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Re: Bitte um Begleitung

Posted: Sun Dec 01, 2019 10:07 pm
by Noone123
Auch eine äußere Erinnerung hinzuzunehmen kann gut sein, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Wichtig ist, dass es einfach bleibt. Das Handy kann bspw. alle 2 Stunden kurz einen Gong-Ton laufen lassen und dann schaut man seine Hände an, spürt den Boden unter den Füßen, schaut sich bewusst um,... Ohne sonstige weiteren Ansprüche. Einfach nur da sein. Wenn man tief in irgendwelchen Gedanken versunken ist, dann kann man das als Gelegenheit nutzen und die Fähigkeit entwickeln. beim Gong alles an Gedanken bereitwillig in diesem Moment fallen zu lassen. Ein geschützter kleiner Zeitbereich sozusagen, in dem man einfach nur da sein darf.
Ja, das ist gut, danke :)
Das hängt mit dem Selbstbild zusammen. Das Unbewusste ist wie der Flaschengeist in Aladdin's Wunderlampe. Der erfüllt einfach das, was angefordert wird. Der wertet nicht, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Es passiert einfach. Wenn das Selbstbild "ich bin schusselig, unfähig, tölpelhaft" ist, warum sollte der Flaschengeist dann was anderes "herzaubern". Die Erwartungen werden also brav erfüllt. Und dafür gibt es dann auch noch ständig Undank des Meisters... ;-)

Ein feindliches Weltbild führt einfach zu den passenden Effekten. Was hilft? Aufhören, quälenden Gedanken nachzufolgen. Sie sind nur eine Gewohnheit. Sie haben keine eigene Realität und verschwinden bei entsprechender Ignoranz ihnen gegenüber. Nach einem gefühlt bisher schrecklichen Leben fällt es schwer, Selbstliebe, überhaupt Liebe zu empfinden. Vor allem, wenn man das nie richtig erlebt hat. Sich so anzunehmen, wie man ist, mit wirklich ALLEN Eigenschaften (selbst bzgl. der Selbstsabotage) ist ein Anfang, um aus der Dissonanz heraus zu kommen und in eine konstruktive Ressonanz zu gelangen. Solange Du Dich als Schuldiger, Unfähiger, Unvollkommener, etc. verurteilst, bleibt es unangenehm. Wie soll Dein Körper reagieren, wenn Gedanken in Deinem Kopf vorgeben, der Meister des Lebens zu sein und gleichzeitig zu erleben, dass das unwahr ist?
Das ist alles sehr verwirrend. Wer oder was *hat* denn dieses Selbst- bzw. Weltbild? Und was heißt »sich« annehmen: wen soll ich annehmen? Was ist Selbstliebe, wenn es das Ich gar nicht gibt? Ist »Selbst« etwas anderes als »Ich«? Wer *hat* Eigenschaften? Stärkt es nicht das Gefühl von »Ich«, wenn man sich mit Selbstliebe und Selbstannahme beschäftigt bzw. diese anstrebt? Und was ist eigentlich dieses mysteriöse Unbewusste, das offenbar so mächtig ist, dass es Dinge geschehen lassen kann???

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Tue Dec 03, 2019 11:07 am
by Noone123
schaut man seine Hände an, spürt den Boden unter den Füßen, schaut sich bewusst um
Das ist auch noch so eine Sache, die mir unklar ist: »Beherrscht« die Aufmerksamkeit »Multitasking«? Sollte ich diese Dinge lieber gleichzeitig oder nacheinander tun? Eigentlich dachte ich, die Kapazität dieser Aufmerksamkeit müsste prinzipiell unendlich sein, aber dann wäre es doch nicht so schwierig, gleichzeitig im Jetzt zu bleiben, wenn die ach so wichtigen Gedanken kommen!?!?

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Tue Dec 03, 2019 12:46 pm
by Glueckseligkeit
Es gibt immer einen Fokus, dem die Aufmerksamkeit folgt. Ein Mann steht 10 Meter von Dir entfernt. Im Unterbewusstsein wird herumgegoogelt, um die Lage abzuschätzen. Das geht extrem schnell. Schneller als es bewusst wird. Bei Dir taucht zuerst ein Gefühl auf. Das Gefühl ist sozusagen die Zusammenfassung, was an Erfahrungen und Wissen im Unterbewusstsein gespeichert wurde. D.h. die pure Sinneswahrnehmung verwischt schon durch entsprechende Gefühle, die auftauchen. Denken in Worten ist zu langsam. Die Gefühle sind viel schneller.

Denken wird mit der Realität permanent verwechselt. Beobachte mal, was alles ohne Denken selbständig passiert. Und wo auf Denken auch verzichtet werden kann. Und wie Entscheidungen tatsächlich gefällt werden - über Gedanken oder Gefühle?
Menschen handeln regelmäßig wider besseren Wissens (Gedanken), weil sie ihrem Gefühl (häufig Ängste) folgen. Das Handeln ist nicht rational, sondern gewohnheitsmäßig und/oder emotional. Deshalb werden "die guten Vorsätze" auch fast nie Realität.

Die Aufmerksamkeit hat nichts mit Multitasking zu tun, sie ist eine Schnittstelle zwischen Sinneswahrnehmung und Erfahrungen (Unerbewusstsein), die sich beliebig vermengen können.

Das ist alles sehr verwirrend. Wer oder was *hat* denn dieses Selbst- bzw. Weltbild?

Denken ist wie ein Kabelsalat. Und dann kommt Bemühen auf, diesen Kabelsalat auseinander zu bekommen. Es besteht jedoch die Freiheit, den Kabelsalat einfach liegen zu lassen. Wenn aber die Vorstellung existiert, dass der Kabelsalat in jedem Fall entwirrt werden muss, oje, eine Sisyphus-Arbeit. Was ist der Antrieb, dem Denken zu folgen? Was bist Du in diesem Moment OHNE Gedanken?

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Wed Dec 04, 2019 12:17 pm
by Noone123
Es gibt immer einen Fokus, dem die Aufmerksamkeit folgt.
Auf die Gefahr hin, wieder im Kabelsalat rumzustümpern: Und *was* richtet den Fokus aus? Gibt es dafür eine zuständige »Stelle« oder läuft das unter den Dingen, die einfach so passieren und die man höchstens beobachten kann?
Denken wird mit der Realität permanent verwechselt.
Im Sinne des Trittbrettfahrers »Ich«, der schnell noch allem seinen Stempel aufdrücken will, um es als seins auszugeben?
Die Aufmerksamkeit hat nichts mit Multitasking zu tun, sie ist eine Schnittstelle zwischen Sinneswahrnehmung und Erfahrungen (Unerbewusstsein), die sich beliebig vermengen können.
Ich glaube, das verstehe ich nicht. Aber vielleicht muss ich es ja auch nicht verstehen ...
Denken ist wie ein Kabelsalat. Und dann kommt Bemühen auf, diesen Kabelsalat auseinander zu bekommen. Es besteht jedoch die Freiheit, den Kabelsalat einfach liegen zu lassen.
Wohl war. Das tue ich jetzt immerhin alle 2 Stunden, wenn mein Handy mich dran erinnert.
Was ist der Antrieb, dem Denken zu folgen?
Reine Gewohnheit.
Was bist Du in diesem Moment OHNE Gedanken?
Das kann ich nicht beantworten. Mir kommt es vor, als wären *immer* Gedanken da.


Was ist dein Eindruck, wie viele Kilometer bin ich noch vom *Sehen* oder gar vom Tor entfernt? Mir kommt es sehr weit vor :(((

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Thu Dec 05, 2019 4:47 pm
by Noone123
Denken wird mit der Realität permanent verwechselt.

Im Sinne des Trittbrettfahrers »Ich«, der schnell noch allem seinen Stempel aufdrücken will, um es als seins auszugeben?
Das war Blödsinn, es geht ja noch viel weiter; vergiss diesen Kommentar bitte.

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Sat Dec 07, 2019 4:57 pm
by Glueckseligkeit
... Bin beruflich gerade ziemlich eingespannt. Melde mich spätestens Montag, OK?

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Sat Dec 07, 2019 5:38 pm
by Noone123
Alles klar, danke fürs Bescheidsagen.

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Tue Dec 10, 2019 11:04 pm
by Glueckseligkeit
Auf die Gefahr hin, wieder im Kabelsalat rumzustümpern: Und *was* richtet den Fokus aus? Gibt es dafür eine zuständige »Stelle« oder läuft das unter den Dingen, die einfach so passieren und die man höchstens beobachten kann?

Interessiert Dich das, wenn darüber kein Nachdenken stattfindet?

Im Sinne des Trittbrettfahrers »Ich«, der schnell noch allem seinen Stempel aufdrücken will, um es als seins auszugeben?

Die Frage ist, ob es tatsächlich ein "Ich" ist, das irgendetwas tun möchte... Braucht es ein Ich, damit einfach aus Gewohnheit ein Stempel aufgedrückt wird?

Was ist der Antrieb, dem Denken zu folgen?

Reine Gewohnheit.

Ja. Wenn es einem oft genug gesagt wurde, dass "man doch jetzt zuhören soll"...

Was bist Du in diesem Moment OHNE Gedanken?

Das kann ich nicht beantworten. Mir kommt es vor, als wären *immer* Gedanken da.

OK... Dann prüfe das, wenn mal gerade eine Pause, wenn mal kurz Gedankenlosigkeit herrscht. Hahaha. Geht natürlich nicht. In dem Moment, in dem festgestellt würde, dass keine Gedanken da sind und geschaut würde, was man ohne Gedanken ist, würde vermutlich das Geplapper weitergehen.

Deshalb stelle ich die Frage nicht an Deinen schnatternden Verstand, sondern an das, was keine Sprache braucht: Was bist Du ohne Gedanken? Tauche in die Frage ein, ohne eine Antwort finden zu müssen. Stelle einfach immer wieder die Frage: Was bin ich ohne Gedanken? Als eine Art Meditation. Was gibt es zu beobachten?

Was ist dein Eindruck, wie viele Kilometer bin ich noch vom *Sehen* oder gar vom Tor entfernt? Mir kommt es sehr weit vor :(((


Die Antwort für das Denken: Armer Tropf, Du bist auf einer anderen Ebene, die Du nicht verlassen kannst.
Dem, was Du bist: Du wirst niemals "weg".

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Tue Dec 10, 2019 11:05 pm
by Glueckseligkeit
Entschuldige die späte Antwort... ... und nein, der Dialog mit Dir ist weder aussichtslos noch langweilig :D Die Schreibpause hatte nichts mit Dir, meinem Interesse o. ä. zu tun :D

Re: Bitte um Begleitung

Posted: Wed Dec 11, 2019 6:25 pm
by Noone123
Auf die Gefahr hin, wieder im Kabelsalat rumzustümpern: Und *was* richtet den Fokus aus? Gibt es dafür eine zuständige »Stelle« oder läuft das unter den Dingen, die einfach so passieren und die man höchstens beobachten kann?

Interessiert Dich das, wenn darüber kein Nachdenken stattfindet?
Ja. Ich erkenne keinen Unterschied zwischen Fokus und Aufmerksamkeit. Wenn ich die Aufmerksamkeit auf etwas richte, wo ist da ein davon gesonderter Fokus?
Die Frage ist, ob es tatsächlich ein "Ich" ist, das irgendetwas tun möchte... Braucht es ein Ich, damit einfach aus Gewohnheit ein Stempel aufgedrückt wird?
Nein, das geschieht offenbar vollautomisch.
Was ist der Antrieb, dem Denken zu folgen?

Reine Gewohnheit.

Ja. Wenn es einem oft genug gesagt wurde, dass "man doch jetzt zuhören soll"...
Dann kommt bei mir wohl noch Gehorsam dazu, der mir unter allen Umständen abverlangt wurde.
Deshalb stelle ich die Frage nicht an Deinen schnatternden Verstand, sondern an das, was keine Sprache braucht: Was bist Du ohne Gedanken? Tauche in die Frage ein, ohne eine Antwort finden zu müssen. Stelle einfach immer wieder die Frage: Was bin ich ohne Gedanken? Als eine Art Meditation. Was gibt es zu beobachten?
Aha, ich muss keine Antwort finden. Das ist wichtig zu wissen, dass du keine erwartest, da ich extrem darauf programmiert bin, Fragen grundsätzlich zu beantworten oder das zumindest zu versuchen.

Wenn ich dabei etwas beobachte, werde ich berichten.
Was ist dein Eindruck, wie viele Kilometer bin ich noch vom *Sehen* oder gar vom Tor entfernt? Mir kommt es sehr weit vor :(((

Die Antwort für das Denken: Armer Tropf, Du bist auf einer anderen Ebene, die Du nicht verlassen kannst.
Dem, was Du bist: Du wirst niemals "weg".
Danke :)
Entschuldige die späte Antwort... ... und nein, der Dialog mit Dir ist weder aussichtslos noch langweilig :D Die Schreibpause hatte nichts mit Dir, meinem Interesse o. ä. zu tun :D
Alles klar. Das hatte ich in der Tat schon vermutet/befürchtet. Vielen Dank, dass du mir das sagst! :D