Bitte um Begleitung

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Fri Oct 25, 2019 2:03 pm

Befürchtungen sind oft reine Theorien und Mutmaßungen. Sie halten häufig in Illusionen gefangen. Mir Fakten zählen. Prüfe mal, auf wieviel praktischem und faktischem Erleben die meisten Gedanken tatsächlich begründet sind.
Kaum was zu finden :)
Fakes sind immer Mutmaßungen und Vorstellungen, die nicht auf konkreter, direkter Erfahrung beruhen, sondern auf "Hochrechnungen" und Annahmen der Gedankenmaschine. Oder aus überliefertem Glauben.
Ok, in diesem Sinne kannte ich den Ausdruck nicht.
Ja, bzw. von großer Angst, in dieser Sackgasse zu stecken und zu verrecken.

Wäre die Angst berechtigt, wärst Du nach so vielen Jahren mit Sicherheit schon in die Jagdgründe eingegangen. Oder?
Das war etwas anders gemeint: nicht als lebensgefährliche Sackgasse, sondern dass ich eben bis zum Lebensende nicht da rauskomme.

Wie geht es »weiter«? Was kann ich tun oder lassen? Oder ist jetzt die Zeit, das alles »wirken zu lassen« und zu warten?

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Fri Oct 25, 2019 6:47 pm

Ergänzung:

Was ist eigentlich »Akzeptieren«? Wenn ich z. B. sauer auf etwas bin, sage ich mir: »Ich akzeptiere, dass ich sauer bin« und versuche, ein Gefühl von Loslassen, Leichtigkeit wahrzunehmen. Ist das überhaupt gemeint??!??

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sat Oct 26, 2019 8:57 am

Wie geht es »weiter«? Was kann ich tun oder lassen? Oder ist jetzt die Zeit, das alles »wirken zu lassen« und zu warten?

Kannst Du dem Anspruch, der in Deinen Gedanken auftaucht, jemals gerecht werden? Kannst Du jemals das erreichen, was andere als tiefe Erwartung in die Dich eingepflanzt haben, jemals erfüllen? DARFST Du überhaupt Erfüllung erlangen? DARFST Du überhaupt ans Ziel kommen? DARFST Du inneren Frieden haben, grundlos glücklich sein,... - oder hast Du zu wenig geleistet, bist Du zu wenig wert, sind die Rahmenbedingungen die falschen,... ? Was wirfst Du Dir alles vor, so dass Du keinen Frieden finden darfst/kannst?

Was ist eigentlich »Akzeptieren«? Wenn ich z. B. sauer auf etwas bin, sage ich mir: »Ich akzeptiere, dass ich sauer bin« und versuche, ein Gefühl von Loslassen, Leichtigkeit wahrzunehmen. Ist das überhaupt gemeint??!??

Diese Frage ist ausgezeichnet, weil sie einen der am weitesten verbreiteten Irrtümer zur Akzeptanz in den Fokus rückt!
Viele Menschen betrachten totale Akzeptanz als ein Instrument, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Bspw. wollen diese Menschen unbedingt Frieden und Harmonie. Totale Akzeptanz hat aber mit diesen Konzepten, dass die Welt schön und das Gefühl immer gut sein muss, absolut gar nichts zu tun!

Wenn ich einen scheiß Ärger in mir habe, dann habe ich diesen scheiß Ärger in mir. DAS ist Akzeptanz. Und nicht dieser Mindfuck: "Ich akzeptiere den scheiß Ärger (damit ich wieder in Harmonie komme..., blubber, blubber, blablabla)." Das erzeugt nämlich eine Dissonanz. Da ist etwas, das etwas Vorhandenes ANDERS haben möchte. Und dieses "anders haben wollen als es ist" ist die totale Selbstentfremdung. So, als ob außerhalb des "scheiß Ärgers" eine Instanz als Beobachter existiert und den Ärger von außen anders managen möchte. Das geht aber nicht.
Nimm einen Sportler, der nicht voll und ganz in seinem Körper und ganz in seiner Emotion, in seinem Adrenalin ist... sondern in seinem Kopf rumblubbert: "Was habe ich noch über das Atmen gelernt. Atme ich richtig? Ach irgendwie fühlt sich das jetzt nicht richtig an. Da werde ich bestimmte die letzte Runde nicht mehr richtig laufen können, weil ich zu kurz atme,... ich muss das anders machen. Ach ich akzeptiere einfach, dass ich falsch atme... blubber blubber blubber, blablabla." Das sind alles nur Gedanken und all dieses Geschwurbel lenkt vom direkten Erleben ab. Hätte, wäre, soll, könnte, würde,...

Es macht schwach, weil sich alles nur im Kopf abspielt. Totale Akzeptanz ist MITTEN DRIN - EINS. Wenn ich ein Scheiß Gefühl habe, dann fange ich nicht an, Strategien anwenden zu wollen, das Ganze geschmeidig oder erträglicher zu machen. Dann bin ich eben mal dieses Scheiß Gefühl. Es ist dieser Größenwahn des Verstandes und Gedankengemurmels, die Welt verstehen, kontrollieren und steuern zu wollen. Du musst der Körper sein, um ihn zu bewegen. Wenn Du über ihm schwebst, kannst Du ihn nicht bewegen. Mit der Akzeptanz schwebst Du nicht über den Wolken, sondern entweder Du bist die Wolke oder Du bist der Regen oder Du bist die Erde oder whatever.
Liebe Grüße
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Sun Oct 27, 2019 8:24 pm

Kannst Du dem Anspruch, der in Deinen Gedanken auftaucht, jemals gerecht werden? Kannst Du jemals das erreichen, was andere als tiefe Erwartung in die Dich eingepflanzt haben, jemals erfüllen?
Nein, natürlich kann ich all das nicht.
DARFST Du überhaupt Erfüllung erlangen? DARFST Du überhaupt ans Ziel kommen? DARFST Du inneren Frieden haben, grundlos glücklich sein,... - oder hast Du zu wenig geleistet, bist Du zu wenig wert, sind die Rahmenbedingungen die falschen,... ? Was wirfst Du Dir alles vor, so dass Du keinen Frieden finden darfst/kannst?
Gedanken, die mir da irgendwas verbieten oder verwehren, kann ich nicht ausmachen. Vorwürfe finde ich allerdings zuhauf: angeblich falsche Entscheidungen, Weichenstellungen, Feigheiten, nicht wieder gutzumachende Fehler ... Nicht laut und nicht oft, aber doch immer wieder mal so ein Hadern.
Viele Menschen betrachten totale Akzeptanz als ein Instrument, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Bspw. wollen diese Menschen unbedingt Frieden und Harmonie. Totale Akzeptanz hat aber mit diesen Konzepten, dass die Welt schön und das Gefühl immer gut sein muss, absolut gar nichts zu tun!
So hatte ich es nicht gesehen. Dass ich dann versucht habe, Leichtigkeit wahrzunehmen, war als die von dir erwähnte Kompassnadel gedacht: »Bewege ich mich in die richtige Richtung?«
Wenn ich einen scheiß Ärger in mir habe, dann habe ich diesen scheiß Ärger in mir. DAS ist Akzeptanz. Und nicht dieser Mindfuck: "Ich akzeptiere den scheiß Ärger (damit ich wieder in Harmonie komme..., blubber, blubber, blablabla)." Das erzeugt nämlich eine Dissonanz. Da ist etwas, das etwas Vorhandenes ANDERS haben möchte. Und dieses "anders haben wollen als es ist" ist die totale Selbstentfremdung. So, als ob außerhalb des "scheiß Ärgers" eine Instanz als Beobachter existiert und den Ärger von außen anders managen möchte. Das geht aber nicht.

Du musst der Körper sein, um ihn zu bewegen. Wenn Du über ihm schwebst, kannst Du ihn nicht bewegen. Mit der Akzeptanz schwebst Du nicht über den Wolken, sondern entweder Du bist die Wolke oder Du bist der Regen oder Du bist die Erde oder whatever.
Das ist jetzt noch mal deutlicher geworden, danke!!

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Mon Oct 28, 2019 7:23 am

Kannst Du dem Anspruch, der in Deinen Gedanken auftaucht, jemals gerecht werden? Kannst Du jemals das erreichen, was andere als tiefe Erwartung in die Dich eingepflanzt haben, jemals erfüllen?

Nein, natürlich kann ich all das nicht.

Wenn Du all das nicht kannst, kannst Du dann diese Gedanken sein? Kannst Du dann der Gedanke "ICH muss dies erreichen, kann es aber nicht" SEIN? Würdest Du Dir solche Gedanken denken, wenn es ein Ich gäbe, das Kontrolle darüber hätte? Wenn aber über die Gedanken nicht wesentlich mehr Kontrolle herrscht als über Passanten, die auf der Straße (auch wenn die Gedanken Dir viel vertrauter vorkommen...) vorbeilaufen, welche Bedeutung haben dann all diese Gedanken? WAS bedeutet dieser Ich-Gedanke dann tatsächlich mehr als Zugehörigkeitsgefühl zu diesen Gedanken? BIST Du dieser Ich-Gedanke? Oder ist da einfach nur ein Seins-Gefühl, das glaubt, all diese Gedanken zu sein?

WAS bist Du, wenn nicht die Gedanken?

So hatte ich es nicht gesehen. Dass ich dann versucht habe, Leichtigkeit wahrzunehmen, war als die von dir erwähnte Kompassnadel gedacht: »Bewege ich mich in die richtige Richtung?«

Nehmen wir an, dass Dir ein 200 kg Sumo-Ringer auf dem Gehsteig entgegen kommt. Du hast keine Chance, an ihm vorbeizukommen und er hat nicht die Absicht, den Gehsteig zu verlassen. Deine Version der Leichtigkeit ist, sich den Sumo-Ringer leichter zu reden und dann mit ihm schmerzvoll zusammenzustoßen. Leichtigkeit bedeutet nicht, sich etwas schön zu reden, sondern ohne großes Tamtam kurz vom Gehsteig zu gehen, wenn eine nutzlose Diskussion mit dem Sumo-Ringer oder der Zusammenstoß unvermeidlich wären. Mit der Gedankenwelt ist das aber viel tragischer... Während der Sumo-Ringer real existiert, haben Gedanken keine eigene Realität. Das Tragische ist: Ihnen müsste man nicht einmal aus dem Weg gehen oder mit ihnen in Diskussion gelangen, weil ohne Glaube an sie rein gar nichts passiert, weil man eben nicht mit ihnen zusammenstoßen kann, "wenn man den Gehsteig nicht verlässt".
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Tue Oct 29, 2019 11:44 am

Wenn Du all das nicht kannst, kannst Du dann diese Gedanken sein? Kannst Du dann der Gedanke "ICH muss dies erreichen, kann es aber nicht" SEIN? Würdest Du Dir solche Gedanken denken, wenn es ein Ich gäbe, das Kontrolle darüber hätte? Wenn aber über die Gedanken nicht wesentlich mehr Kontrolle herrscht als über Passanten, die auf der Straße (auch wenn die Gedanken Dir viel vertrauter vorkommen...) vorbeilaufen, welche Bedeutung haben dann all diese Gedanken? WAS bedeutet dieser Ich-Gedanke dann tatsächlich mehr als Zugehörigkeitsgefühl zu diesen Gedanken? BIST Du dieser Ich-Gedanke? Oder ist da einfach nur ein Seins-Gefühl, das glaubt, all diese Gedanken zu sein?

WAS bist Du, wenn nicht die Gedanken?
Ich bewundere deine Geduld, mir die Dinge immer wieder aufs Neue und auf neue Arten darzustellen. Daher mal wieder ein herzliches Dankeschön dafür!

Bei Deinen Fragen hänge ich immer an dem Wort »sein«. Ich habe und hatte ja noch nie das Gefühl, irgendein Gedanke — oder alle — zu *sein*, sondern sie zu *haben*. Ein Gedanke zu *sein* klingt einfach nur abstrakt für mich.
Wenn aber über die Gedanken nicht wesentlich mehr Kontrolle herrscht als über Passanten, die auf der Straße (auch wenn die Gedanken Dir viel vertrauter vorkommen...) vorbeilaufen, welche Bedeutung haben dann all diese Gedanken?
Darüber habe ich herzlich gelacht, vielen Dank! :)

Es reift in mir immer mehr die Gewissheit, dass all diese Gedanken überhaupt keine Bedeutung haben. Das führt dazu, dass ich schwierigen Situationen/Gedanken/Gefühlen nicht mehr (so) lange nachhänge, sie schneller wieder loslassen und meine Aufmerksamkeit wieder aufs Gegenwärtige richten kann.
Oder ist da einfach nur ein Seins-Gefühl, das glaubt, all diese Gedanken zu sein?
Für mich sieht es wie gesagt eher so aus, als wäre da ein Seins-Gefühl, das glaubt, all diese Gedanken zu *haben*.
Leichtigkeit bedeutet nicht, sich etwas schön zu reden, sondern ohne großes Tamtam kurz vom Gehsteig zu gehen, wenn eine nutzlose Diskussion mit dem Sumo-Ringer oder der Zusammenstoß unvermeidlich wären. Mit der Gedankenwelt ist das aber viel tragischer... Während der Sumo-Ringer real existiert, haben Gedanken keine eigene Realität. Das Tragische ist: Ihnen müsste man nicht einmal aus dem Weg gehen oder mit ihnen in Diskussion gelangen, weil ohne Glaube an sie rein gar nichts passiert, weil man eben nicht mit ihnen zusammenstoßen kann, "wenn man den Gehsteig nicht verlässt".
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich wollte mir nichts schönreden, sondern — um bei diesem Beispiel zu bleiben — kurz »checken«, ob es leichter wäre, auf meinem »Recht« zu bestehen, ebenfalls auf dem Gehsteig zu gehen, oder eben kurz runterzugehen.

Das könnte ja anders aussehen, wenn ich diesem Typen jeden Tag etwa an derselben Stelle begegnen würde und ich zum Beispiel aufgrund einer Fußgelenkerkrankung und eines besonders hohen Bordsteins wählen müsste zwischen a) einem kurzen klärenden Gespräch mit dem Ringer und b) der Aussicht, täglich stundenlang starke Schmerzen im Fuß zu haben. Dann könnte das Gefühl von Leichtigkeit doch zur anderen Möglichkeit pendeln, oder hab ich da was missverstanden?

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Tue Oct 29, 2019 3:39 pm

Bei Deinen Fragen hänge ich immer an dem Wort »sein«. Ich habe und hatte ja noch nie das Gefühl, irgendein Gedanke — oder alle — zu *sein*, sondern sie zu *haben*. Ein Gedanke zu *sein* klingt einfach nur abstrakt für mich.

Wenn Du etwas nicht bist, sondern es nur hast, dann ist es doch ganz einfach: Lass das, was Du HAST, doch einfach unbeachtet stehen... Leg den Rucksack ab und wandere weiter. Wo liegt das Problem?

Darüber habe ich herzlich gelacht, vielen Dank! :)
:-)

Es reift in mir immer mehr die Gewissheit, dass all diese Gedanken überhaupt keine Bedeutung haben. Das führt dazu, dass ich schwierigen Situationen/Gedanken/Gefühlen nicht mehr (so) lange nachhänge, sie schneller wieder loslassen und meine Aufmerksamkeit wieder aufs Gegenwärtige richten kann.

Die Gedanken haben aus sich selbst heraus keinerlei Bedeutung. Ebenso wie das Bild auf Deinem Fernseher aus sich selbst keinerlei Bedeutung hat, wenn da nicht Bewusstsein vorhanden ist, das sich dafür interessiert.

Du brauchst Deine Aufmerksamkeit gar nicht auf das Gegenwärtige richten, das geschieht von ganz alleine, wenn keine Gedanken Deine Aufmerksamkeit hypnotisieren und Du diesem Sammelsurium an unendlich vielen Problemen glaubst, die zu einem Gedanken-Gewohnheits-Strom geworden sind. Drogenabhängigkeit ist keine größere Sucht als der Glaube an irgendwelche Gedanken. Immer wieder kommen gedankliche Gefahrenmeldungen wie aus dem Nichts geschossen, die sich wie ein ätzender Wichtigtuer aufbäumen und die Aufmerksamkeit vereinnahmen möchten. Hier hilft immer mal wieder eine Rückfrage:

"Wenn ich jetzt diesem Gedanken nicht glaube, werde ich dann krank, sterbe ich, - oder was ist dann das Schlimmste, was passieren könnte?"
Was bin ich ohne diesen Gedanken?
Wenn die Erkenntnis auftaucht, dass man diesen Gedanken fallen lassen kann, weil JETZT einfach keine reale Gefahr vorhanden ist, kommt Erleichterung auf. Möglicherweise wird der Gedankenstrom dann noch weitere Ideen finden, wo Gefahren lauern könnten. Denn das zugrundeliegende Gefühl für einen Gedanken, ist auch noch das zugrunde liegende Gefühl von Gedanken, die ähnlich gelagert sind. Das Gefühl ist also der Magnet. Ich kannte jemanden, der ein Bild einer schönen Frau aus seiner Tasche holte, wenn ihn mal wieder negative und stressige Gedankenfluten überhäuft haben. Er hat das Bild einfach nur angeschaut, ohne darüber nachzudenken. Und nach einem kurzen Moment ging es ihm besser. Er genoss einfach nur den Anblick. Und dieser erzeugte das entsprechende angenehme Gefühle. Irgendwann erkannte er dann, dass alles eine Art Trigger war und er erkannte auch, dass es nur Gedanken waren, die ihn ärgerten.

Für mich sieht es wie gesagt eher so aus, als wäre da ein Seins-Gefühl, das glaubt, all diese Gedanken zu *haben*.

Wie schon beschrieben - wenn es ein "Haben" ist, musst Du es ja nicht haben. Und einfach nur etwas zu haben, muss ja nicht stressig sein. Du hast Bücher im Schrank, Butter im Kühlschrank und sicher noch vieles mehr. Was ist das Problem beim Haben? Wenn Du glaubst, dass die Butter im Kühlschrank ungesund ist, dann entsteht das Problem. Wenn Du glaubst, dass Gedanken die Wahrheit sprechen, dann hast Du ein Problem,... Das HABEN an sich ist kein Problem.

Das könnte ja anders aussehen, wenn ich diesem Typen jeden Tag etwa an derselben Stelle begegnen würde und ich zum Beispiel aufgrund einer Fußgelenkerkrankung und eines besonders hohen Bordsteins wählen müsste zwischen a) einem kurzen klärenden Gespräch mit dem Ringer und b) der Aussicht, täglich stundenlang starke Schmerzen im Fuß zu haben. Dann könnte das Gefühl von Leichtigkeit doch zur anderen Möglichkeit pendeln, oder hab ich da was missverstanden?

Gedanken sind ja aber kein Ringer. Sie sind ein Hirngespinst, dem geglaubt wird. Sie können Dich nicht einmal vermöbeln, wenn Du sie missachtest und einfach durch sie "durchmarschierst".

Ich bewundere deine Geduld, mir die Dinge immer wieder aufs Neue und auf neue Arten darzustellen. Daher mal wieder ein herzliches Dankeschön dafür!

Immer gerne. Es hat aber nichts mit Geduld zu tun. Es ist eine faszinierende Reise durch Hirngespinste.
Viele Menschen glauben, dass es irgendwann Klick macht und dann kommt die große Erkenntnis und die Illusion zerplatzt. Das kann sein, muss nicht sein. Es kann auch ein gefühlt quälender Prozess sein, Schicht um Schicht einer (nicht vorhandenen, jedoch intensiv geglaubten) Schicht abzutragen. Es kommt äußerst komplexe Glaubensmuster und alle sind einzigartig.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Tue Oct 29, 2019 3:42 pm

Es kommt äußerst komplexe Glaubensmuster und alle sind einzigartig.
sorry... Es gibt äußerst komplexe Glaubensmuster und alle sind einzigartig.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Thu Oct 31, 2019 12:36 pm

... wollte mich bis einschließlich Sonntag abmelden. Kann mich ab Montag wieder melden. Danke!
Schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Thu Oct 31, 2019 9:17 pm

Wenn Du etwas nicht bist, sondern es nur hast, dann ist es doch ganz einfach: Lass das, was Du HAST, doch einfach unbeachtet stehen... Leg den Rucksack ab und wandere weiter. Wo liegt das Problem?
Das Problem liegt darin, dass es kein Rucksack ist! Wenn ich Schmerzen »habe«, kann ich die ja auch nicht mal eben abstellen und weiterlaufen. Und hartnäckige Gedanken und schwer erträgliche Gefühle auch nicht!

Ich hatte vor 2 Tagen ein Erlebnis, das für mich mit handfesten, langfristigen unangenehmen Konsequenzen/Verlusten und seelischen Qualen verbunden ist. Die erste Nacht habe ich vor Aufregung fast schlaflos verbracht, mein Magen fühlte sich an wie durch den Wolf gedreht. Das ist sehr intensiv und »fordert« einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit ein, ohne dass ich aktiv etwas dazu tue oder es verhindern könnte, wie könnte ich da etwas »einfach stehenlassen«? Ich leide und kann nur dieses Leiden (oder den Unwillen zu leiden) akzeptieren, oder?
Die Gedanken haben aus sich selbst heraus keinerlei Bedeutung. Ebenso wie das Bild auf Deinem Fernseher aus sich selbst keinerlei Bedeutung hat, wenn da nicht Bewusstsein vorhanden ist, das sich dafür interessiert.
Das ist gut zu wissen bzw. werde ich mir des Öfteren vergegenwärtigen.
Du brauchst Deine Aufmerksamkeit gar nicht auf das Gegenwärtige richten, das geschieht von ganz alleine, wenn keine Gedanken Deine Aufmerksamkeit hypnotisieren und Du diesem Sammelsurium an unendlich vielen Problemen glaubst, die zu einem Gedanken-Gewohnheits-Strom geworden sind. Drogenabhängigkeit ist keine größere Sucht als der Glaube an irgendwelche Gedanken.
Ja, so fühlt es sich ja auch an.
… hilft immer mal wieder eine Rückfrage:
"Wenn ich jetzt diesem Gedanken nicht glaube, werde ich dann krank, sterbe ich, - oder was ist dann das Schlimmste, was passieren könnte?"
Was bin ich ohne diesen Gedanken?
Das werde ich in mein »Repertoire« aufnehmen.
… das zugrundeliegende Gefühl für einen Gedanken, ist auch noch das zugrunde liegende Gefühl von Gedanken, die ähnlich gelagert sind. Das Gefühl ist also der Magnet.
Interessant. Das werde ich versuchen zu beobachten.
Ich kannte jemanden, der ein Bild einer schönen Frau aus seiner Tasche holte … Irgendwann erkannte er dann, dass alles eine Art Trigger war und er erkannte auch, dass es nur Gedanken waren, die ihn ärgerten.

Ich würde eher das Bild einer süßen Ziege oder Katze wählen, aber vielleicht sollte ich das auch tun!
Wenn Du glaubst, dass Gedanken die Wahrheit sprechen, dann hast Du ein Problem,... Das HABEN an sich ist kein Problem.
Die große Schwierigkeit besteht dann wohl darin, das mit dem Glauben — das ja wohl auf einer absolut unbewussten Ebene geschieht — zu lassen?
Viele Menschen glauben, dass es irgendwann Klick macht und dann kommt die große Erkenntnis und die Illusion zerplatzt. Das kann sein, muss nicht sein. Es kann auch ein gefühlt quälender Prozess sein, Schicht um Schicht einer (nicht vorhandenen, jedoch intensiv geglaubten) Schicht abzutragen. Es gibt äußerst komplexe Glaubensmuster und alle sind einzigartig.
Ach so! Hatte bisher auch immer auf den Klick gewartet/gehofft. Aber von mir aus auch die Zwiebelvariante. Hauptsache ein Zugewinn an Erkenntnis und Loslassen von Illusion.

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Thu Oct 31, 2019 9:18 pm

... wollte mich bis einschließlich Sonntag abmelden. Kann mich ab Montag wieder melden. Danke!
Schönes Wochenende!
Danke, das wünsche ich dir auch!

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Tue Nov 05, 2019 6:54 pm

Wenn ich Schmerzen »habe«, kann ich die ja auch nicht mal eben abstellen und weiterlaufen. Und hartnäckige Gedanken und schwer erträgliche Gefühle auch nicht!

Hat die Beschäftigung mit Schmerzen oder mit unerträglichen Gefühlen bisher einen Fortschritt oder eine Erleichterung gebracht?

Ich leide und kann nur dieses Leiden (oder den Unwillen zu leiden) akzeptieren, oder?
Leiden akzeptieren ist das eine. Sich immer wieder damit zu beschäftigen das andere. Der Körper hat natürlich die Eigenart, aufgrund des Selbstschutzes über Schmerzen Aufmerksamkeit zu erregen, wenn irgendetwas nicht stimmig zu sein scheint. Schmerzen können viele "Aufschreie" repräsentieren. Beispielsweise ein Gefühl, das lange unterdrückt wurde. Lebensumstände, die einem widernatürlich vorkommen. Dennoch ist die Frage, was Dein BEWUSSTSEIN hier in der Lage ist zu leisten. Könnte sein, dass die paar Bytes pro Sekunde, die das Bewusstsein aufzunehmen in der Lage ist, maßlos damit überfordert sind, das Leben zu managen, Verantwortung zu übernehmen,... Gibt es ein Ich, das das Leben managt? Aus Krisen herausführen kann? Den Körper heilen kann?

Drogenabhängigkeit ist keine größere Sucht als der Glaube an irgendwelche Gedanken.

Ja, so fühlt es sich ja auch an.

Aber welcher Antrieb, welcher Anspruch quält Dich? Musst Du Dich retten, heilen,...? Bist Du verantwortlich für alles? Alles, was Du heute glaubst zu wissen, wurde Dir beigebracht. Alles! Die Sprache, die Art zu denken, zu analysieren, zu glauben. Kannst Du da was dafür? Bist Du dafür verantwortlich?

Die große Schwierigkeit besteht dann wohl darin, das mit dem Glauben — das ja wohl auf einer absolut unbewussten Ebene geschieht — zu lassen?

Es spielt keine Rolle. Versuche nicht der Manager von etwas zu sein, was Du nicht steuern kannst. Und beschäftige Dich mit dem, bei dem Du das Gefühl hast, dass eine Steuerung möglich ist.
Liebe Grüße
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Tue Nov 05, 2019 6:58 pm

Hauptsache ein Zugewinn an Erkenntnis und Loslassen von Illusion.

Ah, wieder ein Wunschgedanke, der Beklemmungen hervorruft, wenn er nicht erfüllt wird? Was brauchst Du Erkenntnisse? Was willst Du loslassen, wenn Du in Wahrheit gar nichts anfasst? Wirf mal einen Blick auf Deine Hände... gibt es da was loszulassen? Ah, Du meinst es sinnbildlich. Genau das ist das Problem. Diese Analogien und Sinnbilder sind Gedankenfake, die im Gefühl denselben Raum einzunehmen versuchen wie tatsächliche Handlungen, aber nichts weiter als eine Fatamorgana sind.
Liebe Grüße
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Wed Nov 06, 2019 7:24 pm

Hat die Beschäftigung mit Schmerzen oder mit unerträglichen Gefühlen bisher einen Fortschritt oder eine Erleichterung gebracht?
Höre ich da eine leichte Ironie? ;) Nein, natürlich gab es nichts davon. Ich *beschäftige* mich aber auch nicht freiwillig oder gezielt damit, sobald sie mich nicht mehr von sich aus behelligen.
Ich leide und kann nur dieses Leiden (oder den Unwillen zu leiden) akzeptieren, oder?

Leiden akzeptieren ist das eine. Sich immer wieder damit zu beschäftigen das andere. Der Körper hat natürlich die Eigenart, aufgrund des Selbstschutzes über Schmerzen Aufmerksamkeit zu erregen, wenn irgendetwas nicht stimmig zu sein scheint. Schmerzen können viele "Aufschreie" repräsentieren. Beispielsweise ein Gefühl, das lange unterdrückt wurde. Lebensumstände, die einem widernatürlich vorkommen.
Wie gesagt, ich beschäftige mich nicht (mehr) freiwillig damit. Das habe ich jahrzehntelang getan, im üblichen Glauben, dass man per Psychologie da etwas dran ändern könnte. Aber damit habe ich mittlerweile komplett aufgehört.
Dennoch ist die Frage, was Dein BEWUSSTSEIN hier in der Lage ist zu leisten. Könnte sein, dass die paar Bytes pro Sekunde, die das Bewusstsein aufzunehmen in der Lage ist, maßlos damit überfordert sind, das Leben zu managen, Verantwortung zu übernehmen,...
Das überrascht mich jetzt sehr: Das Bewusstsein kann nur ein paar Byte pro Sekunde aufnehmen?? Ich hätte jetzt eher »unendlich« vermutet. Oder bezieht sich das auf das im Gehirn »gefangene« Stückchen Bewusstsein?
Gibt es ein Ich, das das Leben managt? Aus Krisen herausführen kann? Den Körper heilen kann?
Wohl kaum! Als Manager, Krisenhelfer oder Heiler fühle »ich« mich jedenfalls nichtl
Aber welcher Antrieb, welcher Anspruch quält Dich? Musst Du Dich retten, heilen,...?
So was in der Richtung wird es sein. Angst, das Leben zu verplempern, einsam und frustriert zu sterben ...
Alles, was Du heute glaubst zu wissen, wurde Dir beigebracht. Alles! Die Sprache, die Art zu denken, zu analysieren, zu glauben. Kannst Du da was dafür? Bist Du dafür verantwortlich?
Da ist nur ein Teil, den ich nicht sehen kann: Ich war schon als Kind völlig »aus der Art geschlagen«, habe mich völlig anders als meine Eltern entwickelt (aber jetzt auch nicht im Sinne von »negativem Gehorsam« einfach gegenteilig), kann für viele meiner Interessen und Geschmäcker keinerlei Einfluss durch andere Menschen erkennen. Die Bücher und sonstigen Medien, die mich am stärksten geprägt haben, meine ich völlig eigenständig gesucht und gewählt zu haben. Woher kommt der Antrieb für all das, wenn nicht von »mir«?
Es spielt keine Rolle. Versuche nicht der Manager von etwas zu sein, was Du nicht steuern kannst. Und beschäftige Dich mit dem, bei dem Du das Gefühl hast, dass eine Steuerung möglich ist.
Also Aufmerksamkeit/Bewusstsein?
Hauptsache ein Zugewinn an Erkenntnis und Loslassen von Illusion.

Ah, wieder ein Wunschgedanke, der Beklemmungen hervorruft, wenn er nicht erfüllt wird? Was brauchst Du Erkenntnisse? Was willst Du loslassen, wenn Du in Wahrheit gar nichts anfasst? Wirf mal einen Blick auf Deine Hände... gibt es da was loszulassen? Ah, Du meinst es sinnbildlich. Genau das ist das Problem. Diese Analogien und Sinnbilder sind Gedankenfake, die im Gefühl denselben Raum einzunehmen versuchen wie tatsächliche Handlungen, aber nichts weiter als eine Fatamorgana sind.
Das verstehe ich nicht. Ok, vielleicht habe ich blöde Wörter gewählt. Aber es geht doch darum, die Ich-Illusion aufzulösen, oder? Bzw. illusionäre »Schichten« abzutragen?

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sun Nov 10, 2019 1:04 am

Hatte übersehen, dass Du Dich gemeldet hattest. Sorry. Antworte Dir morgen.
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