Der falsche Glaube ist der Glaube an ein eigenständiges "Ich".

"Das Erleben und unsere Perspektive sind durch unsere Überzeugungen und mentalen Strukturen (Erinnerungen an das, was passiert ist, Reaktionen auf diese Ereignisse, Überzeugungen die darum errichtet sind) bestimmt. Wenn da zum Beispiel die Überzeugung ist, dass jemand in böser Absicht handelt und uns deswegen Schmerzen verursacht, dann wird darauf wahrscheinlich Ärger die Folge sein. Wenn wir aber davon überzeugt sind, dass uns jemand Unbehagen bereitet, weil er uns das Leben retten will, dann kann hierauf ein Gefühl von Dankbarkeit die Folge sein.

Das gleiche Ereignis, doch folgen daraus zwei verschiedene Arten der Wahrnehmung aufgrund verschiedener Überzeugungen. Feste Überzeugungen sind die Brillengläser, durch welche die Welt interpretiert wird. Brillengläser, durch die das Erleben gefiltert wird.

Das Herz dieses Glaubenssystems ist der Glaube an Getrenntsein und der Glaube an ein eigenständiges "Ich" - "Ich" existiere als ein fortdauerndes, eigenständiges Objekt in einem Universum aus getrennten Objekten. Daran zu glauben, dass da ein "Ich" in Form eines getrennten Objekts ist, gibt einem das Gefühl, isoliert und von der Welt abgeschnitten zu sein - "Ich" bin hier und die Welt ist da draußen. Daraus erwächst Angst – "Ich" bin ganz allein, "Ich" bin in Gefahr in diesem großen, von mir getrennten Universum. Wenn wir versuchen, diese innewohnende Angst aufzulösen, versuchen wir oft, das "Ich" zu stärken - das Selbstbild zu verbessern, hierfür die Bekräftigung "anderer" einzuholen, die Umstände zu kontrollieren, sodass "wir" sicher sind und bekommen, was "wir" wollen. Um an ein getrenntes Ich und an eine Welt von getrennten Objekten zu glauben, müssen wir das eigenständige "Ich" irgendwo auffinden können - Es ist ein Objekt, also muss es irgendwo existieren. Also stecken wir das "Ich" irgendwo in den Körper.

Normalerweise haben wir ein vages Gefühl, als wären wir irgendwo hinter den Augen. Aber all das verursacht nur noch mehr Angst. Unser Selbstbild ist nichts weiter als ein Bild. Es ist kein echtes "Ding", es stimmt niemals mit der Realität überein, weshalb es ständig in Gefahr ist. Das Gefühl, dass "wir" von der Bestätigung anderer abhingen macht ihre Reaktionen zu einer Quelle, oder zu einem Risiko für "uns" und erschafft den Glauben, dass wir ihre Reaktionen auf uns kontrollieren müssen. Zu glauben, dass da ein "Ich" ist, das Dinge kontrollieren und sein Schicksal optimieren kann, gibt uns das Gefühl, als ob wir die Dinge auch kontrollieren und ihren Ausgang bestimmen MÜSSEN. Und da diese Kontrolle tatsächlich nicht möglich ist, ahnen wir uns stets in Gefahr, dass wir keine Kontrolle haben und die Dinge uns entgleiten könnten. Das "Ich" mit dem Körper zu assoziieren macht uns glauben, dass wir vom Leben des Körpers abhingen und somit sind wir in der ständigen Angst des Todes verfangen - Der Tod des Körpers wird auch unser Tod sein. Also: Angst aus allen Richtungen. Von der Angst getrieben, ständig im Versuch, von ihr davonzulaufen, doch niemals dazu im Stande. In all dem kann keine Sicherheit gefunden werden, denn es ist grundlegend auf einem falschen Glauben errichtet.

Der falsche Glaube ist der Glaube an ein eigenständiges "Ich". Das getrennte "Ich" existiert nicht und es hat niemals existiert. Es ist möglich, dies direkt zu überprüfen. Dabei muss dies nicht als ein neuer Glaube, oder eine neue Überzeugung angenommen werden. Es kann direkt betrachtet und dabei festgestellt werden, ob es wahr ist. Doch es verlangt Offenheit, Ehrlichkeit und Hingabe, sodass es vollständig durchschaut werden kann. Damit alle Zweifel gelichtet werden können, welcher Art auch immer. Fühlst du dich bereit?"

(Quelle: http://liberationunleashed.com/nation/viewtopic.php?f=5&t=1023&start=30)

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Liberation Unleashed (entfesselte Befreiung)