Auf dem Weg

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mono1
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Auf dem Weg

Postby mono1 » Thu Dec 19, 2019 12:43 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
ich verstehe die abwesenheit eines selbst als einen aspekt des leeren endes aller dinge. für mich realisierte sich diese einsicht vor 2 monaten als radikale erkenntnis und erfahrung von freiheit - meiner und der aller lebewesen, allen bewußtseins, vielleicht allen seins. die implikationen für mich und mein umfeld bilden sich erst langsam heraus.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?

ich suche einen anhaltspunkt, an welchem punkt des weges ich stehe und was meine nächsten schritte sein können. ich wünsche mir, meine realisation der freiheit alles seins fester in meinem alltag zu verankern und in mein leben zu integrieren, da sich das damit verbundene gefühl zurückzuziehen scheint und ich auf große teile der erfahrung nur auf einer rationalen ebene zugreifen kann. ich hoffe, meine erfahrung vertiefen zu können - und tatsächlich die erfahrung der freiheit/der leere auch stärker mit meiner eigenen person in verbindung zu bringen.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?

ich praktiziete seit einigen jahren yoga und habe dieses jahr begonnen, mich aktiv mit meditation zu beschäftigen. neben einer vipassana-erfahrung haben mich auch eine iboga-session umd eine reise mit 5-meo-dmt stark geprägt. mein eindruck ist, dass sich türen geöffnet haben, durch die erfahrungen auf mich einströmen, wenn ich mich in offene und gelöste zustände begebe. an literatur habe ich absichtlich bis zum diesem punkt relativ wenig gelesen, da mir eine direkte erfahrung der einzige weg zu sein scheint und nicht-wissen bisher immer von vorteil war. trotzdem habe ich die letzten monate schriften von culadasa/john yates, rob burbea und den podcast "deconstructing yourself" zin mich aufgenommen, weil meine neugier zu groß war und ich antworten und einordnungen auf bestimmte zustände gesucht habe.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?

die letzten monate haben mir gezeigt, dass der kontakt mit menschen, die sich auf einem ähnlichen weg zu befinden scheinen, hilfreich ist. tatsächlich scheint jede_r seinen eigenen weg zu gehen, und auch wenn sich erfahrungen überschneiden. von diesem forum erhoffe ich mir einen zielgerichteteren austausch, und dadurch eine intensivierung und katalyse meines prozesses.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Danylela
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Re: Auf dem Weg

Postby Danylela » Thu Dec 19, 2019 1:26 pm

Hallo Mono1,

möchtest Du so genannt werden?

Mein Name ist Daniela und ich werde dich hier auf deinem Weg begleiten. Hast du den Sticky-Post im Forum gelesen? Es wäre toll wenn du dich spätestens alle 2 Tage melden könntest.

Ansonsten wärs super wenn du die Zitierfunktion nutzen würdest, aber ich seh das nicht so eng da ich oft vom Handy aus antworte.

Ich hoffe das ist alles ok so für Dich

Liebe Grüße
Daniela
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Re: Auf dem Weg

Postby mono1 » Thu Dec 19, 2019 1:58 pm

hallo danyiela,

vielen dank für deine schnelle antwort. und schön, dass du mich begleiten wirst. es würde mich freuen, wenn du mich mono nennst.

ich habe den sticky-post gelesen, und die zitierfunktion kann ich gerne nutzen. ich werde mir mühe geben, unser gespräch hier so regelmäßig wie möglich zu gestalten. ich bin neugierig und freue mich auf alles, was kommt.

liebe grüße,
mono

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Danylela
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Re: Auf dem Weg

Postby Danylela » Fri Dec 20, 2019 7:40 pm

Das freut mich sehr.

Mich würde nun dein Weg bis hierher interessieren. Was hast du bis jetzt ausprobiert und was erhoffst du dir von hier? Das darf gern ausführluch sein. Ich bin gespannt.

Herzliche Grüsse

Daniela
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Re: Auf dem Weg

Postby mono1 » Mon Dec 23, 2019 12:04 am

hallo daniela,

mein weg bis hierher… ich werde versuchen, ihn so gut zu beschreiben wie es mir möglich ist. ich hoffe, dass du ihn verstehen kannst und mir glauben schenkst, den er unterscheidet sich wahrscheinlich von dem weg der meisten anderen in diesem forum. aber es ist mein weg, und für mich ist er genauso real wie für andere 20 jahre meditationspraxis.

du musst wissen, dass ich seit vielen jahren gerne und ausgiebig rave. dazu gehört für mich, neben viel tanz, lange wachsein, intensivem kontakt mit anderen menschen und generell vielen stunden in räumen, in denen sich viel energie frei bewegt, auch der konsum von bewußtseinsverändernden substanzen, der einsatz von atemtechniken, yoga und sauna. auch die auseinandersetzung mit mir selbst, das kennenlernen meiner bedürfnisse und die fähigkeit, mich selber um iher erfüllung zu kümmern fallen für mich in diesen kontext. über die jahre hat sich bei mir eine praxis etabliert, die mich auf dem weg des ravens regelmäßig in sehr entspannte zustände an dem tag nach dem rave geführt hat. was als gefühl der inneren ruhe und ausgeglichenheit begann, hat sich über die jahre und speziell in den letzten 10 monaten immer mehr verfeinert. die zustände, in die ich mich begeben habe, haben mich zutiefst beeindruckt, denn sie haben wenig mit einem drogenrausch zu tun – jedenfalls mit keinem, den ich kenne. aber ich muss zugeben, dass ketamin eine zentrale rolle in diesem prozess zukommt.

diese zustände zeichnen sich (wenn es gut läuft) durch eine reihe von faktoren aus, für die ich in meditationsliteratur endlich begriffe gefunden habe. Piti, samadhi, vereinigung des geistes – all diese zustände habe ich schon erleben dürfen. wenn ich diese zustände erreiche, halten sie an, manchmal für stunden, manchmal für tage. je mehr ich über meditation und achtsamkeit lerne habe, umso länger gelingt es mir inzwischen, mithilfe von techniken diese zustände aufrechtzuerhalten. auch der eintritt in diese zustände, der früher eher zufällig und selten passiert ist, fällt mir immer leichter und passiert häufiger. innnerhlab dieser zustände habe ich sehr tiefe einsichtserfahrungen machen dürfen, was die beschaffenheit der realität und unseres bewußtseins angeht. auch wenn diese einsichten sich mal schenller, mal weniger schnell wieder aus mir zurückgezogen haben, hat sich dadurch mein blick auf mich und die welt stark verändert.

eventuell ist es an dieser stelle wichtig zu erwähnen, dass ich bis vor wenigen jahren keinerlei intersse an spiritualität verspürt habe. ich hatte eher eine ausgeprägt esoterikallergie, und bis jetzt würde ich mein weltbild eher als metaphysisch beschreiben – keine magie, sondern noch nicht erklärbare phänomene. aber das sind sowieso nur worte. ich hatte ausgeprägte phasen wiederkehrender depressionen über einen zeitraum von mehr als 15 jahren. ich hatte ein streng materialistisches und atheistisches weltbild und mir gefiel die vorstellung, frei in meinen entschiedungen zu sein und für alle meine taten die volle verantwortung zu übernehmen, eben ein autonomes individuum zu sein. keine der erfahrungen, die ich gemacht habe, habe ich gesucht, und es war nicht immer einfach, mein weltbild anzupassen und meinen erfahrungen glauben zu schenken. ich bin da zufällig hineingestolpert, und ich war selbst der größte skeptiker meines eigenen erlebens. aber über die jahre und mit zunehmnender tiefe und klarheit meiner zustände hat sich mein weltbild gewandelt.

so weit so gut. ich bin sehr dankbar für alles, was zu mir gekommen ist. aber noch mehr, als mich immer wieder über den rave in diese zustände zu begeben, reizt mich die vorstellung, einen weg zu erlernen, der mir ohne die zuhilfenahme von substanzen und mit weniger strapazen für meinen körper einen sicheren zugang zu diesen zuständen ermöglicht. deswegen erlerne ich im moment meditation und vertiefe meine yogapraxis. mit zunehmender ruhe in meinem "normalen" leben intensivieren sich tatsächlich auch die erlebnisse, die sich für mich in verbindung mit rave ergeben. im rave waren es vor allem 2 schlüsselmomente, die viel einfluss auf mich gehabt haben: meine bisher tiefste versenkung in mir selbst, die mich in in direkten kontakt mit der quelle gebracht hat. und mein klarster moment, in dem ich realisiert habe, dass alle frei sind – nur der grad des bewußtwerdung dieser freiheit ist unterschiedlich.

der kontakt mit der quelle vor 10 monaten hat mich vor allem mit einem gefühl der freude und lebendigkeit erfüllt, was bis heute anhält. meine angst vor der zukunft, vor dem tod und vor vielem anderen ist seitdem fast verschwunden. und ich war vorher kein unängstlicher mensch. und die realisitation der freiheit (oder der leere, der unbestimmheit wenn man von der anderen seite darauf blickt) hat mich mit tiefstem mitgefühl gegenüber meinen mitmenschen zurückgelassen, mit dem tiefen wunsch zu helfen wo ich kann und dankbar zu sein für dieses wunderbare geschenk, ein lebendiges stück bewußstsein zu sein, einen körper zu haben, in dem ich all das erfahren kann, und die liebe zu erfahren, die alles verbindet und eint. beide erfahrungen gingen mit größter körperlicher und geistiger geschmeidigkeit einher, und in beiden erfahrungen hat sich eine menge wissen in mein bewußtsein "gedownloadet", das vorher nicht da war. ich weiß, dass das alles sehr klischeehaft klingt. aber es ist mir so widerfahren, und besser kann ich es leider nicht beschreiben.

ja. das ist mein weg bisher. grob umrissen. nur angedeutet, was sich jeder beschreibung entzieht.

was erhoffe ich mir von hier? ganz ehrlich? ich erhoffe mir eine erfahrung. wie diese ausfallen wird, wird sich zeigen. aber ich vertraue auf meinen weg, der mich hierher geführt hat. irgendetwas gibt es hier für mich. soweit kenne ich mein gefühl inzwischen.

löve,
mono

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Re: Auf dem Weg

Postby Danylela » Mon Dec 23, 2019 7:18 am

Vielen Dank für deine Zeilen.

Nun packen wir alles was du bis jetzt erlebt hast auf die Seite. Es wäre gut wenn du Dich auch für die Zeit des Guidings nicht mit anderen "Lehren" beschäftigen würdest. Keine Videos, keine Bücher, kein Satsang. Das Durchschauen der Ich-Konditionierung hat ja nichts mit Spirituellen Erfahrungen zutun😊

Wir werden mit Fragen und auch Übungen arbeiten.

Lass uns nun zur ersten Frage kommen:

Welche Instanz wünscht sich hier mehr Erfahrung(bezogen auf deinen letzten Post)
Kann diese benannt werden? Wie ist Sie beschaffen?


Bitte antworte imner aus dee direkten Erfahrung heraus. Es geht nicht darum das du erzählst was wir hier vielleicht gern lesen wollen sondern um deine eigenen Gedanken. Auch bei Übungen bitte die erste frische direkte Erfahrung.😊
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Re: Auf dem Weg

Postby mono1 » Tue Dec 24, 2019 2:41 am

hallo daniela,
Welche Instanz wünscht sich hier [mehr] Erfahrung? Kann diese benannt werden? Wie ist Sie beschaffen?
Nun ja: ich. Beziehungsweise ein bestimmter teil meines ichs. dieser teil agiert etwas anders als andere anteile in mir. ich bin im nachhinein öfter überrascht, zu welchen zum teil sehr ungewöhnlichen entscheidungen mich dieser teil meiner persönlichkeit motiviert. für die meisten entscheidungen dieser art brauche ich keine rationalen gründe, sondern ich verspüre eine starkes "bauchgefühl", dass diese entscheidung die richtige ist, auch wenn ich oft noch gar nicht weiß, wohin sie mich führt.

wenn ich noch präziser sein will, würde ich sagen, dass es sich nicht um eine bestimmte art von entscheidungen und auch nicht unbedingt ume einen anteil meiner perönlichkeit handelt, sondern um einen bestimmten zustand meiner selbst. je näher ich mich an diesen zustand annähere, umso einfacher, klarer und intuitiver kann ich entscheidungen treffen, und desto weniger ist meine ratio an diesen entscheidungsprozessen beteiligt. diese entscheidungen sind immer "gute" entscheidungen.

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Re: Auf dem Weg

Postby mono1 » Tue Dec 24, 2019 2:42 pm

oh,

ich habe deine fragen nicht aufmerksam genug gelesen. es geht um die beschaffenheit der erfahrung, nicht der instanz. also nochmal:
Kann diese benannt werden? Wie ist Sie beschaffen?
die erfahrung, nach der ich suche, lässt sich tatsächlich schwer benennen. es ist am ehesten der wegfall einer instanz, die man wohl "ich" oder "ego" nennen würde. diese instanz ist allerdings so allgegenwärtig, dass ihre anwesenheit als normal von mir empfunden wird. für mich ist es vergleichbar mit der ersten erfahrung einer tiefen körperlichen entspannung – ein gefühl von weite, dekompression, von geschmeidigkeit, von weichheit und offenheit. bis zum erleben dieses neuen levels der entspannung war mir gar nicht bewußt, wie angespannt mein "normalzustand" ist – ich habe mich immer für relativ entspannt gehalten.

ein anderes bild aus meiner kindheit, dass mir in den sinn kommt, ist die erfahrung, nach mehrstündigem schlittschiuhlaufen in unbequemen leihschuhen die schuhe auszuziehen. das gefühl von entspannung und weite, dass sich daraufhin in meinen füßen breitgemacht hat, war umwerfend. während des schlittschuhlaufens war ich so abgelenkt, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass meine füße schmerzhaft zusammengepresst waren.

ich hoffe, das ist verständlich.

löve,
mono

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Re: Auf dem Weg

Postby Danylela » Fri Dec 27, 2019 6:02 pm

Hallo Mono,

Ich hoffe du hattest ein paar schöne Tage.
Du sprichst vom Wegfall des Ego. Kannst du genau benennen wie dieses Ego beschaffen ist wo ist es zu finden wie fühlt es sich an. Versuche immer tiefer in diese Frage einzusteigen. Und Berichte immer nur aus Deiner direkten Erfahrung. Es geht nicht um Erinnerungen und es geht auch nicht um Geschichten, es geht um die direkte Erfahrung die in diesem Moment passiert. Du kannst dies gerne mit einer folgenden Übungen unterstützen:

Nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift und setze dich an einen Tisch. Nun schreibe genau auf was Du gerade tust: ich atme, ich sitze, ich schreibe....

Nun geh an einen anderen Platz setze dich dorthin nehme das Blatt zur Hand und schreibe:
sitzen,
atmen
schauen

Hat sich nun in deiner Wahrnehmung etwas verändert wenn ja was?
Berichte immer aus Deiner direkten frischen Erfahrung. Mach diese Übung gern öfter. Ich bin gespannt.

Liebe Grüsse
Daniela
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