hi kerstin,
Schau dir bitte diesen Prozess des Schreibens mal ganz genau an.
Was passiert da?
So ganz von Anfang an...:-).
Sei ganz aufmerksam und langsam.
Was ist zu sehen? Was ist zu fühlen? Welche Empfindungen steigen auf?
ich beschreibe den prozess wie ich dir schreibe:
ich setze mich an den tisch, öffne das tablet, schalte die tastatur ein, verbinde sie über bluetooth mit dem tablet und lese deine nachricht.
ich überlege, ich schaue in meiner erinnerung nach, ich beobachte was ich gerade tue.
es kommen gedanken, ich schaue ob sie mit dem übereinstimmen was ich erlebe / erlebt habe und wenns passt, dann tippe ich meine gedanken in die tastatur. ich sehe die buchstaben am bildschirm erscheinen, bessere rechtschreibfehler aus, streiche was nicht passt, überlege neu, schreibe neu, bessere wieder aus, schreibe wieder neu und dann lass ich es und lese deine nachricht weiter.
bei deiner nächsten frage gehe ich ziemlich genau gleich vor und überlege, tippe, bessere aus und am schluss schick ich die nachricht ab.
verschiedene gefühle steigen auf, verschiedene körperempfindungen, zwischendurch nippe ich an einem campari-spritz, setze mich um, strecke mich oder kratze mich wenn es mich am arm juckt.
das wärs so ziemlich. nichts aufregendes oder besonderes.
Sind das zwei? Einer der sucht und einer der nicht gefunden werden kann/will ?
Und wer von den beiden würde gern nicht da sein
der der sucht ist derselbe der gefunden werden sollte obwohl ich weiss dass weder der eine noch der andere da sein sollte.
aber für mich bin ich hier in diesem körper und überlege in gedanken all die theorie über diese ichlosigkeit. ich suche dieses ich - das ja ich sein sollte- also im endeffekt einer der nach sich selbst sucht.
und theoretisch sollte ich mich nicht finden und dann irgendwie erkennen/erleben/erfahren dass es eben weder den einen noch den andern gibt.
also beide - der der sucht und der der gefunden wird - sollten nicht da sein.
mir ist völlig klar dass diese geschichte von christoph (48 jahre, schule, studium, arbeit, toller hecht, superstar, depp, schnösel, kuchenbäckert, usw usw) ausschliesslich in meinen gedanken existiert.
mir ist auch völlig klar dass es keine vergangenheit oder zukunft anderswo gibt als in meinen gedanken.
mir ist auch klar dass all das was gerade da ist, alles ist was ist. alles andere sind interpretationen, pläne, wünsche, hoffnungen, erinnerungen, phantasien, usw usw. (there is nothing behind the curtain!)
Genauso:-). Könnte man "Besitzanspruch" auch durch "Identifikation " ersetzen?
ja ich denke das passt!
Und.... wie stellst du dir den Moment des Durchschauens der Ich-Illusion vor? (darum geht es hier, nur darum zu durchschauen, dass dieses Ich eine Illusion ist, ähnlich einer Fata Morgana. Irgendwann weißt du, es ist eine Fata Morgana. Du kannst sie sehen, aber du musst nicht mehr hin um Wasser zu holen, dh. die Identifikationen mit dem Ich fallen weg oder werden schneller durchschaut.)
ich habe überhaupt keine vorstellung mehr davon! alles kann kommen. engel mit gesang und freibier oder ein einfaches "aha, das ists also". alles passt. nur muss ein ende her! es muss der moment kommen wo ich sagen kann dass ichs gecheckt/erlebt/erfahren/... hab.
ich denke aber auch dass es einen merk-/spür-/erlebbaren unterschied geben müsste.
wenn alles erleben als ignorant von diesem körper/ich/instanz erlebt wird und nach dem erkennen der ichillusion alles von einer anderen perspektive aus erlebt wird, dann müsste das doch einen merkbaren unterschied machen? (ich weiss dass das oft so subtil passieren kann, dass man es erst im nachhinein erkennen kann, man kanns aber erkennen. oder besser: man kann es nicht übersehen)
ich habe bis jetzt mit ca. 18 erwachten persönlich gesprochen und alle haben was anderes gesagt und man könnte meinen sie alle haben von unterschiedlichen themen gesprochen, ALLE aber haben gemeint dass dieses erLEBEN -und nicht nur theoretische verstehen - nicht übersehen werden könnte.
darf ich dich bitte fragen kerstin: wie ist dieses durchschauen der ichillusion für dich gewesen? hättest du das übersehen können? hatte das null auswirkungen auf dein leben?
ich stelle mir das durchschauen der ichillusion als ein erleb-/erfahr-/spürbares erleben vor. es muss etwas anderes sein als ein gedankliches theoretisieren.
(reine phantasie natürlich.. )
Und....was wird sich ändern, im täglichen Leben für dich, wenn die Illusion durchschaut wurde? Was erwartest du?
das kann ich auch nur vermuten. was wird sich ändern wenn sich das worauf sich das gesamte erleben bezieht, plötzlich als nichtexistent erweist? ich kann nur phantasieren. klingt auf jeden fall "bewegend" ... :D :D
wenn ich mir all die gurus anschaue die ich getroffen habe, dann haben sie folgendes gemeinsam:
sie waren alle ultra entspannt, irgendwie unbeirrbar, extrem sicher in dem was sie sagen, sehr positiv, "unumstösslich" in ihren meinungen, sehr sicher in ihrem sprechen, irgendwie wirkten sie alle "aufgehoben"/"angekommen"/"daheim", "gerootet", ...
sie wirkten alle sehr unbeirrbar und "stabil".
macht das irgendwie sinn?
liebe grüsse
christoph