Hallo Verananda,
Die Frage wäre also ob Gefühle/Emotionen ein weiterer Aspekt des Erlebens sind neben Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperlichen Empfindungen und aufkommenden Gedanken? Was ist die direkte Erfahrung von ...(Gefühl) ...?
Gefühle werden ebenfalls wahrgenommen und mithilfe des Körper erlebt (gefühlt).
Die direkte Erfahrung von Freude z.B. ist Wahrnehmung von: Leichtigkeit (des Körpers), hohes Energielevel, Mundwinkel heben sich (Lächeln), Öffnung im Brust-/Herzraum, Gedanken die auftauchen sind positiv.
Hat ein Erwachter keine Gefühle mehr?
Doch, Gefühle sind weiterhin da, allerdings ist die unmittelbare Identifikation damit aufgelöst. Es findet Wahrnehmen, Fühlen der Gefühle statt, ohne damit identifiziert und darin verstrickt zu sein. Es ist wie ein innerer Raum, in dem Gefühle und Gedanken erfahren werden.
(Was fühlst du jetzt? Was wird das in direkter Erfahrung erlebt?)
Ich nehme entspannte Gelassenheit wahr, es gibt keinen Widerstand oder Enttäuschung, keine Ungeduld. Deine Worte haben meine Frage beantwortet.
Ansonsten nehme ich jetzt in diesem Moment den Kontakt meines Körpers mit dem Stuhl wahr, die Berührung der Füße auf dem Boden, höre Geräusche, erlebe die Bewegung der Finger auf der Tastatur, sehe die Aneinanderreihung von Buchstaben auf dem Screen,
Woher kommen Gedanken, wohin gehen sie? Tun sie das überhaupt?
Es ist ein kontinuierlicher Fluss an Gedanken aus dem Mind wahrnehmbar. Ein Gedanke kommt und wird von einem weiteren Gedanken abgelöst. Manche etikettieren die Wahrnehmung, die gerade stattfindet (das ist dies, das ist jenes), manche kreieren die Illusion eines Kontinuums durch Wiederholen von Vergangenem oder Spekulation über Zukünftiges.
Kannst du einen Gedanken vorhersehen?
Nein.
Einen Gedanken wegschieben oder nicht denken wollen?
Ich kann einen Gedanken, den ich so nicht denken möchte, umwandeln in eine andere Gedankenform. Zum Beispiel bewertende Gedanken in annehmende. Das geschieht aber erst nachdem der ursprüngliche Gedanke im Bewusstsein aufgetaucht ist. Zunächst kommen Gedanken so auf wie sie sind. Da ist keine Kontrolle.
Kannst du nur positive Gedanken denken?
Nein.
Kannst du irgendwas tun um einen bestimmten Gedanken auftauchen zu lassen?
Nein.
Oder verhindern, dass ein bestimmter Gedanke auftaucht? Wie unter anderem einen Ich-Gedanken?
Nein. Ich kann nur entscheiden, worauf ich die Aufmerksamkeit richte. Auf den Mind mit umherspringenden Gedanken oder auf präsente Wahrnehmung des Jetzt.
Ist es möglich Gedanken zu kontrollieren?
Die Entstehung von Gedanken kann ich nicht kontrollieren.
Gibt es einen Unterschied zwischen einem Gedanken der ein “Ich” beinhaltet oder einen Gedanken über jemand anderen.
Beide Gedankenformen erschaffen Trennung zwischen Wahrnehmung und Wahrgenommenem.
Man könnte ggf. folgendermaßen unterscheiden:
Ein Ich-Gedanke formt die eigene als wahr betrachtete Realität. Zum Beispiel erschaffen aufbauende Gedanken (ich bin stark, kraftvoll, ...) eine andere Wahrnehmung als schwächende Gedanken (ich bin wertlos, unfähig,...). Dies zeigt sich auch in der Körperhaltung (aufgerichtet oder sich kleinmachend).
Gedanken über andere projizieren die Gedankenformen nach außen und die jeweilige Person wird dann entsprechend der erdachten Eigenschaften so wahrgenommen. Beispielsweise halte ich xy für arrogant, dann finde ich auch immer wieder Verhaltensweisen bei xy, die diese Annahme bestätigen. Denke ich stattdessen, xy sei freundlich und zuvorkommend, dann werde ich xy höchstwahrscheinlich auch so erleben.
Letztlich formt/beeinflusst jeder als wahr erachtete Gedanke, egal ob über sich selbst oder andere, die Wahrnehmung dessen was IST.
Kann ein Gedanke etwas tun, bewegen, bewirken?
Ein Gedanke hat nur dann „Macht“, wenn ich seinen Inhalt für wahr erachte und ihm Aufmerksamkeit gebe. Gedanken triggern Gefühle und Empfindungen. Folge ich sorgenvollen Gedanken, zieht sich das Energiefeld zusammen, im Körper kann ein drückendes Gefühl in der Magengegend oder eine Enge im Brustraum auftauchen. Denke ich freudige Gedanken, dehnt sich das Energiefeld aus und der Körper fühlt sich leicht an.
Glaube ich Gedankenformen, erlaube ich ihnen, die Wahrnehmung zu beeinflussen.
Es sieht so aus als ob ein Gedanke dem anderem folgen würde, ihn ergänzt oder erweitert. Ist das wirklich so? oder sind da Gedanken mit dem Inhalt „diese Gedanken folgen aufeinander“ oder „dieser Gedanke ist der Schluss aus dem Gedanken“.
Gedanken ähnlicher Schwingung (ähnlichen Inhalts) ziehen sich an. Das heisst z. B. , ein negativer (oder positiver oder neutraler) Gedanke zieht wiederum einen Gedanken mit ähnlicher Frequenz nach sich usw. Dies erzeugt eine scheinbar kausale Folge von Gedanken. Als Beispiel: Die Situation: es schneit draußen. Möglicher Gedanke „es könnte glatt auf den Straßen sein“. Der nächste Gedanke „hoffentlich kommt xy sicher nach Hause“. Dann „die Winterreifen von xy sind schlecht, das könnte zu einem Unfall führen“. Dann ein Blick auf die Uhr: „xy ist schon sehr spät dran...“ Daraus bastelt der Mind einen Zusammenhang und folgert z.B., dass die Verspätung aufgrund des Schneefalls und/oder durch einen Unfall wegen schlechter Reifen verursacht sein könnte. Für sich allein betrachtet sind es einzelne Gedanken, die erst durch einen weiteren gedanklichen Überbau Zusammenhang bekommen.
Love
Sakina