Bitte um Begleitung

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sun Nov 10, 2019 1:03 pm

Höre ich da eine leichte Ironie? ;) Nein, natürlich gab es nichts davon. Ich *beschäftige* mich aber auch nicht freiwillig oder gezielt damit, sobald sie mich nicht mehr von sich aus behelligen.

Nein, kein Ironie. Es bringt nur nichts, eine Türe öffnen zu wollen, die schon immer verschlossen war.
Wenn die Schmerzen und unerträglichen Gefühle eine eigene Intelligenz und Stimme hätten und Du würdest sie fragen, warum sie auftauchen, was würden sie Dir antworten? Auf was würden sie Dich hinweisen wollen? Was scheint ihnen wichtig zu sein? Was könntest Du auf ihre Antworten hin tun? Oder lassen?

Ich will diesen Fragen etwas mehr Raum geben, deshalb gehe ich auf den Rest Deiner Antworten später ein.
Liebe Grüße
Andreas

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Sun Nov 10, 2019 11:18 pm

Nein, kein Ironie. Es bringt nur nichts, eine Türe öffnen zu wollen, die schon immer verschlossen war.
Wenn die Schmerzen und unerträglichen Gefühle eine eigene Intelligenz und Stimme hätten und Du würdest sie fragen, warum sie auftauchen, was würden sie Dir antworten? Auf was würden sie Dich hinweisen wollen? Was scheint ihnen wichtig zu sein? Was könntest Du auf ihre Antworten hin tun? Oder lassen?
Zunächst mal würden sie vielleicht sagen: »Beachte mich gefälligst! Da ist was nicht in Ordnung, und da musst du hinschauen und dich kümmern!«

Vielleicht meine ich das aber auch nur, weil ich so viel über Psychologie, Psychosomatik etc. gelesen habe und die Ratschläge in diesen Büchern so sind.

Aber es scheint schon in diese Richtung zu gehen, da die Schmerzen und Gefühle ja einen recht großen Teil meiner Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen und mich außerdem daran hindern, anderen Tätigkeiten mit Leichtigkeit/Energie/Freude oder sogar überhaupt nachzugehen.

Teilweise scheinen sie auch zu sagen: »Du hast was falsch gemacht. Und jetzt musst du dich zur Strafe schlecht fühlen!«

Was ich tun oder lassen könnte, weiß ich nicht. Meine Aufmerksamkeit von ihnen abzuziehen gelingt mir aber einer gewissen Stärke (des Leidens) einfach nicht, auch wenn ich das gerne würde.

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Mon Nov 11, 2019 11:40 am

... gelingt mir ab einer gewissen Stärke ...

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Wed Nov 13, 2019 11:02 pm

»Du hast was falsch gemacht. Und jetzt musst du dich zur Strafe schlecht fühlen!«

Wer aus Deiner Vergangenheit könnte das zu Dir gesagt haben? Wie fühlt sich diese Person an? Welche Antwort würdest Du ihr gerne geben?
Was bist Du ohne das Gefühl überhaupt was falsch machen zu können?
Liebe Grüße
Andreas

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Thu Nov 14, 2019 8:36 am

Wer aus Deiner Vergangenheit könnte das zu Dir gesagt haben?
Meine Eltern.
Wie fühlt sich diese Person an?
Voller Hass.
Welche Antwort würdest Du ihr gerne geben?
FUCK YOU!
Was bist Du ohne das Gefühl überhaupt was falsch machen zu können?
In vieler Hinsicht freier.

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Thu Nov 14, 2019 4:54 pm

Das zeigt doch eindeutig, dass die Aufmerksamkeit sich um Gedanken anderer Menschen dreht und NICHT um Deine. Das Gedanken einfach ein Wiederholungsprogramm sind, das Dir "einprogrammiert" wurde. Nun mag es sein, dass da Emotionen mit verbunden sind und das ist auch OK. Aber es ist nicht notwendig, weil es nur Gedanken sind, die Du jetzt aufgeben darfst.

Wenn sich Freiheit fühlen lässt, wenn die Frage kommt: "Was bist Du ohne diesen Gedanken" - dann NIMM die Freiheit. Vollkommen egal, was der Rest der Welt und die Wiederholgedanken im Kopf wiederholen. Wenn Du im Wasser bist und endlich wieder an Land gehst, dann ist halt die Badehose noch etwas nass und tropft. Genauso wie die Gedanken noch etwas nachlaufen. Haken dran. Kein Grund zur Panik und kein Grund, nur weil die Badehose noch etwas nachtropft, wieder ins Wasser gehen zu müssen.
Liebe Grüße
Andreas

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Sun Nov 17, 2019 12:44 pm

Das zeigt doch eindeutig, dass die Aufmerksamkeit sich um Gedanken anderer Menschen dreht und NICHT um Deine. Das Gedanken einfach ein Wiederholungsprogramm sind, das Dir "einprogrammiert" wurde. Nun mag es sein, dass da Emotionen mit verbunden sind und das ist auch OK. Aber es ist nicht notwendig …
Mir drängt sich die Frage auf: Wenn ich keine eigenen Gedanken habe, hatten doch schätzungsweise die Menschen, deren Gedanken ich wiederkäue, ebenfalls keine eigenen. Wo kommt der ganze Mist denn dann her???
weil es nur Gedanken sind, die Du jetzt aufgeben darfst.
Aufgeben im Sinne von »nicht beachten«, schätze ich?
Wenn sich Freiheit fühlen lässt, wenn die Frage kommt: "Was bist Du ohne diesen Gedanken" - dann NIMM die Freiheit. Vollkommen egal, was der Rest der Welt und die Wiederholgedanken im Kopf wiederholen. Wenn Du im Wasser bist und endlich wieder an Land gehst, dann ist halt die Badehose noch etwas nass und tropft. Genauso wie die Gedanken noch etwas nachlaufen. Haken dran. Kein Grund zur Panik und kein Grund, nur weil die Badehose noch etwas nachtropft, wieder ins Wasser gehen zu müssen.
Das ist ein sehr schönes und lustiges Bild, mit dem ich viel anfangen kann, vielen Dank!! Ich bin schon seit Tagen dabei, das immer wieder mal zu beherzigen. Fühlt sich gut an! :)

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Tue Nov 19, 2019 11:11 am

Mir drängt sich die Frage auf: Wenn ich keine eigenen Gedanken habe, hatten doch schätzungsweise die Menschen, deren Gedanken ich wiederkäue, ebenfalls keine eigenen. Wo kommt der ganze Mist denn dann her???

Nun ja, möglicherweise einfach ein "gewachsenes Programm". Kennt man ja auch in der Softwareprogrammierung. Irgendwann ist das Programm so sehr gewachsen, dass es unübersichtlich, langsam und ineffizient wird.
Der Neandertaler wird vom Säbelzahntiger gefressen. Die anderen sehen das. Gefahr einprogrammiert.
Ein Neandertaler verhält sich schlecht zu seinen Stammesgenossen... er wird aus der Höhle geworfen... er ist alleine und schutzlos. Der Säbelzahntiger frisst ihn... - die anderen erkennen, dass es tödlich sein kann, sich unbeliebt zu machen. Usw. usw. usw.
Innerhalb der Welt wurden Informationen aufgenommen und von Generation zu Generation weitergegeben. Ob so manche Schlussfolgerung heute noch richtig ist, ist die Frage. Fast alle Menschen empfinden jedoch die Gedanken in ihrem Kopf als "ihre" Gedanken. Kaum einer lässt von den Überzeugungen ab, egal wie nervig oder depremierend sie auch sein mögen. Gedanken werden häufig als unabwendbares Schicksal angesehen. Unzählige Konzepte, die durch die direkte, tatsächliche Wahrnehmung nie geprüft wurden, schwirren durch den Gedankenstrom. Gedanken werden permanent mit der Realität und der eigenen konkreten Erfahrung VERWECHSELT! Keine große Sache also "wo der Mist herkommt". Aber eine sehr hypnotische Angelegenheit.

Aufgeben im Sinne von »nicht beachten«, schätze ich?

den Gedanken keine überdimensionale Bedeutung schenken. Der Körper macht schon sein Ding, mit oder ohne Sorgen. Sorgen stören jedoch den Körper in seinem "Flow". Gedanken auzugeben bedeutet, ungestört das Tatsächliche geschehen zu lassen. Das ist dann nichts anderes als tatsächlich auch "da zu sein". In den für den Körper einzigen realen Welt.

Das ist ein sehr schönes und lustiges Bild, mit dem ich viel anfangen kann, vielen Dank!! Ich bin schon seit Tagen dabei, das immer wieder mal zu beherzigen. Fühlt sich gut an! :)

Die Badehose ist so lange nass gewesen, dass schon fast gewohnheitsmäßig erst mal weitertropft. Und das ist vollkommen ok. :)
Liebe Grüße
Andreas

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Wed Nov 20, 2019 6:20 pm

Unzählige Konzepte, die durch die direkte, tatsächliche Wahrnehmung nie geprüft wurden, schwirren durch den Gedankenstrom. Gedanken werden permanent mit der Realität und der eigenen konkreten Erfahrung VERWECHSELT! Keine große Sache also "wo der Mist herkommt". Aber eine sehr hypnotische Angelegenheit.
In der Tat. Ich höre lustigerweise gerade ein Lied, in dem immer wieder gesungen wird: »Everything you see is true and everything you know is wrong«! Eine Jung'sche Synchronizität? ;)
den Gedanken keine überdimensionale Bedeutung schenken. Der Körper macht schon sein Ding, mit oder ohne Sorgen. Sorgen stören jedoch den Körper in seinem "Flow". Gedanken auzugeben bedeutet, ungestört das Tatsächliche geschehen zu lassen. Das ist dann nichts anderes als tatsächlich auch "da zu sein". In den für den Körper einzigen realen Welt.
Darüber denke ich öfter beim Radfahren nach: Wenn ich unaufmerksam bin, laufe ich ja eher Gefahr, mich hinzulegen oder einen Unfall zu bauen. Ist das so? Spielt es eine Rolle, ob ich mich zur Aufmerksamkeit ermahne oder in Gedanken bin? Wie weit geht dieses »Das Leben findet einfach statt ohne mein Zutun«? Das verwirrt mich immer wieder. Und ist wahrscheinlich einer der Gründe, die Illusion noch nicht als solche erkennen zu können.
Die Badehose ist so lange nass gewesen, dass schon fast gewohnheitsmäßig erst mal weitertropft. Und das ist vollkommen ok. :)
Ich bin ungeduldig und will das blöde Ding lieber auswringen oder ausziehen ;)

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Thu Nov 21, 2019 6:27 pm

Eine Jung'sche Synchronizität? ;)
da ist noch mehr synchron... beim genauen Hinsehen :)

Darüber denke ich öfter beim Radfahren nach: Wenn ich unaufmerksam bin, laufe ich ja eher Gefahr, mich hinzulegen oder einen Unfall zu bauen. Ist das so? Spielt es eine Rolle, ob ich mich zur Aufmerksamkeit ermahne oder in Gedanken bin? Wie weit geht dieses »Das Leben findet einfach statt ohne mein Zutun«? Das verwirrt mich immer wieder. Und ist wahrscheinlich einer der Gründe, die Illusion noch nicht als solche erkennen zu können.

Das große Spiel des Lebens passiert im Unbewussten. Das Bewusstsein wäre vollkommen überfordert, alle Eindrücke so schnell zu verarbeiten wie es das vegetative Nervensystem managt. Was bedeutet in diesem Kontext "zur Aufmerksamkeit ermahnen"? Willst Du unbedingt bewusster sein? Willst Du bewusst das managen, was das Unbewusste viel besser kann? Ängste sorgen dafür, dass Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden und das Nervensystem in Alarmbereitschaft gebracht wird. Ständige Ängste überladen das System und sorgen dafür, dass die notwendige Entspannung und auch Mühelosigkeit ausbleiben. Wenn Ängste reale Grundlagen haben - also wenn der Säbelzahntiger leibhaftig vor Dir steht - ist es ausgezeichnet, dass Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden. Dann sind die Muskeln aufgeladen und können den Körper in Höchstform hochpeitschen. Mit der Einführung der Sprache und Gedanken wurde jedoch ein Problem geschaffen. Die reine Phantasie von einem Säbelzahntiger löst jetzt ebenfalls einen Adrenalin- und Cortisol-Rausch aus, obwohl kein reales Problem da ist. Du rennst also nicht weg und kämpfst auch nicht mit dem Körper gegen den Säbelzahntiger, denn er ist ja gar nicht da. Aber Deine Muskeln werden durch die Hormone auf Flucht oder Angriff vorbereitet. Klebt die Aufmerksamkeit am Gedankenstrom, gibts dafür als "Belohnung" ständig Adrenalin- und Cortisol-Ausstöße. Ggf. 1.000 Mal am Tag. OHNE dass irgendetwas im Außen passiert. Das ist echter Stress, basierend auf nicht realen Geschehnissen (=Gedanken).

Diese Aussagen sollten wir uns noch näher anschauen, weil sie offensichtlich Verwirrung bei Dir verursachen:
Wenn ich unaufmerksam bin, laufe ich ja eher Gefahr, mich hinzulegen oder einen Unfall zu bauen. Ist das so? Spielt es eine Rolle, ob ich mich zur Aufmerksamkeit ermahne oder in Gedanken bin?
Wenn Du Dich nicht von Gedanken ablenken lässt, ist die Sinneswahrnehmung (außer der Körper schläft) voll und ganz da. Der Körper weiß, wie man Fahrrad fährt. Hast Du lange genug geübt. Deshalb musst Du Dich nicht speziell aufs Fahrrad fahren konzentrieren.
Zur Aufmerksamkeit ermahnen? Nicht notwendig. Einfach nur den Körper spüren, Sehen, Hören, Fühlen, ... Das ist eigentlich keine Anstrengung und kein Bemühen.

Das Leben findet einfach statt. Versuche es zu stoppen und Du merkst, dass es einfach selbst stattfindet. Dass jeder Moment einfach ist, egal wie sehr Du Dich anstrengst, das Ganze zu stoppen. :)

Ich bin ungeduldig und will das blöde Ding lieber auswringen oder ausziehen ;)

Beim Auswringen sind wir :)
Ausziehen? Das ist das Einfachste. Hinsetzen und sich erlauben, mal für eine gewisse Zeit alle Gedanken für Schwachsinn erklären. ALLE! Auch die angeblich spirituellen, gebildeten, usw. Ab jetzt sind alle Gedanken mal völliger Humbug. Egal, ob sie wollen, dass Du etwas tust, etwas glaubst, von Dir etwas erwarten (beispielsweise einfach mal so dazusitzen :-) )
Du kannst alles für vollkommen unbedeutend erklären. Regelmäßig alles zu verwerfen (auch die liebegewonnenen Gedanken oder die Gedanken, die man meint zu brauchen) ist das "Hose ausziehen".
Liebe Grüße
Andreas

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Fri Nov 22, 2019 10:12 pm

da ist noch mehr synchron... beim genauen Hinsehen :)
Weiß nicht, was du damit meinst.
Was bedeutet in diesem Kontext "zur Aufmerksamkeit ermahnen"? Willst Du unbedingt bewusster sein? Willst Du bewusst das managen, was das Unbewusste viel besser kann?
Nein, das will ich nicht. Ich meinte damit nur, dem hypnotischen Reingezogenwerden in irgendeine Geschichte entgegenzuwirken, der ich gerade Aufmerksamkeit »schenke«, statt diese aufs Außen zu richten! Insofern: ja, bewusster sein, damit das Unbewusste seinen Job machen kann.
Wenn Du Dich nicht von Gedanken ablenken lässt, ist die Sinneswahrnehmung (außer der Körper schläft) voll und ganz da. Der Körper weiß, wie man Fahrrad fährt. Hast Du lange genug geübt. Deshalb musst Du Dich nicht speziell aufs Fahrrad fahren konzentrieren.
Zur Aufmerksamkeit ermahnen? Nicht notwendig. Einfach nur den Körper spüren, Sehen, Hören, Fühlen, ... Das ist eigentlich keine Anstrengung und kein Bemühen.
Ok, aber wie du weißt ist die Neigung/Gewohnheit, von Gedanken abgelenkt zu werden, ja ständig da. Und es wäre beim Radfahren sicher nicht dienlich, weitgehend dem inneren Film nachzuhängen. Wer oder was ermahnt »mich« denn dann eigentlich, sich nicht zu stark reinziehen zu lassen, sondern die Aufmerksamkeit mal wieder aufs Außen zu richten? Ist das ein Gedanke oder wird sich da die Aufmerksamkeit quasi ihrer selbst bewusst — und ich tue dann so, als ob »ich« was getan hätte?
Das Leben findet einfach statt. Versuche es zu stoppen und Du merkst, dass es einfach selbst stattfindet. Dass jeder Moment einfach ist, egal wie sehr Du Dich anstrengst, das Ganze zu stoppen. :)
Oh ja. Ich versuche oft genug, unangenehme Dinge zu stoppen und rege mich dann fürchterlich auf, weil ich es nicht kann. Halte »Ohnmacht« bzw. »ohnmächtiges Erduldenmüssen« (wie v. a. in meiner Kindheit mit superstrengen und schlagenden Eltern) für eine der schlimmsten Dinge in meinem Leben ...
Beim Auswringen sind wir :)
Ausziehen? Das ist das Einfachste. Hinsetzen und sich erlauben, mal für eine gewisse Zeit alle Gedanken für Schwachsinn erklären. ALLE! Auch die angeblich spirituellen, gebildeten, usw. Ab jetzt sind alle Gedanken mal völliger Humbug. Egal, ob sie wollen, dass Du etwas tust, etwas glaubst, von Dir etwas erwarten (beispielsweise einfach mal so dazusitzen :-) )
Du kannst alles für vollkommen unbedeutend erklären. Regelmäßig alles zu verwerfen (auch die liebegewonnenen Gedanken oder die Gedanken, die man meint zu brauchen) ist das "Hose ausziehen".
Gut, das werde ich heute noch ausprobieren, danke dafür :)

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Sat Nov 23, 2019 9:26 pm

Hab ich leider nicht hinbekommen. Wie geht das? Einen Gedanken »abstellen«, der alle anderen mit »Schwachsinn«, »stimmt doch alles nicht« etc. kommentiert? Das hat jedenfalls nicht funktioniert. Was anderes fällt mir nicht ein.

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sun Nov 24, 2019 1:45 pm

Ich meinte damit nur, dem hypnotischen Reingezogenwerden in irgendeine Geschichte entgegenzuwirken, der ich gerade Aufmerksamkeit »schenke«, statt diese aufs Außen zu richten! Insofern: ja, bewusster sein, damit das Unbewusste seinen Job machen kann.

Das, was ins Bewusstsein gelangt, ist die minimale Spitze eines Eisbergs. Und dieses folgt dem Gedankenstrom und verliert sich gegebenenfalls auch darin.
Richte das Gefühl immer wieder auf den Körper aus. Nutze die Sinne. "Zu sich selbst zu kommen" kann nicht "außerhalb von Dir" stattfinden. Und auch nicht in Gedanken. Das Unbewusste macht seinen Job immer. Sonst würde das Herz nicht schlagen.
Die Überzeugung oder der Anspruch, Manager des Lebens zu sein ist eine Strapaze...
Liebe Grüße
Andreas

User avatar
Noone123
Posts: 95
Joined: Mon Jul 29, 2019 12:27 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Wed Nov 27, 2019 5:49 pm

Richte das Gefühl immer wieder auf den Körper aus. Nutze die Sinne.
Das mache ich immerhin öfter als vor unserem Dialog. Um es zu tun, muss es mir ja aber »einfallen«. Ich muss »dran denken«. Theoretisch könnte ich alle x Minuten mein Handy scheppern lassen, als Erinnerungshilfe. Oder versuchen mich zu konditionieren, so dass ich immer bei einem bestimmten äußeren Reiz (Autohupen o. Ä.) »dran denke«. Würdest du solche Methoden für sinnvoll halten? Denn die mit Abstand meiste Zeit des Tages stecke ich ja tief in der Gedanken-Hypnose und kann mich von dort aus auch nicht selbst rausreißen, weil es mir eben nicht »einfällt«.
"Zu sich selbst zu kommen" kann nicht "außerhalb von Dir" stattfinden. Und auch nicht in Gedanken.
Klingt sehr einleuchtend.
Das Unbewusste macht seinen Job immer. Sonst würde das Herz nicht schlagen.
Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe: Warum passieren (mir) so viele Missgeschicke? Kopf anschlagen, in den Finger schneiden, hinfallen u. v. m. Was geht da schief? Warum passt das Unbewusste da nicht besser auf, oder will es mich – wie oft gelesen – mit solchen Dingen auf irgendwas hinweisen? Aber wen sollte es hinweisen wollen, wenn das Ich illusorisch ist?
Die Überzeugung oder der Anspruch, Manager des Lebens zu sein ist eine Strapaze...
Diesen Job möchte ich nur zu gern loswerden!!!!!!!!!!!!!

User avatar
Glueckseligkeit
Posts: 1101
Joined: Tue Jun 14, 2016 8:08 pm

Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sat Nov 30, 2019 9:46 am

Auch eine äußere Erinnerung hinzuzunehmen kann gut sein, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Wichtig ist, dass es einfach bleibt. Das Handy kann bspw. alle 2 Stunden kurz einen Gong-Ton laufen lassen und dann schaut man seine Hände an, spürt den Boden unter den Füßen, schaut sich bewusst um,... Ohne sonstige weiteren Ansprüche. Einfach nur da sein. Wenn man tief in irgendwelchen Gedanken versunken ist, dann kann man das als Gelegenheit nutzen und die Fähigkeit entwickeln. beim Gong alles an Gedanken bereitwillig in diesem Moment fallen zu lassen. Ein geschützter kleiner Zeitbereich sozusagen, in dem man einfach nur da sein darf.

Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe: Warum passieren (mir) so viele Missgeschicke? Kopf anschlagen, in den Finger schneiden, hinfallen u. v. m. Was geht da schief? Warum passt das Unbewusste da nicht besser auf, oder will es mich – wie oft gelesen – mit solchen Dingen auf irgendwas hinweisen? Aber wen sollte es hinweisen wollen, wenn das Ich illusorisch ist?

Das hängt mit dem Selbstbild zusammen. Das Unbewusste ist wie der Flaschengeist in Aladdin's Wunderlampe. Der erfüllt einfach das, was angefordert wird. Der wertet nicht, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Es passiert einfach. Wenn das Selbstbild "ich bin schusselig, unfähig, tölpelhaft" ist, warum sollte der Flaschengeist dann was anderes "herzaubern". Die Erwartungen werden also brav erfüllt. Und dafür gibt es dann auch noch ständig Undank des Meisters... ;-)

Ein feindliches Weltbild führt einfach zu den passenden Effekten. Was hilft? Aufhören, quälenden Gedanken nachzufolgen. Sie sind nur eine Gewohnheit. Sie haben keine eigene Realität und verschwinden bei entsprechender Ignoranz ihnen gegenüber. Nach einem gefühlt bisher schrecklichen Leben fällt es schwer, Selbstliebe, überhaupt Liebe zu empfinden. Vor allem, wenn man das nie richtig erlebt hat. Sich so anzunehmen, wie man ist, mit wirklich ALLEN Eigenschaften (selbst bzgl. der Selbstsabotage) ist ein Anfang, um aus der Dissonanz heraus zu kommen und in eine konstruktive Ressonanz zu gelangen. Solange Du Dich als Schuldiger, Unfähiger, Unvollkommener, etc. verurteilst, bleibt es unangenehm. Wie soll Dein Körper reagieren, wenn Gedanken in Deinem Kopf vorgeben, der Meister des Lebens zu sein und gleichzeitig zu erleben, dass das unwahr ist?
Liebe Grüße
Andreas


Return to “Deutsch”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 2 guests