Glück

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jailwhy
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Glück

Postby jailwhy » Mon Nov 26, 2018 6:17 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Ich bin auf der Suche, diese Erkenntnis noch mehr im Alltagsgeschehen zu erkennen. Ich denke LU kann mir dabei helfen. Wenn ich nicht gerade von schwierigen Gefühlen geprägt bin und nachspühre, kann ich kein Ich finden. Diese Erkenntnis war auch schon besonders. Nur habe ich "tagsüber" zu ihr noch wenig Bezug...

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ich merke, dass das Gefühl der Getrenntheit mich große Teile des Tage in der Hand hat, das erzeugt immer wieder eine Rastlosigkeit und ein innerliches Zusammenziehen. Bis jetzt lasse ich mich am liebsten auf die Gesamtheit der Wahrnehmung ein, wenn ich in der Natur bin. Wenn ich Zuhause bin und die Augen schließe, rutsche ich immer wieder schnell in die Gedanken oder ich sträube mich gegen dieses Innehalten.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?

Ich merke dass ich mich immer wieder danach Sehne mich im Moment aufzulösen und meine schon gemerkt zu haben dass mir diesen "Zustand" kein Ding der Welt auf die Dauer erhalten kann. Deswegen habe ich mich ua der Wahrnehmung an sich zugewendet.
Tägliche Fragen halten die Motivation ;)

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Neue Blickwinkel und Anregung anders in der Welt zu sein.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?

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barb
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Re: Glück

Postby barb » Mon Nov 26, 2018 12:53 pm

Hallo :)

Wenn du möchtest, würde ich dich gerne ein Stück des Weges begleiten.

Zu Beginn ein paar Erklärungen:

Dies ist kein "normaler Dialog". Im Wesentlichen geht es darum, dass ich dir Fragen stelle und Aufgaben gebe und du sie aus deiner direkten Erfahrung heraus beantwortest. Schau jeweils, was du mit deinen fünf Sinnen dazu findest und welche Gedanken du beobachten kannst.

Das ist die direkte Erfahrung (DE):
SEHEH-HÖREN-SPÜREN-RIECHEN-SCHMECKEN-DENKEN (damit ist die Wahrnehmung vom Vorhandensein von Gedanken gemeint, nicht deren Inhalt)
Für die Untersuchung ist es wichtig, möglichst frisch und unvoreingenommen auf das, was im Augenblick erlebt/wahrgenommen wird zu schauen.

Versuche bitte hierbei in deinem eigenen Interesse zu 100% ehrlich zu sein.
Für die Dauer dieser Untersuchung lass bitte alle Bücher, Videos, Satsangs oder was auch immer zu dem Thema links liegen (inkl. der anderen Threads in diesem Forum) das könnte das direkte Schauen und die Wahrnehmung beeinflussen.

Damit dein Prozess hier im Fluss bleibt, wäre es gut, wenn du möglichst jeden Tag zumindest jeden zweiten Tag antworten könntest. Wenn es mal nicht passen sollte oder du mehr Zeit zum Indichgehen brauchst, sag einfach Bescheid...


Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte unter diesem Link durch viewtopic.php?f=18&t=6280


Und damit das Lesen einfacher wird, benutze bitte die Zitierfunktion. Wie diese funktioniert findest du hier: viewtopic.php?f=18&t=6275


Hier soll es einzig und allein um die Frage gehen, ob das "Ich" real ist oder nicht.
Deine Aufgabe in diesem Prozess ist unter anderem, dich nicht in Gedanken zu verlieren, sondern immer auf das direkte Erleben des Augenblicks zu schauen.
Nachdenken, um Antworten zu finden, ist am Ende nichts weiter als eine Ablenkung von der direkten Erfahrung, und es gibt keine falschen Antworten :)


Wenn diese Punkte grundsätzlich in Ordnung sind für dich dann lass uns mal deine Erwartungen anschauen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Du schreibst, dass du dich schon mit der Wahrnehmung auseinandergesetzt hast. Das ist ganz wunderbar, denn sie ist das Werkzeug zum Durchschauen der „Ich-Illusion“ :)
Wenn ich nicht gerade von schwierigen Gefühlen geprägt bin und nachspühre, kann ich kein Ich finden. Diese Erkenntnis war auch schon besonders.

Wie schaut das „Ich“ aus, wenn schwierige Gefühle da sind? Mit welchen Sinnen kann es wahrgenommen werden?
Ich merke, dass das Gefühl der Getrenntheit mich große Teile des Tage in der Hand hat
Wie fühlt sich „Getrenntheit“ an?
Und sind da zwei "Ichs? Eines das bemerkt, und das andere das vom Gefühl gehalten wird?


Bin schon neugierig auf deine Antworten :)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Mon Nov 26, 2018 3:17 pm

Hallo Barb,

ja, begleite mich gerne.
Wie schaut das „Ich“ aus, wenn schwierige Gefühle da sind? Mit welchen Sinnen kann es wahrgenommen werden?
Da sind viele Gedanken die sich um dieses Ich drehen, zum Beispiel wie das Thema um das ich mich sorge sich wohl in Bezug auf dieses Ich weiterentwickelt. Das Ich ist hier wieder nur in den Gedanken existent, die Gefühle und (Körper-)Sensationen sind ja einfach nur da (und werden manchmal dann aber doch noch mitbewertet). In den Momenten ist da auch eine ausgeprägte Identifizierung mit meinem Körper, was den Ichgedanken verstärkt.

Das fühlt sich noch nicht wirklich gezielt beantwortet an, also nochmal von einer anderen Seite bezogen auf
Wie schaut [in den schwierigen Momenten] das "Ich" aus?

Es schaut klein und verletzlich aus und auf gewisse Weise sieht es ja auch größer aus. Ich meine das in dem Sinne, dass ich von dem Ich in dem Moment ja mehr mitkriege, also scheine ich mir das Ich ausgeprägter (größer) vorzustellen.
Wie fühlt sich „Getrenntheit“ an?
Und sind da zwei "Ichs? Eines das bemerkt, und das andere das vom Gefühl gehalten wird?
Hui, die zweite ist ja eine gute Frage.
Zur Ersten:
Das Gefühl der Getrenntheit drückt sich in suchenden Gedanken aus. Suchend nach dem (Objekt), was mich wieder mich "zu Hause" fühlen lässt. Meistens ist es auch noch mit Körperanspannung verbunden.
Zur Zweiten:
Ja stimmt, eigentlich ist da nur die Wahrnehmung von Gedanken, die die sich um ein Ich drehen. Wenn ich nochmal in der DE nachschaue, ist da keine zweite Instanz neben dem Ichgedanken, die die Ichgedanken wahrnimmt. Da sind höchstens kommentierende Gedanken die dieses Ich bemerken.

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Re: Glück

Postby barb » Mon Nov 26, 2018 4:07 pm

Wunderbar! Bitte beantworte auch die Fragen mit den Erwartungen, das ist wichtig, denn die können ein ganz schönes Hindernis sein um klar zu sehen :)

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Ich werde dann morgen um die Mittagszeit antworten und auf alles eingehen was relevant ist..

:)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Mon Nov 26, 2018 9:37 pm

Ah stimmt die habe ich übersehen.
Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Ich denke, es wird einiges an Anspannung von mir abfallen. Ich mache ja einen Haufen Sachen für ein Ich, "dass doch mal endlich gesehen werden oder geschätzt werden soll". Diesen Haufen Sachen zu machen ist für mich oft mit innerer Anspannung oder Hektik verbunden.
Ich stelle mir in diesem Moment auch eine klare Sicht oder auch ein aufkommendes Glücksgefühl vor, ziehe es aber vor, diesbezüglich nicht eine Erwartungshaltung zu entwickeln.
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Der erwähnte Haufen Sachen wird nicht mehr so eine hohe Wichtigkeit haben. Aber so richtig vorstellen kann ich es mir (natürlich) nicht. Die Illusion, dass das Glück in Objekten (Personen, Zuständen, Dingen etc.) zu finden ist, wird nicht mehr der Antrieb für einen Großteil meiner Handlungen sein. Ich werde die tiefe Gewissheit haben, dass der Zugang zu dem Eins-Sein mit dem Moment als "Ort" von Ruhe und Glück jederzeit verfügbar wäre oder ist.
Gleich bleibt vermutlich trotzdem, dass positive und negative Gefühle Teil meines Lebens bleiben. Nur eben nicht mehr gepaart mit gedanklichen-erzeugter Überlastung durch Ich-bezogene Gedanken.
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?
Mir fällt es etwas schwer zu antworten, weil die Ich-Illusion ja nicht sich sofort komplett und auf Dauer auflöst. Ich tue aber mal so, als ob es so wäre:
Das immer wieder in den Vordergrund tretende Gefühl der Getrenntheit löst sich auf. Ich denke nicht mehr auf die örtliche oder Objekt-bezogene Suche gehen zu müssen, um Glück zu finden. Ich stelle mir das Leben etwas unbeschwerter vor und der Zugang zum Eins-Sein mit dem Moment, wie ich ihn aus Freuden-Momenten oder Momenten der Liebe kenne, ist stets verfügbar oder gar permanent da. Einige Sorgen fallen weg, körperliche Kontraktionen oder Verspannungen auf Grund von Ich-Bezogenen Gedanken bleiben aus.
Puh, das kostet schon Mut so Sachen zu schreiben, wo du doch wahrscheinlich das Ein oder Andere anders siehst bzw. das Ein oder Andere "falsch" sein könnte... Aber ich denke wenn ich einfach schreibe ist es ja am produktivsten.

barb
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Re: Glück

Postby barb » Tue Nov 27, 2018 11:37 am

Es schaut klein und verletzlich aus und auf gewisse Weise sieht es ja auch größer aus. Ich meine das in dem Sinne, dass ich von dem Ich in dem Moment ja mehr mitkriege, also scheine ich mir das Ich ausgeprägter (größer) vorzustellen.
Auch hier haben wir wieder 2 „Ichs“. Das eine kriegt vom anderen mehr mit :)
Welche schwierigen Gefühle veranlassen das?

Das Gefühl der Getrenntheit drückt sich in suchenden Gedanken aus. Suchend nach dem (Objekt), was mich wieder mich "zu Hause" fühlen lässt. Meistens ist es auch noch mit Körperanspannung verbunden.
Wenn dieses Gefühl wieder da ist, dann konzentriere dich ganz auf die reinen Körperempfindungen und ignoriere die Gedanken darüber. Was bleibt in der direkten Erfahrung von dem „Gefühl der Getrenntheit“ über? Was kann davon gesehen-gehört-gespürt-gerochen-geschmeckt werden?
Da sind höchstens kommentierende Gedanken die dieses Ich bemerken.

Können Gedanken etwas tun, z.B. bemerken? Oder tauchen einfach nur Gedanken auf, einer nach dem anderen?

Ich werde die tiefe Gewissheit haben, dass der Zugang zu dem Eins-Sein mit dem Moment als "Ort" von Ruhe und Glück jederzeit verfügbar wäre oder ist.
Wenn da ein Zugang wäre, dann müsste ja Trennung da sein oder? Ist Eins-Sein ist ein Ort mit Zugang wo „jemand“ hingehen könnte? Wenn Eins-Sein alles ist (sonst wäre es ja nicht Eins-Sein), müsste es dann nicht schon immer alles sein?

Generell kann man zu deinen Erwartungen sagen, dass sie nicht unrealistisch klingen.. Und dennoch wird es ganz anders sein, als du dir vorstellst. Es ist auch individuell ganz verschieden... Am besten packst du alle Erwartungen in eine Kiste und hängst sie an einen großen Ballon damit sie auf Nimmerwiedersehen entschwinden können :)
Puh, das kostet schon Mut so Sachen zu schreiben, wo du doch wahrscheinlich das Ein oder Andere anders siehst bzw. das Ein oder Andere "falsch" sein könnte... Aber ich denke wenn ich einfach schreibe ist es ja am produktivsten
Nein, nein keine Sorge! Super wenn du so schreibst wie es in den Sinn kommt! Und wie schon erwähnt: Es gibt keine falschen Antworten :)

Achte bitte auf alle Reaktionen, Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken, wenn du den folgenden Satz liest und schreibe auf was hochkommt:

Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben.
Es gibt niemanden, der einen Zugang zum Ein-Sein haben oder bekommen könnte.
Es gibt kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.


:)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Wed Nov 28, 2018 12:32 am

Welche schwierigen Gefühle veranlassen das?
Mit dem Gefühl der Getrenntheit ist oft Wut oder Frustration (auf oder über etwas) verbunden. Meistens auch wenn ich mich gegen etwas sträube, also da Widerstand gegen etwas ist. Da ist dann die ungewollte Sache und ICH, der Sie nicht haben oder machen will.
Was bleibt in der direkten Erfahrung von dem „Gefühl der Getrenntheit“ über? Was kann davon gesehen-gehört-gespürt-gerochen-geschmeckt werden?
Gesehen: vielleicht eine glasige Sicht. Gehört: Unter Umständen nehme ich eine bestimmte Geräuschkulisse als störender war, somit höre ich dann manchmal mehr störende Geräusche. Gespührt: Spannung in Nacken, Armen, unterer Rücken und belasteter Atem. Gerochen: nichts spezielles, geschmeckt auch nicht.
Können Gedanken etwas tun, z.B. bemerken? Oder tauchen einfach nur Gedanken auf, einer nach dem anderen?
Nein, sie sind keine eigenen Subjekte. Sie können nur einen bestimmten Inhalt haben und in der Wahrnehmung auftauchen. Das ist aber auch verflixt mit denen. Man könnte ja denken, dass dann wenigstens das Hirn eine Einheit wäre, die der Kern (m)eines Ichs ist, oder zu ihm dazugehört. Stellt sich nur die Frage, ob die Tatsache, dass Gedanken wie vieles andere in der Wahrnehmung nur auftauchen, da nicht gegen spricht. Ich denke hierzu "ja!", nur irritiert es mich, dass obwohl da kein Ich ist (eventuell :D), da aber jemand oder etwas ist, das physisch handeln kann und aber auch Gedanken steuern kann. Dieser Punkt bremst mich bei den anderen Beobachtungen etwas aus und lässt mich zweifeln.
Wenn da ein Zugang wäre, dann müsste ja Trennung da sein oder? Ist Eins-Sein ist ein Ort mit Zugang wo „jemand“ hingehen könnte? Wenn Eins-Sein alles ist (sonst wäre es ja nicht Eins-Sein), müsste es dann nicht schon immer alles sein?
Ich komme da jetzt nicht drum rum bereits gelerntes hier anzuwenden, weil dieses Gelernte mir gerade als das einzig Stimmige erscheint...Wie schon an einzelnen anderen Stellen.
Der Zugang ist permanent da, nur vergesse ich es die meiste Zeit.
Ob Eins-Sein nicht schon immer alles ist? Ja eigentlich ja schon, nur sind so oft Gedanken der Bewertung involviert, dass es meist nicht so wirkt und dadurch sich anstrengender also nicht so entspannt anfühlt.
Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben.
Es gibt niemanden, der einen Zugang zum Ein-Sein haben oder bekommen könnte.
Es gibt kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.
Da ist Verwirrung und ich denke "und was war dann bisher das Problem?!". Dann ist Eins-Sein immer da, nur manchmal ist der Geist sosehr aktiv dies zu verschleiern. Das Eins-Sein ist dann also der Grundzustand. Da kommt etwas Erleichterung. Ich merke etwas Enge im Hals, aber der Atem bewegt sich auch größer (ein Durchatmen findet statt).
Ich frage mich wer denn in meinem Körper-Geist-Gebilde etwas tut, wenn es doch scheinbar zu Teilen steuerbar ist, was Körper und Geist so betreiben. Deswegen kann ich mit dem letzten Satz bis jetzt noch am wenigsten anfangen. Habe aber das Gefühl, ich kann mehr einkreisen, was mich bisjetzt an Gedanken noch aufhält, und das ist ja gut um zu klären :)

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Re: Glück

Postby barb » Wed Nov 28, 2018 12:15 pm

Mit dem Gefühl der Getrenntheit ist oft Wut oder Frustration (auf oder über etwas) verbunden. Meistens auch wenn ich mich gegen etwas sträube, also da Widerstand gegen etwas ist. Da ist dann die ungewollte Sache und ICH, der Sie nicht haben oder machen will.
Wenn das nächste Mal Wut, Frust und/oder Widerstand auftauchen, dann lass dich ganz darauf ein. Setz dich hin, schließe die Augen und beobachte die reinen körperlichen Empfindungen und ignoriere alle Gedanken dazu. Was bleibt in direkter Erfahrung ohne Gedanken über? Und dann schau hinter das Gefühl. Findest du da was?
Gesehen: vielleicht eine glasige Sicht. Gehört: Unter Umständen nehme ich eine bestimmte Geräuschkulisse als störender war, somit höre ich dann manchmal mehr störende Geräusche. Gespührt: Spannung in Nacken, Armen, unterer Rücken und belasteter Atem. Gerochen: nichts spezielles, geschmeckt auch nicht.
Ist da die Vorstellung, dass sobald der Gedanke auftaucht „unangenehm, störend, will ich nicht“ + eventuell körperliche Anspannung, dass das Getrenntheit bedeutet?
Ob Eins-Sein nicht schon immer alles ist? Ja eigentlich ja schon, nur sind so oft Gedanken der Bewertung involviert, dass es meist nicht so wirkt und dadurch sich anstrengender also nicht so entspannt anfühlt.
Hast du die Vorstellung: Entspannung = Einssein, Verspannung = Getrenntheit?
Da ist Verwirrung und ich denke "und was war dann bisher das Problem?!". Dann ist Eins-Sein immer da, nur manchmal ist der Geist sosehr aktiv dies zu verschleiern. Das Eins-Sein ist dann also der Grundzustand.
Ist „Geist“ mehr als auftauchende Gedanken? Könnte es sein dass Einssein gar kein Zustand ist, also auch nicht der Grundzustand? Dass es einfach immer das ist was in jedem scheinbaren Augenblick erscheint?
nur irritiert es mich, dass obwohl da kein Ich ist (eventuell :D), da aber jemand oder etwas ist, das physisch handeln kann und aber auch Gedanken steuern kann. Dieser Punkt bremst mich bei den anderen Beobachtungen etwas aus und lässt mich zweifeln.
Ich frage mich wer denn in meinem Körper-Geist-Gebilde etwas tut, wenn es doch scheinbar zu Teilen steuerbar ist, was Körper und Geist so betreiben.
Ist das so?

Schauen wir uns mal die Natur von Gedanken an :)
Sitze mit geschlossenen Augen, entspanne den Körper, atme lang und sanft ein und aus und beobachte:

1.Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken beseitigen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

4. Ist es möglich nur angenehme Gedanken zu denken?

5. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?

6. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
----------


Bitte beantworte jede Frage einzeln.

Freue mich auf deine Antworten :)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Thu Nov 29, 2018 12:09 am

Was bleibt in direkter Erfahrung ohne Gedanken über? Und dann schau hinter das Gefühl. Findest du da was?
In der direkten Erfahrung bleiben da dann nur Körperempfindungen über, in z.B. Atem, Hals, oder ein generelles Gefühl der Schwere. Hinter dem Gefühl kann ich nichts mehr finden. Es verändert sich höchstens etwas, wenn ich mich auf das Gefühl einlasse.
Ist da die Vorstellung, dass sobald der Gedanke auftaucht „unangenehm, störend, will ich nicht“ + eventuell körperliche Anspannung, dass das Getrenntheit bedeutet?
Dann kommen eben Gedanken wie "bin ICH ok so" zum Beispiel viel mehr vor. Ja, ich habe auch noch den Gedanken, dass diese Anspannung Getrenntheit bedeutet. Weil ich mich eben dann so abgeschnitten von Entspanntheit und Loslassen fühle.
Hast du die Vorstellung: Entspannung = Einssein, Verspannung = Getrenntheit?
Ja, intuitiv habe ich die noch. Aber eigentlich ist ja die Anspannung auch Teil der Gesamtheit des momentanen Erlebens.
Ist „Geist“ mehr als auftauchende Gedanken? Könnte es sein dass Einssein gar kein Zustand ist, also auch nicht der Grundzustand? Dass es einfach immer das ist was in jedem scheinbaren Augenblick erscheint?
Ja, irgendwie schon. Aber was ist dann der Unterschied zwischen Momenten der Liebe, des Erkennens, des Bewunderns und Momenten wo ich gerade durch die Gegend träume? Bei ersterem bin ich dann wohl genauso eins mit dem Moment wie sonst auch, nur ist der Geist dann nicht ein so großer Teil des Erlebens. Das ist gerade meine Idee dazu.
1.Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Ich kann nicht mitkriegen wie er erwächst oder verschwindet. Er scheint schon da zu sein, bevor ich ihn überhaupt benannt habe.
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken beseitigen, wenn er einmal erschienen ist?
Ich kann keinen Gedanken vorhersagen. Ich kann ihn nicht verhindern. Ich kann ihn auch nicht wieder beseitigen.
3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?
Ja, wenn ich mir vornehme nur etwas zu hören oder anzuschauen, meine ich für eine gewisse Zeit keine Gedanken zu haben.
4. Ist es möglich nur angenehme Gedanken zu denken?
Nein, die Negativen kommen immerwieder einfach so reingespühlt.
5. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken?
Gedanken mit Ich-Inhalt kommen von derselben Stelle wie die anderen Gedanken.
6. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
56, und nein weiß ich nicht :D
7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Ich dachte gerade, "Moment, aber ich kann mich zu einem bestimmten Gedankentext entscheiden!". Aber dann ist mir aufgefallen, dass der Text den ich mir vornehme zu denken ja auch erstmal in meinem Geist erscheinen muss. Und das tut er in Form von Gedanken, die einfach so auftreten. Ich nehme gerade Verwirrung und skeptische Gedanken war, aber eigentlich scheint es mir gerade schon so, dass da kein Denker ist und alles, auch die Mission etwas bestimmtes zu denken, einfach nur im Geist auftaucht.

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Re: Glück

Postby barb » Thu Nov 29, 2018 1:49 pm

In der direkten Erfahrung bleiben da dann nur Körperempfindungen über
Genau. Körperempfindungen + Gedanken = Gefühl. Ohne Gedanken einfach Empfindung. Beobachte das weiter in deinem Alltag mit auftauchenden Gefühlen. Und schau bei der Gelegenheit gleich was vorher da ist, der Gedanke oder die Empfindung :)
Es verändert sich höchstens etwas, wenn ich mich auf das Gefühl einlasse.
Schau mal wenn wieder so ein Gefühl auftaucht, wo die Trennung ist zwischen der Empfindung und demjenigen der sich auf das Gefühl einlässt? Gibt es eine Grenze zwischen „dir“ und der Empfindung?
Ist da die Vorstellung, dass sobald der Gedanke auftaucht „unangenehm, störend, will ich nicht“ + eventuell körperliche Anspannung, dass das Getrenntheit bedeutet?
Dann kommen eben Gedanken wie "bin ICH ok so" zum Beispiel viel mehr vor. Ja, ich habe auch noch den Gedanken, dass diese Anspannung Getrenntheit bedeutet. Weil ich mich eben dann so abgeschnitten von Entspanntheit und Loslassen fühle.
Es kann natürlich geschehen, dass mit dem Durchschauen der Ich-Illusion vermehrt Entspannung eintritt, muss aber nicht und schon garnicht sofort. Also zu sehen, dass es keine Trennung gibt, dass alles bereits jetzt dieses eine Fließen ist, ist nicht das selbe wie Entspannung. Dafür gibt es ganz wunderbare Methoden, die man üben kann (und muss, wenn man entspannter sein will).

Und wie du schon ganz toll erkannt hast, gibt es keine Kontrolle über die Gedanken. Also auch die, die fragen ob du so ok bist, tauchen einfach auf, kannst du das sehen?
Hast du die Vorstellung: Entspannung = Einssein, Verspannung = Getrenntheit?
Ja, intuitiv habe ich die noch.
Was ist „intuitiv“? Ist das mehr als eine Gedankengeschichte?
Aber eigentlich ist ja die Anspannung auch Teil der Gesamtheit des momentanen Erlebens.
Genau
Ja, irgendwie schon. Aber was ist dann der Unterschied zwischen Momenten der Liebe, des Erkennens, des Bewunderns und Momenten wo ich gerade durch die Gegend träume? Bei ersterem bin ich dann wohl genauso eins mit dem Moment wie sonst auch, nur ist der Geist dann nicht ein so großer Teil des Erlebens. Das ist gerade meine Idee dazu.
Schau mal genau in diesen Momenten. Findest du da eine Entität, die „eins ist mit dem Moment“? Oder ist da einfach nur ein Moment der Liebe, des Erkennens und Bewunderns oder durch die Gegend träumens?
Was ist Geist? Wo ist der? Kann der mit den Sinnen wahrgenommen werden? Kannst du den sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?

Ja, wenn ich mir vornehme nur etwas zu hören oder anzuschauen, meine ich für eine gewisse Zeit keine Gedanken zu haben.
Klar, wenn man geübt ist, geht das schon für eine Weile :) Aber überhaupt nicht zu denken? Und wenn die Intention auftaucht nicht zu denken, woher kommt diese dann?
Ich dachte gerade, "Moment, aber ich kann mich zu einem bestimmten Gedankentext entscheiden!". Aber dann ist mir aufgefallen, dass der Text den ich mir vornehme zu denken ja auch erstmal in meinem Geist erscheinen muss. Und das tut er in Form von Gedanken, die einfach so auftreten. Ich nehme gerade Verwirrung und skeptische Gedanken war, aber eigentlich scheint es mir gerade schon so, dass da kein Denker ist und alles, auch die Mission etwas bestimmtes zu denken, einfach nur im Geist auftaucht.

Gut erkannt!
Schließ mal wieder die Augen, entspanne, und beobachte die Gedanken die auftauchen. Und jetzt schau worin die erscheinen. Gibt es irgendwo eine Grenze? Einen Container namens Geist?

Es ist gut sich etwas Zeit zu nehmen, um zu schauen, was direktes Erleben ganz konkret ist – das erleichtert alle anderen Schritte. 
Ganz klar, wenn ich dich frage, wie das Wetter bei dir ist kannst du es mal kurz googeln, darüber nachdenken was gestern der Wetterbericht vorhergesagt hat, jemanden anrufen – oder du stehst auf und guckst aus dem Fenster oder gehst hinaus. Ganz sicher kannst du dir nur sein, wenn du selber geschaut hast. Richtig?
Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Spüren (körperliche Empfindung), Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?


Probiere es mal aus wie es ist, in der Wirklichkeit zu sein. Reduziere dabei die Wirklichkeit auf die Namen, die der Wahrnehmung am nächsten sind. Benenne jede Erfahrung einfach als sehen - hören - spüren - riechen - schmecken - denken
Mache das, während du dir verschiedener Dinge bewusst wirst:
Einen Baum sehen, einfach = sehen
Der Wind im Gesicht = spüren
Der  Geschmack der Zahnpasta auf der Zahnbürste = schmecken
Das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos = hören
Der Geruch von Kaffee = riechen
Der Gedanke gleich einen Schluck zu nehmen = Gedanke
Untergliedere einfach alle Erfahrungen in diese Kategorien, die alle direktes Erleben darstellen

Es gibt zwei Arten von Gedanken:
1- Der Gedanke weist auf etwas was in diesem Moment via Sinne wahrnehmbar ist – der Gedanke ‚labelt‘.
2- Der Gedanke weist auf einen anderen Gedanken, das ist Gedankeninhalt und die Geschichte, die erzählt wird.

Gedanken können Wörter und geistige Bilder sein.

Mache diese Übung so häufig wie möglich über den ganz Tag verteilt und erzähle, wie es dir ergangen ist :)
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Re: Glück

Postby jailwhy » Thu Nov 29, 2018 3:36 pm

Schau mal wenn wieder so ein Gefühl auftaucht, wo die Trennung ist zwischen der Empfindung und demjenigen der sich auf das Gefühl einlässt? Gibt es eine Grenze zwischen „dir“ und der Empfindung?
Nein, da ist keine Grenze. Da ist wieder niemand zu finden der wahrnimmt.
Ich bin auch erstaunt, wie groß die Identifikation mit dem Körper ist. Ich habe gerade einen Kloß im Hals beim Hervorrufen eines Gefühls bemerkt und dachte dann kurz:"Aber Moment, der befindet sich doch in einer Gewissen Distanz von mir!". Dann ist mir aber aufgefallen, dass ich die ganzen (Körper-)Sensationen von unterem Kopf und auch Ohren als etwas wahrnehme, was scheinbar die Strecke "von mir" bis zum Kloß im Hals darstellt. Dass da also ein Ich ist, und zwischen dem Ich und einer Empfindung ist etwas Gegenständliches dazwischen. Dabei sind die lokalisierten Sensationen eigentlich ja alle "gleich nah", weil sie alle auf der einzigen Ebene Wahrnehmung erscheinen. Und diese Ebene hat ja keine Distanz zu irgendetwas.
Nur ist da eben noch die Geschichte von dem Ich (Im Kopf drin) um das sich alles in verschiedenen Entfernungen befindet.
Ich hoffe du konntest mir gedanklich etwas folgen.
Es [gibt] keine Kontrolle über die Gedanken. Also auch die, die fragen ob du so ok bist, tauchen einfach auf, kannst du das sehen?
Wenn ich nach der Instanz suche, die Gedanken kontrollieren könnte, erscheinen nur Gedanken wie "ich guck jetzt mal nach wo da eine Kontrollierende Instanz ist" und dann erscheinen wieder neue Gedanken, aber es dreht sich eben permanent im Kreis. Hinter den Gedanken gelange ich nicht.
Was ist „intuitiv“? Ist das mehr als eine Gedankengeschichte?
Nein. Aber sie ist etwas hartnäckig.
Schau mal genau in diesen Momenten. Findest du da eine Entität, die „eins ist mit dem Moment“?
Nein, das sind alles nur Variationen von Wahrnehmung. Eine wahrnehmende Entität ist nie wirklich da.
Was ist Geist? Wo ist der? Kann der mit den Sinnen wahrgenommen werden?
Der Geist ist das Konzept, dass ich von der Gesamtheit der verschiedenen Gedankenarten habe. Ich kann ihn nicht "sehen-hören-spüren-riechen-schmecken".
Aber überhaupt nicht zu denken?
Ging bis jetzt noch nie lange, stimmt.
Schließ mal wieder die Augen, entspanne, und beobachte die Gedanken die auftauchen. Und jetzt schau worin die erscheinen. Gibt es irgendwo eine Grenze? Einen Container namens Geist?
Es lässt sich eigentlich nicht verorten, wo die Gedanken erscheinen. Da ist auch kein Geist-Container.
Ich gebe dann noch einen Bericht zur Übung :)

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Re: Glück

Postby jailwhy » Thu Nov 29, 2018 8:04 pm

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Spüren (körperliche Empfindung), Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Nein, da fällt mir nichts anderes ein oder auf.

Zur Übung:
Ich habe gemerkt, dass diese Einordnung nichts ist was immer so bewusst geschieht. Die Benennung hat mir jetzt nochmal gezeigt, was denn meine verschiedenen Wahrnehmungsformen sind. Teilweise sind die Wahrnehmungen durch ihre Einordnungen etwas präsenter in der Gesamtwahrnehmung geworden. Ein bestimmtes Knistern habe ich zum Beispiel auch plötzlich als schön empfunden. Ich fand auch schwierig überhaupt mitzukriegen, was denn da alles in meiner Wahrnehmung ist. Es war dann oft so, dass ich z.B. mal nachgeguckt habe, ob ich denn auch etwas rieche gerade. Das ist alles was mir da so bewusst aufgefallen ist...

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Re: Glück

Postby barb » Fri Nov 30, 2018 12:35 pm

Nein, da ist keine Grenze. Da ist wieder niemand zu finden der wahrnimmt. 
Ich bin auch erstaunt, wie groß die Identifikation mit dem Körper ist. Ich habe gerade einen Kloß im Hals beim Hervorrufen eines Gefühls bemerkt und dachte dann kurz:"Aber Moment, der befindet sich doch in einer Gewissen Distanz von mir!". Dann ist mir aber aufgefallen, dass ich die ganzen (Körper-)Sensationen von unterem Kopf und auch Ohren als etwas wahrnehme, was scheinbar die Strecke "von mir" bis zum Kloß im Hals darstellt.
Die Spür-Empfindungen sind im Kopfbereich speziell um die Augen besonders groß. Der Mensch ist ein Augentier, der Seh-Sinn ist der prominenteste.. Wenn du mal darauf achtest, während du deine Gedanken beobachtest, wirst du merken, dass die Augen und die feinen Muskeln herum meistens aktiv sind. Es gibt ja – wie erwähnt – nicht nur Wortgedanken, sondern da ist die ganze Zeit auch ein Bilderfeuerwerk - wie in einem nächtlichen Traum - am Ablaufen. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass man das „Ich“ an dieser Stelle verortet :)

Wenn du genau in diesem Bereich nachschaust, findest du dann ein Ich? Und von wo aus schaust du auf diesen Bereich?

Dass da also ein Ich ist, und zwischen dem Ich und einer Empfindung ist etwas Gegenständliches dazwischen.
Wie meinst du das?
Dabei sind die lokalisierten Sensationen eigentlich ja alle "gleich nah", weil sie alle auf der einzigen Ebene Wahrnehmung erscheinen. Und diese Ebene hat ja keine Distanz zu irgendetwas.
Wunderbar erkannt! Ganz genau so ist es... Beobachte das immer wieder, erinnere dich immer wieder daran!
Nur ist da eben noch die Geschichte von dem Ich (Im Kopf drin) um das sich alles in verschiedenen Entfernungen befindet
Ja klar, die wird auch noch länger bleiben. Es reicht vollkommen immer wieder nachzuschauen und sie als Geschichte zu erkennen. Jahrzehntelange Glaubenssätze und Konditionierungen lösen sich nicht auf einmal in Luft auf. Auch nach dem Durchschauen der Ich-Illusion werden noch alte Geschichten auftauchen, wir laufen ihnen nur nicht mehr so leicht auf :)

Was ist „intuitiv“? Ist das mehr als eine Gedankengeschichte?
Nein. Aber sie ist etwas hartnäckig.
Na und? Stört das?
Nein, das sind alles nur Variationen von Wahrnehmung. Eine wahrnehmende Entität ist nie wirklich da.
Mal ganz penibel: Ist unwirkliche eine Entität da?
Der Geist ist das Konzept
Ja genau :)
Zur Übung:
Ich habe gemerkt, dass diese Einordnung nichts ist was immer so bewusst geschieht. Die Benennung hat mir jetzt nochmal gezeigt, was denn meine verschiedenen Wahrnehmungsformen sind. Teilweise sind die Wahrnehmungen durch ihre Einordnungen etwas präsenter in der Gesamtwahrnehmung geworden.
Wunderbar! Übe das weiter, wann immer es dir einfällt.. Das ist das wirkliche Leben :)

Nimm dir für die folgende zweigeteilte Übung 10 – 20 Minuten Zeit. Setze dich irgendwohin und schreibe alles was du wahrnimmst folgendermaßen auf:

Die erste Halbzeit (stell dir am besten einen Timer)z. B.

ich sehe einen Baum,
ich schreibe auf was ich wahrnehmen,
ich habe Nackenverspannungen,
ich höre Autos
ich spüre ein Jucken am Fuß
ich kratze mich usw.......

Nach der Halbzeit ändere die Art wie du schreibst in: z. B

ein Baum wird gesehen,
schreiben geschieht,
Nackenverspannung sind da,
Autos werden gehört
der Fuß juckt
kratzen usw....

Sind irgendwelche Körperreaktionen/empfindungen zu bemerken?
Welche von den beiden Varianten klingt wahrheitsgetreuer, entspannter?

Viel Spass :)
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jailwhy
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Joined: Mon Nov 26, 2018 6:14 am

Re: Glück

Postby jailwhy » Fri Nov 30, 2018 4:04 pm

Wenn du genau in diesem Bereich nachschaust, findest du dann ein Ich? Und von wo aus schaust du auf diesen Bereich?
Ist schon aufregend, da so nachzugucken :) Nein ich konnte bei meinen Augen kein Ich finden. Erst haben mich die Empfindungen am Hinterkopf getäuscht, als ob ich aus dem Kopf dorthin schauen würde. Aber dann habe ich wieder gemerkt, dass da einfach nur die Empfindung der Augenregion ist.
Dass da also ein Ich ist, und zwischen dem Ich und einer Empfindung ist etwas Gegenständliches dazwischen.
Wie meinst du das?
Das war nur eine Zusammenfassung. Ich meinte, dass mir es so scheint, dass das Ich im Kopf ist und die versch. Körperempfindungen da unterschiedlich nah dran sind.
Was ist „intuitiv“? Ist das mehr als eine Gedankengeschichte?
Nein. Aber sie ist etwas hartnäckig.
Na und? Stört das?
Ja, schon etwas. Aber es ist auch erleichternd, es nüchtern so als Geschichte zu benennen.
Mal ganz penibel: Ist unwirkliche eine Entität da?
Nur Gedanken über eine solche Entität sind da.

1. Teil
Ich sehe den Bildschirm,
ich spüre die Tasten
ich spüre mein Gesicht
ich höre fahrende Autos
ich spüre ein leichtes Stechen in meinem Handgelenk
ich spüre wie mein Atem sich bewegt
Ich schmecke den Geschmack in meinem Mund
Ich sehe einen Zug
Ich kratze mich am Hinterkopf
Ich sehe das Hochhaus vor mir
Ich rieche an meiner Jacke
Ich mwekw werke das Bedürfnis trinken
Ich trinke
Ich spüre das Wasser in meinen Mund
Ich merke wieder den Atem
Ich streiche mir durch das Gesicht
Ich sehe Autos
Ich höre ein kleines Rattern
Ich höre einen gerrückten Stuhl
Ich schimpfe auf die Autokorrektur
Ich sehe einen fahrenden Zug
Ich höre einen fahrenden Zug
Ich merke ein Stechen in meinem Handgelenk
Ich spüre wie der Atem sich ausdehnt
Ich höre den Gong-Timer

2. Teil
Der Gong wird gehört
Eine reine Stimme wird gehört
Ein Ziehen in den Schultern wird gespürt
Es wird in die Tastatur getippt
Es wird die Socke zurecht gezogen
Es wird ein Rattern gehört
Es wird ein Zug gesehen
Es wird der Bildschirm gesehen
Es kribbelt im Ohr
Es wird gespürt wie der Atem sich bewegt
Es wird gedacht
Es wird der Geruch der Jacke wahrgenommen
Der Atem ist etwas schwer
Da sind Gedanken
Es wird ein Gong-Geräusch gehört,
Sind irgendwelche Körperreaktionen/empfindungen zu bemerken?
Welche von den beiden Varianten klingt wahrheitsgetreuer, entspannter?
Die zweite Variante klingt erstmal ungewohnt distanziert und etwas fremd. Deswegen klingt die erste auch etwas wahrheitsgetreuer. Aber in der eben erwähnten Distanz liegt irgendwie auch etwas Positives, etwas Spannendes. Da ist nicht mehr so eine Belastung, mit dem was „Ich“ alles erlebe. Die zweite Variante ist auch nüchterner und unaufgeregter. In beiden Teilen hatte der Atem sich immerwieder reguliert.

barb
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Joined: Wed Jul 26, 2017 2:05 pm

Re: Glück

Postby barb » Fri Nov 30, 2018 7:22 pm

Die zweite Variante klingt erstmal ungewohnt distanziert und etwas fremd. Deswegen klingt die erste auch etwas wahrheitsgetreuer
Sorry, hab mich wahrscheinlich ungenau ausgedrückt :)

Bitte mach die Übung nochmal, die erste Variante bleibt gleich, bei der zweiten schreib aber aber nicht „Es wird gehört, es wird bemerkt usw...“ sondern einfach: „Hören des Gongs, jucken am Fuss, ziehen in der Schulter.. usw“ also ohne „es wird“...

Bin neugierig, wie es sich damit anfühlt :)
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