Einführende Worte

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Matthew
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Einführende Worte

Postby Matthew » Sat Sep 23, 2017 7:39 pm

Beginne diesen Prozess nur, wenn du willens und bereit bist, ALL deine Glaubensvorstellungen und Vorannahmen infrage zu stellen.


Vorwort

Dieses Forum hat eine einzige Funktion: Suchende zum "torlosen Tor" zu geleiten und das eigenständige Selbst als Illusion zu durchschauen. Den letzten Schritt muss allerdings jede und jeder selbst gehen – um danach festzustellen, dass es noch nie ein Tor gegeben hat und nie jemanden, die/der hindurchgehen hätte müssen.
Dieses alte Gleichnis trifft die Wahrheit auch heute noch am besten.

Wir diskutieren nicht über Theorien, dazu gibt es genügend andere Orte im Internet.

Direct Pointing, das direkte Hinweisen zum Schauen, ist eine sehr effektive Methode um die fiktive Natur des Selbst aufzuzeigen.


Die Voraussetzung an die Suchenden sind:

- Ehrlichkeit

- Den unbedingten Drang, die Wahrheit herauszufinden, egal wie unbequem sie erscheinen mag

- Den Willen, den begonnenen Prozess nicht zu verlassen, auch wenn unangenehme Gefühle aufkommen sollten

- Die unbedingte Bereitschaft, nur auf direktes Erleben zu schauen und alle Vermutungen und Glaubensansichten zu hinterfragen

Die Suchenden folgen den Anweisungen der Begleiter*innen und beantworten Fragen aus direkter Erfahrung.
Die Suchenden werden an den Punkt geführt, an dem klar GESEHEN, und nicht nur intellektuell verstanden wird, dass das eigenständige "Ich" nicht real ist und so niemals existiert hat.




Liberation Unleashed ist nicht...

Im Laufe der Jahre haben unsere vielen Begleiter*innen entdeckt, dass eines der Haupthindernisse für direktes klares Sehen dessen, was bereits wunderbarerweise der Fall ist, aus einer dicken Schicht aus Erwartungen besteht.

In dieser Auflistung wird dargelegt, worum es beim LU-Prozess nicht geht:

- Es ist keine Möglichkeit, aus deinem Alltag zu fliehen.
- Es geht nicht darum, etwas dazuzugewinnen, etwas Besonderes zu werden. Es geht nicht darum, einen veränderten Bewusstseinszustand zu kultivieren.
- Es ist kein geistiger Trick, damit bestimmte Gedanken geglaubt werden.
- Es geht nicht darum, Wissen zu erlangen.
- Es geht nicht darum, eine heilige, gute, moralische oder bessere Person zu werden.
- Es ist kein Glauben und keine Religion, es ist nicht magisch oder mystisch.
- Es wird dich nicht zwangsläufig zu ewigem Frieden und Glück führen.
- Es geht nicht um Freiheit von Gefühlen oder um das Auslösen intensiver Empfindungen.
- Es geht nicht darum, das Selbst, Ego oder Ich loszuwerden.
- Es ist keine Lösung für Beziehungsprobleme!
- Es ist keine Möglichkeit, sich von Depressionen oder anderen Krankheiten zu befreien.
- Es ist nicht dazu geeignet, Gedanken anzuhalten, Gedanken zu verändern, Gedanken loszuwerden.
- Es ist keine Möglichkeit, die Geschichte über dich verschwinden zu lassen.
- Es geht nicht darum, dich von irgendetwas zu überzeugen.
- Es ist nichts, was zur Anhäufung von Geld oder anderen weltlichen Dingen führen wird.
- Es ist kein Selbstverbesserungsprogramm.



Direktes Erleben

Von Neil Jalaldeen, übersetzt aus dem Englischen von Christiane Michelberger

Das Erkunden unserer Direkten Erfahrung (DE) ist der wichtigste Katalysator für das Erwachen zum Nicht-Selbst.
Direkte Erfahrung ist das, was ist. Hier und jetzt.

Für unsere Erforschung können wir die Direkte Erfahrung in 3 Hauptaspekte unterteilen:

1) Gedanken
2) Sinneswahrnehmungen
sehen
hören
riechen
schmecken
fühlen (taktil und kinästhetisch)

3) Ein unverwechselbares Gefühl von Lebendigkeit
(Gegenwärtigkeit, Sein)

Die Illusion der Trennung wird durch einen Strom von auf ein Selbst bezogenen Gedanken aufrechterhalten, die auf vergangener Konditionierung beruhen. Der häufigste Bezugspunkt ist ein durch Gedanken erschaffenes Zentrum, das „Ich“/ “Mich“/ „Selbst“ genannt wird. Es gibt kein derartiges Zentrum und diese Selbst-Etikettierung bezieht sich nur auf andere Gedanken oder auf andere von Gedanken etikettierte Erfahrungsaspekte.

Durch das Zurückgreifen auf die DE ist es möglich, alle Annahmen von Trennung oder Selbst abzubauen und zu sehen, dass es nur Erfahrung/Erleben gibt. Es mag Gedanken über die Erfahrung geben, die gewisse Aspekte der Erfahrung begrifflich in ein „Mich“ und andere Aspekte in die „Welt da draußen“ aufteilen. Dennoch sind diese Gedanken auch einfach Teil der Erfahrung und es gibt schlichtweg AUSSCHLIESSLICH Erfahrung.
Es besteht die Annahme, dass es einen Erleber gibt, der erlebt. Sie breitet sich durch eine Vorstellung aus, die sich in Gedanken wie „ich erfahre“ ausdrückt. In DE erforschen wir sie, indem wir dieses „Ich“ suchen. Gibt es getrenntes „Ich“, oder ist dort einfach eine Erfahrung, die der Gedanke begrifflich so aufteilt: „“Ich“ + „was erfahren wird“?

Es besteht die Annahme, dass es einen Wahrnehmenden gibt, der wahrnimmt. Sie breitet sich durch eine Vorstellung aus, die sich in Gedanken wie „ich bin der Wahrnehmende“ ausdrückt. Wir untersuchen dies in DE, in dem wir den Wahrnehmer suchen. Wir können feststellen, dass es so etwas wie einen Wahrnehmer nicht gibt, nur eine Wahrnehmung und einen Gedanken, der sie in ein „Ich“ + „Körper“ + „Wahrnehmung durch die Sinne“ aufteilt.

Ein Geräusch wird gehört, dann ist der Gedanke da “Ich höre ein Geräusch”. Wir können es erforschen und herausfinden, dass es keinen Hörer des Geräusches gibt, nur Hören. Wenn etwas als Hörer oder Selbst angenommen wird, ist das irgendetwas anderes als andere Empfindungen? Oder das Gefühl von Lebendigkeit? Oder ein anderer Gedanke?

„Ich fühle meinen Körper auf einem Stuhl“ sagt ein Gedanke. Nun untersuchen wir die DE und stellen fest, dass es Empfindungen gibt, die gewohnheitsmäßig als „Körper“ bezeichnet werden und andere Empfindungen, die wir „Gefühl eines Stuhles gegen den Körper“ nennen. Wenn wir untersuchen, wo das „Ich“ ist, das diese Empfindungen für sich in Anspruch nimmt, kann es nicht gefunden werden. Es ist nur ein Gedanke.

Wir können einen Gegenstand aufnehmen und ihn ansehen. Wir könnten sagen, „Ich sehe den Gegenstand an“. Wir überprüfen dann, ob diese Schlussfolgerung der DE entspricht. Was wir finden, ist eine Sehempfindung und vielleicht einige Empfindungen die wir gewöhnlich ‚Kopf‘ oder ‚Augen‘ nennen oder sogar andere Gefühlsempfindungen mit dem Namen „Körper“. Ein Gedanke könnte aufsteigen mit der Schlussfolgerung, dass diese alle von Natur aus getrennt seien und dass die eine das „Selbst“ und die andere das ist, „was beobachtet wird“. Wenn wir das überprüfen, finden wir heraus, dass es niemals ein schauendes „Ich“ gibt, niemals einen Beobachter, niemals einen Seher. Es gibt nur Sehen, nur Fühlen, nur Erleben. Wir können sagen, dass Erfahrung sich einfach selbst erfährt! (self-evidence)

Wir schauen die Erfahrung sehr genau an und stellen fest, dass die Annahme der Trennung eines “Selbst”, “Ich”, "Wahrnehmer" oder "Erleber" einfach auf die Erfahrung verweist. Es gibt niemals ein wirklich getrenntes Objekt, nur die Wahrnehmung davon und Gedanken, die es benennen. Wir lösen alle diese Annahmen auf, dass es einen Beobachter gäbe oder einen Seher oder einen Hörer und stellen fest, dass es nur Erleben gibt, niemals ein wirkliches getrenntes Selbst, das erlebt.

Ist es möglich, dass es nur die Erfahrung gibt? Nichts, das erfährt?



Haftungsausschluss

Anders als viele spirituelle Praktiken kann die Fragemethode, die hier Verwendung findet, tatsächlich "funktionieren". Sie wird vermutlich deinen Blick auf das Selbst, Beziehungen und die Welt verändern. Weder du noch wir können voraussagen, was für dich dabei herauskommen wird. Wenn du geistig oder emotional labil bist, könnte sie deinen Zustand oder deine Krankheit verschlimmern. Wenn du zurzeit ein Medikament oder eine selbst verordnete Substanz benötigst, um deine Stimmung und geistige Gesundheit zu stabilisieren, raten wir dir von diesem Weg ab.
Unsere Guides sind keine Therapeuten und können keine Verantwortung für deine geistige Gesundheit übernehmen, weder vorher noch hinterher. Wenn deine Beziehungen nicht zufriedenstellend sind, könnten sie sich verbessern oder auch nicht. Wenn du starke religiöse oder spirituelle Glaubensvorstellungen hast, kann die direkte Erfahrung sie unterstützen oder (nach unserer Erfahrung) auch nicht.

Wir unterhalten mehrere Facebook-Gruppen, in denen Menschen gemeinsame Schwierigkeiten diskutieren und durcharbeiten können, wenn sie den Dialog im Forum abgeschlossen haben. Diese Gruppen sind kein Ersatz für psychische oder körperliche Hilfe, die du nach dem Tor vielleicht brauchst. Keiner der Gruppenteilnehmer ist für dein Wohlergehen verantwortlich und kann für einen Rat haftbar gemacht werden.

Beginne diesen Prozess nur, wenn du willens und bereit bist, all deine Glaubensvorstellungen und Vorannahmen über das Erwachen in Frage zu stellen und wenn du die Wahrheit bequemen Lügen vorziehst. Beginne ihn nicht, wenn es dein Ziel ist, Aspekte deines Lebens in Ordnung zu bringen, an einem Projekt zur Selbstverbesserung teilzunehmen oder eine Art spirituelles Zertifikat zu bekommen.

Wenn du dich in unserem Forum registrierst, stimmst du diesen Bedingungen zu. Du bestätigst auch, dass du zum Zeitpunkt der Registrierung mindestens 18 Jahre alt bist.
First there is a mountain,
Then there is no mountain,
Then there is.

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Barbarossa
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Direct Pointing vs. "Wer bin Ich"-Erforschung

Postby Barbarossa » Fri Oct 20, 2017 8:35 am

Elena Nezhinsky

November 2011
Direkt pointing vs. „Wer bin Ich“-Erforschung. Vereinfacht.

(Übersetzung von Direct Pointing vs „Who AM I?“ inquiry. Simplified. – übersetzt von Benjamin Maier)

Wurdest du jemals von jemandem kontaktiert, der von dem Erfolg von Liberation Unleashed, Menschen aufzuwecken gehört hat, aber keine Ahnung davon hat, worum es beim Direct Pointing geht? Und wenn er/sie aus dem Bereich der Nondualität/Advaita kommt, du ziemlich schnell gegen eine Wand aus „Bewusstheit“/“Achtsamkeit“/“Wer bin Ich?“ fährst?

Die Methoden und ihre Unterschiede:

Ich möchte klarstellen, wie sich Direct Pointing („Ich“ ist eine Illusion) von der inneren Erforschung der Nondualität unterscheidet.

Beim Direct Pointing machen wir Suchende aufmerksam und fokussieren uns sehr stark auf eine einzige Sache:
Das „Ich“ ist eine Illusion.

Die „Wer bin Ich“-Erforschung impliziert, dass da „Wer“ ist, der existiert. Vom Beginn der Erforschung an wird durch diese Formulierung der Frage von einem Ausgangspunkt, von einem Grundzustand ausgegangen – da ist „jemand“ da, und ich muss ihn nur finden.

Beim Direct Pointing liegt der Fokus auf dem NICHT FINDEN. Bei der „Wer bin Ich“-Erforschung liegt der Fokus auf dem FINDEN.


Was sind die Resultate?

Wenn du durch Direct Pointing herausfindest, dass das „Ich“ eine Illusion ist, findest du schrittweise heraus, was DU in Wahrheit bist.
Findest du durch die „Wer bin Ich“-Erforschung heraus, was DU in Wahrheit bist, wirst du noch unverzüglicher sehen, dass das „Ich“, wonach wir beim Direct Pointing sehen, eine Illusion ist.

Beide Methoden führen zum selben Ergebnis.

Durch Direct Pointing wird die Illusion einer separaten Instanz zu Beginn durchschaut und entfaltet sich dann weiter.
Die „Wer bin Ich?“-Erforschung ist eine kontinuierliche Entfaltung, wobei das Durchschauen der Illusion einer separaten Instanz im Laufe des Prozesses geschieht.

Direct Pointing ist von Anfang an effizienter, und so kann der Zerfall von Glaubenssätzen (was wir Entfaltung nennen) entweder unbeschwert und ruhig, oder intensiv und heftig, und überall dazwischen verlaufen.
Die kontemplative, langsame, manchmal Jahre dauernde „Wer bin Ich“-Erforschung erlaubt eine schrittweise Entfaltung.


Wer sind wir?

In beiden Fällen gibt es keine separaten Instanzen, eine die sucht und eine die anleitet (Guide). Das sind nur unterschiedliche Bewegungen von ein und derselben Weite. Wir entscheiden uns nicht für den Weg, angeleitet zu werden, oder anzuleiten. Wir sind nur Erscheinungen, die in diesem Moment sich selbst als Direct-Pointing-Guides anbieten.

Dieser Ritt an der äußersten Kante der Welle ist großartig!

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Woo-hooo!
If you use your mind to study reality, you won't understand either your mind or reality.
If you study reality without using your mind, you'll understand both.
-Bodhidharma


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