Bis ans Ende des Weges

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Fri Aug 24, 2018 1:58 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
..zu erkennen, dass das Gefühl eine Person zu sein, die ihr Leben organisiert, als unwahr durchschaut werden kann. Dass die Momente, in denen ich diese Ich-losigkeit erfahren habe, nicht nur kleine Einblicke bleiben müssen, die dann im wirbelnden Alltag wieder untergehen, sondern dies als Wahrheit immer in mir lebendig sein könnte.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Äußerlich: eine Empfehlung. Innerlich: Mein Weg, der mich seit einigen Jahren quer durch Landschaften eines spirituellen Suchers geführt hat und der nun gefühlt auf ein Ende zuhält. Zumindest hoffe ich auf das Ende der Suche, die mich durch lange Phasen der "Selbst-Verbesserung" und "Persönlichkeitsentwicklung" führte, sowie durch Zeiten von Angst, Entdeckung, Sehnsucht, Devotion usw.. Nachdem meine äußeren Lebensumstände lange Jahre immer instabil waren, bin ich zum ersten Mal im Außen angekommen / habe meinen Platz in der Welt scheinbar gefunden. In Bezug auf diesen Punkt fühle ich eine gewisse Anhaftung bzw. Sorge diese Stabilität wieder zu verlieren, wenn ich ganz loslasse.. Aber auch das sind nur Gedanken, von denen ich weiß, dass sie keine Wirklichkeit besitzen und mir ist bewusst, dass ich ohnehin keine Kontrolle habe. Somit bleibt mir nur mich ganz einzulassen - auf den hoffentlich letzten Schritt. Für eine Begleitung bei diesem Schritt wäre ich jedoch sehr dankbar, da mein Mind wohl sehr aktiv ist und genug Wege kennt, um mich im letzten Moment wieder "zurückzupfeifen". An dieser Stelle: vielen Dank für diese großartige Möglichkeit hier teilzunehmen! Allein in den PDFs (Gateless Gatecrashers) zu lesen, war sehr erhellend für mich!!

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Meine Lehrer in der Vergangenheit waren Adyashanti, Gangaji und Eckart Tolle. In jüngerer Zeit Rupert Spira, Eli Jaxon-Bear und Mooji. Vor drei Jahren hatte ich mich in ein intensives Kurs-in-Wundern-Studium gestürzt, was damals zu eindrücklichen Erfahrungen führte: eine Kombination aus Wellen von Bliss und tiefem Frieden gefolgt von Panikattacken und Rückfällen in "die letzten Verhaltensmuster". Danach gab es eine Zeit des Verdauens und Aufarbeitens. Bei der Heilung der emotionalen Aspekte war ich sehr dankbar für die Unterstützung, die mir u.a. durch Eli und Rupert zuteil wurde. In 2018 war ich zwei Mal für fünf Tage mit Mooji gesessen. Wenn ich mit einem Lehrer sitze, kann ich mich wunderbar in dessen Energie "eintunen", aber was, wenn mich der Alltag wiederhat? Ich möchte die Wahrheit in mir entdecken. Wenn ich DAS BIN, dann muss ich es selber sehen können.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Ich möchte im Forum um einen Guide bitten. Ich möchte den Weg bis zum Ende gehen.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
11

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Fri Aug 24, 2018 7:46 pm

Hallo CarolinaS,

soll ich dich hier so nennen? Wenn du anders angesprochen werden möchtest, sag mir bitte Bescheid.

Danke für deine ausführliche Vorstellung und herzlich willkommen auf Liberation Unleashed. Ich werde dich sehr gern als Guide begleiten.

Zu Anfang ein paar organisatorische Dinge:

Bitte bestätige mir kurz, dass du die Informationen zu diesem Forum gelesen hast, du findest sie hier:

viewtopic.php?f=18&t=6280

Weiterhin ist es im Verlauf der Begleitung oft hilfreich, die Zitierfunktion zu verwenden. Wie das funktioniert, siehst du hier:

viewtopic.php?f=18&t=6275

Oben links an deinem Thread findest du das Werkzeugschlüssel-Symbol. Hier kannst du im Drop Down Menü "Lesezeichen setzten" anklicken und damit aktivieren. Dann solltest du automatisch eine Nachricht bekommen, sobald ich dir schreibe.

Für den Verlauf der Untersuchung bitte ich dich, alle Bücher, Lehren, Lehrer, Techniken und Methoden zur Seite zu legen.

Die Begleitung hier ist kein herkömmliches Gespräch. Ich werde dir viele Fragen stellen, diese bitte ich dich nur aus der unmittelbaren/direkten Erfahrung heraus und ehrlich zu beantworten. Bitte greife nicht auf Konzepte, Beschreibungen oder Zitate spiritueller Lehrer zurück. Es zählt einzig, was dein Erfahren jetzt in diesem Moment ist. Nur so wirst du 'es selber sehen können', wie du so schön schreibst. Beziehungsweise nur so wird es zweifellos gesehen.

Die Einladung hier auf Liberation Unleashed ist, dich voll und ganz auf eine eventuell neue Art des Schauens einzulassen. Dazu werde ich dir auch Übungen vorstellen.

Schreibe wenn möglich alle ein bis zwei Tage und natürlich kann auch mal etwas dazwischen kommen, dann informiere mich doch bitte einfach.

Wenn alles für dich verständlich ist und du bereit bist, sag mir kurz Bescheid - dann kann es direkt losgehen :-)
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Sat Aug 25, 2018 12:13 am

Hallo Stillness,
Danke für deine schnelle Antwort.
Du kannst mich gerne Carolina nennen.
Ich habe alles durchgelesen und direkt ein bisschen Angst bekommen, als ich den Haftungsausschluss gelesen habe..aber so ist er nunmal, mein Mind.
Ich denke mir, die Ängste, die aufkommen, sind nicht nicht da, wenn ich sie nicht spüre. Sie blubbern an die Oberfläche, wenn sich das kleine Ich bedroht fühlt.. und es ist offenbar schon in die Arbeit eingestiegen.
Für mich war auch interessant die Unterscheidung zu der „Wer bin ich?“-Frage zu lesen, die ja, wenn ich es richtig verstanden habe, ein langsameres Entwickeln des Sehens begünstigt.
Ich wünsche mir schon eine Art „gesunden Prozess“, da ich schon leicht traumatische Erfahrungen mit den Panikattacken gemacht habe, aber letzten Endes werde ich wohl irgendwann da durch müssen, nicht wahr? Oder vielleicht wird es sich dieses Mal ja auch ganz anders zeigen..
Wie auch immer- ich werde mein bestes geben.
Noch zwei organisatorische Punkte von meiner Seite:
An diesem Sonntag habe ich nochmal ein Mooji-Sangha-Treffen und in der ersten Oktoberwoche habe ich ein Seminar bei Eli gebucht. Ansonsten kann ich auf alle Praktiken etc. verzichten.
Ist das gut so?

Vielen vielen Dank für deine Begleitung und
herzliche Grüße C.

Ps: Ich hoffe, ich habe die Technik hier begriffen und kriege mit, wenn du mir antwortest.. 😉

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Sat Aug 25, 2018 6:43 am

Hallo Carolina,

danke für deine Rückmeldung, auch zu dem Gelesenen und was es auslöst. Bevor wir einsteigen, noch etwas zu dem, was du erwähnst.

Das Auftauchen von Ängsten ist 'normal'. Sie sind u.a. hervorgerufen durch Gedanken/Vorstellungen davon, was es "bedeuten wird, ohne Ich zu sein" oder wie du es ausdrückst "Das kleine Ich fühlt sich bedroht". Es ist so, dass da auch jetzt schon kein Ich ist - und alles läuft prima, oder? :-) Wir werden zu Ängsten kommen. Was Panikattacken etc. angeht - bitte achte einfach darauf, was für dich möglich ist. Dies hier ist im Grunde der 'gesündeste' Prozess, den man sich vorstellen kann, denn es geht darum, eine Illusion zweifelsfrei zu erkennen. Und du bestimmst den Prozess - dadurch, wie genau du hinschaust, wie du Fragen beantwortest - letztlich auch, inwieweit du bereit bist, bisherige Überzeugungen in der direkten Erfahrung zu überprüfen. Hier wird dir jedenfalls weder etwas genommen noch etwas aufgedrängt. Dies hier ist dein Prozess "bis ans Ende des Weges" :-) ich begleite dich nur und wir gehen soweit, wie du möchtest.

Richtig, die Vorgehensweise hier ist eine andere als bei anderen (z.B. Advaita oder Nonduality) Richtungen. Hier geht es zunächst einzig darum, das Ich zweifelsfrei als Illusion zu sehen - über ein intellektuelles Verständnis dessen hinaus. Es ist ein sehr direkter Weg.

Zu deinen Terminen: Das Mooji-Sangha-Treffen ist ja nur ein Tag. Und in der Zeit des Eli-Retreats lass uns eine Pause machen. Schön, dass du dich ansonsten auf die Begleitung hier einlässt.

Wir beginnen gleich, dazu bekommst du von mir eine weitere Antwort.
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Sat Aug 25, 2018 8:26 am

Danke! Das klingt gut. 😊

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Sat Aug 25, 2018 8:40 am

Hallo Carolina,

prima, dann lass uns beginnen.
Dass die Momente, in denen ich diese Ich-losigkeit erfahren habe
Dazu habe ich ein paar Fragen an dich:

Wie unterscheidet sich so ein Moment, in dem du die Ich-Losigkeit erfährst von einem anderen Moment, in dem du die Ich-Losigkeit nicht erfährst?

Konkreter: Jetzt, in diesem Moment, erfährst du da die Ich-Losigkeit? Falls ja, wie ist das? Und falls du in diesem Moment keine Ich-Losigkeit erfährst, wie ist das dann?

Woran genau merkst du, ob du Ich-Losigkeit erfährst oder nicht?

Bitte versuche, bei der Beantwortung dein direktes Erfahren zu betrachten. Lass möglichst alles beiseite, was du zu Ich-Losigkeit oder Ich-Illusion weißt.

Direktes Erfahren, so wie wir es zum Zwecke dieser Untersuchung nutzen, ist:

- Hören
- Sehen
- Riechen
- Schmecken
- Fühlen (Körperempfindungen und Gefühle erfahren)
- Denken (Gedanken erfahren)

Falls es außerhalb dessen noch etwas gibt, was du direkt erfahren kannst, lass es mich wissen. Es ist für den weiteren Verlauf gut, wenn hierin Klarheit besteht, du wirst das direkte Erfahren aber auch anhand von Übungen immer wieder überprüfen können. Es wird also immer klarer werden, im Moment genügt ein Grundverständnis.

~
sondern dies als Wahrheit immer in mir lebendig sein könnte.
Wie stellst du dir das Leben vor, wenn Ich-Losigkeit "als Wahrheit immer in dir lebendig" ist? Was sind deine Erwartungen daran?

Diese beiden letzten Fragen kannst du natürlich eher nicht mit der direkten Erfahrung beantworten, da es hier um Erwartungen/Vorstellungen geht.

~

Nimm dir Zeit für alles, schau genau hin. Ich freu mich auf deine Antworten :-)
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Sat Aug 25, 2018 9:43 am

Hallo Stillness,

...ich kenne zwei „Zustände“, dich ich mit dem Begriff Ich-losigkeit verbinden würde.
Der eine ist, wenn ich in der Meditation so still werde und alles Persönliche bei Seite lasse, dass eine Art energetischer Shift passiert und ich mich als Space und total im Frieden mit allem erfahre. Formlos. Wie eine Art „völlig andere Kategorie“ als das persönliche Ich. Aber diese Erfahrung flacht nach der Meditation wieder ab.
Den anderen Zustand hab ich wie eine Form von „Sich Heben des Schleiers“ empfunden. Ich habe eindeutig gesehen und gewusst, dass ich kein Mensch bin. Dass es die Person nicht gibt und dass auch alle anderen um mich herum keine Person im Inneren beherbergen. Selbst meine spirituellen Freunde, die von ihren Taten und Erlebnissen berichteten, kamen mir lustig vor, weil ich dachte: von welchem Ich sprechen sie da? Da ist keins.
Es hat sich extrem befreit angefühlt.
Als das zum ersten Mal geschah, kam aber nach ein, zwei Tagen das Gefühl auf: wenn ich hier bleibe, verliere ich MEIN Leben!
Danach hat sich der Schleier wieder zugezogenen.
Als es im Rahmen meines Kurs-in-Wundern-Studium wieder passierte, war das Gefühl von „Verlust meiner Welt“ von Panik begleitet. Als es zuletzt im Sommer 2017 geschah, war es wunderschön und ich dachte: hier ist mein Platz. Hier bleibe ich. Aber es hat sich nach ein paar Tagen wieder verloren.
Daher kam dann die Idee: Ich muss erst „mein Karma“ auflösen, damit ich dauerhaft bleiben kann, was ich bin. Fraglich...
Nun zum Jetzt:
Was ist anders?.. Der „sense of a person“ ist da.
Wie fühlt der sich an?
Irgendwie energetisch.
Vielleicht ist es auch nur ein Mangel an Aufmerksamkeit.
Auf jeden Fall sind da all die Gedanken, die meine To-Do-Liste betreffen.. und das macht ein Gefühl von Hektik und Enge.
Das sind „energetische Kopfschmerzen“.
Da ist aber auch ein leises Wissen, dass all das eigentlich keine Indizien sein müssen dafür, dass eine Person existiert..
Ich glaube der Hauptunterschied ist, dass das Gedanken-Karussell so dominant und laut erscheint. So wichtig. Ernst zu nehmen. Und dass da jemand zu sein scheint, der von den Gedanken adressiert wird. Wo ist er?
Da ist niemand. Ich sehe das und sehe es gleichzeitig auch nicht.
Kopfschmerzen...
Was erwarte ich?
Ich wünsche mir, die Befreiung, die ich zeitweise erfahren habe, immer fühlen zu können. Immer zu wissen, wo „mein wahrer Platz ist“.

Danke für deine Fragen. Danke für deine Zeit!

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Sun Aug 26, 2018 10:21 am

Hallo Carolina,

ja, du hast bereits bemerkt, dass es kein 'Ich' gibt. Und wir werden auf 'Sense of a person' eingehen. Auch auf die 'Bedeutung' von Gedanken in dem Zusammenhang. Bis dahin, nimm Gedanken einfach wahr im Sinne einer direkten Erfahrung, so wie gestern beschrieben. Die Todo-Liste und 'Karma auflösen' sind weitere Gedanken. Ich höre aus dem, was du schreibst, dass dir bereits bewusst ist, dass du nicht deine Gedanken bist und dass all das auch nicht unbedingt auf eine Person hindeuten muss.

Das ist prima :-) Aber lass uns zunächst noch bei deinen Erwartungen bleiben. Erwartungen daran, wie Ich-Losigkeit oder Befreiung aussieht und dass es etwas mit einem bestimmten (bleibenden) Zustand zu tun hat, ist eine Art Hindernis. Damit machen wir also zunächst weiter. Bist du bereit?
...ich kenne zwei „Zustände“, dich ich mit dem Begriff Ich-losigkeit verbinden würde.
Es hat sich extrem befreit angefühlt.
Danach hat sich der Schleier wieder zugezogenen.
Ich wünsche mir, die Befreiung, die ich zeitweise erfahren habe, immer fühlen zu können.
Danke für deine ausführliche Beschreibung der beiden Zustände, die du mit Ich-Losigkeit oder Befreiung in Verbindung bringst. Du hast selbst schon bemerkt, dass du 'Zustände' beschreibst, die gekommen sind und wieder gegangen.

Worum es uns hier geht ist nicht, einen Zustand zu erreichen, der kommt und dann nicht mehr geht. Es geht einzig darum, eine Illusion ('Ich') zweifelsfrei zu sehen. Wenn die Illusion ohne jeglichen Zweifel gesehen wird, wird gleichzeitig die Freiheit von ihr erkannt. Das Leben geht weiter, mit allem, was so auftaucht, mit allen Erfahrungen UND unterschiedlichen Zuständen - allein die Perspektive ist nun eine völlig andere. Manche nennen das 'Befreiung' und es hat nicht unbedingt etwas mit einem Gefühl von Befreiung zu tun.

Meine Fragen an dich im Moment:

Wenn Ich-Losigkeit die 'Realität' ist, wie du selbst schon vermutest, kann es dann etwas mit einem bestimmten Zustand zu tun haben?

Kann Ich-Losigkeit davon abhängen, ob es sich gerade 'befreit', 'ichlos' oder anders anfühlt?

Was kommt auf, wenn du in Erwägung ziehst, dass Ich-Losigkeit oder Befreiung nichts mit einem bestimmten Zustand und nichts mit bestimmten Erfahrungen, Gedanken oder Gefühlen zu tun hat?

Lass diese 3 Fragen mal auf dich wirken. Schreibe mir dann deine Antworten bitte nur auf diese Fragen. Du kannst dazu am besten die Zitierfunktion verwenden. Bitte versuche, Lehren und gedankliche Konzepte beiseite zu lassen und antworte eher aus der Intuition.

Und schließlich
wenn ich hier bleibe, verliere ich MEIN Leben!
Kann ein Gefühl oder ein Gedanke ein Leben verlieren? Was taucht auf bei dieser Frage.

~

Ich weiß, du bist heute auf dem Mooji-Sangha-Treffen. Mooji ist wundervoll und die Ausrichtung ist anders. Bitte lass dir für alles ausreichend Zeit und antworte ohne jeglichen Zeitdruck in den nächsten Tagen. Fokussiere dich wie besprochen auf die Begleitung hier. Bis dann :-)
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Sun Aug 26, 2018 11:14 am

...Vielen Dank.
Es hat mich heute gar nicht zu dem Sangha-Treffen hingezogen. Daher hab ich‘s abgesagt.
Ja, ich lasse mir Zeit in die Fragen reinzuspüren.
(Schon gestern war durch unseren Austausch ein Gefühl von mehr Space um jeden Gedanken/jedes auftauchende Phänomen da..)
Ich melde mich.

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Sun Aug 26, 2018 12:11 pm

Ja, ich lasse mir Zeit in die Fragen reinzuspüren.
Viel Freude damit, bis dann!
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Mon Aug 27, 2018 11:29 pm

Hallo Stillens,

hier, was ich fand:
Wenn Ich-Losigkeit die 'Realität' ist, wie du selbst schon vermutest, kann es dann etwas mit einem bestimmten Zustand zu tun haben?
Realität ist unabhängig von allem. Von subjektivem Empfinden und mentalen Konstrukten ebenso, wie von der gefühlten "Ich-Trance", die sich scheinbar in den Weg schiebt. (Gerade heute hatte ich oft Gelegenheit diese Trance zu beobachten, da viel "persönlicher Kram" im Vordergrund ablief.)
Kann Ich-Losigkeit davon abhängen, ob es sich gerade 'befreit', 'ichlos' oder anders anfühlt?
Nein. Sie kann nicht von solchen Empfindungen abhängen.
Was mir dabei klar wurde ist, dass sich für mich der "personhood-state" und der "befreite state" immer wie zwei Identitäten anfühlte, in die ich fallen kann. Ich konnte zum falschen Ich werden oder zum wahren Ich. Und auf eine Art schienen die beiden sich zu bekämpfen.
Durch deine Fragen verschob sich der Blickwinkel dahingehend, dass ich anfing, den "personhood-state" einfach als weiteres Phänomen im Space zu beobachten, ohne eine Meinung über ihn zu haben. Das war irgendwie sehr angenehm neutral.
Ich war so "OK damit", dass ich mich dann ,glaube ich, wieder ganz entspannt und gewohnheitsmäßig in der "Carolina-Trance" etwas verloren habe.
Was kommt auf, wenn du in Erwägung ziehst, dass Ich-Losigkeit oder Befreiung nichts mit einem bestimmten Zustand und nichts mit bestimmten Erfahrungen, Gedanken oder Gefühlen zu tun hat?
Es kamen Gedanken auf wie:
"Woher weiß ich denn dann überhaupt, wann ich angekommen bin?"
"Ich brauche doch irgendwelche Erfahrungen, die mein Erkennen bestätigen."
Oder: "Was ist denn dann Erleuchtung überhaupt??"
Gefühlsmäßig kam vielleicht eine Art leichte Orientierungslosigkeit auf..
Und auf einer noch tieferen Ebene, die ich nicht benennen kann, hat sich etwas angesprochen gefühlt und war ganz ruhig und gelassen.
Und schließlich:
Kann ein Gefühl oder ein Gedanke ein Leben verlieren? Was taucht auf bei dieser Frage.
Nein, ein Gedanke oder Gefühl kann kein Leben und auch keine Welt verlieren.
Ich habe gesehen, dass in dem Moment, in dem ich das Ich als reinen Gedanken erkenne, automatisch auch keine "MEINE Welt" mehr existiert. Die beiden gehören zusammen. Entweder schaue ich als Subjekt auf das Objekt und kann scheinbar etwas verlieren oder Subjekt und Objekt lösen sich gleichzeitig auf. Wenn sie sich "auflösen", gibt es nur Phänomene in Space. Wie gesagt, selbst alles Persönliche (sogar ein Gefühl wie Leiden), was ich früher als das "Jetzt-ist-die-Person-da!-Signal" gewertet hätte, waren jetzt mehr nur Erscheinungen, die halt im Raum hingen und sich dann wieder verzogen. Das war cool.
Ich hatte weniger das Gefühl "meine Menschlichkeit unter Kontrolle halten zu müssen" und dann aber auch wieder den Eindruck, dass durch das weniger "Kontrolliert-Sein mit dem Ego" die alten Gewohnheiten gerne wieder "übernehmen" / "die Trance leicht wieder an Fahrt aufnehmen kann"...
Gut war, immer wieder zu schauen, wer oder was mit all "meinen" Gedanken, Gefühlen, Gewohnheiten und Bedürfnissen eigentlich adressiert werden soll.. und dann nur Space und Phänomene in Space vorzufinden.

Ich hoffe, ich habe
nur auf diese Fragen
geantwortet. :-) Sag gerne, wenn's zu ausführlich war.
Ich merke, dass mir die Dinge selber durch das Schreiben schon klarer und irgendwie "fassbarer" werden..
Daher, wie schonmal erwähnt: DANKE für diese Möglichkeit!!

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Tue Aug 28, 2018 10:19 pm

Hallo Carolina,

schön, von dir zu lesen :-) du machst das prima.
Was mir dabei klar wurde ist, dass sich für mich der "personhood-state" und der "befreite state" immer wie zwei Identitäten anfühlte, in die ich fallen kann. Ich konnte zum falschen Ich werden oder zum wahren Ich. Und auf eine Art schienen die beiden sich zu bekämpfen.
Ja, aus der Idee, wie Befreiung sozusagen 'in Persona' aussieht, entsteht schnell die Idee eines 'wahren Ich' in Abgrenzung zum 'Ego' oder 'falschen Ich', wie du es nennst. All das sind Vorstellungen.
Nein, ein Gedanke oder Gefühl kann kein Leben und auch keine Welt verlieren.
Ich habe gesehen, dass in dem Moment, in dem ich das Ich als reinen Gedanken erkenne, automatisch auch keine "MEINE Welt" mehr existiert. Die beiden gehören zusammen.
Ja, so ist es.

~

Du hast bereits viel erfahren und auch erkannt. Lass uns nun ins Hier und Jetzt kommen. Wenn es irgendetwas zu entdecken gibt, das zur Befreiung führt, dann muss es hier und jetzt zu 'finden' sein, richtig? Lass uns also schauen.

Es gibt mentale Vorstellungen und es gibt die direkte Erfahrung. Ich möchte dich nun zu ein paar Übungen einladen, diesen Unterschied glasklar zu erkennen.

Übung 1

Lege bitte eine Frucht vor dich auf den Tisch, zum Beispiel einen Apfel (wenn du eine andere Frucht nimmst, ersetze einfach).

Was ist zu sehen?
Was ist nicht zu sehen?
Wie fühlt sich der Apfel an?
Wie riecht er?
Wie schmeck er?
Was ist zu hören, zum Beispiel wenn du hineinbeißt?

Beziehe dich bei deiner Beobachtung ausschließlich auf das direkte Erfahren von Sehen, Riechen, Hören, Schmecken, Fühlen.

Was wird auf diese Weise direkt erfahren? Und was wird von den Gedanken ergänzt oder hinzugefügt?

Kannst du vor dir einen "Apfel" sehen? Woran kannst du diese Bezeichnung festmachen?

Übung 2

Schließe deine Augen und stell dir Melone vor, die du in den Händen hältst. Und zwar so, dass du ihr Gewicht spürst, ihre Form, wie sich die Oberfläche anfühlt, ob sie warm oder kühl ist. Halte sie in deinen Händen und spüre sie intensiv.
Dann öffne deine Augen.

Was ist mit der Melone passiert?
War die mentale Vorstellung der Melone real? War sie da?
War die Melone selbst real?
Gab es in der Realität jemals eine Melone?

Schreibe bitte auf, was du als Antworten entdeckst.

Ich bin gespannt.
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Wed Aug 29, 2018 12:50 pm

Hallo Stillness,

hier meine Begegnung mit dem Apfel-Phänomen:
Was ist zu sehen?
Farben, Formen, Trennungslinien, die das Grün der Frucht von dem helleren Hintergrund sich abheben lassen..
Nein, stimmt gar nicht. Da sind keine "Linien". Nur Farben und Formen. Aber es sieht echt dreidimensional aus!
Was ist nicht zu sehen?
Alles das, was ich über den Apfel "weiß". Z.B. wo ich ihn gekauft habe, ob ich seinen Geschmack gerne mag, ob er leicht verdaulich ist etc..
Wie fühlt sich der Apfel an?
Das Anfühlen finde ich schwerer beschreibbar.. Er ist glatt. Ein bisschen kühl. Fest. Und das Fühlen an sich ist halt auch fühlbar. Das ist schwerer in Worte zu fassen. Da löst sich das "Ich-Fühle-Ihn" wieder auf. Da wird aus "Er ist fest" mehr nur eine Art Druckempfinden im Space.
Wie riecht er?
Hier wird es noch feiner. Er riecht "leise" nach Apfel, vor allem, wenn er noch nicht angebissen ist. Er riecht überraschend, wenn man wie zum ersten Mal hinriecht. Aber der Geruch scheint mir unbeschreibbar.. Das Phänomen "Geruch" oder "Riechen" kommt mir tatsächlich wie "Wolken am Himmel" vor.
Wie schmeck er?
Die Schale neutral. Das Fruchtfleisch aromatisch. Intensiv.
Schmecken. Fühlt sich an sich auch wie eine Wolke an.
Was ist zu hören, zum Beispiel wenn du hineinbeißt?
Das knackt. Dann Kaugeräusche. Die Bewegungen im Mund sind hörbar. Der Atem. Schlucken.
Ganz schön laut! ;-)
Was wird auf diese Weise direkt erfahren? Und was wird von den Gedanken ergänzt oder hinzugefügt?
Erfahren wird das Fließen von Erfahrungen. Lebendigkeit. Sinnliche Fülle.
Ergänzt wird manchmal z.B.:
"Kenn ich schon. Ich weiß, wie das schmeckt. Lass uns lieber über anderes nachdenken."
Oder "Das ist ein Apfel wie jeder andere."
Oder "Das ist ein Ding." "Ein Apfel halt!"
Oder "Das ist der gute Bio-Apfel. Gut eingekauft!"
(Ich muss grad so lachen!!)
Kannst du vor dir einen "Apfel" sehen? Woran kannst du diese Bezeichnung festmachen?
Mein Kopf: "Ja klar kann ich einen Apfel sehen! Hallo!?!"
Darunter finde ich:
Wow! Das zu hinterfragen macht was mit mir..
da ist kein "Apfel"..
Was soll das überhaupt sein?
Eine Aneinanderreihung von Lauten Aaaa--pffffff---el. Was soll das sein? Außer genau das. Eine Aneinanderreihung von Lauten.
Und dann ist da ein dynamisches Apfel-Erlebnis-Universum! ("Ja, genau...!" meint mein Kopf "Jetzt dreht sie durch.")
Also, ein fließendes Universum bestehend aus einer Vielzahl von "Erfahrungs-Ebenen"...
Alles geschieht von allein. Entfaltet sich im Moment. Lebendig.
Krass.
Ich will nie mehr in meinen Kopf zurück. ;-)

Für die zweite Übung werde ich erst heute Abend Zeit haben..
Freu mich schon drauf!!

:-)

User avatar
Stillness
Posts: 328
Joined: Sat Jul 01, 2017 5:32 am

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby Stillness » Wed Aug 29, 2018 6:23 pm

Hallo Carolina, danke für die Beschreibungen. Ich antworte dir, sobald ich auch deine Antworten zu der Melonenübung hab. Viel Freude damit.
This Here Now

User avatar
CarolinaS
Posts: 110
Joined: Fri Aug 24, 2018 1:55 pm

Re: Bis ans Ende des Weges

Postby CarolinaS » Thu Aug 30, 2018 12:02 am

..Back again mit Übung 2:
Aus irgendeinem Grund fiel es mir nicht so leicht in die Vorstellung reinzukommen..
Wie auch immer, hier ist, was dabei für mich ersichtlich war:
Was ist mit der Melone passiert?
War die mentale Vorstellung der Melone real? War sie da?
Die mentale Vorstellung war da und war real. Sie kam aus dem Nichts und ging wieder ins Nichts. Die Bilder waren da, die haptischen Eindrücke waren da und damit real als mentale Vorstellung (wenn auch weniger genau oder "stabil" in ihrer Erscheinung als eine "physische Melone").
War die Melone selbst real?
Nein. Da war keine Melone.
Gab es in der Realität jemals eine Melone?
Ich bin mir nicht sicher, was du mit "jemals" meinst..
Jemals....
Nein. Genauso wie es nie einen Apfel gab.
Aber im physischen Universum erscheint die Erfahrung intensiver. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, weil einen Apfel zu erfahren für mich ein nicht so sehr emotional aufgeladenes Erlebnis ist. Vielleicht wirken emotional geladene Vorstellungen genauso intensiv wie im physischen Universum erlebte Erfahrungen.
Das würde heißen, dass man sich mit seinen Phantasien / Tagträumen / mentalen Vorstellungen ganz reale Gefühlserfahrungen "basteln" kann. Sozusagen gleichwertig real wie, sagen wir, die Gefühle, die aus einer "echten Situation" entstehen können.
Jeder weiß, was passiert, wenn dann beides vermischt wird...

Gute Nacht, Stillness!


Return to “Deutsch (Archiv)”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 20 guests