Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Thu Sep 21, 2017 6:02 am

Die Begleitung auf LU konzentriert sich darauf zu erkennen, dass es kein wirkliches innewohnendes Ich oder Selbst gibt - was bedeutet das für Dich?
Leben geschieht durch uns, durch alles, was ist. Alle Dinge, sichtbar und unsichtbar, sind aus dem gleichen "Stoff" gemacht, sie sind bewußt-
oder schlafend, und in ständigem, ewigem Austausch miteinander. Leben entwickelt sich aus sich selbst. Also auch durch mich.

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
Ein Artikel über LI hat mich tief bewegt, mir Augen geöffnet, und nach dem Lesen einiger Kapitel, in Kombination mit zwei bewegenden Gesprächen,
hatte ich über mehrere Tage immer wieder momente oder Zeiträume, in denen ich "sah", und auf einmal alles klar war. Ich bin noch immer beeindruckt, wie krass mein Syste alleine auf das Lesen der Worte und BEschreibungen reagierte. Ich spürte eine Art "umschalten" in meinem Hirn, was ich von innerem Prozessen des Perspektivwechsels kenne.

"Mich" gab es so nicht mehr, dafür erkannte ich sehr viel anderes- wie sehr alles uum uns herum ein offenes Buch ist. Wie jede Pflanze und jedes Gewässer seine eigene Essenz hat, und Sinn macht, wo und wie sie gerade wachsen- oder auch zu sehen wo nichts stimmig ist, und dennoch ist. Einfach zu sehen. und dann zu erfahren, dass ich es doch nicht immer sehen kann, sozusagen wieder in den "Traum" zurück rutsche.
Obwohl es nicht wirklich etwas zu erreichen gibt, habe ich doch den Wunsch nach mehr Klarheit, und eine Sehnsucht nach Wahrheit ohne doppelte Boden.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Mich interessiert das Sein, das "Wesentlich Werden", die Essenz.
Auf meinem Weg geschieht dies hauptsächlich durch´s SIngen, durch Tanz, durch BOdywork/ Körperarbeit.
Im Zentrum meines Tuns und meiner bisherigen SUche steht die Weisheit des Körpers, das Körperbewusstsein. Es bringt mich immer wieder auf´s Schönste ins "Sein", schlicht und einfach, eim Einklang mit dem "Lebensfluss". Ich komme aus der hawaiianischen tradition, bin also mit schamanischen Sichtweisen vertraut, ebenso mit Weltbildern der verschiednen Dimensionen, die ale mit- und ineinander wirken.
Ich würde mich sowohl als gläubig als auch nicht-gläubig bezeichnen. Ich kann beten, und damit sowohl ein Aufeinander-beziehen meinen, als auch einfach da zu sitzen. Ich fühle mich keiner spirituellen tradition sehr verbunden, und gleichzeitig vielen. Am nächsten ist mir noch immer die alte hawaiianische/ polynesische Kultur, die sich vor allem auf den Moment, das All-Eins-sein und die Selbstwirksamkeit bezieht.
Selbstwirksamkeit ist für mich als Musiktherapeutin und Mensch ein zentraler Punkt, und ich bin neugierig was damit passiert...

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Ich wünsche mir eine Begleitung, die mich auf dem Weg begleitet, Illusionen zu lüften.
Zur Wahlfreiheit- oder der neuen Wahrheit dass es keine wahl gibt, weil keiner da ist, der wählen kann, hat mein System noch Fragen. Und da kommen wir auch schon zum Weltbild... huiii...

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden?
9

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Thu Sep 21, 2017 11:10 am

Hallo Dancer,

vielen Dank für die ausführliche, offene und ehrliche Vorstellung.
Wenn Du magst, werde ich Dich begleiten.

Bitte lese Dir zuerst die Bekanntmachungen im oberen Bereich des Forums in Ruhe durch. Bestätige in Deinem nächsten Post bitte, dass Du alles gelesen und verstanden hast. Dann geht es weiter. :)

Freue mich auf unseren Dialog.

Liebe Grüße
Daniel

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Thu Sep 21, 2017 11:56 am

Hallo Daniel777,

ich freue mich über Deine Begleitung- danke dafür!

Ja, die Beschreibungen habe ich alle gelesen, mehrfach, und erkläre mich dazu bereit.
Während ich schreibe, stellt sich gerade ein leichter Schwindel ein. Dann legt sich der Schwindel und das Sausen im Ohr, und eine simple, schlichte Freude stellt sich ein. Eine Art innere Leere. Ich halte für mehrere Momente inne, nehme meine Muskeln wahr- ein subtiles ANspannen und Lösen- meine Umwelt ist intensiver, stiller, klarer, als ich begann DIr zu antworten.
Der GEdanke, Dir mitzuteilen dass ich womöglich in drei Wochen für längere Zeit ins Ausland gehe und gerade auch viel anderes um die Ohren habe, spielt keine Rolle mehr. Er ist. Unabhängig davon spüre ich das SItzen, und das Tippen, oder- findet ein Sitzen und ein Tippen statt. Es gibt schon Reste, die sich anfühlen, wie "ich", und während ich das schreibe, taucht eine Traurigkeit auf.
Hui- Danke für Deine Präsenz! es ist leicht damit in Resonanz zu sein.

:-)
Monika - dancer

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Thu Sep 21, 2017 11:44 pm

Liebe Monika,

Danke für den klaren Bericht aus Deiner unmittelbaren Erfahrung. Es lässt sich "leicht" lesen. Schön.

Ja, auch der Körper kann reagieren, wenn tiefe Überzeugungen nun genauer unter die Lupe genommen werden. Im Grunde kann aber nichts passieren.
Wenn Du mal eine Pause brauchst, lass es mich wissen. Nimm mit, das nichts verloren geht, was wirklich ist.

Wie es genau sein wird, wenn die ICH Illusion durchschaut ist, kann niemand sagen. Es ist bei jedem anders.
Daher fokussiere Dich nicht auf einen bestimmten Zustand. Wenn Du Dein Augenmerk auf einen bestimmten Zustand richtest, schaust Du in die falsche Richtung.
Es gibt schon Reste, die sich anfühlen, wie "ich", und während ich das schreibe, taucht eine Traurigkeit auf.
Kannst Du näher beschreiben, wie diese Reste eines ICHs erlebt werden?
Auch wenn gesehen wurde, dass es kein Ich, mich oder Selbst gibt, können alte Verhaltensmuster oder gewohnte Denkvorgänge weiterhin da sein. Das ist überhaupt nicht unüblich. :)
Was hat es mit der Traurigkeit auf sich?

Freue mich, wieder von Dir zu lesen.

Liebe Grüße
Daniel

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Fri Sep 22, 2017 1:16 pm

Lieber Daniel,
Ja, auch der Körper kann reagieren, wenn tiefe Überzeugungen nun genauer unter die Lupe genommen werden. Im Grunde kann aber nichts passieren.
Ist mir sehr bewußt, und es macht mir überhaupt keine Sorge. Der Körper ist der HauptAusdruckskanal für mich-
im tanz, in der Körperarbeit, im focusing..
und die Körperwahrnehmung ist es, die das Gewahrsein dahin geleitet hat/ immer wieder hinleitet zu " da ist ein Sein"
"es geschieht" , "es singt", "es tanzt", "es spürt", "ich bin"- nicht im Sinne einer Person, sondern des Seins.
Wie es genau sein wird, wenn die ICH Illusion durchschaut ist, kann niemand sagen. Es ist bei jedem anders.
Daher fokussiere Dich nicht auf einen bestimmten Zustand. Wenn Du Dein Augenmerk auf einen bestimmten Zustand richtest, schaust Du in die falsche Richtung.
Ha! Denke nicht an einen blauen Elefanten.. ;) Es gab wohl keine konrete Vorstellung, aber dann gab es konkrete Erfahrungen. AUch hier wieder erwartungsfrei und absichtslos zu sein, dies wieder zu erleben, ja, damit kann ich etwas anfangen. Innerlich beginnt dann allerdings so ein "Strampeln und Wollen" im Verstand,
obwohl der Verstand selbst bei diesen Erfahrungen nur am Rande anwesend war. Nun plustert er sich ein wenig auf und hält es für seinen Verdienst dass es ein Sehen hinter die Illusion von ICH gab. Er ist ein witziger Zeitgenosse..
Auch wenn gesehen wurde, dass es kein Ich, mich oder Selbst gibt, können alte Verhaltensmuster oder gewohnte Denkvorgänge weiterhin da sein. Das ist überhaupt nicht unüblich. :)
Das irritiert irgendwie am meisten.
Die Hauptirritation ist hier, dass es durchaus manchmal ein gefühltes Vershcmelzen von Gedanken / Emotionen/ Erleben / identifizieren gibt. Mal sind sie "klebriger" und fühlen sich real an, manchmal ist es leichter das Muster zu erkennen. Dann ist es tatsächlich eher der Verstand der sagt "es gibt kein ICH", was mich aber weig erreicht.
Meine Aufmerksamkeit lenke ich dann einfach auf den KÖrper, auf den Atem, auf meine Bewegungen und Handlungen,meine Sinneswahrnehmungen nd nehme einfach wahr was ist, ohne großartig was zu wollen.
Begleitet von den Fragen "wer geht gerade?" etc...
Hast Du noch andere Ideen?
Was hat es mit der Traurigkeit auf sich?
HInter der Traurigkeit steckt die Angst, "mich" aufzulösen, zu sterben. Gleichzeitig die Angst, alleine zu sein, aus der "Gemeinschaft ausgeschlossen zu sein" wenn alle anderen noch an ihr ICH glauben und es erleben, und ich aber nicht. Angst, die immer mehr anfängt in mir zu rollen, je mehr ich über sie schreibe, je mehr Aufmerksamkeit nd Energie sie bekommt.

Angst, ob mein Weltbild, und das was ich aus diesem Verständnis heraus tue, dann noch BEstand hat.
DIese Angst kommt aber nicht erst mit diesem Prozess, sie ist seit einem Jahr immer wieder Teil eines Prozesses von "wer bin ich?", der in Assisi begann.
Meine Antwort war damals "Ich bin die, die mit dem Feuer und den Steinen und den bäumen verwandt ist und aus ihnen kommt. Ich bin die, auf die Menschen warten. Ich bin die Freude. Ich bin das schreiende, weinende Kind, ich bin die Alte, ich bin der Wasserfall und das Erdbeben, ich bin die, die sich immer fragt „wer bin ich? Ich bin Leben."

Nun ist hier die Zeit davon geflogen, ich darf nochmal zur Arbeit los- ich freue mich auf Deine Fragen, Resonanzen..

Monika

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Fri Sep 22, 2017 9:42 pm

Liebe Monika,

vielen Dank für Deine offene Art zu schreiben.

Wir könnten auf einige Punkte eingehen, aber vorrangig sehe ich Deinen letzten Absatz.

Angst ist oft Teil des Prozesses. Sie erlaubt Dir sozusagen nicht, einen Blick hinter den Schleier zu werfen und somit die letzten Reste des Identitätsgefühls loszulassen.
Sie liebt das gewohnte und will es beibehalten. Das vertraute will geschützt werden. Eine Art Schutzmechanismus, der letztendlich nur das „nicht wirkliche“ schützen will. Nochmal...das, was verloren geht ist eine Illusion. Sie darf doch gehen, oder?

Bist du gewillt, dein gesamtes Weltbild einmal komplett in frage zu stellen und zu untersuchen? Komme was wolle?

Es wird womöglich eine komplett neue Perspektive eintreten ja. Das war es aber auch schon. Das, was real ist, bleibt. Und mit real meine ich das, was nicht verschwindet, wenn du nicht mehr daran glaubst.

Liebe Grüße
Daniel

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Sat Sep 23, 2017 8:39 am

Lieber Daniel,
Das, was real ist, bleibt. Und mit real meine ich das, was nicht verschwindet, wenn du nicht mehr daran glaubst.
Diese Beschreibung kreist nun in mir herum, und ich bin mir gar nicht so sicher an was ich alles glaube, oder was ich als real wahrnehme.
Manifestation von Gedanken und Gefühlen, beispielsweise- also "schöpfen" im ureigentlichen Sinne. Das ist eine Realität die ich erlebe, aber mehr als ein "geschehen" als etwas, was ich als Person schaffe.

Mein Verstand hakt noch immer am allermeisten bei der Frage rund um das "Bewußtsein". Bewußtsein der Muster, Gedanken, Gefühle, Emotionen, Reaktionen die durch mich geschehen. Geht das noch, wenn "ICH" eine Illusion ist? In mir ist eine Anspannung vor lauter "beobachten", sehr ermüdend, sehr unbefriedigend.
UNd: ja, es gibt die Bereitschaft, meine Wahrheiten in Frage zu stellen und zu schauen was bleibt, was sich zeigt, was real und wahr ist.
Was es auch gibt: einen Zweifel, ob dies nicht nur ein weiteres "Spiel" unseres Bewußtseins ist. Genauso gut können wir sagen, dass es keine Zeit gibt. Alles ist immer jetzt.

Es löst alles ein Gefühl der Ernüchterung, des "und jetzt??" aus, der Ungläubigkeit, irgendwie.
DIese Enttäuschung hat mit der Befürchtung zu tun, dass alles "an der Oberfläche bleibt", also dass einfach alles ist wie es ist, und keine weitere Bedeutung hat. Dass es quasi keine Heiligkeit, kein "dahinter" gibt, ebenso keine Verdorbenheit. Alles ist. Und das wiederum ist doch wieder entspanned.

Ich sehe vor mir eine schwarzen Lavastein aus Hawaii und eine Schale Plastik mit Kräckern. Dann wird das Sehen weniger aktiv, Finger tippen, wahrnehmen und sehen findet statt. Ein Entschleunigen findet statt, die Atmung wird tiefer, ENtspannung rutscht in den Körper.
Es gibt ein Empfinden von "gleicher Stoff, verschiedene Form", sowohl was "mich", als auch den Stein, als alles betrifft. Parallel gibt es Momente, in denen im Gegenseitigen Wahrnehmen ( STein- Schale- die Tippende) etwas wie Bewußtsein über das Sein, das Werden auftauchen. Keine formulierten Gedanken, eher gefühlt, wie ein "Essenzwissen-/bewußtsein".

Mehrere Minuten sind vergangen. Sitzen, schauen, irgendwie nach GEdanken angeln- aber es findet sich nichts.
Vor mir hängt ein Bild eines Kindes, lachend. MÖglich, dass dieses Bild gemacht wurde, als ich klein war. Gerade gibt es keine Identifizerung damit. Weiterhin löst das Bild Freude aus, aber es gibt keine GEschichte dazu, ist weg. Wenn der KÖrper gefragt wird, erinnert er sich an die Erfahrung, wie sich der Stein unter den Füßen angefühlt hat als ich dort stand.

Obwohl eín mir eine ENtspannung und Weite ist, gibt es den Teil, der sich gerade fragt, ob hier eine Dissoziation stattfindet. Gleichzeitig bin ich im Körper.

So weit für heute morgen-
danke für´s Lesen und für Deine Zeit.

alles liebe monika

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Sat Sep 23, 2017 12:05 pm

Liebe Monika,

Sehr schön, wie Du das Erleben in Worte fasst.
Da Du nicht weiter auf die Angst eingegangen bist, lassen wir es vorerst Ruhen und steigen einfach mal ein in die sinnliche und unmittelbare Erfahrung.

Die Fragen, die da sind, werden sich mit Sicherheit - sozusagen - von selbst beantworten. Beachte Sie nicht weiter, sondern nutze die sinnliche, unmittelbare Erfahrung. Dann wird es klarer.

Gedanken können nichts erkennen, nichts Erleben. Sie können nur Worte dafür finden, die nicht das Erleben oder Erkennen selbst sind. Vertrau dem Prozess.
Ich sehe vor mir eine schwarzen Lavastein aus Hawaii und eine Schale Plastik mit Kräckern.
Schau Dir die beiden Gegenstände nochmal mit einer Art gelöster Aufmerksamkeit an.
Es geht am besten, wenn du entspannt erlaubst, dass die reine Seh-Information wahrgenommen wird, ohne etwas Besonderes zu tun. Du brauchst dich nicht angestrengt zu konzentrieren oder zu starren.

Was siehst du wirklich, was sind die reinen Sinnesempfindungen, die durch das Sehen vermittelt werden?
Was wird durch gedankliche Interpretationen hinzugefügt?
Beinhaltet die reine Sehinformation zb., das dies ein Lavastein aus Hawaii ist?
Gibt es jemanden, der sieht und das Gesehene, oder wird einfach gesehen?

Frag ruhig, wenn etwas unklar ist. Wir haben Zeit. :)

Freue mich über Deinen Bericht.

Liebe Grüße
Daniel

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Sun Sep 24, 2017 2:04 pm

Hallo Daniel,

ich habe mir gerade nochmal Zeit genommen, Deine Antwort zu lesen-
Gedanken können nichts erkennen, nichts Erleben. Sie können nur Worte dafür finden, die nicht das Erleben oder Erkennen selbst sind
es ist noch etwas ungewohnt, Erkennen als etwas eigenständiges, losgelöst von den Gedanken die es formulieren, zu betrachten. Nicht, dass ich die Momente von Erkennen nicht kennen würde, im Gegenteil. Ich meine damit Momente des inneren Erlebens, des- ja eben- Erkennens, des "EinFalls". Seien es Zusammenhänge, neue Ideen ohne hergeleiteten Gedankengang.. und oft führen sie zu einer konkreten Handlung oder einem Perspektivwechsel. Meinen wir das gleiche?
Falls ja.. ok ich stimme Dir zu dass dieses Eleben sich deutlich von Gedanken unterscheidet.
:)
Nun zu meinem BEobachtunsexperiment:
Was siehst du wirklich, was sind die reinen Sinnesempfindungen, die durch das Sehen vermittelt werden?
Was wird durch gedankliche Interpretationen hinzugefügt?
Beinhaltet die reine Sehinformation zb., das dies ein Lavastein aus Hawaii ist?
Gibt es jemanden, der sieht und das Gesehene, oder wird einfach gesehen?
Heute fällt es nicht so leicht, bei der reinen Sinnesempfindung zu bleiben. Sehr schnell switchen Gedanken dazwischen, die sagen" ja natürlich kann ich die Bezeichnung lassen, natürlich sind das gedankliche Interpretationen..."
Ich komme mir dämlich vor, minutenlang auf etwas rundes, schwarzes mit kleinen Löchern und weißen SPrenkeln zu schauen, etwas was quasi zurückschaut, jetzt wo ich davon schreibe,
und Worte dazu zu tippen in der Annahme dass sie jemand liest den ich nicht kenne,
was fast egal ist, wie ich gerade merke,
weil es nur eine/n gibt der schreibt und liest

...aaaaahhh....

und sich in mir gerade etwas löst
Tränen kullern
ein Grinsen und Seufzen
und ein Bedürfnis
nach Freundlichkeit zu allem.
Oder- ein Empfinden von Freundlichkeit

Also: da ist etwas, was sich anfühlt wie Sehen, sehende Wahrnehmung
und dadurch taucht dieses schwarze Rund auf, mit kleinen Löchern und weißen Sprenkeln. Weiß ich, dass es weiß und rund und schwarz ist? Nein. Ich nenne es so, und ich nenne es Stein, weil es eine Erfahrung ist, die mir hilft, mich auszudrücken.
Aus der Person Monika, die sich anfangs so fühlte, dass sie selber schaut, ist ein Sehen geworden, es findet einfach statt.
Gibt es etwas, das gesehen wird?
Ich bin mir nicht ganz sicher. Manchmal gibt es eine Art erlebte Verschmelzung, in der aber die "Formen" bleiben.

---Dann ging mein Telefon ----

Die Emotionen eben waren wie eine große Erleichterung, eine Art "lösung im leeren"
Ein Gefühl von Leere, Weite...
zu den Tränen gab es im ersten Moment so etwas wie ein Erkennen und
ein Bedauern oder erschrecken oder-- passt alles irgendwie nicht... über das nicht-Erkennen zuvor.
Es legte sich schnell, und folgte dieses EMpfinden von Freundlichkeit,
Wert-Freiheit,
wie irgendwie alles gleich ist und dennoch auf einmal in sich eine eigene Schönheit hat, die sich neu zeigt.
Sesamkörner auf den Kräckern, Licht auf meiner Fensterbank,
so viel Schönheit in allem ,und doch so schlicht.

Hier kann ich mir gerade viel zeit nehmen dafür. Im Gespräch mit anderen schwingt diese Erfahrung noch mit, und es ändert sich etwas, aber im direkten Kontakt mit MEnschen denkt es sich manchmal noch anders.
Ich merke gerade, dass das alles keinen Unterschied macht.
Es macht keinen einzigen UNterschied. Oder?

herrje! what a mess! Wie ich mit den MEnschen um mich herum, mit dem Raum um mich herum , mit dem Körper von mir umgehe-
irgendwie gibt es ein Empfinden davon, dass es auf eine geräumuge Art und Weise gleich-gültig ist. Irgendwie fallen Hierarchien weg. Monika ist eine von vielen. GIbt es eine Seele?
Keine Ahnung. Wenn, dann ist alles eine Seele. Ein Bewußtsein. In mannigfaltiger Form.

Nun fühlt der KOpf sich müde an. Genug für heute. Bis bald, Monika

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Sun Sep 24, 2017 7:42 pm

Liebe Monika,

berührend und bewegend, was Du geschrieben hast.
es ist noch etwas ungewohnt, Erkennen als etwas eigenständiges, losgelöst von den Gedanken die es formulieren, zu betrachten.
Ich denke, wir meinen dasselbe.
Es geht um die "rohe" Erfahrung, noch bevor Interpretation und Logik ein eingefärbtes Bild daraus machen.
Das wichtigste ist, die Gedanken mit ihren Vorstellungen und Beschreibungen von der Wirklichkeit zu trennen, von dem, was wir mit unseren 5 Sinnen wahrnehmen. Sie schaffen Gebilde, die eigentlich gar nicht da sind.

Wie ist es zb. mit Berg und Tal? Wo endet der Berg und wo beginnt das Tal? Und was passiert, wenn wir den Berg abtragen würden? Ist das Tal dann immer noch ein Tal? Oder hängt die Existenz eines Tals nicht von dem Berg ab? Existiert das Tal also nun eigenständig und unabhängig? Hat es eine inhärente Existenz?
Also: da ist etwas, was sich anfühlt wie Sehen, sehende Wahrnehmung
und dadurch taucht dieses schwarze Rund auf, mit kleinen Löchern und weißen Sprenkeln. Weiß ich, dass es weiß und rund und schwarz ist? Nein. Ich nenne es so, und ich nenne es Stein, weil es eine Erfahrung ist, die mir hilft, mich auszudrücken.
Sehr gut hingeschaut. All die Begrifflichkeiten sind Hilfsmittel, und dienen der Kommunikation. Auch "Rundheit" und "Sprenkel" kann nicht gesehen werden. Es sind erlernte Konstrukte. Die reine Seh-Information beinhaltet an sich nur Farbverläufe, Formen und Linien. Ja, auch das sind Interpretationen, aber sie kommen der direkten Erfahrung am nächsten. Oder?
zu den Tränen gab es im ersten Moment so etwas wie ein Erkennen und
ein Bedauern oder erschrecken oder-- passt alles irgendwie nicht... über das nicht-Erkennen zuvor.
Es ist im wahrsten Sinne eine ent-täuschung. :)
Tränen kullern
ein Grinsen und Seufzen
und ein Bedürfnis
nach Freundlichkeit zu allem.
Oder- ein Empfinden von Freundlichkeit
Sehr schön. Ja, das sind die Folgen des direkten hinschauens. Werden diese Zustände als zu erreichendes Ziel ausgemacht, wird die Suche bis in alle Ewigkeit weiter gehen. Steck Dir hier kein Ziel.
Für diese Zeit schau, was tatsächlich da ist und unmittelbar Erlebt wird. Alles andere wird sich entfalten.
wie irgendwie alles gleich ist und dennoch auf einmal in sich eine eigene Schönheit hat, die sich neu zeigt.
Sesamkörner auf den Kräckern, Licht auf meiner Fensterbank,
so viel Schönheit in allem ,und doch so schlicht.
Super. Schlichtheit und gleichzeitig Schönheit. Alles erscheint in einem neuen Licht...sozusagen.
Hier kann ich mir gerade viel zeit nehmen dafür. Im Gespräch mit anderen schwingt diese Erfahrung noch mit, und es ändert sich etwas, aber im direkten Kontakt mit MEnschen denkt es sich manchmal noch anders.
Ich merke gerade, dass das alles keinen Unterschied macht.
Es macht keinen einzigen UNterschied. Oder?
Hihi. So ist es, liebe Monika.
Aus der Person Monika, die sich anfangs so fühlte, dass sie selber schaut, ist ein Sehen geworden, es findet einfach statt.
Genau. Sehen findet statt. Wie kommt es zu der Annahme, da sei ein "ICH" (Monika), die sieht?
Wo wird eigentlich gesehen? Drinnen oder draußen?

Wünsche Dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße
Daniel

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Leben geschieht

Postby dancer » Mon Sep 25, 2017 9:24 am

Lieber Daniel,

Danke für Deine Begleitung und Deine Antwort! Ich möchte DIch heute Morgen gerne etwas fragen, - gibt es hinter Deiner Motivation, Deine Zeit hier zu teilen und DIch immer wieder mit ähnlichen Fragen und Wegen im Kontakt hier auf LI auseinanderzusetzen, da zu sein..so etwas wie eine Annahme? Oder, anders: wie fühlt sich diese Motivation für Dich an, dass Du hier bist?
Ach, warte.... wahrscheinlich könntest Du nun genauso mich fragen, wie es sich für mich anfühlt, dass ich jetzt hier auf diesem Stuhl sitze, und DIr schreibe.
Falls es aber doch eine andere Antwort gibt, höre ich sie gerne.

Es ist doch witzig, dass es im Grunde um die sinnliche, direkte Erfahrung von Leben -oder Erfahrung -(durch uns) geht,
um die konkret erlebte Realität mit allen SInnen- und der ganze Prozess geistig und virtuell stattfindet.:-)
Das ist quasi eine Hommage und ein Dank an die Technik, die Entwicklung und die Fähigkeit in unserer Zeit, sich auf verschiedenen Ebenen miteinander zu verbinden und es als real zu erleben, auch wenn es nicht in 3D stattfindet.

In diesem Sinne:
Genau. Sehen findet statt. Wie kommt es zu der Annahme, da sei ein "ICH" (Monika), die sieht?
Ich bin heute morgen etwas auf Nachfragemodus. Wie kommst Du dazu "Genau." zu schreiben?
Gbt es die Annahme, dass es ein ICH gibt? Eigentlich nicht, sonst wäre ich nicht hier. Oder, anders:
es gibt die Ahnung, ein Empfinden von Stimmigkeit, Wahrheit zu "es gibt kein ICH". Ohne ICH löst sich einfach auf, was sonst mit ihm verbunden ist. Nicht, dass es keinen Schmerz oder Trauer mehr geben würde ( das ist eine These), aber es dann nichts persönliches mehr. Eine Art Überbau fällt weg. Und es gibt nichts mehr zu wollen, gleichzeitig bleibt Leben das Leben. MIt Ideen, Handlungen, Beziehungen. Das ist der aktuelle Zustand hier, manchmal etwas irritierend- gleichzeitig ist es alles wie es ist. Ich kann das noch nicht einmal Vertrauen nennen. Einfachheit?

Gibt es manchmal den Eindruck eines "persönlichen Erlebens"? Ja, gibt es manchmal, in allem was in Beziehung mit "meinem Erleben" steht und sich so als Erfahrung und sinnlicher EIndruck im Körper mit Emotionen verankert hat. Ich merke das zur Zeit am meisten in Beziehungen mit vertrauten Menschen, bei denen sich unsere "Geschichten" ineinander verwoben haben weil uns gern haben und Liebe oder Freundschaft zwischen uns ist. Doch auch her findet so langsam etwas wie ein "ablösen" oder "lüften" statt, Erleben miteinander findet statt. Auch Muster von Verletzung oder Unsicherheit oder Freundlichkeit.

GIbt es etwas wie ein Körpergedächtnis? HIer kommt ein klares Ja. Wer erlebt, und wo findet das Erleben statt?
Hier öffnet sich ein weiter Raum. Was genau meinst Du mit innen und außen? Der Körper ist der Container, der Behälter, durch den alles wahr genommen wird. Körperempfindungen würde ich so beschreiben, dass sie innen im Körper stattfinden- ein Ziehen im Bauch, die Spannung beim tiefen EIntamen, ein Prickeln..
Bei den anderen Sinnen verhält es sich anders. Beim Sehen, Hören, Fühlen.. gibt es beim genauen nachhorchen kein innen und außen, es bleibt "Sehen. Hören. Fühlen"

Wer erlebt? WIe kommt es zu der Annahme das es ein ICH gibt?
Wenn wir uns als Kinder als selbstwirksam erleben, uns abdrücken, greifen, nehmen, ziehen können... dann ist das zunächst ein Erleben von Wirksamkeit mit dem Körper. Dass es sich dann in eine Wahrnehmung entwickelt, die unterscheidet zwischen "mir und dir" und drinnen und draußen" gehört zum Teil der Entwicklung, die dann wieder abgelegt werden darf, wenn das Leben bereit ist.
Im Leben ist alles. Innen und außen gibt es, und gibt es nicht. Trennung und Nicht- Trennung gibt es und gibt es nicht.
Ich gibt es als Konstrukt, als Idee, und gibt es nicht.
Nun gibt es hier eine Art Ermüdung, weil das Paradoxon wieder sichtbar/ erlebbar wird.

Seit wann ist das Leben in Dir wach geworden? Schön dass Du da bist.

Alles liebe und bis bald, Monika

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Mon Sep 25, 2017 6:18 pm

Liebe Monika,

gibt es zu meiner Motivation, als Begleiter tätig zu sein, eine Annahme....das verstehe ich nicht?!?!

Wie fühlt sich diese Motivation an, zu begleiten...es fühlt sich an wie Freude. Andere tanzen gerne, lesen gerne, fahren gern Fahrrad oder malen. Hier macht es Freude, Menschen zu begleiten, die die ICH Illusion durchschauen wollen. Mehr ist auch nicht dazu zu sagen. Warum? Weshalb? Ich habe keine Ahnung....:)
Wie kommst Du dazu "Genau." zu schreiben?
Du hattest geschrieben:
Aus der Person Monika, die sich anfangs so fühlte, dass sie selber schaut, ist ein Sehen geworden, es findet einfach statt.
Mit "genau" wollte ich bestätigen, das Sehen einfach stattfindet, ohne jemanden, der sieht. Gut beobachtet.
Nicht, dass es keinen Schmerz oder Trauer mehr geben würde ( das ist eine These), aber es dann nichts persönliches mehr. Eine Art Überbau fällt weg. Und es gibt nichts mehr zu wollen, gleichzeitig bleibt Leben das Leben. MIt Ideen, Handlungen, Beziehungen. Das ist der aktuelle Zustand hier, manchmal etwas irritierend- gleichzeitig ist es alles wie es ist. Ich kann das noch nicht einmal Vertrauen nennen. Einfachheit?
So ist es. "Einfachheit" beschreibt es für mich ganz gut.
Gibt es manchmal den Eindruck eines "persönlichen Erlebens"? Ja, gibt es manchmal, in allem was in Beziehung mit "meinem Erleben" steht und sich so als Erfahrung und sinnlicher EIndruck im Körper mit Emotionen verankert hat.
Ja, es entsteht der Eindruck, dass da ein ICH ist, das handelt, denkt, lenkt, Entscheidungen trifft und zb. eine Wahl hat.
Man könnte auch den Eindruck haben, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt, das Du Wasser in einer Fata Morgana findest, oder das sich ein Engel im Raum befindet. Heißt das, dass es wirklich so ist?
Der Körper ist der Container, der Behälter, durch den alles wahr genommen wird. Körperempfindungen würde ich so beschreiben, dass sie innen im Körper stattfinden
Beschreiben ja. Wird es auch so erlebt, das Empfindungen innen wahrgenommen werden? Oder sind es lediglich Gedanken (in Worten und geistigen Bildern), die dies erzählen bzw. behaupten?
Die Behälter/ Container Metapher ist mir bekannt. Der Glaube daran hält den Rest Identifikation aufrecht. Hinterfrage...

Schau nochmal näher hin, ob es der Körper ist, der Empfindungen wahrnimmt und empfängt. Oder wird der Körper ebenfalls wahrgenommen durch Empfindungen?
Ist es nicht eher so, dass der Körper nur dort gefühlt wird, wo Empfindungen ausgelöst werden, durch Druck oder Wärme zb.?
In wiefern erscheint der Körper getrennt von allem anderen?

Setze Dich mal auf einen Stuhl. Wenn Du nur fühlst, ohne Gedanken zur Hilfe zu nehmen, was wird genau an den Kontaktstellen zwischen Körper und Stuhl empfunden? Woran kannst Du erkennen, dass da eine Grenze ist?

Freue mich über Deinen Bericht.
Liebe Grüße
Daniel

PS
Seit wann ist das Leben in Dir wach geworden? Schön dass Du da bist.
Da muss ich grinsen, und weiß nicht wirklich darauf zu antworten...:) Das Erkennen passierte vor 1 1/2 Jahren.
Schön, das Du da bist!

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Mon Sep 25, 2017 9:04 pm

Lieber Daniel,

ich nehme mir ab morgen Zeit, genauer hinzuschauen.
Für heute gibt es den Zwischenstand eines gefühlten "Scheiterns", oder Haderns..
Nachdem ich während der Arbeit heute immer wieder bekannte Momente erlebte, in denen ich mich bei der Tätigkeit (Klangschalenmassage, eigentlich eine super schöne Angelegenheit) unwohl fühlte und ein widerstand von "das bin ich nicht/ das kann ich nicht" auftauchte,
Ich im "Kopf" war, alles quasi ein einziges identifizieren war, und sich das verkehrt anfühlte, ohne im Moment etwas ändern zu können.
Bä. Wat fies!
Möglicherweise klärt sich an morgen, ob es zu einem längeren Aufenthalt im Ausland kommt. Derzeit genieße ich mein Sein hier aber sehr, will gar nicht weg, und die letzten Wochen waren schon eine einzige große " IdentifikationsAblöse", wie ein großes Sterben. Ich dachte eigentlich, dass das durch ist. Und kam dann hierher, es reiht sich so ein..
Aber heute Abend kam doch ein großes Heulen und weinen- eine riesige Angst vor dem Losgehen und "alles loslassen" und nun auch noch die Idee "meines" Körpers loslassen,! quasi das liebste Vehikel das ich habe, das mir so wunderschöne Eindrücke beschert und mich so lebendig fühlen lässt. nee Nee, das ist wie sterben, und genau das was sich wie ein letzter Kampf anfühlt.
Oder- überhaupt einer.
Ja, und während des Schreibens höre ich dich schon wieder geduldig " schau hin.." und - ja,
Mach ich... morgen.:)
Da leuchtet auch grad schon wieder etwas anderes auf. Was für ein Theater.

P.S. ein Buch über "Leadership of Tao" neben meinem bett. Ich schlage eben zweimal blind auf. Die Überschriften:
1. reduction of Selfishness
2. selflessness

Da lacht eine total verheulte monika und Flucht wie eine Räuberstochter- fuck, dieses Leben hat Humor!:)

In diese Sinne...:)

Lieben Gruß und bis morgen wenn ich mich meinem Körper widme.
M

User avatar
Daniel777
Posts: 597
Joined: Sat Apr 02, 2016 4:02 pm

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby Daniel777 » Mon Sep 25, 2017 10:22 pm

Liebe Monika,
Aber heute Abend kam doch ein großes Heulen und weinen- eine riesige Angst vor dem Losgehen und "alles loslassen" und nun auch noch die Idee "meines" Körpers loslassen,! quasi das liebste Vehikel das ich habe, das mir so wunderschöne Eindrücke beschert und mich so lebendig fühlen lässt. nee Nee, das ist wie sterben, und genau das was sich wie ein letzter Kampf anfühlt.
Kann es gut nachvollziehen. Ja, die Vorstellung macht ein Riesen Horrorszenario daraus, und es kann hin und wieder schon ein wenig mulmig werden. Auch das vergeht. Es geht nichts wirkliches verloren, und sterben tut auch keiner...außer eben vertraute Ideen.
Wunderschöne Eindrücke wird es weiterhin geben, Lebendigkeit ist weiterhin da, fühlen bleibt.

Gib diesen Gedanken weniger Aufmerksamkeit. Sie haben wirklich keine Ahnung. :)

Bleib bei diesem Gefühl, das sich wie sterben anfühlt, bei diesem Empfinden, das als „letzter Kampf“ etikettiert wird.

Welche Körperempfindungen sind damit verbunden? Haben die Empfindungen im Kern eigentlich einen Namen, wenn sie entstehen? Sind sie in ihrer Essenz wirklich positiv/negativ...oder neutral?
Und wieder...gibt es jemanden, der fühlt und das gefühlte, oder ist da nur fühlen?
Was zeigt sich?

Lass Dir Zeit.
Liebe Grüße
Daniel

User avatar
dancer
Posts: 29
Joined: Thu Sep 21, 2017 5:58 am
Contact:

Re: Leben geschieht- ich möchte wieder sehen

Postby dancer » Wed Sep 27, 2017 8:26 am

Guten Morgen lieber Daniel,

danke dass Du vorgestern so schnelle geantwortet hast- die Erinnerung an "es ist Zeit" tat gut. Scheinbar gibt es da nebenher noch ein Programm, dass ich gerne irgendiwe sein möchte. Schnell und leicht die Illusion durchschauen, weise sein, entspannt sein, wieder in einem bestimmten Zustand sein... Und gleichzeitig gewahr zu sein dass es es eigentlich da keine oder keinen gibt, der was wollen kann. Und es aber doch zu fühlen, scheinbar, als Gedanke.
Krasse Geschichte irgendwie..der Eindruck dass Gedanken mit dem, was sie körperlich an Reaktionen auslösen, fühlbar sind.
Und was fühlbar ist, ist wahr/ real.
Heute Morgen bin ich wieder parat, genauer hinzuschauen.
Davor noch :in Sachen "Auslandsaufenthalt" wurde die Idee, in 2 Wochen für 4 Monate weg zu sein, durch eine Nachricht ersetzt, dass das alles womöglich nicht stattfindet. Dadurch dreht sich in der "Vorstellungswelt" und in der planbaren Realität eine Menge, Wohnund und Arbeit inklusive- es ist nicht wirklich erheblich (gell?), aber ich starte heute Morgen einfach mal bei der AlltagsRealität , und versuche nichts wegzulassen oder hinzuzufügen.

Diese Unsicherheit, löst heute Morgen ein wahres GEdankenwirrwarr und ein Gefühl von Druck und Bedrängnis in mir aus. Schon während ich das tippe, löst sich etwas, eine Art Stille schwappt hinein. Ich weiß auf einmal nicht mehr was ich schreiben wollte.
Da ist ein ziehen in der Magengegend. versuche ich es zu lokalisieren, wird es zu einer Empfindung, die quasi im ganzen körper, überall wahrgenommen wird. Das hatte ich neulich schonmal. Der Raum in mir könnte genauso gut das Außen für Organe sein- ?Jetzt, wo ich mit der Aufmerksamkeit länger bei den Organen verweile, und bei dem was im Sehen als Körper whrgenommen wird, kommen mir Tränen. Das bin nicht ich. und für Momente ist es noch nicht einnmal der "Container" für die Wahrnehmungen. GEdanken kommen und protestieren laut-
dass ich mich entscheiden müsste, Dir/ EUch hier zu gefallen und einfach in meiner Wahrnehmung das zu formulieren was hier irgendwann die meisten schreiben, und dann wieder ein "Genau" als Bestätigung einzuheimsen, dass meine Wahrnehmung "richtig" sei
oder
ob ich wirklich so verrückt sein wolle, den Körper "abzugeben" und nicht mehr zu existieren. Und das, obwohl "ich " schon "längst weiß", dass der Körper für sich eigenständig ist. Wenn ich tanze, dann geht es immer darum, dem Körper zu folgen, und nicht irgendwie sein zu wollen. "Dance until you shutter your self". Das Leben "mich" tanzen lassen.
Oh, verflixt, abgeschweift.
Gib diesen Gedanken weniger Aufmerksamkeit. Sie haben wirklich keine Ahnung. :)
Danke für diesen Satz! :-)
Haben die Empfindungen im Kern eigentlich einen Namen, wenn sie entstehen? Sind sie in ihrer Essenz wirklich positiv/negativ...oder neutral?
Und wieder...gibt es jemanden, der fühlt und das gefühlte, oder ist da nur fühlen?
Das Ziehen in der Magengegend ist noch da - es strahlt ein wenig als Druck in den Brustkorb aus.
Die Gedanken plappern, dass es unmöglich ist, nicht zu bewerten, und dass damit alle therapeutische Arbeit zunichts gemacht wird, wird es keine inneren Referenzpunkte zr Ausrichtung mehr gibt

Im Moment findet nur ein Atmen statt. EIn ausdehnen und senken. Ein Sehen. Ein Hören. Bewegen, berühren, fühlen.
Wer gibt diesen Impuls, weiterzuschreiben, von wo kommt der Impuls innezuhalten, den Fuss zu streicheln, zu seufzen?
Ich fühl mich frustriert. Diese vermeintliche Kontrolle ist wahnsinnig anstrengend.
Sitzen, atmen. Fühlen. Tippen. Ein Ziehen im Schädel. Ds Wort ziehen ist schon eine BEschreibung. Am ehesten ist es einfach eine EMpfindung, eie andere Beshreibung wäre eine Art pulsieren.
Hören- eine Glocke klingt. Fühlen: berührt sein, mitschwingen, Erleichterung, Resonanz
Gibt es einen KLang und eine Hörerin? Es IST beides gleichzeitig, Schwingung/ Schwingen IST.

Ein Gefühl von Friedlichkeit, Reste von Anspannung.

Ich fühle mich so, als würde ich auf der STelle treten, so kurz davor, und dann doch immer nochmal umdrehen und kreisen.
Aber gut. Es ist Zeit.

Lieber Daniel, danke Dir für Deine Zeit und verzeih, wenn es heute etwas wirrer war also sonst.

Liebe Grüße,
Monika

P.S:

Was mir wie ein großer Hemmschuh vorkommt:
es gibt manchmal das innere Bild, mit der Des-illusioniereung passiv zu werden, weil
ICH nichts mehr entscheide oder mich ausrichte (weil es nichts zum ausrichten gäbe..), oder initiiere etc,.
was aber totaler Quatsch ist?, denn Leben will ja leben, und sich nicht zurückhalten.
Es gibt den Eindruck, dass die Suche und Entlarvung nach dem nicht vorhandenen ICH das eigentliche Stocken bringt.


Return to “Deutsch (Archiv)”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 6 guests