Ich habe "DU hast auch nie existiert" heute morgen mit auf das Kissen genommen, mich dem Gedanken hingegeben und die Reaktion beobachtet.
Mach dir klar, dass hier einfach Schutzmechanismen am Werk sind. Was wollen sie beschützen? Gibt es vielleicht Konsequenzen, die befürchtet werden, sollte sich herausstellen, das alles nur Theater war?
Es scheint "mein Lebenswerk", "meine Lebensleistung" in Frage zu stellen. Aber das sind nur Erinnerungen, Konzepte, Gedankeninhalte. Hier und jetzt gibt diese nicht, sondern nur was da ist. Da sind auf jeden Fall Körper, Geist, Gedanken und Gefühle. Diese bestehen weiter, unabhängig vom Inhalt der Gedanken, also gibt es keine Konsequenz von nicht-ich-denken.
"Ich" will sich selber schützen. Der Gedankeninhalt "Ich" stützt sich auf selbst produzierte Gedankeninhalte um sich zu beweisen und produziert Gedankeninhalte die sagen "Told you so". "Ich" als Tautologie.
Der Widerstand gegenüber "DU hast auch nie existiert" schwindet, das fühlt sich gut an. Nichtsdestotrotz ist da ein Da-Sein, eine Präsenz. Was ist das dann, wenn nicht "Ich"? Habe ich "Ich" nur mit diesem Da-Sein verwechselt, aus reiner Gewohnheit?
Warum ist das so?
Die beiden anderen Aussagen habe ich unmittelbar erfahren. Die erste ist mir nur auf konzeptueller Ebene klar, die Einsicht fehlt aber noch.