Bitte um Begleitung

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Noone123
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Wed Oct 09, 2019 9:38 pm

Du gehst davon aus, dass es auf alle Fragen eine Antwort geben muss. Aber was sind Fragen und Antworten? Sie sind lediglich ein Gedankenspiel.

Was würde sich leichter anfühlen als jede Frage und jede Antwort?
Vermutlich Wahrnehmen?
Ja, das sind sie wohl. Aber erfahrungsgemäß übertreibt es die Gefahren fast ständig und maßlos.

Wenn Du das weißt, warum berührt es Dich dann noch?
Aus blöder Gewohnheit, die sich bislang nicht abstellen lässt.
Zu den primitiven Reaktionen:
Je dringender Du auf die Toilette musst, desto mehr bist Du dazu bereit, wenig gesellschaftsfähige Dinge zu tun ;-)
Je unterdrückter die Bedürfnisse Deines Körpers - auch Sexualität - sind, desto mehr Einfluss hat das auf den Gedankenstrom, desto verrückter sind die Gedanken. Der Körper benötigt Achtsamkeit, nicht das Gefühl, ein lästiges Übel zu sein. Triebe des Körpers sind nicht primitiv.
Ok, das hatte ich teilweise anders gesehen. »Bruder Esel« etc.

Leider lassen sich nicht alle Bedürfnisse einfach so erfüllen, speziell die sexuellen. Da muss ich dann wohl mit den verrückten Gedanken leben.
Wenn das Gefühl da ist, nichts richtig machen zu können, dann ist das so. Na und? Wen kümmert das? Gedanken, denen geglaubt wird, dass man alles richtig machen muss? Alles nur Glaube! Keine Realität! Du glaubst im wahrsten Sinne des Wortes einem Hirngespinst!
Wenn ich nur wüsste, wie man damit aufhört!
Es gibt nichts zu entflechten, weil nur unwahre Gedanken den Schein einer Verflechtung erzeugen. IST DIESER GEDANKE WAHR? Diese Frage stelle, wenn Stress aufkommt oder ungute Gefühle kommen. Ich wette, dass keiner der Gedanken wahr ist.
Kann ich (derzeit) erkennen, was wahr ist und was nicht?

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Glueckseligkeit
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Fri Oct 11, 2019 4:04 pm

Vermutlich Wahrnehmen?

Ja, weil Gedanken nichts Substanzielles sind. Du bewegst Dich auf der konkreten oder auf der illusorischen Ebene. Schnell wird Illusion mit Realem verwechselt. Die meisten Missverständnisse und Probleme existieren nur auf der illusorischen Ebene.


Aus blöder Gewohnheit, die sich bislang nicht abstellen lässt.

Wenn Du Horrorvorstellungen folgst, reagiert der Körper darauf. Wenn Du Horrorsituationen tatsächlich erlebst, reagiert Dein Körper. Bei beidem reagiert der Körper ähnlich. Nur dass Du in dem einen Fall auf eine Illusion reagierst.

Ok, das hatte ich teilweise anders gesehen. »Bruder Esel« etc.

Wer ist der größere Esel - der Körper, der brav auf den geistigen und körperlichen Input reagiert? Oder etwas, das Illusionen glaubt?

Kann ich (derzeit) erkennen, was wahr ist und was nicht?

Du kannst Dir vorstellen, mit dem Hammer auf den Zeh zu schlagen. Und Du kannst es tatsächlich tun. Was schmerzt tatsächlich? Wenns tatsächlich schmerzt, weißt Du eindeutig, was wahr ist und was nicht.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Sat Oct 12, 2019 11:58 pm

Ja, weil Gedanken nichts Substanzielles sind. Du bewegst Dich auf der konkreten oder auf der illusorischen Ebene. Schnell wird Illusion mit Realem verwechselt. Die meisten Missverständnisse und Probleme existieren nur auf der illusorischen Ebene.
Leuchtet ein.
Wenn Du Horrorvorstellungen folgst, reagiert der Körper darauf. Wenn Du Horrorsituationen tatsächlich erlebst, reagiert Dein Körper. Bei beidem reagiert der Körper ähnlich. Nur dass Du in dem einen Fall auf eine Illusion reagierst.
Was ziemlich unnötig sein dürfte.
Wer ist der größere Esel - der Körper, der brav auf den geistigen und körperlichen Input reagiert? Oder etwas, das Illusionen glaubt?
Also ich muss doch sehr bitten ... grummel ... naja ... hast natürlich Recht :) Aber das mit dem Bruder Esel stammt nicht von mir, sondern vom heiligen Franziskus. Was es natürlich nicht besser macht.
Du kannst Dir vorstellen, mit dem Hammer auf den Zeh zu schlagen. Und Du kannst es tatsächlich tun. Was schmerzt tatsächlich? Wenns tatsächlich schmerzt, weißt Du eindeutig, was wahr ist und was nicht.
Ok. Und wie beziehe man das auf Gedanken?

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sun Oct 13, 2019 12:09 pm

Du kannst Dir vorstellen, mit dem Hammer auf den Zeh zu schlagen. Und Du kannst es tatsächlich tun. Was schmerzt tatsächlich? Wenns tatsächlich schmerzt, weißt Du eindeutig, was wahr ist und was nicht.
Ok. Und wie beziehe man das auf Gedanken?

Wenn Gedanken da sind, ob angenehme oder unangenehme, mach den Realitätscheck. Ermittle, was tatsächlich, anfassbar da ist. Die Gewohnheit, den Gedanken zu glauben, ist über viele Jahre antrainiert worden und auch wiederholt worden. Als Kind hat man Dich mit Vorstellungen aus dem Moment, der einzigen Wahrheit, herausgeholt und Dir Geschichten erzählt. Das ganze Schulsystem war eine Geschichte zu Leistung, Lernen und Erfolg. Wenn Du durch das torlose Tor gehst, dann hat das absolut gar nichts mit Schule und Lernen zu tun. Es ist eher Verlernen und zurückkehren.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Mon Oct 14, 2019 9:16 pm

Wenn Gedanken da sind, ob angenehme oder unangenehme, mach den Realitätscheck. Ermittle, was tatsächlich, anfassbar da ist. Die Gewohnheit, den Gedanken zu glauben, ist über viele Jahre antrainiert worden und auch wiederholt worden. Als Kind hat man Dich mit Vorstellungen aus dem Moment, der einzigen Wahrheit, herausgeholt und Dir Geschichten erzählt. Das ganze Schulsystem war eine Geschichte zu Leistung, Lernen und Erfolg. Wenn Du durch das torlose Tor gehst, dann hat das absolut gar nichts mit Schule und Lernen zu tun. Es ist eher Verlernen und zurückkehren.
Ich hänge da fest bei Gedanken wie »Es ist jetzt Abend«. Draußen ist es dunkel, aber das könnte ja theoretisch auch Nacht oder früher Morgen bedeuten. Der Blick auf die Uhr, das eigene Zeitgefühl bestätigen den Gedanken. Nix zum Anfassen. Nicht real? Illusionär? Natürlich ist der Begriff »Abend« ein Konzept, eine Konvention dieser Gesellschaft. Aber ich muss mich doch danach richten (keinen Kaffee mehr trinken, da ich sonst höchstwahrscheinlich die halbe Nacht wach liege; rechtzeitig ins Bett gehen, um morgen nicht den ganzen Tag todmüde zu sein etc., keine laute Musik spielen, um die Nachbarn nicht zu nerven etc.) und das Konzept mittragen!

Klar, »Kolumbus hat Amerika entdeckt«, »Volksmusik ist schlecht« oder »M. ist eine unfreundliche Tussi«, bei solchen Gedanken kann ich sehen, dass sie nicht beweisbar, konkret, unanfechtbar etc. sind.

Aber was ist mit »Ich bin so müde«, wahlweise auch »Dieser Körper ist so müde«?

Was ist mit unserem Dialog? Nix zum Anfassen, nix zum Hören, für einen Anderssprachigen nur sinnlose Buchstaben, also alles irreal/illusionär/unwahr????

Ich will dir ganz bestimmt nichts »beweisen« oder mit unnötigen Gedankenspielereien irgendwas aus dem Weg gehen, aber ich weiß einfach nicht, wie ich den »Realitätscheck« tatsächlich anwenden soll.

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Mon Oct 14, 2019 10:34 pm

Aber ich muss mich doch danach richten (keinen Kaffee mehr trinken, da ich sonst höchstwahrscheinlich die halbe Nacht wach liege; rechtzeitig ins Bett gehen, um morgen nicht den ganzen Tag todmüde zu sein etc., keine laute Musik spielen, um die Nachbarn nicht zu nerven etc.) und das Konzept mittragen!

Du hast genügend Wissen, um dieses wie ein Instrument zu nutzen. Aber nicht mehr als ein Instrument.
Sprache ist immer nur Beschreibung. Sie ist nie die Sache selbst. Die Vermengung von Sprache und Tatsächlichem ist das Verwirrende. Weil die Sprache künstlich eine irreale Welt aufbaut, an die geglaubt wird. Und weil das Gehirn Probleme mit der Unterscheidung zwischen Gedankenfiktion und Realität hat. Beides kommt dem Gehirn real vor. Du hast Dich als Kind und Jugendlicher viele Jahre hartnäckig gegen die Überzeugungen gewehrt, die an Dich herangetragen wurden. Irgendwann hat die Konditionierung dann doch funktioniert.
Aber was ist mit »Ich bin so müde«, wahlweise auch »Dieser Körper ist so müde«?
Wenn der Körper müde ist, mehr Schlaf gönnen... Es macht keinen Sinn, sich gegen etwas Natürliches zu wehren.

Unser Dialog ist durchaus auf der Gedankenebene. Er ist aber wie ein Männlein, das immer wieder mit dem Schild im Gedankenstrom auftaucht: "Was ist real? Was ist eingebildet? Schau das genau an! Prüfe das!" Irgendwann ist auch dieses Männlein und seine Schilder nicht mehr interessant, weil erkannt wurde, dass es unbedeutend ist.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Wed Oct 16, 2019 9:02 pm

Du hast genügend Wissen, um dieses wie ein Instrument zu nutzen. Aber nicht mehr als ein Instrument.
Sprache ist immer nur Beschreibung. Sie ist nie die Sache selbst. Die Vermengung von Sprache und Tatsächlichem ist das Verwirrende. Weil die Sprache künstlich eine irreale Welt aufbaut, an die geglaubt wird. Und weil das Gehirn Probleme mit der Unterscheidung zwischen Gedankenfiktion und Realität hat. Beides kommt dem Gehirn real vor. Du hast Dich als Kind und Jugendlicher viele Jahre hartnäckig gegen die Überzeugungen gewehrt, die an Dich herangetragen wurden. Irgendwann hat die Konditionierung dann doch funktioniert.
Da hoffe ich mal, dass ich mit der Zeit besser darin werde, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Unser Dialog ist durchaus auf der Gedankenebene. Er ist aber wie ein Männlein, das immer wieder mit dem Schild im Gedankenstrom auftaucht: "Was ist real? Was ist eingebildet? Schau das genau an! Prüfe das!" Irgendwann ist auch dieses Männlein und seine Schilder nicht mehr interessant, weil erkannt wurde, dass es unbedeutend ist.
Ich bin mittlerweile absolut überzeugt davon und mache mir (wenn ich mich in Gedanken verfange/verliere) auch immer öfter und immer schneller klar, dass alles Gedankliche illusionärer Blödsinn ist. Außerdem achte ich immer öfter auf den Wegweiser »mühelos/leicht«.

Jetzt sollte ich wahrscheinlich mal damit aufhören, etwas zu wollen oder zu suchen. Aber wie macht man das, ohne gleich das »torlose Tor« aus dem Auge und sich selbst in Gedankenland zu verlieren???

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Wed Oct 16, 2019 10:49 pm

Da hoffe ich mal, dass ich mit der Zeit besser darin werde, das eine vom anderen zu unterscheiden.

"Besser werden" klingt nach Schule. Alles ist da. Jetzt. Gibt es etwas in Deinem Leben, was sich nicht verändert? Verändert sich die Wahrnehmung oder die Bewertung des Wahrgenommenen?

Ich bin mittlerweile absolut überzeugt davon und mache mir (wenn ich mich in Gedanken verfange/verliere) auch immer öfter und immer schneller klar, dass alles Gedankliche illusionärer Blödsinn ist.

Auch die Gedanken über die Gedanken sind Illusion ;-) Aber manchmal hilfreich...
Ich habe mir, wenn mir ab und zu die Identifikation mit irgendetwas zu anstrengend wurde, gesagt: "Dieses ungute Gefühl ist ja da, aber der, der es hat, ist eine Illusion." Oder: "Da ist eine Unruhe wegen etwas... aber der, der beunruhigt ist, den gibt es nicht." Das Kleben an einem Gefühl oder Gedanken ist antrainiert, nicht natürlich. Die Vorstellungen wurden so lange verbogen, bis eine Identität zu entstehen schien. Es ist ja nicht so, dass sich in der Jugend oder Kindheit niemand gegen dieses Verbiegen wehrt. Aber die Abhängigkeitsverhältnisse zu Eltern und Umwelt gewinnen dann doch. Auch das sehr häufige Wiederholen von Vorstellungen schafft diesen Schlafzustand, diese Hypnose.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Wed Oct 16, 2019 10:52 pm

Nachtrag:
Jetzt sollte ich wahrscheinlich mal damit aufhören, etwas zu wollen oder zu suchen. Aber wie macht man das, ohne gleich das »torlose Tor« aus dem Auge und sich selbst in Gedankenland zu verlieren???

Das Wollen und Suchen ist da, weil ein ungutes Lebensgefühl da ist. Dieses Gefühl ist durchaus berechtigt. Es zeigt, dass etwas nicht in Harmonie ist. Im etwas wollen und suchen steckt jedoch die Überzeugung, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und wenn der Glaube da ist, dass etwas nicht in Ordnung ist, was passiert dann? Es entsteht ein innerer Kampf. Die totale Akzeptanz ist der Impact, der aus Gespaltenheit wieder EINS macht. Und EINS ist Mühelosigkeit.
Liebe Grüße
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Sat Oct 19, 2019 10:26 pm

"Besser werden" klingt nach Schule. Alles ist da. Jetzt. Gibt es etwas in Deinem Leben, was sich nicht verändert? Verändert sich die Wahrnehmung oder die Bewertung des Wahrgenommenen?
Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt *irgendetwas* wirklich wahrnehme. Eher kommt es mir vor, als ob ich nur den gefilterten, bewerteten, verstümmelten, fragmentierten Output meiner Denkprozesse mitbekomme. Insofern kann ich die Frage nur so beantworten, dass sich die Bewertung durchaus ändert.
Auch die Gedanken über die Gedanken sind Illusion ;-) Aber manchmal hilfreich...
Ich habe mir, wenn mir ab und zu die Identifikation mit irgendetwas zu anstrengend wurde, gesagt: "Dieses ungute Gefühl ist ja da, aber der, der es hat, ist eine Illusion." Oder: "Da ist eine Unruhe wegen etwas... aber der, der beunruhigt ist, den gibt es nicht." Das Kleben an einem Gefühl oder Gedanken ist antrainiert, nicht natürlich. Die Vorstellungen wurden so lange verbogen, bis eine Identität zu entstehen schien. Es ist ja nicht so, dass sich in der Jugend oder Kindheit niemand gegen dieses Verbiegen wehrt. Aber die Abhängigkeitsverhältnisse zu Eltern und Umwelt gewinnen dann doch. Auch das sehr häufige Wiederholen von Vorstellungen schafft diesen Schlafzustand, diese Hypnose.
Solche Gedanken mache ich mir schon auch: »Wie gut, dass dieses Scheißgefühl niemandem gehört« o. Ä. Schön zu hören, dass so etwas hilfreich sein kann.
Das Wollen und Suchen ist da, weil ein ungutes Lebensgefühl da ist. Dieses Gefühl ist durchaus berechtigt. Es zeigt, dass etwas nicht in Harmonie ist. Im etwas wollen und suchen steckt jedoch die Überzeugung, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und wenn der Glaube da ist, dass etwas nicht in Ordnung ist, was passiert dann? Es entsteht ein innerer Kampf. Die totale Akzeptanz ist der Impact, der aus Gespaltenheit wieder EINS macht. Und EINS ist Mühelosigkeit.
Das Gehirn hat doch die (angeborene?) Neigung, Schmerz, Ungesundem, Bedrohlichem etc. aus dem Weg zu gehen, oder? Und das funktioniert vollautomatisch auf einer Ebene, die ich oft gar nicht mitbekomme, scheint mir. Aber auch bewusst versuche ich, solche unangenehmen Dinge zu vermeiden, zu verhindern, zu unterdrücken ... Wenn ich dann Schmerz, Frustration, Ohnmacht, Ablehnung u. v. m. erleide, ist das teilweise kaum auszuhalten. Wie kann ich in einem solchen Moment, wenn alles in mir »Scheiße!« und »Ich will nicht!« schreit, total akzeptieren, ernsthaft und nicht nur vorgetäuscht?

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Sun Oct 20, 2019 9:09 pm

Wie kann ich in einem solchen Moment, wenn alles in mir »Scheiße!« und »Ich will nicht!« schreit, total akzeptieren, ernsthaft und nicht nur vorgetäuscht?

Was ist denn in diesem Fall die totale Akzeptanz? Sich einreden wollen, dass alles in Ordnung ist und akzeptiert werden muss? Oder den Drang zu fluchen und sich von Gott und der Welt im Stich gelassen zu fühlen,... akzeptieren? Was ist die mühelosere, die natürlichere Akzeptanz?

Es geht nicht um eine irrationale Akzeptanz aus einer Superposition eines Gottes... Es geht um die totale Akzeptanz der verrückten Wahrnehmung, der Unvollkommenheit, des Zorns, dem Wunsch nach Leidensende und aller Geschichten, die als Gedankenstrom durchs Bewusstsein schwurbeln...
Liebe Grüße
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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Mon Oct 21, 2019 7:27 pm

Was ist denn in diesem Fall die totale Akzeptanz? Sich einreden wollen, dass alles in Ordnung ist und akzeptiert werden muss? Oder den Drang zu fluchen und sich von Gott und der Welt im Stich gelassen zu fühlen,... akzeptieren? Was ist die mühelosere, die natürlichere Akzeptanz?

Es geht nicht um eine irrationale Akzeptanz aus einer Superposition eines Gottes... Es geht um die totale Akzeptanz der verrückten Wahrnehmung, der Unvollkommenheit, des Zorns, dem Wunsch nach Leidensende und aller Geschichten, die als Gedankenstrom durchs Bewusstsein schwurbeln...
Wow. Absolut einleuchtend, aber darauf bin ich noch nie gekommen. Das war sehr hilfreich, vielen Dank!

Etwas schade fand ich, dass du dazu gar nichts gesagt hast:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt *irgendetwas* wirklich wahrnehme. Eher kommt es mir vor, als ob ich nur den gefilterten, bewerteten, verstümmelten, fragmentierten Output meiner Denkprozesse mitbekomme.
Ansonsten fühlt sich das bei mir seit einigen Tagen irgendwie nach Sackgasse an. Ich habe von dir einige Dinge gelernt, obwohl das ja gar nicht das Ziel war, aber ich fühle mich wie oben beschrieben kein bisschen *mehr* in der Lage als zuvor, irgendetwas ungefiltert wahrzunehmen. Bin ich ein hoffnungsloser Fall???!???

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Mon Oct 21, 2019 7:47 pm

Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt *irgendetwas* wirklich wahrnehme. Eher kommt es mir vor, als ob ich nur den gefilterten, bewerteten, verstümmelten, fragmentierten Output meiner Denkprozesse mitbekomme.
Ansonsten fühlt sich das bei mir seit einigen Tagen irgendwie nach Sackgasse an. Ich habe von dir einige Dinge gelernt, obwohl das ja gar nicht das Ziel war, aber ich fühle mich wie oben beschrieben kein bisschen *mehr* in der Lage als zuvor, irgendetwas ungefiltert wahrzunehmen. Bin ich ein hoffnungsloser Fall???!???

Die "totale Akzeptanz" erschien mir wichtiger. Was würde denn passieren, wenn Du es total akzeptieren würdest, ein völlig "hoffnungsloser Fall" zu sein?
Was würde passieren, wenn Du total akzeptieren würdest, nur den gefilterten, bewerteten, verstümmelten, fragmentierten Output Deiner Denkprozesse mitzubekommen? Was würde diese Akzeptanz nähren? Inneren Kampf oder Frieden?

Pflanze Menschen Träume und Illusionen ein, lenke sie vom einzig Wahren, dem Moment, ab und Du hast Menschen, die ständig einen Bedarf an irgendetwas haben, Hilfe brauchen und sich so richtig unvollkommen fühlen. Du kannst die Wünsche als Fake abtun, aber Deine ganze Umwelt glaubt diesem Fake. Also gibt es die zweite Möglichkeit: Totale Akzeptanz des Fakes. Es darf so sein, wie es ist. Du darfst von den Wünschen vernebelt, eingesaugt und umgarnt werden.

In dem Moment, in dem eine Gegenwehr erwacht, kommt zum Wunsch oder Anliegen ein Gegenanliegen dazu. Spaltung ist der Effekt. Innere kontroverse Dialoge folgen. Unzufriedenheit wird zum tragenden Gefühl.

Wir haben weite Gedankenrunden gedreht, um das "Problem" aus vielen Perspektiven zu betrachten. Die Sackgasse ist nur ein Gedanke, der von einem Wunsch angetrieben wird, dass es keine Sackgasse gibt.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Noone123 » Thu Oct 24, 2019 9:01 pm

Was würde denn passieren, wenn Du es total akzeptieren würdest, ein völlig "hoffnungsloser Fall" zu sein?
Was würde passieren, wenn Du total akzeptieren würdest, nur den gefilterten, bewerteten, verstümmelten, fragmentierten Output Deiner Denkprozesse mitzubekommen? Was würde diese Akzeptanz nähren? Inneren Kampf oder Frieden?
Ich befürchte, das würde zu Antriebslosigkeit und Depressionen führen, zu Selbstaufgabe, zur Bestätigung der schon seit Jugend vorhandenen Befürchtung, auf diesem Planeten falsch und ein absoluter Loser zu sein ...
Pflanze Menschen Träume und Illusionen ein, lenke sie vom einzig Wahren, dem Moment, ab und Du hast Menschen, die ständig einen Bedarf an irgendetwas haben, Hilfe brauchen und sich so richtig unvollkommen fühlen. Du kannst die Wünsche als Fake abtun, aber Deine ganze Umwelt glaubt diesem Fake. Also gibt es die zweite Möglichkeit: Totale Akzeptanz des Fakes. Es darf so sein, wie es ist. Du darfst von den Wünschen vernebelt, eingesaugt und umgarnt werden.

In dem Moment, in dem eine Gegenwehr erwacht, kommt zum Wunsch oder Anliegen ein Gegenanliegen dazu. Spaltung ist der Effekt. Innere kontroverse Dialoge folgen. Unzufriedenheit wird zum tragenden Gefühl.
Ich verstehe den Satz mit dem Fake nicht, außerdem den Zusammenhang, den Bezug zum Vorhergehenden. Kannst du das vielleicht konkretisieren oder ein Beispiel geben?
Wir haben weite Gedankenrunden gedreht, um das "Problem" aus vielen Perspektiven zu betrachten. Die Sackgasse ist nur ein Gedanke, der von einem Wunsch angetrieben wird, dass es keine Sackgasse gibt.
Ja, bzw. von großer Angst, in dieser Sackgasse zu stecken und zu verrecken.

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Re: Bitte um Begleitung

Postby Glueckseligkeit » Thu Oct 24, 2019 11:20 pm

Ich befürchte, das würde...

Befürchtungen sind oft reine Theorien und Mutmaßungen. Sie halten häufig in Illusionen gefangen. Mir Fakten zählen. Prüfe mal, auf wieviel praktischem und faktischem Erleben die meisten Gedanken tatsächlich begründet sind.

Ich verstehe den Satz mit dem Fake nicht, außerdem den Zusammenhang, den Bezug zum Vorhergehenden. Kannst du das vielleicht konkretisieren oder ein Beispiel geben?

Fakes sind immer Mutmaßungen und Vorstellungen, die nicht auf konkreter, direkter Erfahrung beruhen, sondern auf "Hochrechnungen" und Annahmen der Gedankenmaschine. Oder aus überliefertem Glauben.

Ja, bzw. von großer Angst, in dieser Sackgasse zu stecken und zu verrecken.

Wäre die Angst berechtigt, wärst Du nach so vielen Jahren mit Sicherheit schon in die Jagdgründe eingegangen. Oder?
Liebe Grüße
Andreas


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