Direktes Erleben

User avatar
Damon Kamda
Site Admin
Posts: 1292
Joined: Sat Sep 17, 2011 10:09 pm
Location: Amsterdam

Direktes Erleben

Postby Damon Kamda » Tue Nov 10, 2015 9:37 am

Direktes Erleben

Von Neil Jalaldeen, übersetzt aus dem Englischen von Christiane Michelberger

Das Erkunden unserer Direkte Erfahrung (DE) ist der wichtigste Katalysator für das Erwachen zum Nicht-Selbst. Direkte Erfahrung ist das, was wahrgenommen wird, hier und jetzt.

Für unsere Erforschung können wir die Direkte Erfahrung in 3 Hauptaspekte unterteilen:

1) Gedanken
2) Sinneswahrnehmungen
sehen
hören
riechen
tasten
fühlen (taktil und kinästhetisch)

3) Ein unverwechselbares Gefühl von Lebendigkeit
(Gegenwärtigkeit, Sein)

Die Illusion der Trennung wird durch einen Strom von auf ein Selbst bezogenen Gedanken aufrechterhalten, die auf vergangener Konditionierung beruhen. Der häufigste Bezugspunkt ist ein durch Gedanken erschaffenes Zentrum, das „Ich“/ “mich“/ „Selbst“ genannt wird. Es gibt kein derartiges Zentrum und diese Selbst-Etikettierung bezieht sich nur auf andere Gedanken oder Erfahrungsaspekte.

Durch das Zurückgreifen auf die DE ist es möglich, alle Annahmen von Trennung oder Selbst abzubauen und zu sehen, dass es nur Erfahrung gibt. Es mag Gedanken über die Erfahrung geben, die gewisse Aspekte der Erfahrung begrifflich in ein „mich“ und andere Aspekte in die „Welt draußen“ aufteilen. Dennoch sind diese Gedanken auch einfach Teil der Erfahrung und es gibt schlichtweg AUSSCHLIESSLICH Erfahrung.
Es besteht die Annahme, dass es einen Erfahrenden gibt, der erfährt. Sie breitet sich durch eine Vorstellung aus, die sich in Gedanken wie „ich erfahre“ ausdrückt. In DE erforschen wir sie, indem wir dieses „Ich“ suchen. Gibt es getrenntes „Ich“, oder ist dort einfach eine Erfahrung, die der Gedanke begrifflich so aufteilt: „“Ich“ + „was erfahren wird“?

Es besteht die Annahme, dass es einen Wahrnehmenden gibt, der wahrnimmt. Sie breitet sich durch eine Vorstellung aus, die sich in Gedanken wie „ich bin der Wahrnehmende“ ausdrückt. Wir untersuchen dies in DE, in dem wir den Wahrnehmer suchen. Wir können feststellen, dass es so etwas wie einen Wahrnehmer nicht gibt, nur eine Wahrnehmung und einen Gedanken, der sie in ein „Ich“ + „Körper“ + „Wahrnehmung durch die Sinne“ aufteilt.

Ein Geräusch wird gehört, dann ist der Gedanke da “Ich höre einen Gedanken”. Wir können es erforschen und herausfinden, dass es keinen Hörer des Geräusches gibt, nur Geräusch. Wenn etwas als Hörer oder Selbst angenommen wird, ist das irgendetwas anderes als andere Empfindungen? Oder das Gefühl von Lebendigkeit? Oder ein anderer Gedanke?

„Ich fühle meinen Körper auf einem Stuhl“ sagt ein Gedanke. Nun untersuchen wir die DE und stellen fest, dass es Empfindungen gibt, die gewohnheitsmäßig als „Körper“ bezeichnet werden und andere Empfindungen, die wir „Gefühl eines Stuhles gegen den Körper“ nennen. Wenn wir untersuchen, wo das „Ich“ ist, dass diese Empfindungen für sich in Anspruch nimmt, kann es nicht gefunden werden, da es entweder einen anderen, auf ein Selbst bezogenen Gedanken gibt, Empfindungen oder einen anderen Aspekt von Erfahrung.

Wir können einen Gegenstand aufnehmen und ihn ansehen. Wir könnten sagen, „Ich sehe den Gegenstand an“. Wir überprüfen dann, ob diese Schlussfolgerung der DE entspricht. Was wir finden, ist eine Sehempfindung und vielleicht einige Empfindungen die wir gewöhnlich ‚Kopf‘ oder ‚Augen‘ nennen oder sogar andere Gefühlsempfindungen mit dem Namen „Körper“. Ein Gedanke könnte aufsteigen mit der Schlussfolgerung, dass diese alle von Natur aus getrennt seien, und dass die eine das „Selbst“ und die andere das ist, „was beobachtet wird“. Wenn wir das überprüfen, finden wir heraus, dass es niemals ein schauendes „Ich“ gibt, niemals einen Beobachter, niemals einen Seher. Es gibt nur sehen, nur fühlen, nur Erleben. Wir können sagen, dass Erfahrung sich einfach selbst erfährt.

Wir schauen die Erfahrung sehr genau an und stellen fest, dass die Annahme der Trennung eines “Selbst”, “Ich”, Wahrnehmer oder Erfahrer einfach auf die Erfahrung verweist. Es gibt niemals ein wirklich getrenntes Objekt, nur die Wahrnehmung davon und Gedanken, die es benennen. Wir lösen alle diese Annahmen auf, dass es einen Beobachter gäbe oder einen Seher oder einen Hörer und stellen fest, dass es nur Erleben gibt, niemals ein wirkliches getrenntes Selbst.

Ist es möglich, dass es nur die Erfahrung gibt, niemanden, der erfährt?

Return to “Deutsch”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 4 guests