf welchem Wahrnehmungskanal der Fokus lag. Z.B. Sehen der Treppenstufen, Wände, Lampe etc. oder hören der Schritte oder fühlen der Füße, Hände etc. unten angekommen wusste ich nicht mehr was ich da wollte. :-D Händewaschen dagegen funktioniert.
Interessant ist auch die Gleichförmigkeit der Wahrnehmung. Da das Wahrgenommene nicht bezeichnet wurde, sondern nur der Vorgang an sich, gab es keine besonderen Präferenzen. Also normlerweise Blick auf eine Topfpflanze deren Blätter etwas schlaff runter hängen, dann Gedanke "die braucht Wasser". Das Gleiche mit bezeichnen des Wahrnehmungsvorganges wird nicht realisiert, dass die Pflanze Wasser braucht.
Beim Fokus auf Gedanken war es etwas chaotisch. Anfangs wartete ich auf Gedanken und nichts passierte eine Weile lang. Dann entspann sich ein Tagtraum, was ich aber erst nachher realisierte als mir wieder einfiel, was ich gerade tun wollte. Nach ein bisschen Übung entstanden dann Gedanken ohne Tagtraum. sodass das Benennen funktionierte. Dann war da noch das Phänomen von Gedankenechos. Also Gedanke taucht auf, Vorgang wird benannt, die Benennung selbst ist Gedanke und wird benannt usw..

Beispiele:
Kakao schmecken - schmecken
Stuhl ansehen - sehen
Spülmaschine hören - hören
Knie schmerzt - fühlen
an einer Rose riechen - riechen
Gedanke taucht auf "Wieviel Uhr ist es?" - denken

Da fällt mir noch was zu denken ein. Wenn der Blick auf Worte fällt, dann taucht das Gelesene als Gedanke auf. Wird dann der Gedankevorgang bezeichnet und der Blick fällt parallel auf ein anderes Wort, dann tauchen beide Gedanken gleichzeitig auf. Sonst tritt gesprochenes Denken nur sequenziell auf.

Insgesamt fällt mir jetzt auf wieviel Tagträume über den Tag verteilt so laufen.

Das war's. Ist schon interessant was es da alles so zu entde(n)(c)ken gibt. :-)

Re: Ende des Weges...

Posted: Sun Jun 07, 2020 4:39 pm
by Morgensterne
Hallo Sven,

Genau, prima bemerkt:
Interessant ist auch die Gleichförmigkeit der Wahrnehmung. Da das Wahrgenommene nicht bezeichnet wurde, sondern nur der Vorgang an sich, gab es keine besonderen Präferenzen

Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis! Sobald die Gedanken nichts mehr bewerten wird es ruhiger und die Aufmerksamkeit bleibt bei dem was wirklich erlebt werden kann.

Dann war da noch das Phänomen von Gedankenechos. Also Gedanke taucht auf, Vorgang wird benannt, die Benennung selbst ist Gedanke und wird benannt usw..

Auch richtig erkannt: Die Benennung selbst ist auch nur ein Gedanke!

Da fällt mir noch was zu denken ein. Wenn der Blick auf Worte fällt, dann taucht das Gelesene als Gedanke auf. Wird dann der Gedankevorgang bezeichnet und der Blick fällt parallel auf ein anderes Wort, dann tauchen beide Gedanken gleichzeitig auf. Sonst tritt gesprochenes Denken nur sequenziell auf.

Das habe ich nicht ganz verstanden. Was meinst Du mit: Wird dann der Gedankevorgang bezeichnet und der Blick fällt parallel auf ein anderes Wort, dann tauchen beide Gedanken gleichzeitig auf.



Schauen wir uns gleich mal die Gedanken näher an. Finde dafür wieder eine ruhige Zeit und einen ruhigen Ort, mache es dir gemütlich, entspanne, langer sanfter Atem. Und dann beginne die Gedanken zu beobachten:


Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt?
Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt?
Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit NICHT zu denken?

Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?

Beobachte und beantworte am besten jede Frage einzeln und versuche alles ganz locker zu nehmen, sei neugierig und unvoreingenommen wie ein Wissenschaftler :)

Grüsse
Sanna

Re: Ende des Weges...

Posted: Tue Jun 09, 2020 1:10 pm
by Dadideldum
Hey Sanna.

Passiert ganz schön was auf die Fragen. :-)
Das habe ich nicht ganz verstanden. Was meinst Du mit: Wird dann der Gedankevorgang bezeichnet und der Blick fällt parallel auf ein anderes Wort, dann tauchen beide Gedanken gleichzeitig auf.
Mit "Gedankenvorgang bezeichnen" meinte ich die Aufgabe von vorher: Also Gedanke taucht auf und mit "denken" bezeichnet. Beim Lesen eines Wortes taucht das Wort als Gedanke auf. Das Auftauchen des Gedankens wird mit "denken" bezeichnet. Fällt der Blick während des Bezeichnens auf ein anderes Wort, dann erscheint während noch das Wort "denken" gedacht wird das Wort was gerade gelesen wird als Gedanke. Ich habe es gerade mit einem Satz probiert. Während wiederholt denken, denken, denken gedacht wird kann der Satz gelesen werden und die Gedanken tauchen parallel auf.

Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin?
Seltsam! Zuerst wollte ich schreiben. Gedanken kommen aus dem Nichts und verschwinden ins Nichts. Aber das erschien mir nicht treffend genug. Das liegt an dem Nichts. Da ist ein ganzes Spektrum an Wahrnehmungen in dem Gedanken erscheinen und wieder verschwinden. So ist es stimmiger.
Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt?
Nein.
Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt?
Nein.
Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein.
Kannst du die Entscheidung treffen, längere Zeit NICHT zu denken?
Längere Zeit nicht.
Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Eine Weile kann ich mich anstrengen das zu tun, aber das ist nicht von Dauer.
Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Nein.
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Ist kein besonderer Gedanke und erscheint einfach wie die anderen Gedanken. Obwohl der Gedanke Ich sich anders anfühlt. Es gibt einige Gedanken, die Gefühle mit sich bringen. Z.B. Ratte. Wir haben hier ein Rattenproblem. Das Wort Ratte erzeugt Ärger.
Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Die Frage löst Stress aus. Gedanken wie "das kann doch nicht sein" oder "wie soll das denn sonst gehen" tauchen auf. Aber Kontrolle kann ich nach den vorherigen Fragen nicht finden. Trotz Stress würde ich sagen, dass alles von selbst geschieht.

Re: Ende des Weges...

Posted: Wed Jun 10, 2020 12:48 pm
by Morgensterne
Hi Sven,

Die Frage löst Stress aus. Gedanken wie "das kann doch nicht sein" oder "wie soll das denn sonst gehen" tauchen auf. Aber Kontrolle kann ich nach den vorherigen Fragen nicht finden. Trotz Stress würde ich sagen, dass alles von selbst geschieht.

Was genau an der Frage löst Stress aus?
Daß es keinen zu geben scheint der Kontrolle haben könnte oder die Frage wie es denn sonst gehen soll?

Wir gehen später noch genauer auf das Thema Emotionen wie Stress usw. ein.

Betrachte den Verstand als automatische Etikettiermaschine, einen Sprecher ohne Ein/Aus-Knopf.
Gedanken sind einfach nur Etiketten, ihr Zweck ist es, zu benennen was die Sinne wahrnehmen, Gefühle zu bezeichnen und die Geschichten darüber zu erzählen.

Setze Dich ein paar Minuten mit geschlossenen Augen hin, entspanne Dich und dann öffne die Augen:

Sieh Dich langsam im Raum um,
nimm wahr, wie der Verstand sofort damit anfängt Geschichten über die Dinge zu erzählen und zu benennen.
Bemerke, wie Gedanken aufkommen und Objekte etikettieren ohne daß du irgendeine Kontrolle darüber hättest. es geschieht alles automatisch.
Ein Klang wird gehört und Gedanken beschreiben, was passiert.
Ein Körpergefühlt taucht auf und Gedanken etikettieren es.
Achte genau darauf, wie etwas erlebt wird und dann unmittelbar danach bezeichnet wird.
Erkenne, wie alles automatisch abläuft. Der Verstand etikettiert alles, worauf er sich konzentriert.
Bei Werbeplakaten z.B. oder Ortsschildern ist es ganz deutlich, schau Dir an, wie das Lesen automatisch geschieht.

Erzähle mir bitte was Du dabei erlebt hast,
ich bin gespannt!

Re: Ende des Weges...

Posted: Thu Jun 11, 2020 11:23 am
by Dadideldum
Sodele....

Was genau an der Frage löst Stress aus?
Daß es keinen zu geben scheint der Kontrolle haben könnte oder die Frage wie es denn sonst gehen soll?
Dass es keinen zu geben scheint, der keine Kontrolle hat.
Gedanken zum Wahrgenommenen....
Das war/ist extrem interessant. Ich bin auch noch nicht durch damit, weil es so viele unterschiedliche Varianten gibt. Es geht dabei aber nicht darum die Varianten zu zählen, sondern zu erkennen was genau geschieht. Einige Vorgänge sind zu schnell und komplex. Ich möchte das noch klarer sehen. Hier aber schon mal eine Auswahl:

Benennen von Gegenständen findet ehr selten statt. Meistens entstehen irgendwelche Filme. Geschichten entstehen auch öfter. Oft singen Gedanken ein Lied und parallel dazu gibt es eine Film zu einem Gegenstand. Oft labern Gedanken was anderes als im Film zu sehen ist.
Beispiele: Der Blick fällt auf das Handyetui. Der Bluetoothhörer liegt darauf. Der Film zeigt wie der Hörer in das Fach im Etui verschwindet, während Gedanken fragen "muss der aufgeladen werden?".
Gedanken summen ein Lied während der Blick auf die Gartenclogs fällt, die schmutzig sind. Während Gedanken weiter summen, entsteht ein Film vom Reinigen der Clogs.
Interessant ist das schnelle Umsehen. Gedanken kommen nicht mit und machen irgendwas. Das Gesehene ist gleichförmig wie bei der Übung vom Benennen der Wahrnehmung.

Gerade fällt der Blick auf meine linke Hand, die auf dem Tisch liegt. Sie sieht seltsam fremd aus!?

Dieses Beobachten macht was mit einem....

Re: Ende des Weges...

Posted: Thu Jun 11, 2020 4:19 pm
by Morgensterne
Hi Sven,
Das war/ist extrem interessant. Ich bin auch noch nicht durch damit, weil es so viele unterschiedliche Varianten gibt. Es geht dabei aber nicht darum die Varianten zu zählen, sondern zu erkennen was genau geschieht. Einige Vorgänge sind zu schnell und komplex. Ich möchte das noch klarer sehen. Hier aber schon mal eine Auswahl:

Es passiert sehr viel in Deinem Erleben wie mir scheint, das freut mich.
Laß Dir ruhig genug Zeit für alles und wenn etwas unklar im Erleben scheint dann mache die Übung öfter.
Meist wird es dann immer deutlicher.

Gerade fällt der Blick auf meine linke Hand, die auf dem Tisch liegt. Sie sieht seltsam fremd aus!?
Das ist spannend nicht wahr, auf einmal sieht man den Körper aus einer anderen Perspektive sodaß er selbst zum Objekt wird, der zuvor als Subjekt erlebt wurde.



Schaun wir doch noch weiter was die Gedanken so alles in die rohe, direkte Erfahrung hinein interpretieren:


Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:

Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus,
wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?

Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas?
Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen?
Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung?
Was ist die Aufgabe der Gedanken in diesem gesamten Wahrnehmungsprozess?

Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?

Das ist sehr umfangreich alles, laß Dir genug Zeit!!!!
Ich bin sehr gespannt auf das was Du mir schreibst!

Re: Ende des Weges...

Posted: Fri Jun 12, 2020 10:49 am
by Dadideldum
Hey Sanna,

ich werde heute nicht die Muße haben diese anspruchsvollen Aufgaben anzugehen. Ich denke, dass es morgen klappt.

LG Sven

Re: Ende des Weges...

Posted: Fri Jun 12, 2020 1:40 pm
by Morgensterne
Hi Sven,

kein Problem, laß Dir Zeit!

Lg
Sanna

Re: Ende des Weges...

Posted: Sun Jun 14, 2020 10:20 am
by Dadideldum
Hi Sanna,

die Aufgaben sind emotional sehr belastend. Da kommt Trauer hoch. Sie ist wie ein Schleier.

Ich möchte den freien Tag nutzen, um zu sehen was sich hinter dem Schleier verbirgt.

LG Sven

Re: Ende des Weges...

Posted: Sun Jun 14, 2020 11:47 am
by Morgensterne
Hi Sven,,
Ja, dann nutze doch ruhig den Tag oder auch länger,
wenn du möchtest können wir später zusammen die Emotionen anschauen .

Liebe Grüße
Sanna

Re: Ende des Weges...

Posted: Tue Jun 16, 2020 1:46 pm
by Dadideldum
Hey Sanna,
da bin ich wieder. :-)

Es war gut mich ein wenig länger damit zu beschäftigen. Vor allem drüber zu schlafen. So hat sich einiges entwickelt wo ich vorher nichts Klares zu schreiben wusste.
Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:
Eine weiße Fläche habe ich nicht gefunden. Ich hoffe ein hellblaues Tischtuch tut's auch. :-)
Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Sehen ist einhfach da - weder Innen noch Außen. Innen und Außen sind nicht vorhanden in der direkten Erfahrung..
Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?
Ich finde keine Grenze in Etwas was nicht vorhanden ist.
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Es sieht nach 2-3D aus. Hier entsteht diese Traurigkeit, die ich einfach nicht erklären kann. Da anfangs keine klare Wahrnehmung dazu war, habe ich mit einem Auge experimentiert. Mit einem Auge sieht es klar 2D aus. Mit 2 Augen entsteht sofort "Tiefe". Das Merkwürdige dabei ist ein verändertes Körpergefühl mit einem Auge. Es fühlt sich "unlebendig" an. Es ist als ob "ich" verschwinde bzw. verschmelze mit der Umgebung. Dabei entsteht dann die Traurigkeit. Besser kann ich es nicht beschreiben.
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Es ist nur Farbe zu sehen.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Muss ich mal gelernt haben. Dabei passiert was Ähnliches wie bei dem 2D-3D-Experiment. Farbe fühlt sich blass und leer an. Kommen die Namen der Farben wie Rot und Gelb, dann fühlt sich das lebendig an.
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas?
Es gibt nur etwas.
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen?
Da ist nur sehen.
Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung?
Da kann ich nur 2 Antworten geben. Mit einem Auge ist da nur Wahrnehmung. Mit 2 Augen entsteht das Gefühl von einem getrennten Objekt.
Was ist die Aufgabe der Gedanken in diesem gesamten Wahrnehmungsprozess?
Das Wahrgenommene zu unterteilen.
Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Da ist einfach nur Erfahrung mit einem Fragezeichen bei dem oben beschriebenen Effekt.