Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

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Symphoniya
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Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Wed Mar 28, 2018 2:54 pm

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
- Ich-Losigkeit, Wahrheit, Raum, Stille, Freiheit,
- Nicht-Identifikation mit Gedanken/Gefühlen, die auftauchen,
- das Leben geschehen lassen, ohne dass ein "Ich" da ist, der es besser/anders machen will.
- Kein "Ich", das dazwischen funkt und sagt: "Du musst/du solltest."

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Mich brennt es nach der Wahrheit. Mein Verstand weiss, dass es kein "Ich" gibt. Intellektuell ist es mir glasklar, dass sich nirgendswo im Körper ein "Ich" befindet, das befehlen kann, dass bestimmte Gedanken kommen, dass Glück, Freude oder Traurigkeit entstehen. Mein Kopf erkennt, dass Gefühle, Gedanken oder Körperempfindungen ganz von alleine geschehen, so wie der Atem von selbst atmet. Es sind auch Momente der Stille und der Weite da, ich erfahre hin und wieder in der Meditation einen unendlich weiten Raum sowie die Zeitlosigkeit, dennoch fühle ich diese Identifikation mit dem "Ich" so deutlich.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Dutzende Bücher über das "Aufwachen" gelesen, weitere Stichworte: "Rebirthing, Retreats, Satsangs, Seminare, Meditation, Adyashanti, Tolle etc".
Es tauchen immer noch Gedanken auf, an denen sich die "Ich-Illusion" anhaftet, wodurch ein Gefühl entsteht. ZB: "Das hätte ich doch viel besser machen können, was bin ich denn nur für ein Idiot, Bhoa, das macht mich jetzt echt wütend!" oder "ich armes Schwein, vor 10 Jahren ist meine Ex-Freundin mit einem Looser davongelaufen. Wie konnte sie mir das nur antun. Ich fühle mich so klein und wertlos!".

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
VIelleicht gibt es da jemanden, der mir hilft, den Knäuel in meinem Kopf zu entwirren.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
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T900x28b
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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby T900x28b » Wed Mar 28, 2018 9:54 pm

Hallo Symphonia,

mein Name ist Tracy und ich werde dich hier gerne begleiten wenn du magst.

Erstmal noch ein paar formelle Dinge.

Es wäre gut wenn wir einmal am Tag schreiben, maximal alle 2 Tage, wenn du mal länger brauchst oder was dazwischen kommt sag einfach Bescheid. So bleiben wir besser im flow.

wäre das ok für dich?

Beim schreiben benutze bitte die Zitierfunktion, das macht es einfacher und übersichtilicher.

Hier ganz schön erklärt https://www.liberationunleashed.com/nat ... =18&t=6275

Lese dir bitte auch noch die Einführenden Worte durch und bestätige kurz, dass du sie gelesen hast.

https://www.liberationunleashed.com/nat ... =18&t=6280

Bist du bereit für die Zeit unserer Untersuchung alle spirituellen Bücher, Videos von Meistern und alles was damit zusammenhängt zur Seite zu packen?
-Sie würden nur Verwirrung stiften-

Ok, dann kann es auch schon los gehen.

Du schreibst
Mein Verstand weiss, dass es kein "Ich" gibt. Intellektuell ist es mir glasklar, dass sich nirgendswo im Körper ein "Ich" befindet, das befehlen kann, dass bestimmte Gedanken kommen, dass Glück, Freude oder Traurigkeit entstehen.
Also gedanklich ist dir schon Einiges bewusst. Jetzt lass uns einfach nochmal ganz frisch nachschauen und alle Gedanken darüber außer Acht lassen, so dass du das Gewusste auch direkt Erleben kannst.
Ok du weisst also gedanklich, dass es kein "Ich" gibt.
Hast du auch schonmal erlebt, dass es kein "Ich" gibt?
Schau mal nach, schau in dich rein, ob du ein "Ich" finden kannst.
Lasse die Gedanken die eventuell auftauchen außer Acht und achte darauf was du sinnlich wahrnehmen kannst.
Falls du eventuell doch ein "Ich" finden solltest beschreibe es mir bitte.

Alles Liebe
Tracy

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Symphoniya
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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Thu Mar 29, 2018 9:31 am

Liebe Tracy,

zunächst einmal liebsten Dank für Deine Unterstützung, Zeit und Mühe.
Es wäre gut wenn wir einmal am Tag schreiben, maximal alle 2 Tage, wenn du mal länger brauchst oder was dazwischen kommt sag einfach Bescheid. So bleiben wir besser im flow.
wäre das ok für dich?
Ja.
Lese dir bitte auch noch die Einführenden Worte durch und bestätige kurz, dass du sie gelesen hast.
Bestätigt.
Bist du bereit für die Zeit unserer Untersuchung alle spirituellen Bücher, Videos von Meistern und alles was damit zusammenhängt zur Seite zu packen? -Sie würden nur Verwirrung stiften-
Ja.
Hast du auch schonmal erlebt, dass es kein "Ich" gibt?
Ja, mehrmals, doch bleibt die Erfahrung nicht dauerhaft bzw. ist es so, als wäre mein Kopf erwacht, mein Herz dagegen noch nicht. Vor zwei Jahren ist es das 1. Mal passiert. Danach tauchten Gefühle aus der Tiefe auf, die sich angefühlt haben wie die Hölle. Wut, Schmerz, Angst etc. traten ungefiltert hervor, ich konnte sie nicht benennen, sie waren einfach voller Wucht da. Fühlen geschah/geschieht voller Hingabe. Da war/ist keine Zwischeninstanz, die Gefühle produziert und dann fühlt. Es ist so, dass die Gefühle einfach aus dem Nichts da waren bzw sie aus dem Nichts kommen. Sobald sich das „Ich“ an diesen Gefühlen anhaftet, potenzieren sie sich exorbitant.

Ich erfahre hin und wieder während der Meditation die Ich-Losigkeit, das fühlt sich so an wie ein Sein in einem grenzenlosen Raum, da erlebe ich auch die Zeitlosigkeit.

Im Alltagsgeschehen werde ich manchmal zu der Blume, an der ich rieche oder sogar zur Welle am Fluss, ich erfahre mein Gegenüber und mich als eins. Aber diese Erfahrungen verschwinden wieder.
Schau mal nach, schau in dich rein, ob du ein "Ich" finden kannst.
In meinem Körper geschehen Vibrationen, besonders im Solarplexus, im Herz- und Halsbereich. Das fühlt sich so an, als würde sich ein „Ich“ daran kleben und sagen „Das bin ich“. Mein Kopf antwortet daraufhin: „Du spinnst“. Es ist so eine Ambivalenz in meinem System, da steigt ein großer Frust auf.

Liebe Grüße
Symphoniya

P.S. Wäre es O.K. für Dich, die anfängliche Anrede wegzulassen?

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby T900x28b » Thu Mar 29, 2018 12:53 pm

In meinem Körper geschehen Vibrationen, besonders im Solarplexus, im Herz- und Halsbereich. Das fühlt sich so an, als würde sich ein „Ich“ daran kleben und sagen „Das bin ich“. Mein Kopf antwortet daraufhin: „Du spinnst“.
Was ist denn das "Ich" eigentlich?
Ist das "Ich" mehr als ein Gedanke?
Würde es das "Ich" geben ohne Gedanken darüber?
Schau und sprich aus deinem direkten Erleben.

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Symphoniya
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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Thu Mar 29, 2018 7:46 pm

Was ist denn das "Ich" eigentlich?
Nur ein Gedanke.
Ist das "Ich" mehr als ein Gedanke?
Nein.
Würde es das "Ich" geben ohne Gedanken darüber?
Nein. Ohne die Bühne der Gedanken gibt es kein Ich. Jetzt tauchen vor meinem inneren Auge lustige Bilder auf. Ich sitze im Theater, der Vorhang öffnet sich, es erscheint eine Figur, die „Ich“ heißt und eine Reihe von unterschiedlichen Rollen spielt. Mal lacht sie, mal weint sie, mal spielt sie den „good guy“, mal den „bad guy“, sie wechselt ständig die Kostüme, je nach dem, was im Drehbuch steht. Aber wer schreibt denn das Drehbuch und führt Regie? Das Leben. Wer oder was ist das Leben? Da ist Stille, Raum, Ehrfurcht.

Jetzt taucht Angst auf. Enge und Druck im Brustbereich, Schlag in die Magengrube. Was passiert mit all dem, was ich erlebt habe, wenn das "Ich" plötzlich nicht mehr da wäre? Habe Angst, dass meine persönliche Geschichte verloren geht. Ein Gedanke taucht auf, dass etwas, was ich nicht weiss, was es ist, voll enttäuscht wäre von mir, nach all dem, was es für mich getan hätte. Ich spüre Widerstand gegenüber dem Gedanken, dass das „Ich“ verschwinden soll. Habe Angst, nicht mehr als etwas Besonderes zu gelten - ich habe ja so viel getan, um ganz toll dazustehen vor mir, meiner Familie und der Welt da draußen. Hab so viel erreicht, möchte das alles nicht aufgeben. Habe Angst, farblos zu werden, ein Neutrum. Fühlt sich schlimm an. Verzweiflung steigt hoch. Fühle mich gerade mutterseelenallein, von Gott verlassen. Es kommt der Gedanke: „Gott hat mir dieses „Ich“ als Seele eingehaucht und ich will frei davon sein?! Ich komme mir so vor, als würde ich damit Gott verraten, er mich dafür mit dem ewigen Tod bestrafe werde. Habe Angst vor der totalen Auslöschung. Will mich ganz hinein fallen lassen in das Gefühl…bin blockiert, die Angst zu fühlen, da ist ein „Ich“, das sagt: „Voll bescheuert, was Du da machst!“. Dann kommt der Gedanke: „Verdammt, ich finde dieses „Ich“ nicht, nirgendswo! Ist doch nur ein Gedanke wie Schrank oder Hut. Ein weiterer Gedanke steigt auf: „Mein „Ich“ begleitet mich wie ein Schatten bis zum letzten Atemzug, ich komme davon nicht los“. Das hat alles keinen Sinn! Ich bin frustriert und spüre Wut.

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby T900x28b » Thu Mar 29, 2018 11:17 pm

Da ist ja einiges los bei dir.

Es ist gut wenn die ganzen Ängste und Wiederstände hochkommen, die sonst im verborgenem schlummern.
Sie wollen dir nichts böses, sie wollen angeschaut werden, damit sie sich verabschieden können.
Was passiert mit all dem, was ich erlebt habe, wenn das "Ich" plötzlich nicht mehr da wäre? Habe Angst, dass meine persönliche Geschichte verloren geht.
Eine Geschichte bleibt eine Geschichte, oder?
War es je mehr als eine Geschichte die von Gedanken erzählt wird?
Ist sie JETZT wichtig? Und wozu?


Habe Angst, nicht mehr als etwas Besonderes zu gelten - ich habe ja so viel getan, um ganz toll dazustehen vor mir, meiner Familie und der Welt da draußen. Hab so viel erreicht, möchte das alles nicht aufgeben.
Bemisst du deinen Wert an dem was dir wiederfahren ist?
Hast du es denn gemacht?
Oder ist es nicht einfach geschehen?
Gibt es wirklich JEMANDEN der etwas besonderes ist?
Was willst du nicht aufgeben? Den glauben daran das du es warst der das alles erreicht hat?
Ich spüre Widerstand gegenüber dem Gedanken, dass das „Ich“ verschwinden soll.
braucht es ein "Ich" damit Erleben geschieht, wenn das "Ich" nur ein Gedanke ist?
braucht es Gedanken um zu Erleben?
Gibt es JEMANDEN der Wiederstand spürt? Oder taucht da nur eine Empfindung auf die Wiederstand genannt wird?

Schau es dir an.

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Fri Mar 30, 2018 7:06 pm

Eine Geschichte bleibt eine Geschichte, oder?
Ja. Denke ich an meine Geschichte, steigen Gefühle auf, womit sich das „Ich“ wieder identifiziert.

War es je mehr als eine Geschichte die von Gedanken erzählt wird?
Ja, nur Gedanken, woraus aber Gefühle entstehen. Meistens sind es jene, die weh tun, weil ich es damals „verbockt“ habe oder es hätte besser machen können etc. Ich schleife an den alten Geschichten herum wie ein Bildhauer an seiner Skulptur, um Dinge, die ich damals erlebt habe, nachträglich zu korrigieren, als gäbe es da eine Lücke. Natürlich ist mir bewusst, dass das kompletter Schwachsinn ist.

Ist sie JETZT wichtig? Und wozu?
Nein, völlig unwichtig. Wozu? Nur damit ich mich wieder aufrege über mich selbst. Absolut sinnlos.

Bemisst du deinen Wert an dem was dir wiederfahren ist?
Genau, das macht das „Ich“.

Hast du es denn gemacht?
Nein, das „Ich“ schmückst sich mit den Federn des Lebens.

Oder ist es nicht einfach geschehen?
Es ist einfach geschehen.

Gibt es wirklich JEMANDEN der etwas besonderes ist?
Nein, die gesamte Schöpfung ist einzigartig.

Was willst du nicht aufgeben? Den glauben daran das du es warst der das alles erreicht hat?
Jetzt spüre ich ganz kurz die Angst vor dem Tod.

braucht es ein "Ich" damit Erleben geschieht, wenn das "Ich" nur ein Gedanke ist?
Das Leben ist, that´s it! Die Ich-Fiktion ist völlig unnötig und stört nur noch.

braucht es Gedanken um zu Erleben?
Definitiv nicht. Die Stille macht das Leben viel schöner, so erlebe ich das, wenn sich in mir die Stille ausbreitet.


Gibt es JEMANDEN der Wiederstand spürt?
Ich spüre Druck auf der Brust, den mein „Ich“ als Widerstand interpretiert.

Oder taucht da nur eine Empfindung auf die Wieders
Diesen Satz verstehe ich nicht.


Seitdem ich mich mit Deinen Fragen beschäftige, erlebe ich meine Gefühle sehr viel internsiver, zarter, fühle mich verletzlicher gleichzeitig stärker. Irgend etwas tut sich da bei mit, kann nicht sagen, was. Heute habe ich in der Meditation ganz deutlich wieder gespürt, dass da keine "Ich"- Instanz da ist, dass da niemand da ist, keine Symphoniya mit Vergangenheit und Geschichten. Mein Solarplexus hat sich entspannt, in mir habe ich wohlige Wärme gespürt.

Dieses angenehme Gefühl verschwand, als ich nach der Meditation mit jemanden telefoniert habe und mich über das, was ich gehört habe, noch eine Weile geärgert habe. Es passiert mir manchmal, dass ich mich noch Stunden innerlich unwohl fühle oder mich darüber aufrege, wenn ich Dinge erlebt habe, die ich nicht so gut fand. Dann denke ich mir, ne, ein Erwachter würde sich darüber nicht aufregen bzw zumindest nicht so lange. Ich spüre auch kein Bliss, von denen viele reden. Das Gute ist, dass ich Bewegungen in meinem Körger einfach als sensations wahrnehme und sie nicht wie bisher fälschlicherweise mit Gefühlen tituliere. Es sind einfach Körperempfindungen, movements, mehr nicht.

Weder kann ich definitiv sagen, ich sei nicht erwacht, da ich ab und zu diese wunderbare Stille in mir erlebe, noch kann ich behaupten, ich sei vollständig erwacht. Allerdings spüre ich immer deutlicher, dass das kein "Ich" da ist.

Frohe Ostern!

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Symphoniya
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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Fri Mar 30, 2018 7:11 pm

Nachtrag:
Gibt es JEMANDEN der Wiederstand spürt? Oder taucht da nur eine Empfindung auf die Wiederstand genannt wird?
Stimmt, es ist eine Körperempfundung. Druck auf der Brust.

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby T900x28b » Fri Mar 30, 2018 9:02 pm

Dieses angenehme Gefühl verschwand, als ich nach der Meditation mit jemanden telefoniert habe und mich über das, was ich gehört habe, noch eine Weile geärgert habe. Es passiert mir manchmal, dass ich mich noch Stunden innerlich unwohl fühle oder mich darüber aufrege, wenn ich Dinge erlebt habe, die ich nicht so gut fand.
Dann denke ich mir, ne, ein Erwachter würde sich darüber nicht aufregen bzw zumindest nicht so lange. Ich spüre auch kein Bliss, von denen viele reden.
Je nachdem wie dein System gestrickt ist, dauert es vielleicht ein Weilchen bis sich die Reste auslaufen.
Auch kann es nochmal ordentlich rumpeln nach dem das "Ich" als Illusion erkannt ist.

Wie das alles so abläuft ist bei jedem anders. Sämtliche Erwartungen die du hast hindern dich klar zu sehen. Da gedanken kommen die sagen es müsste so oder so sein. Vergiss es!
Weder kann ich definitiv sagen, ich sei nicht erwacht, da ich ab und zu diese wunderbare Stille in mir erlebe, noch kann ich behaupten, ich sei vollständig erwacht. Allerdings spüre ich immer deutlicher, dass das kein "Ich" da ist.
Zu sehen, dass das "Ich" eine Illusion ist, ist noch lange nicht gleichzusetzten mit vollständigem Erwachen. Das sollte dir klar sein. Hier bei THE GATE geht es nur darum zu erkennen das es kein "Ich" gibt um mehr geht erstmal nicht.
weil ich es damals „verbockt“ habe oder es hätte besser machen können etc...........Natürlich ist mir bewusst, dass das kompletter Schwachsinn ist.
Ok dir ist Bewusst, das du es nicht besser hättest machen können.
Ist dir das wirklich Bewusst oder ist es nur Buchwissen?

Beschreibe mal bitte Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden und geschehen sein können?

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Sat Mar 31, 2018 12:31 pm

Zu sehen, dass das "Ich" eine Illusion ist, ist noch lange nicht gleichzusetzten mit vollständigem Erwachen. Das sollte dir klar sein. Hier bei THE GATE geht es nur darum zu erkennen das es kein "Ich" gibt um mehr geht erstmal nicht.

Die Erkenntnis der Ich-Losigkeit ist aus meiner Sicht das Erwachen.

Ich lese nochmals die Worte „vollständiges Erwachen“

Was ist das? Ich empfinde Enge im Brustbereich und ein dumpfes Gefühl im Magen. Ein Gedanke kommt: „Was ist das für ein Unsinn! Es kommen Zweifel auf, ob Du mich begleiten kannst. Sorry, so empfinde ich das gerade. Der nächste Gedanke: „Sei nicht so gemein. Da nimmt sich jemand Zeit für dich, macht sich die Mühe, um dir zu helfen und gibt sein bestes! Du bist so ein Arsch!“ Jetzt fühle ich Enge im Brust- und Halsbereich, dumpfes Gefühl im Magen, Spannung im Kieferbereich. Et voilà! Die „Ich-Instanz“ taucht auf und krallt sich fest an diese Empfindungen. Jetzt fühle ich mich traurig und schuldig, so etwas gedacht zu haben. Ein weiterer Gedanke kommt. „Du arroganter Nerd!“. Wut steigt auf, es schmerzt. Geschichten aus der Vergangenheit kommen. Früher wurde ich oft als arrogant bezeichnet. Habe so viel daran gearbeitet, dass es nicht mehr so ist. Jetzt ertappe ich mich dabei, dass ich es immer noch bin.

Ich schließe meine Augen und spüre in mich hinein. Verdammt, wo ist denn dieses „Ich“. Da gibt es niemanden, der arrogant sein kann. Ich sage zu mir „Ich bin arrogant“ und wiederhole diesen Satz mehrmals hintereinander. Da ist NIEMAND, der arrogant sein kann! Das spüre ich ganz deutlich und lächle über diesen Witz.

Ok dir ist Bewusst, das du es nicht besser hättest machen können.
Ist dir das wirklich Bewusst oder ist es nur Buchwissen?

Das ist mir bewusst, kein theoretischer Ballast.
Beschreibe mal bitte Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden und geschehen sein können?

Es gibt niemanden, der da entscheidet. Das Leben geschieht.

Absicht: vgl. oben

Freier Wille: Wer soll denn da einen freien Willen haben? Leben geschieht.

Wahl? Wer wählt? Niemand, der wählt.

Kontrolle: Das ist der Knackpunkt. Kognitiv ganz deutlich: Es gibt niemanden, der da kontrolliert.

Jetzt spüre ich Druck auf der Brust, der Gedanke kommt: Es ist sehr wohl ein „Ich“ da, der alles kontrolliert. „Nein“ – „Doch“, „Nein“ – „Doch“, „Nein“ – „Doch“, so könnte es ständig weiter gehen.

Ein unmittelbares Beispiel aus meinem Leben:

Ich stehe kurz vor dem Abschlussexamen. Statt intensiv zu lernen, gehe ich lieber Sport machen oder lenke mich sonst wie ab. Immer wieder drängt sich da eine Stimme auf: „Mensch, setze Deinen Arsch hin und lern!!!!“. Nachdem mich der innere Kontrolleur hartnäckig genug ermahnt hat, fange ich mit dem Lernen an. Dann erscheint er wieder und schimpft: „Du fauler Sack, Du könntest viel mehr lernen. Du machst viel zu wenig, das reicht nie für das Examen!“

Sage ich zu mir „Lernen geschieht“, spüre ich angenehme Weite.

Doch da ist auch eine andere Story. Ja, ich spüre es ganz deutlich, es ist nur eine alberne Story, mehr nicht. Sobald ich in Bezug auf das Lernen eine Enge im Körper spüre, krallt sich ein Gedanke dieses Körperempfinden fest an sich und Zack, da ist er schon wieder, dieser Ich-Gedanke. Ich fühle mich dann miserabel. Gedanken steigen auf wie „meine Eltern und Geschwister sind so dermaßen erfolgreich und ich fahre immer noch ein Fahrrad. Um mich dabei besser zu fühlen, rede ich mir ein, ich würde das nur deshalb tuen, weil ich doch so umweltbewusst sei, was sie nicht so sind. Man, was habe ich lange auf sie eingeredet, bis sie endlich auf Bio umgestiegen sind. Jetzt spüre ich Stolz und Freude, ey, ich komme mir gerade so kindisch vor. Der nächste Gedanke: Sie essen Fleisch, ich nicht. Ich fange Stechmücken mit einem Glas und lasse sie draußen wieder frei, sie klatschen sie einfach tot!“ Und jetzt kommt das Drama, Gedanken rasen aus dem Nichts hoch. Der Gedanke, dass sie Fliegen töten und Fleisch essen, macht mich irre wütend, ich bin wütend auf mich, weil ich mich nur über eine Geschichte aufrege, ich vergleiche mich mit meiner Familie und denke was ich doch für ein toller Mensch bin, auch wenn ich noch nicht so erfolgreich bin wie sie, jetzt fühle ich Scham, es kommt der Gedanke, dass ich die beste Familie der Welt habe, wie gut ich es doch erwischt habe usw. Kopfschütteln.

Bei ganz wesentlichen Geschehnissen taucht da eine Ich-Instanz auf, als würde sie die Entscheidungen treffen, was vom Kopf her absolut unwahr ist. Da ist schon wieder diese Ambivalenz. F*, Frust!

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Sat Mar 31, 2018 12:38 pm

Ergänzung:
Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden und geschehen sein können?
Nein. Die Bedingungen sind kausal für das, was im Leben geschieht.

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby T900x28b » Sat Mar 31, 2018 12:51 pm

Es kommen Zweifel auf, ob Du mich begleiten kannst. Sorry, so empfinde ich das gerade.
Vorab bevor wir weiter machen.
Möchtest du lieber einen anderen Guide haben?

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Symphoniya » Sat Mar 31, 2018 1:24 pm

Liebe Tracy,

es taucht ein Ja auf.

Ich kann es mir nicht erklären, aber ja, ich hätte gerne einen anderen Guide. Ich danke Dir so sehr für Deine bisherige Unterstützung.

Herzliche Grüße
Symphoniya

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby T900x28b » Sat Mar 31, 2018 1:47 pm

Alles klar,

ich frag mal nach.

Es wird sich denn bald ein andere Guide bei dir melden.
Kann eventuell 1-2 Tage dauern.

Alles Liebe
Tracy

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Re: Das Ich ist der einzige Pfeil gegen das Selbst.

Postby Joram » Sat Mar 31, 2018 2:13 pm

Hast du auch schonmal erlebt, dass es kein "Ich" gibt?
Ja, mehrmals, doch bleibt die Erfahrung nicht dauerhaft bzw. ist es so, als wäre mein Kopf erwacht, mein Herz dagegen noch nicht. Vor zwei Jahren ist es das 1. Mal passiert. Danach tauchten Gefühle aus der Tiefe auf, die sich angefühlt haben wie die Hölle.


Hi :-)

wieso soll die Erfahrung, dass es kein "Ich" gibt, bleiben?
Reicht das Wissen darum nicht aus?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?


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