Geh Deinen Weg.

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hei3p
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Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Thu Apr 12, 2018 7:35 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Es bedeutet für mich zu erkennen, dass das, was ich im Moment als selbst empfinde, Vorstellungen meines Verstandes sind. Es bedeutet für mich zu erkennen, welche Phantasien mein Verstand aufbaut, womit sich mein imaginäres ich schützt, um nicht entlarvt zu werden.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ich bin Energetikerin und habe bereits viel an mir gearbeitet. Viele Muster erkannt, bin in vielerlei Hinsicht aus dem Kampf gegen das Leben ausgestiegen. Und trotzdem fehlt etwas. Trotzdem merke ich, welche Angst dahintersteckt, wenn ich wirklich kommen lasse, dass es kein ich gibt. Es ist die Angst vor völliger Anarchie, Angst in meiner Umgebung nicht mehr existieren zu können. Und ich möchte mich auf diesem Weg begleiten lassen, da ich glaube, dass es einfacher ist, diesen Weg in Begleitung zu gehen und durch Fragen geführt zu werden.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Als Energetikerin habe ich gelernt, absichtslos zu begleiten. Also nicht einzugreifen, sondern das wahrzunehmen, was da ist und dadurch Wandlung passieren zu lassen. Vielleicht fällt mir gerade dadurch auf, wie sehr mein Leben noch vom Wollen, vom Aktionismus bestimmt ist. Wenn etwas anders läuft, als ich mir das vorstelle, kämpfe ich immer wieder dagegen an, setze Aktionen, auch wenn irgendetwas in mir weiß, dass das nicht nötig und kontraproduktiv ist. Und so sehr mir das bewusst ist, ich schaffe es nicht, es sein zu lassen, weil mein Wollen in der Vordergrund tritt.

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Ich erwarte mir in erster Linie Begleitung, Fragen die mich weiterbringen, Hinweise, wo ich schauen kann, um zu sehen, wo ich drüberschaue. Begleitung ohne Druck und Wollen, da ich merke, dass es ich nicht mehr irgendwohin gedrängt werden, sondern den Weg in meinem eigenen Tempo gehen möchte.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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Ichbin01
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Re: Geh Deinen Weg.

Postby Ichbin01 » Thu Apr 12, 2018 2:27 pm

Hallo hei3p,

herzliche willkommen bei Liberation Unleashed :-)

Mein Name ist Ichbin und ich werde dich ein Stück begleiten, wenn du magst.

Zu Beginn lass uns aber noch administratives klären:
Die Bekanntmachungen im oberen Teil des Forums hast Du gelesen und verstanden? Bitte bestätige dies kurz in Deinem nächsten Post.

Wenn du magst, kannst du jeden Tag schreiben, spätestens jedoch jeden 2ten wäre gut. Fokus und Kontinuität ist wichtig. Auch wenn es nur ein „ich bin noch da“ ist. Wenn einmal etwas für länger dazwischenkommt, schreibe mir kurz. Ich werde dir auch Bescheid geben.

Für unsere Untersuchung hier lege bitte alle Videos, Audios und Bücher über das Thema beiseite. Sie werden dir nicht weiterhelfen, wie du bereits gemerkt hast.

Ich werde dir Fragen stellen, die du in der unmittelbaren Erfahrung, (d.h. nur mit deinen Sinnen schmecken, riechen, hören, fühlen, sehen) untersuchst und dann beantwortest. Das Einzige, was zählt, ist deine unmittelbare Erfahrung. Bitte sei zu 100% ehrlich. Es gibt keine richtigen und falschen Antworten.

Wie die Zitierfunktion funktioniert findest du unter:
viewtopic.php?f=18&t=4229
Dies erleichtert uns das Verständnis, worauf wir uns beziehen in unserem Dialog.

Du kannst bei deinem Thread oben bei dem mittleren dropdown-feld (werkzeugschlüsssel) die Auswahl "Lesezeichen setzten" anklicken und damit aktivieren. Dann solltest du automatisch eine Nachricht bekommen sobald ich dir schreibe.

Ok, dann lass uns gleich loslegen.
Es ist die Angst vor völliger Anarchie, Angst in meiner Umgebung nicht mehr existieren zu können
Ja, Angst ist nur ein bekannter Schutzmechanismus. Sei ist ein sogenannter Torhüter und hindert Dich wirklich dahinter zu schauen.
Wenn Du genau hinsiehst und spürst wirst Du bemerken, dass es einfach nur "Angst" ist. Es ist ok, dass sie da ist und sie tut einfach nur ihren Job. Lass sie einfach da sein, erkenne ihre Präsenz mit Respekt und Dankbarkeit an. Schau mal nach, ob es dazu auch ein Körperempfindung gibt. Spüre den Köper und frage Dich mal...

Was ist eigentlich Angst?
Vor was soll sie Dich schützen?
Was soll eigentlich beschützt werden?
Was genau fühlt sich bedroht?
Und ist das Szenario, was sie Dir ausmalt wirklich real?


Frage die Angst einmal Dir zu sagen, warum sie da ist?
Was möchte Sie Dir sagen. Frag Sie, ob Sie Dir ihre "Weisheit" mitteilen kann.

Wenn das ICH "imaginär" ist - wie Du selber oben schreibst - , dann gibt es doch eigentlich auch nichts, was "beschützt" werden muss, oder? Also bedanke dich für dieses Gefühl, dass es seinen Job macht.
Nimm einfach nur wahr, dass sie Dich "beschützen" soll und Dein Freund ist.

Und jetzt schau mal hinter die Angst.
Gibt es irgendetwas hinter der Angst?
Wenn ja, was? Und was ist hinter dem?

Ich freue mich auf Deine Antworten.
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Thu Apr 12, 2018 7:25 pm

Hallo ichbin,

danke, dass Du Dich so rasch meldest. Hab mich riesig drüber gefreut.
Ja, die Bekanntmachung hab ich gelesen und verstanden.

Zu Deinen Fragen:
Was ist eigentlich Angst?
Angst nehm ich als flaues Gefühl in der Magengegend war, als Vibrieren im Körper, das sich bis zur Übelkeit steigert.
Vor was soll sie Dich schützen?
Sie schützt mich vor dem Unbekannten, vor dem Zusammenbruch. Ich hab das Gefühl, wenn ich zu kämpfen aufhör, dann geht es nicht mehr, dann geh ich unter. Wie wenn ich wo hineingezogen würde und die Angst hält mich am Kämpfen gegen den Untergang.
Was soll eigentlich beschützt werden?
Ich hab das Gefühl, ich hab mir etwas zusammengezimmert, das ich bin. Etwas, das ich anschauen, das ich mir und anderen präsentieren kann. Das ich auch lieb gewonnen hab. Dieses Bild soll beschützt werden. Ich sehe, dass es ein Bild ist. Und gleichzeitig klammert sich irgendetwas in mir daran. Dieses Bild gibt mir Orientierung. Wenn ich dieses Bild loslass, hab ich keine Ahnung, wer oder was ich bin.
Was genau fühlt sich bedroht?
Das weiß ich nicht. Es ist so, als ob es das imaginäre Ich ist, das sich bedroht fühlt. Aber sobald ich das anschauen will, verschwindet es. Und wenig später ist es wieder da.
Und ist das Szenario, was sie Dir ausmalt wirklich real?
Naja, das Bild, das ich immer wieder hochhalte und das mir so gefällt, ist ja ohnehin nur ein Bild. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich ja, dass das nicht ich bin, sondern nur Attribute, mit denen ich mich gerne schmücke. Insofern: es ist Existenzangst und nein, das Szenario dieser Existenz- oder Todesangst ist nicht real.
Frage die Angst einmal Dir zu sagen, warum sie da ist?
Die Angst ist da, um mich vor der Leere, vor dem Abgrund zu schützen.
Gibt es irgendetwas hinter der Angst?
Wenn ja, was? Und was ist hinter dem?
Auch das weiß ich nicht. Hinter der Angst ist es, als ob ich vor einer Gummiwand steh und nichts mehr wahrnehmen kann.
Jetzt kommen gerade Tränen. Ich schicke mal ab und schau, was kommt.

DANKE!

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hei3p
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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Fri Apr 13, 2018 6:03 am

Guten Morgen ich bin,

unter der Angst war ein Gefühl des Ausgeliefert Seins, der Ohnmacht.
Mein Verstand fängt sofort an zu rebellieren: wie soll ich finanziell durchkommen, wenn ich keine Aktionen mehr setz, wenn ich einfach passieren lass. Es ist so schon schwierig genug. Aber wenn ich alles einfach geschehen lass, dann geschieht vielleicht gar nichts mehr. usw. Er kommt einfach nicht zur Ruhe.
Gleichzeitig wird es eng. Ich fühl mich festgefahren, so als ob ich feststecke.
Das füllt jetzt alles aus. Darunter find ich nichts.

Fühl sich nicht gut an.
lg

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Fri Apr 13, 2018 10:23 am

Hallo Ichbin,

bin krank geworden und habe jetzt jede Menge Zeit, um zu schauen.

Was sichtbar geworden ist, ist schon fast eine Sucht nach Ablenkung. Ein Getriebensein, das kaum auszuhalten war. So, als ob beim Fahrrad auf einmal der Gang rausspringt und man ins Leere tritt.
Und dann kam Ruhe. Keine tiefe, entspannende, weite Ruhe. Sondern einfach eine Ruhe, wo nichts ist.

Alles Liebe, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby Ichbin01 » Fri Apr 13, 2018 2:22 pm

Liebe hei3p,
wow, da ist ja ne Menge los.
Ja, wenn es zu "eng" wird, dann kommen die Tendenzen sich gerne ablenken zu wollten.
...Sondern einfach eine Ruhe, wo nichts ist.
Genau, hinter dem ganzen Ablenken und dem "nicht haben wollen" und der Angst liegt einfach nur tiefe einfache Ruhe.
Und hinter der Angst ist nichts.

Wie ist das jetzt, wenn Du das jetzt so wahrnimmst?
Ist da noch Angst? Kannst Du sehen, dass die Angst eigentlich "nur" ein Körpergefühl ist + ein Gedanke? Schau mal hin.
Darf das Körpergefühl da sein? Und was ist mit dem Gedanken - darf der auch da sein? Und wenn Du genau hinschaust was der Gedanke sagt.. hat er recht? Hier und jetzt in diesem Augenblick? Stimmt das, dass Du ausgeliefert bist - jetzt gerade? Dass Du keine Orientierung hast - jetzt gerade - z.B. wenn Du da auf dem Sofa liegst? Fühl in Deinen Körper und frag Dich, ob der Körper gerade Orientierung hat?

Bin gespannt...
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Fri Apr 13, 2018 7:20 pm

Hallo Ichbin,

danke für die vielen Fragen.

Heute nachmittags hat mich der Drang nach Ablenkung ziemlich gefordert. Er war so stark, dass auch der Körper mit Unruhe und Druck im Brustkorb reagiert hat, wie ich ihm nicht nachgegeben hab. Und meine Gedanken sind im Kreis gerast. Das hab ich in dieser Intensität noch nie wahrgenommen.
Inzwischen ist es wieder ruhiger. Der Druck im Brustkorb ist noch da und ich merk, dass auch noch ein Warten (auf was auch immer) da ist. Und gleichzeitig kann ich wieder Ruhe wahrnehmen.
Ist da noch Angst? Kannst Du sehen, dass die Angst eigentlich "nur" ein Körpergefühl ist + ein Gedanke?
Nein, Angst ist nicht mehr da, seit ich sehen konnte, dass es "nur" ein Körpergefühl ist. Irgendwie ist da das Drama um die Angst weggebrochen, und dann war auch die Angst nicht mehr da.
Darf das Körpergefühl da sein?
Es ist dieser Druck im Brustkorb da. Und im Moment darf er da sein.

Im Moment fühl ich mich auch nicht ausgeliefert. Und mehr Orientierung ist gerade nicht nötig, als jetzt gerade da ist. Also wenn ich es nur auf den Moment bezieh, dann hat der Körper die Orientierung, die er braucht. Und ich merk erst jetzt, wieviel Müdigkeit da ist. War ziemlich anstrengend heute, obwohl ich "nichts" gemacht hab...

Danke nochmals für Deine Begleitung heute!
Meld mich morgen wieder.

Alles Liebe, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Sat Apr 14, 2018 1:08 pm

Hallo Ichbin,

habe heute wieder mit dem Drang nach Ablenkung zu tun gehabt. Mir war echt nicht bewusst, wie sehr ich immer wieder ins Tun abgleite, um dem zu entfliehen, was mir Angst macht.
Heute war's aber nicht so lange so unangenehm. Mir ist immer wieder das Bild von Entzug vor Augen gekommen. Klingt drastisch, aber es war wirklich dieses Gefühl, unbedingt etwas tun zu müssen und großen Kraftaufwand zu benötigen, um diesem Drang nicht nachzugeben. Wie eine Abhängigkeit oder Sucht.

Irgendwann war dann wieder Angst da. Angst vor dem Unbekannten, wo ich mich so alleine gefühlt hab.
Ich hab immer wieder versucht, die Angst als reine Körperempfindung wahrzunehmen. Und dadurch (?) war nicht mehr dieses Drama da, das sich sonst oft aufgebaut hat. Da war's einfach "nur" Angst.

Inzwischen ist es ruhig, ruhiger als gestern. Es ist eine tiefere Ruhe und Müdigkeit (bin noch immer krank).

Freu mich, von Dir zu hören.

Alles Liebe, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Sat Apr 14, 2018 5:28 pm

Hallo Ichbin,

hab gerade eine Entdeckung gemacht, die eh so logisch ist und trotzdem war's bei mir nicht präsent:

Ich mag abends das Gefühl, nichts weitergebracht zu haben, gar nicht. Da ist dann so eine Unzufriedenheit da, dass ich den Tag sinnlos "verschwendet" hab.
Und genau um dieses Gefühl zu vermeiden, stress ich mich den ganzen Tag damit, etwas "Sinnvolles" zu tun. Was heute ziemlich schwierig ist, weil ich ja krank bin.

Wenn ich einfach nur jetzt da bin, ohne etwas zu wollen, und vor allem auch nicht das Gefühl der Unzufriedenheit vermeiden zu wollen, wird auf einmal alles ganz weit. Der innere Druck verschwindet, ich muss nichts tun, und es ist nur mehr ein Gefühl von Weite und Ruhe da.

Wünsch Dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby Ichbin01 » Sat Apr 14, 2018 7:02 pm

Liebe hei3p, leider komme ich heurte nicht dazu dur zu schreiben. Ich melde mich morgen.
Schönen abend wünsche ich dir auch.
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Sun Apr 15, 2018 9:39 am

Hallo Ichbin,

danke, dass Du Dich gestern noch gemeldet hast.

Was mir aufgefallen ist, ist dass ich 2 verschiedene Arten von Angst wahrnehm.

Das eine ist die Existenzangst, wo sich ständig meine Gedanken darum drehen, wie ich genug Geld verdienen kann, welche Angebote ich noch setzen kann, ob ich wieder im Angestelltenverhältnis arbeiten soll, dass sich eh so viel tut, usw. Da geht's nicht um wirkliche Angst, um etwas, was jetzt ist. Und trotzdem ist es schwer, auszusteigen, und mir dessen bewusst zu sein, dass es nichts mit dem jetzigen Augenblick zu tun hat.

Und dann ist da die Angst vor dem Abgrund. Manchmal, wenn ich tiefer und tiefer in das eintauch, was grad da ist, ist ein Gefühl da, vor dem Nichts zu stehen, vor dem Abgrund, vor völliger Leere. Und dann fährt eine Angst hoch, wahnsinnig zu werden, wenn ich noch einen Schritt weiter geh.

Die zweite Angst liegt weit unterhalb der ersten. Wie in Schichten. Und immer wieder bleib ich in der Gedankenspirale hängen.

Wünsch Dir einen schönen Sonntag.
Alles Liebe, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby Ichbin01 » Sun Apr 15, 2018 2:40 pm

Hallo hei3p,
Du machst das sehr gut und es ist schön mitverfolgen zu dürfen, was du bis jetzt alles entdeckt hast.
Ja gibt dich einfach nur dem Prozess und der Erfahrung hin. Es gibt nichts weiter zu tun als immer nur zu schauen, was gerade passiert. Hier fühlt es sich so an als ob bei dir gerade im Augenblick die Blockaden von ganz alleine auftauchen und sich allmählich einfach ausspielen. Stimmt das?

Bleib am besten in der Erfahrung von dem was geschieht.

Ja hinter allem, wenn es da sein darf und einfach nur wahrgenommen wird ist immer wieder Ruhe und Frieden.

Deine erste Angst ist - wie du schon festgestellt hast- eine konstruierte Angst, die aus Gedankenkonstrukten kommt.

Die zweite, die Existenzangst. Das fallen in die Tiefe... lass es immer wieder geschehen. Bleib dabei rein bei der Erfahrung. Nicht denken! Erfahren und sanft mit leicht geöffneten Mund atmen. Gib dich dem Fall hin und schau was passiert, wenn du einfach nur fällst. Wenn es zu viel ist. Dann steh auf und lauf ein stück umher und orientiere dich wieder im hier und jetzt. Schau immer wieder , ob Dir tatsächlich etwas passieren kann, wenn du dich dieser Angst hingibst, nichts damit tust und einfach nur fällst.

Wie bedrohlich ist sie tatsächlich?

ich bin gespannt auf deinen Bericht.

Dir auch einen schönen Sonntag
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Sun Apr 15, 2018 7:46 pm

Hallo Ichbin,

ja, ich glaub, Du hast Recht: die Blockaden tauchen bei mir gerade ganz von alleine auf. Heute war die Versuchung groß, mich mit so vielen Ideen abzulenken, wie ich Veranstaltungen gestalten könnte. Und es war auch heute wieder fordernd, den Gedanken nicht nachzugeben, weil es ja so gute Ideen waren und es sich so gut angefühlt hätte, zu träumen...
Und auch Schokolade war ein Thema, die ich jetzt sofort brauche und wo die Gedanken um die Schokolade zu kreisen begonnen haben.

Was dann passiert ist, weiß ich nicht so genau. Die Leere und die Angst waren nicht so spürbar wie gestern (deshalb konnte ich das mit dem Atmen auch noch nicht ausprobieren), und es war auch nicht das Gefühl eines Abgrunds da, sondern einer Weite, in die ich hineingezogen wurde. Es sind ganz viele Bilder aufgetaucht, auch das war wieder fordernd, nicht bei den Bildern hängen zu bleiben.

Jetzt ist einfach gar nichts da. Stille und Frieden.

Meld mich morgen wieder.

Liebe Grüße, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Sun Apr 15, 2018 8:17 pm

Hallo Ichbin,

melde mich doch heute noch einmal, weil ich etwas (glaub ich) Wichtiges beobachtet hab.

Etwas hat sich heute durch die Weite verändert, als ob etwas weggefallen wäre.

Und was ich jetzt festgestellt habe, ist dass mein Ich sofort ein Konzept draus machen möchte. Gleich eine Geschichte drum bauen möchte, um sich Bedeutung zu verschaffen, um sich das "Geschichtenmäntelchen" umzuhängen, und "wer" zu sein. Weiß nicht, ob ich das verständlich ausdrücke. Also ich konstruier mir eine Geschichte und schmück mich damit, um jemand zu sein.

Ich hab grad gar keine Ahnung, wer ich eigentlich bin. Aber was ich im Moment ganz klar seh, ist dass dieses Ich einfach Geschichten um sich anhäuft, und so zu "jemandem" wird.

Alles Liebe, hei3p

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Re: Geh Deinen Weg.

Postby hei3p » Mon Apr 16, 2018 6:46 am

Guten Morgen Ichbin,

heute hatte ich eine ziemlich unruhige Nacht.

Aber mir ist etwas klar geworden, was mich echt "geflashed" hat.
Ich schreibe und vor ein paar Jahren habe ich - wie's mir nicht gut gegangen ist - diesen Text geschrieben:

STILLSTAND
Nichts tut sich.
Nichts bewegt sich.
Wie gelähmt
bin ich festgeklebt
an dieser Situation
des völligen Stillstands.

Hoffnungslos.
Zwecklos.
Aussichtslog.

Der Verstand sagt:
Du musst etwas tun.
Etwas in Gang setzen.
Die Initiative ergreifen.
Doch ich weiß:

Es ist
Hoffnungslos
Zwecklos.
Aussichtslos.

Kein Zugriff auf den Hebel,
der etwas verändern könnte.
Ich bin Spielball.
Irgendwelcher feindlicher Mächte.
Abhängig von deren Gutdünken.

Kann zermalmt werden,
wann immer es ihnen beliebt.
Alles, was mir je geliehen wurde,
Kann mir in diesem Augenblick
wieder genommen werden.

Hoffnungslos.
Zwecklos.
Aussichtslos.

Ich bin Spielball.
Irgendwelcher Mächte,
Die mich lächelnd verhöhnen.
Gleich einer Ameise
auf meinem Finger,
die zu entkommen versucht.
Aber wie schnell sie auch flieht
Einfach nur lächerlich wirkt.

Wer hilft mir in diesem Moment zu entrinnen
dieser grausamen Gewalt?

Ich kann mich nur fügen.
Mache gute Miene
zum bösen Spiel.

Es ist ohnehin
Hoffnungslos.
Zwecklos.
Aussichtslos.

Mein Wille.
Er zählt nicht.
Er ist völlig egal.
Diesen grausamen Mächten.

Was bleibt,
ist ein großer, schwarzer Schlund.
Der mich vergessen lässt,
Wer ich je war.
Was ich je wollte.

Bitte hülle mich ein
In den Mantel des Vergessens.
Damit ich mein Leben ertrage.
Als Marionette.
Ausgeliefert den grausamen Mächten.
Die mir jede Flucht verwehren.

Stillstand.
Nichts tut sich.

Hoffnungslos.
Zwecklos.
Aussichtlos.

Und ich dränge ins Tun,
Ins Machen, ins Verändern.
Damit ich vergesse,
Wie das Leben so ist.

Wenn ich ganz laut bin,
Vielleicht kann ich’s übertönen
Das dröhnende Lachen
Der grausamen Mächte.

Ich möchte es verändern.
Möchte toben und schreien.
Ich stecke fest.
Kann nicht vor, nicht zurück.

Hoffnungslos.
Zwecklos.
Aussichtslos.

Was mir jetzt klar geworden ist, ist dass diese "grausamen" Mächte, denen ich mich ausgeliefert fühl, meine Gedanken sind. Damals hatte ich das Gefühl, irgendetwas von außen steuert. Heute nacht hab ich entdeckt, dass es meine Gedanken sind, die das alles inszeniert haben und inszenieren.

Alles Liebe, hei3p


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