Gesehen auflösen

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VickyAachen
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Wed Jun 24, 2020 10:22 pm

Zehen berühren Boden
- ist für mich reine Beschreibung, die Empfindung hat keine Konnotation
BH kneift
- schließt eine negative Bewertung ein

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Barbarossa
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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Thu Jun 25, 2020 4:59 am

In Ordnung.

Schau dir bitte folgende Übung an:
Hole einen Becher oder eine Tasse und stelle sie vor dir auf den Tisch. Du wirst den Becher nur mit
dem Sehen untersuchen.

Was ist zu sehen?
Was ist die reine Seh-Information?
Was wird nur gesehen?

Es funktioniert am besten, wenn du dich entspannst und einfach das Sehen geschehen lässt, ohne
irgendetwas zu tun. Du brauchst den Becher nicht anzustarren. Wir untersuchen alles aus einer
entspannten Grundhaltung heraus.

Schreibe auf, was zu sehen ist:
Wie sieht es mit der Dreimensionalität aus?
Kann sie gesehen werden?
Sieht der Becher rund aus?
Wie sieht die Öffnung ohne jede Interpretation aus?
Kann Substanz des Bechers gesehen werden, kann das Sehen uns mitteilen, ob der Becher ein Ding
ist?

Was ist nicht zu sehen, und was wird durch die Gedanken hinzugefügt?
Was hast du herausgefunden?
If you use your mind to study reality, you won't understand either your mind or reality.
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-Bodhidharma

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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Sun Jul 05, 2020 8:05 pm

Guten Abend,

vielleicht werde ja auch ich aus Schaden endlich klug: Der Seiten-Timeout hat zum zweiten Mal meine Antwort gefressen, die vom Freitag, wie ich gerade festgestellt habe :-( - ich schreibe sie also nochmal neu und speichere zukünftig *wirklich* meine Antwort auf meinem Rechner zwischen. Außerdem finde ich es spannend, meine eigene Prokrastination beim Antworten zu beobachten. Ich bin dennoch dabei (und bin vielleicht etwas zögerlich und ängstlich, meine aktuelle Sichtweise aufzugeben).
Was ist zu sehen? Was ist die reine Seh-Information? Was wird nur gesehen?
Gesehen habe ich eine Schale, bei der die Dreidimensionalität nicht zu erkennen war. Erst die Bewegung des Kopfes, die Änderung der Perspektive hat mir geholfen, zu sehen, dass es sich um ein rundes Objekt gehandelt hat. Es waren Spiegelungen und Schatten zu erkennen, die haben ebenfalls beim Erkennen der Dreidimensionalität geholfen. Am oberen Rand war ein Streifen mit anderen Spiegellungen. Ob dieser vor oder hinter dem darunterliegenden Teil lag, war im statischen Zustand nicht festzustellen.
Wie sieht es mit der Dreimensionalität aus? Kann sie gesehen werden? Sieht der Becher rund aus?
Sie war nicht zu erkennen, es hätte sich auch um einen Scherenschnitt handeln können, um eine Ellipse – erst Schatten und Spiegelung haben ein Objekt im Raum entstehen lassen.
Wie sieht die Öffnung ohne jede Interpretation aus?
Die Öffnung könnte auch „nur“ ein anders strukturierter / farbiger Streifen oberhalb des größeren Teils der Tasse sein. Oder ein ovaler Ausschnitt, eine Fläche. Die Öffnung ist nicht erkennbar als solche, es könnte auch eine Oberfläche geben, die durchgeht, und gar keine Öffnung.
Kann Substanz des Bechers gesehen werden, kann das Sehen uns mitteilen, ob der Becher ein Ding
ist?
Die Substanz kann nur aus der Erfahrung hineininterpretiert werden. Manchmal ist es nur über das Gewicht und den Klang eines Objekts möglich, nicht aber über das Ansehen (Kunststoff / Porzellan / lackiertes Holz)

Dankeschön.

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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Sun Jul 05, 2020 9:21 pm

bin vielleicht etwas zögerlich und ängstlich, meine aktuelle Sichtweise aufzugeben
Es ist aber wichtig deine aktuelle Sichtweise zu kennen.
Wie könnte ich sonst auf dich eingehen?
Auch wenn es mit einer Gewissen Ängstlichkeit einhergeht, berichte bitte immer nur aus deiner aktuellen Sichtweise. :-)

Erst die Bewegung des Kopfes, die Änderung der Perspektive hat mir geholfen, zu sehen, dass es sich um ein rundes Objekt gehandelt hat.
Ist "rundes, dreidimensionales Objekt" etwas was gesehen wird, oder ist das eine Interpretation des Gesehenen?
Anders gefragt, siehst du "rundes, dreidimensionales Objekt", oder ist das ein Gedanke, der das Gesehene als "rundes, dreidimensionales Objekt" kommentiert?
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Sun Jul 05, 2020 9:57 pm

Ist "rundes, dreidimensionales Objekt" etwas was gesehen wird, oder ist das eine Interpretation des Gesehenen?
Anders gefragt, siehst du "rundes, dreidimensionales Objekt", oder ist das ein Gedanke, der das Gesehene als "rundes, dreidimensionales Objekt" kommentiert?
Ich sehe eine Scheibe und mache daraus über Spiegellungen und Schatten ein Dreidimensionales Objekt. Das ganze finde ich um so deutlicher, wenn ich durch ein Fernglas schaue, dann sieht es so aus, als wären lauter Scherenschnitte hintereinander.

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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Sun Jul 05, 2020 10:30 pm

Ich sehe eine Scheibe und mache daraus über Spiegellungen und Schatten ein Dreidimensionales Objekt.
Wie machst du das, bzw. was genau passiert da?
Ist das ein Prozess - was läuft da ab?
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Mon Jul 06, 2020 8:25 pm

Wie machst du das, bzw. was genau passiert da?
Ich mische das aktuelle Seh-Erlebnis mit der Erfahrung aus vorherigem Sehen (und wenn ich unsicher bin, dann bewege ich den Kopf ein bisschen oder fasse das Gesehene an).
Ist das ein Prozess - was läuft da ab?
Es ist die ständige Frage "Ist das plausibel, was ich zu sehen glaube?" - Falls nicht, untersuche ich das Gesehene z.B. durch einen anderen Blickwinkel oder Anfassen.

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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Mon Jul 06, 2020 8:48 pm

Was ist die Erfahrung aus vorherigem Sehen jetzt?
Anders gefragt: Wie tritt die Erfahrung aus vorherigem Sehen jetzt in Erfahrung? -ist das Farbe? -Klang? -Geruch? -Gedanke?



Ich habe an dieser Stelle eine neue Übung für dich.
Dabei geht es darum Gedanken direkt zu beobachten und die Erklärungsversuche der Gedanken ausser acht zu lassen.

Bitte beobachte auf eine freundliche Art und Weise deine Gedanken. Lass sie einfach laufen.
Du kannst das machen in dem du dich entspannt hinsetzt oder während einfache Tätigkeiten, wie z.B.
Abwaschen.
Bitte beantworte jede Frage einzeln.

-Woher kommen Gedanken, wohin gehen sie?
Tun sie das überhaupt?

-Kannst du einen Gedanken vorhersehen?

-Einen Gedanken wegschieben oder nicht denken wollen?

-Kannst du nur positive Gedanken denken?

-Kannst du irgendwas tun um einen bestimmten Gedanken auftauchen zu lassen?

-Oder verhindern, dass ein bestimmter Gedanke auftaucht?
Wie unter anderem einen Ich-Gedanken?

-Ist es möglich Gedanken zu kontrollieren?
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Mon Jul 13, 2020 9:07 pm

-Woher kommen Gedanken, wohin gehen sie?
Ein Gefühl, eine Wahrnehmung löst eine Assoziation aus, die dann Erinnerungen hochkommen lässt, die neue Erinnerungen kommen lassen. Im Flow ergibt ein Gedanke zu einem Thema einen anderen. Für kreative Gedanken bedarf es in der Regel einem gewissen Ma0 an Entspannung.
Tun sie das überhaupt?

Sie vergehen, weil neue Erinnerungen erblühen.
-Kannst du einen Gedanken vorhersehen?
Manchmal ein bisschen: Wenn mich eine Ecke, an der ich vorbeikomme, an eine Begebenheit erinnert, dann tut sie es meistens auch das nächste Mal, wenn ich dort vorbeikomme. Oder Ansichtskarten / Fotos erinnern an eine Situation und die ist zumeist die gleiche. Auch Düfte können sehr zielsicher die selbe Erinnerung hervorrufen. Erinnerungen sind für mich Gedanken.
-Einen Gedanken wegschieben oder nicht denken wollen?
Das fällt mir sehr schwer, ich kann eher andere Gedanken stattdessen denken, mich versuchen, in andere Gefühlszustände zu bringen.
-Kannst du nur positive Gedanken denken?
Abhängig von der Grundstimmung überwiegend – und die Deutung, ob etwas positiv oder negativ ist, obliegt ja mir – meistens denke ich neutral, außer wenn ich mir Sorgen mache.
-Kannst du irgendwas tun um einen bestimmten Gedanken auftauchen zu lassen?
S.o. ich kann ein Bild ansehen, einen Geruch riechen – oder einen Knoten ins Taschentuch machen. 😊
-Oder verhindern, dass ein bestimmter Gedanke auftaucht?
Das kann ich nicht.
Wie unter anderem einen Ich-Gedanken?
Hmm. Aus meinen Augen wird auf die Welt geblickt – wer blickt, wer hat diese Aussicht, wenn nicht ich? Ich ist die handelnde Person. Das Ich nicht zu denken - wem gehörten meine Arme und Beine?
-Ist es möglich Gedanken zu kontrollieren?
In Maßen. Es geht nicht mit „nicht an einen pinken Elefanten denken“, aber es geht mit „statt x an y denken“, es geht mit der geistigen Wortwahl, dem geistigen Ausdruck.

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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Mon Jul 13, 2020 10:29 pm

Woher kommen Gedanken, wohin gehen sie?
Ein Gefühl, eine Wahrnehmung löst eine Assoziation aus...
Hmmm...
Die Frage richtet sich nicht nach den Umständen, sondern nach dem Ort aus dem sie entspringen.
Ich formuliere die Frage neu:
Beobachte das Auftauchen der Gedanken, den Ort aus dem sie entspringen.
Was findest du, woraus entspringen sie?

Wohin gehen sie, wenn sie verschwinden?

Ist es so, dass Gedanken entstehen, oder sind sie auf einmal einfach da?


Kannst du einen Gedanken vorhersehen?
Ohne Umwege, ohne Ecken und ohne Begebenheiten - kannst du den nächsten Gedanken direkt vorhersehen bevor er da ist?
Setze dich hin, schließe die Augen:
Welcher Gedanke kommt als nächstes?
Kannst du das vorhersehen?

-Einen Gedanken wegschieben oder nicht denken wollen?
Das fällt mir sehr schwer, ich kann eher andere Gedanken stattdessen denken, mich versuchen, in andere Gefühlszustände zu bringen.
Nicht indirekt durch andere Gedanken oder Gefühlszustände, sondern direkt.
Kannst du direkt einen Gedanken wegschieben?
Versuche es!

-Kannst du nur positive Gedanken denken?
Abhängig von der Grundstimmung überwiegend – und die Deutung, ob etwas positiv oder negativ ist, obliegt ja mir – meistens denke ich neutral, außer wenn ich mir Sorgen mache.
Kannst du dir ab sofort für den Rest deines Lebens keine Sorgen mehr machen?

-Kannst du irgendwas tun um einen bestimmten Gedanken auftauchen zu lassen?
S.o. ich kann ein Bild ansehen, einen Geruch riechen – oder einen Knoten ins Taschentuch machen. 😊
Hmm... Diese Frage ist leider blöde formuliert.
Lass mich nochmal versuchen:
Setze dich hin und schließe die Augen.
Kannst du einen bestimmten Gedanken auftauchen lassen?

Oder verhindern, dass ein bestimmter Gedanke auftaucht?
Das kann ich nicht.
👍👍
Wie unter anderem einen Ich-Gedanken?
Hmm. Aus meinen Augen wird auf die Welt geblickt – wer blickt, wer hat diese Aussicht, wenn nicht ich? Ich ist die handelnde Person. Das Ich nicht zu denken - wem gehörten meine Arme und Beine?
Diese Antwort weicht der Frage aus.
Kann verhindert werden, dass ein Ich-Gedanke auftaucht?


Ich hab' der Übersichtlichkeit halber die Fragen fett gemacht. :-)
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Sun Jul 19, 2020 3:47 pm

Beobachte das Auftauchen der Gedanken, den Ort aus dem sie entspringen.
Was findest du, woraus entspringen sie?
Wenn ich sie beobachte, möchten sie nicht entspringen. Sie besuchen mich zufällig. Einen Ort gelingt es mir nicht ausfindig zu machen, sie sind einfach da. Aus einer Wahrnehmung, einem Geräusch, einem Geruch, einer Erinnerung. - Hier habe ich den Eindruck, Du möchtest eine andere Antwort.
Wohin gehen sie, wenn sie verschwinden?
Sie verblassen und überlassen die Bühne anderen Gedanken.
Ist es so, dass Gedanken entstehen, oder sind sie auf einmal einfach da?
Sie sind auf einmal da – und wenn ich ihnen folge und mich ihnen zuwende, entstehen mehr zu dem Thema.
Nicht indirekt durch andere Gedanken oder Gefühlszustände, sondern direkt.
Kannst du direkt einen Gedanken wegschieben?
Versuche es!
Hin und wieder gelingt mir das für eine kleine Weile nichts zu denken. Ich halte das für Meditation.
Kannst du dir ab sofort für den Rest deines Lebens keine Sorgen mehr machen?
Ich glaube, das wird mir nicht gelingen.
Lass mich nochmal versuchen:
Setze dich hin und schließe die Augen.
Kannst du einen bestimmten Gedanken auftauchen lassen?
Also Haupteigenschaft ist für mich bei „einen Gedanken auftauchen lassen“ das zufällige, unvorhersehbare. Ich kann bewusst an etwas denken, jedoch nicht bewusst den Zufall steuern oder bewusst einen zufälligen Gedanken auftauchen lassen.
Diese Antwort weicht der Frage aus.
Kann verhindert werden, dass ein Ich-Gedanke auftaucht?
Das Auftauchen eines Gedanken kann ich nicht verhindern.

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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Sun Jul 19, 2020 7:42 pm

Einen Ort gelingt es mir nicht ausfindig zu machen, sie sind einfach da.
Sehr gut, das beantwortet die Frage auf den Punkt.

Ist es so, dass Gedanken entstehen, oder sind sie auf einmal einfach da?
Sie sind auf einmal da – und wenn ich ihnen folge und mich ihnen zuwende, entstehen mehr zu dem Thema.
Gibt es Kontrolle über das "den Gedanken zuwenden"?
Wenn ja, wie genau wird das gemacht und gesteuert?

Hin und wieder gelingt mir das für eine kleine Weile nichts zu denken.
Gibt es Kontrolle darüber? - kannst du zu jedem beliebigen Zeitpunkt ohne Gedanken sein?
Oder passieren diese Gedankenfreien Momente eher zufällig?

Ich kann bewusst an etwas denken
Ja? Erklär mir das genauer.
Wie machst du das?
Wie suchst du dir aus an was gedacht wird?
Taucht das woran bewusst Gedacht wird von dir hervorgerufen auf, oder auch eher zufällig?
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Mon Jul 27, 2020 7:41 pm

Ist es so, dass Gedanken entstehen, oder sind sie auf einmal einfach da?
Sie sind auf einmal da – und wenn ich ihnen folge und mich ihnen zuwende, entstehen mehr zu dem Thema.
Gibt es Kontrolle über das "den Gedanken zuwenden"?
Wenn ja, wie genau wird das gemacht und gesteuert?
In gewissem Maße schon. Was initial kommt, ist zufällig, aber wie früher beschrieben, kann ich bewusst an etwas anderes denken. Wenn ich mich z.B. mit einer Matheaufgabe beschäftigen würde, dann kämen immer wieder ablenkende Gedanken, aber ich könnte bei der Aufgabe bleiben. Andererseits, wenn ich an etwas arbeite und konzentriert den Flow-Zustand erreiche, dann geht der weiter bis zu einer Unterbrechung von Außen oder Erschöpfung. Ich denke dann nur noch in dem System des Themas weiter. Das würde ich als den Gedanken zugewandt bezeichnen: Ich beschäftige mich bewusst mit einem Thema und es läuft dann – fast wie auf Schienen oder wie geschmiert. 😊 Vergleichbares ist auch mit Gedanken möglich: ich kann ihnen konzentriert folgen, obwohl sie von Innen, statt von außen kommen. Das kann z.B. eine Erinnerung oder ein Traum sein.

Hin und wieder gelingt mir das für eine kleine Weile nichts zu denken.
Gibt es Kontrolle darüber? - kannst du zu jedem beliebigen Zeitpunkt ohne Gedanken sein?
Oder passieren diese Gedankenfreien Momente eher zufällig?
Ja, es gibt Kontrolle, es passiert nicht zufällig. Zufällig denke ich an alles Mögliche, aber nicht nichts 😊. Am besten geht „nichts zu denken“, wenn ich Gedanken beobachten möchte, denn dann kommen sie nicht. Am zweitbesten in verhältnismäßig erschöpftem Zustand, in dem ich mich einfach hinsetze und willentlich nichts denke. Das geht dann nicht sehr lange, aber schon ein wenig Zeit.
Ich kann bewusst an etwas denken
Ja? Erklär mir das genauer.
Wie machst du das?
Wie suchst du dir aus an was gedacht wird?
Taucht das woran bewusst Gedacht wird von dir hervorgerufen auf, oder auch eher zufällig?
Das hängt sehr davon ab. Wenn ich meinen Kopf „benutze“, dann suche ich mir aus, woran und worüber ich denke, z.B. eine Arbeitsaufgabe. Im Gegensatz dazu kann ich Gedanken fließen lassen und einfach schauen, was auftaucht. Falls es mir gefällt, kann ich dem folgen, falls nicht, „träume“ ich weiter. Ein Beispiel wären Traumerlebnisse, denen ich am Morgen nachhängen kann oder im Hier und Jetzt ankommen und bewusst aufstehen und Zähne putzen.

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Re: Gesehen auflösen

Postby Barbarossa » Mon Jul 27, 2020 8:21 pm

Beobachte den Vorgang wie entschieden wird bewusst an etwas zu denken.

Schildere deine Beobachtung.
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Re: Gesehen auflösen

Postby VickyAachen » Mon Aug 03, 2020 10:03 pm

Also - nach eingehender Betrachtung gibt es da zwei Richtungen:
- Wenn ich fühle, dass es mir nicht gut tut, an was ich gerade denke und es droht, mich selbst fertig zu machen, weil ich mich immer schlechter fühle, dann versuche ich das bewusst zu lassen und andere Gedanken kommen zu lassen. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen einen schmerzenden Gedanken und für etwas beliebiges stattdessen.
- Die andere Richtung ist so, dass ich einen Einfall habe oder ein alter Gedanke wiederkommt und ich an diesem ein bisschen weiter „rumdenken“ möchte. Wenn ich Zeit dazu habe und ich mich dabei nicht schlechter als ohne ihn fühle, dann mache ich das.
Gedanken, die mich schmerzen oder die mir Angst machen, versuche ich zu vermeiden, weil ich erfahren habe, dass sie schlecht für mich sind und mich in eine Abwärtsspirale ziehen, bzw. ich weiß, dass ich die Beste im mich-fertig-machen sein kann und das nicht weiter übern möchte. Dass ich den Gedanken wechsele ist aber kein Automatismus, ich muss erst den Schmerz zu spüren beginnen, um dann aktiv einzuschreiten.


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